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1. In der Krise?
Einleitung
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Neue Aussichten für die Gewerkschaftsbewegung – Vergleiche zwischen sechs Ländern
Originaltitel: Changing Prospects for Trade Unionism. Comparisons between six Countries.
Autoren: Herausgegeben von Peter Fairbrother und Gerard Griffin. London 2002, 263 Seiten.
In länderspezifischen Beiträgen (Australien, Großbritannien, Irland, USA, Neuseeland, Kanada) untersuchen verschiedene Autoren die Hintergründe und Bedingungen gewerkschaftlicher Probleme der 1980er und 1990er Jahre sowie die Antworten, die die jeweiligen Gewerkschaften darauf gaben. In einem Schlussbeitrag führen die Herausgeber die Ergebnisse zusammen.
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Olaf Klenke
Gegenwärtige Entwicklungen und Herausforderungen des Gewerkschaftswesens
Originaltitel: Contemporary developments in and challenges to collective bargaining in the United States.
Autor: John Delaney.
Quelle: John T. Addison und Claus Schnabel (Hrsg.) (2003): International Handbook of Trade Unions, Edward Elgar, Cheltenham, S. 502-530.
Mitgliederschwund trotz beachtlicher Verhandlungserfolge – die Lage der Gewerkschaften in den Vereinigten Staaten ist paradox wie prekär. Zu diesem Schluss kommt John Delaney im vorliegenden Text und erklärt, warum die Rahmenbedingungen noch widriger sind als in vielen anderen Industriestaaten. Im Mittelpunkt stehen dabei juristische Definitionen der vertretenen Berufsgruppen, die die Erosion der Mitgliederzahlen beschleunigen und damit den Vertretungsanspruch der Gewerkschaften infrage stellen.
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Matthias Kaufmann
Die sozialen Beziehungen am Nullpunkt
Originaltitel: Les relations sociales, année zéro.
Autor: Gérard Adam.
Quelle: Bayard Editions, Paris, 2000, 256 Seiten.
Gérard Adam analysiert in seiner Untersuchung den Stand der sozialen Beziehungen in Frankreich Ende des Jahres 1999. Seine Zielsetzung ist es, neben einer Bestandsaufnahme des krisenhaften Ist-Zustandes generelle Überlegungen zum sozialen Dialog in Frankreich anzustellen und mögliche Richtungen für zukünftige Entwicklungen in Selbstverständnis und Aktionen der Sozialpartner aufzuzeigen. Er untersucht die neuen Herausforderungen sowohl auf betrieblicher Ebene, wo die Veränderungen der Arbeitswelt besonders zum Tragen kommen, als auch auf nationaler Ebene, wo der soziale Interventionismus des Staates die Autonomie der Sozialpartner zunehmend infrage stellt.
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Eva Hommer
Betrachtungen zur Krise der Gewerkschaften
Originaltitel: Regards sur la crise du syndicalisme.
Autoren: Dominique Labbé und Stéphane Courtois.
Quelle: L'Harmattan, Paris, 2001, 221 Seiten.
Der von Labbé und Courtois herausgegebene Band zur Krise der französischen Gewerkschaften versammelt elf Beiträge einer Konferenz, die im Juni 1999 auf einer Konferenz an der Universität Paris X von Spezialistinnen und Spezialisten auf dem Gebiet der Arbeitsbeziehungen vorgestellt wurden. Er versammelt aus politikwissenschaftlicher, soziologischer und geschichtswissenschaftlicher Perspektive Analysen, die auf die gewerkschaftliche Organisation, die Tarifpolitik und die Europapolitik der Gewerkschaften fokussieren. Die Dimensionen und Gründe der Krise der französischen Gewerkschaften stehen dabei im Vordergrund.
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Marcus Kahmann
Forces of Labor. Arbeiterbewegungen und Globalisierung seit 1870
Originaltitel: Forces of Labor. Workers' Movements and Globalization Since 1870.
Quelle: Beverly J. Silver (2003): Forces of Labor. Workers' Movements and Globalization Since 1870. Cambridge: Cambridge University Press.
Das immens erfolgreiche und viel beachtete Buch[1] analysiert in einer historisch unüblich weit zurückreichenden und räumlich globalen Perspektive die Zyklen gewerkschaftlicher Organisierung und die Entstehung von Klassenkämpfen. Die zentrale optimistische These der Autorin in Bezug auf die Aussichten für gewerkschaftliche Organisierung und erfolgreiche Arbeitskämpfe lautet, dass dort, wo Kapital investiert und akkumuliert wird, mittelfristig auch Klassenbewusstsein entsteht und Arbeitskämpfe entflammen, die das grundsätzlich mobile Kapital wiederum zu Abwehrstrategien zwingen. Es kann somit nicht von einer finalen Krise der traditionellen Arbeiterbewegung ausgegangen werden, die sich in der vieldiskutierten These vom „race to the bottom“, der unaufhaltsamen Spirale nach unten, widerspiegelt. Klassenkämpfe existieren notwendigerweise immer solange und dort, wo Kapital und Arbeitskraft verwertet werden, d.h. solange es Kapitalismus gibt. Aus dieser unausweichlichen allgemeinen Logik der kapitalistischen Produktionsweise, der Arbeitskämpfe und der Strategien der Unternehmer, deren Erfolg zu unterlaufen, entspringt somit die konkrete Sozialgeschichte des Kapitalismus in einer welthistorischen Perspektive.
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Ingar Solty
Kann die (soziale) Klasse noch vereinigend wirken? Differenzierte Arbeiterschaft, Klassensolidarität und Gewerkschaften
Originaltitel : Can Class Still Unite? The differentiated work force, class solidarity and trade unions.
Quelle: Van Gyes, G., De Witte, H. & Pasture, P. (Hrsg.) (2001): Ashgate, Aldershot.
Aus der Perspektive mehrerer europäischer Länder und den USA widmen sich die Autoren des Sammelbandes der Frage, welchen Einfluss die Zugehörigkeit zu einer sozialen Klasse gegenwärtig für die Identitätsbildung hat. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Potenzial von Klassenbewusstsein für die Bereitschaft zu gewerkschaftlicher Organisierung und solidarischem Handeln in einer multikulturellen, globalisierten Ökonomie.
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Katrin Rothländer
2. Sozialpartnerschaftliche Tänze
Einleitung
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Welche soziale Demokratie in der Arbeitswelt?
Originaltitel: Quelle démocratie dans le monde du travail?
Autor: Jocelyne Barreau (Hrsg.).
Quelle: Presses universitaires de Rennes, Rennes, 2003.
Daraus folgende Artikel :
Daniel Collet, Serge Donnet, Michel Lallement, Olivier Mériaux: Die traditionellen und neu aufkommenden Rollen von Gewerkschaften: Welcher Beitrag zur sozialen Demokratie?[2], S. 95-113.
Marion Del Sol: Der Platz des gewerkschaftlichen Ansprechpartners im Unternehmen: Eine kontrast- und entwicklungsreiche Situation[3], S. 181-191.
Ismaël Roy: Territoriale Neuzusammensetzung und Erneuerung gewerkschaftlicher Praktiken: Welcher Beitrag zur sozialen Demokratie?[4], S. 193-206.
Die im Folgenden rezensierten Beiträge des von Jocelyne Barreau herausgegebenen Sammelbands sind alle dem Themenbereich der über die traditionelle Interessenvertretung hinaus gehenden, „neuen Funktionen“ von Gewerkschaften gewidmet. Dabei werden insbesondere die Rolle der Gewerkschaften als Akteure in paritätisch verwalteten Sozialeinrichtungen, ihre ordnungspolitische Funktion – als institutionalisierter Ansprechpartner der Betriebsleitungen bzw. Unternehmerverbände – sowie ihre Bedeutung als Teilnehmer an lokalen und regionalen Entscheidungsprozessen im Rahmen der französischen Dezentralisierungspolitik näher beleuchtet. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der betrieblichen Ebene der Interessenvertretung, ihrer Finanzierung sowie der übergreifenden Fragestellung nach der Positionierung der Gewerkschaften im Widerstreit von Sozialpartnerschafts- und Gegenmachtsorientierung.
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Bernhard Schmid
Die Interessenvertretung am Arbeitsplatz in Frankreich
Originaltitel: La représentation sur les lieux de travail en France.
Autoren: Christian Dufour und Adelheid Hege.
Quelle: Christian Dufour und Adelheid Hege (2002): L'Europe syndicale au quotidien – La représentation des salariés dans les entreprises en France, Allemagne, Grand-Bretagne et Italie, P.I.E.-Peter Lang, Bruxelles, S. 21-51.
In Frankreich bestehen eine Vielzahl von gesetzlich abgesicherten betrieblichen Vertretungsstrukturen der Belegschaften: Personalvertreter, Betriebsausschüsse, Hygiene- und Sicherheitsausschüsse sowie Gewerkschaftsdelegierte. Angesichts dieses Wirrwarrs der institutionellen Vertretungsformen der Belegschaften gehen die Autoren der Frage nach, welche Beziehungen die verschiedenen Vertretungsstrukturen zueinander unterhalten und welche Anforderungen sie an die betrieblichen Mandatsträger und gewerkschaftlichen Betriebsgruppen stellen. Dabei zeigen sie, dass die Wirksamkeit der betrieblichen Mitbestimmung nicht so sehr von den gesetzlichen Regeln abhängt als von dem Rückhalt, den die Vertreter aus der Belegschaft erhalten. Sie betonen ebenfalls die Wichtigkeit einer starken betrieblichen Verankerung, die nicht durch außerbetriebliche Gewerkschaftsstrukturen ersetzt werden kann.
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Adrien Thomas
Sozialpartnerschaft – ein Instrument zur Neubelebung der Gewerkschaften?
Originaltitel: Analysing Social Partnership: A Tool of Union Revitalization?
AutorInnen: Michael Fichter und Ian Greer.
Quelle: Carola M. Frege und John Kelly (2004): Varieties of Unionism: Strategies for Union Revitalization in a Globalizing Economy, Oxford University Press, Oxford, S. 71-92.
Fichter und Greer gehen der Frage nach, ob und unter welchen Bedingungen sozialpartnerschaftliche Vereinbarungen zur Überwindung der konstatierten Krise der Gewerkschaften in den Industriestaaten beitragen können. Es werden verschiedene Ansätze aus fünf untersuchten Ländern[5] vorgestellt und einer kritischen Würdigung unterzogen. Dabei werden drei allgemeine Voraussetzungen identifiziert, unter denen sozialpartnerschaftliche Vereinbarungen ein wirksames Instrument zur Stärkung und Erneuerung der Gewerkschaften darstellen können: sie müssen institutionell verankert, mit anderen Gewerkschaftsstrategien abgestimmt und vor allem mit einer umfassenden gesellschaftspolitischen Agenda verbunden sein[6].
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Norbert Fröhler
Gewerkschaften als politische Akteure – ein Rezept zur Neubelebung?
Originaltitel: Unions as Political Actors: A Recipe for Revitalization?
AutorInnen: Kerstin Hamann und John Kelly.
Quelle: Carola M. Frege und John Kelly (2004): Varieties of Unionism: Strategies for Union Revitalization in a Globalizing Economy, Oxford University Press, Oxford, S. 93-116.
Der vorliegende Aufsatz ist im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes „Comparative Labor Movement Revitalization“ entstanden. Dieses Projekt vergleicht, wie Gewerkschaften in den Industrienationen USA, Großbritannien, Deutschland, Italien und Spanien den Herausforderungen des politischen und sozioökonomischen Wandels begegnen und welche Strategien sie entwickeln, um die eigene Krise zu bewältigen[7]. In der Teiluntersuchung von Hamann und Kelly geht es um die Strategie der „politischen Einflussnahme“. Sie geht der Frage nach, inwieweit die Gewerkschaften in den letzten 20 Jahren ihre Bemühungen verstärkt haben, Einfluss auf Wahlen und politische Entscheidungsprozesse zu nehmen, wie erfolgreich sie dabei waren und ob diese Bemühungen hilfreich waren, die Krise zumindest zum Teil zu überwinden.
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Norbert Fröhler
Die Beschränkungen des europäischen Tanzbodens: Harte Zeiten für strategische Entscheidungen, (Sozial-)Partnerschaft und Gewerkschaftsinnovationen
Originaltitel: The Limits of the European Dance Floor: Hard Times for Strategic Choice, Partnership and Union Innovation[8].
Autor: Regan Scott.
Quelle: Tony Huzzard, Denis Gregory, Regan Scott (Hrsg.): Strategic Unionism and Partnership. Boxing or Dancing?, Houndsmills 2004, S. 45-68.
Regan Scott beschreibt in seinem Aufsatz The Limits of the European Dance Floor: Hard Times for Strategic Choice, Partnership and Union Innovation vor allem zwei Aspekte: Einmal die Dimension des social partnership, der Sozialpartnerschaft in den Industriestaaten Europas mittels einer genaueren Untersuchung des sog. Green Paper ‘Partnership for an New Organisation of Work' von 1997. Zum andern geht es um die strategischen Möglichkeiten der europäischen Gewerkschaften als einem der Sozialpartner auf europäischer, nationaler und sektoraler und betrieblicher Ebene.
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Anton Distler
Private Tänzer: Boxen und Tanzen in den USA
Originaltitel: Private Dancer: Boxing and Dancing in the US[9].
Autor: Steven Deutsch.
Quelle: Tony Huzzard, Denis Gregory, Regan Scott (Hrsg.): Strategic Unionism and Partnership. Boxing or Dancing?, Houndsmills 2004, S. 199-216.
Steven Deutsch konzentriert mit seinem Aufsatz Private Dancer: Boxing and Dancing in the US seinen Untersuchungsschwerpunkt auf einen oftmals kontradiktorischen Charakter der gesamten US-amerikanischen Gewerkschaftsführungen. Angesichts einer im Gegensatz zu Europa sich weitaus multilingualer, multirassischer und multikultureller gebenden Gesellschaft und ob der riesigen, Europa gleichkommenden Fläche, nehmen die neuen Herausforderungen an die Gewerkschaftsführungen, wie z. B. Arbeit und Familie besser aufeinander abgestimmt und der Wandel des Arbeitsplatzes bewältigt werden können, auch vielschichtigere und kaum noch zu generalisierende Lösungsmöglichkeiten an. Deutsch führt für die verschiedenen erwähnten Ebenen beispielhaft die je unterschiedlichen gewerkschaftlichen, zumeist dezentralisiert greifenden und ambivalenten Ansätze aus.
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Anton Distler
3.Fusionen und Neugründungen
Einleitung
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Erneuerung der Repräsentanz. Der Fusionsprozess und die strukturelle Entwicklung der Gewerkschaften in zehn Ländern
Originaltitel: Restructuring Representation. The Merger Process and Trade Union Structural Development in Ten Countries.
Autor: Jeremy Waddington (Hrsg.).
Quelle: P.I.E.-Peter Lang, Brüssel 2005.
In der vorliegenden Anthologie beschäftigen sich 11 gewerkschaftsnahe Wissenschaftler aus verschiedenen westeuropäischen Ländern und Australien mit der Frage nach dem Charakter der strukturellen Veränderungen der Gewerkschaftslandschaft in den letzen Jahrzehnten. Es werden länderspezifische Studien zu Australien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Großbritannien Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und den USA vorgestellt. In zwei übergreifenden Analysekapiteln werden die Einzelstudien miteinander verglichen und diskutiert. Hierbei kommen die Autoren zum Ergebnis, dass die in den letzten Jahren erfolgten Fusionen von Einzelgewerkschaften hauptsächlich defensiver Natur waren, und in der Regel keinen Ausweg aus Negativtrends, etwa mit Hinsicht auf die Mitgliederentwicklung, eröffnet haben.
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Henning Süssner
Die Gewerkschaftsorganisationen in Frankreich
Originaltitel: Les organisations syndicales en France.
Autoren: Hubert Landrier und Daniel Labbé.
Quelle: Éditions Liaisons, Paris, 2004, 243 Seiten.
In der vorliegenden Monografie liefern die Autoren eine kurze, informative historische Gesamtdarstellung der französischen Gewerkschaftsbewegung auf Grundlage der bereits mehr als 25 Jahre alten Studie Les organisations syndicales en France von Hubert Landrier. In der stark erweiterten Neuauflage von 2004 stehen, entsprechend der biografischen Ausrichtung der Autoren im Spannungsfeld von gewerkschaftlicher Praxis und akademischer Praxisentlastetheit (Bourdieu)[10], zwei Aspekte im Vordergrund: Zum einen die theoretisch akzentuierte Bestandsaufnahme der französischen Gewerkschaften im Hinblick auf ihre Geschichte, ihre Organisation, ihre interne Funktionslogik und ihre Einbettung in die europäische Gewerkschaftsbewegung; und zum anderen die politisch-praktische Frage nach den sich eröffnenden Optionen für die Gestaltung künftiger Gewerkschaftsarbeit zwischen Erhalt des status quo und grundlegender Erneuerung.
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Matthias Lemke Gewerkschaften: nach der Krise?
Originaltitel: Syndicats, lendemains de crise?
Autor: Jean-Marie Pernot.
Quelle: Gallimard Folio Actuel, Paris, 2005, 395 Seiten.
Der Autor analysiert die Krise der französischen Gewerkschaften im europäischen Kontext und zeigt Zukunftsperspektiven auf. Die Chancen einer gewerkschaftlichen Erneuerung liegen in einer verstärkten Mitgliederbeteiligung und in dem Überwinden der gewerkschaftlichen Zersplitterung.
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Adrien Thomas
Gewerkschaften SUD
Originaltitel: Syndicalisme(s) SUD.
Autoren: Renaud Damesin und Jean-Michel Denis.
Quelle: Les Cahiers de recherche du GIPMIS[11], n° 11, 04/2001, Noisy-le-Grand,
http://perso.wanadoo.fr/gipmis/page61.htm
1988 gegründet, verdoppelte sich die Mitgliederzahl der SUD-Gewerkschaften[12] zwischen 1995 und 1999. Die Autoren stellen sich die Frage, ob die neuen SUD- Gewerkschaften ein Modell in Zeiten sinkender Mitgliederzahlen für andere Gewerkschaften sein können.
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Kathleen Kollewe
Die neu entstehenden Gewerkschaftsformen angesichts der traditionellen Rolle der Gewerkschaften
Originaltitel: Les formes syndicales émergentes confrontées au rôle traditionnel des syndicats.
Autor: Jean-Michel Denis.
Quelle: Jocelyne Barreau (Hrsg.) : Quelle démocratie sociale dans le monde du travail, Presses universitaires de Rennes, Rennes, 2003, S. 207-218.
Der Autor nähert sich dem Phänomen der gewerkschaftlichen Umgruppierung und Erneuerung in Frankreich über die soziale Bewegung, wobei er von den Winterstreiks des Jahres 1995 ausgeht. Der Bildung sowie der föderativen Vereinigung der SUD-Gewerkschaften gilt dabei sein besonderes Augenmerk. Insbesondere kritisiert Denis – nicht unbedingt stichhaltig – den Versuch der SUD-Gewerkschaften, in größerem Maße Elemente der direkten Demokratie in ihrem Organisationsmodell zu berücksichtigen.
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Alexander Neumann
4. Internationale Herausforderungen
Einleitung
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Neubelebung der Gewerkschaften auf internationaler Ebene: Die Bedeutung nationaler Sichtweisen
Originaltitel: International Trade Union Revitalization: The Role of National Union Approaches.
AutorInnen: Nathan Lillie und Miguel Martínez Lucio.
Quelle: Carola M. Frege und John Kelly (2004): Varieties of Unionism: Strategies for Union Revitalization in a Globalizing Economy, Oxford University Press, Oxford, S. 159-179.
In ihrer Untersuchung befassen sich Lillie und Martínez Lucio mit der Entwicklung der internationalen Beziehungen von Gewerkschaften. Anhand von drei Fallstudien aus dem Hafentransportsektor, der Automobilindustrie und der Luftfahrtbranche werden Bedingungen und Hindernisse für grenzüberschreitende Gewerkschaftskooperationen aufgezeigt. Dabei verweisen die AutorInnen auf die Bedeutung der verschiedenen nationalen Sichtweisen, die in unterschiedlichen Institutionen, Interessen und Identitäten wurzeln[13].
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Norbert Fröhler
Strategien für Gewerkschaften in einem europäischen System der Corporate Governance
Originaltitel: Prospects for trade unions in the evolving European system of corporate governance.
Autor: Sigurt Vitols.
Quelle: Endbericht für das Projekt „SEEurope-The influence of the EU directive on worker involvement in European Companies on worker participation and company management practices“, Europäisches Gewerkschaftsinstitut Report 92, mit Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung, 2005.
Der Autor zeigt die Unterschiede des Shareholder Modells und Stakeholder Modells und begründet, warum das US-amerikanische Shareholder Modell auf die europäische Situation nicht anwendbar ist. Er entwickelt Empfehlungen für gewerkschaftliche Handlungsstrategien zur Unterstützung des Stakeholder Modells in Europa.
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Kathleen Kollewe
Gewerkschaften und die Politik des Europäischen Sozialmodells
Originaltitel: Trade Unions and the Politics of the European Social Model.
Autor: Richard Hyman.
Quelle:
www.ucd.ie/indrel/news.htm
Beitrag anlässlich der Europäischen Konferenz “Organised Labour – An Agent of EU Democracy? Trade Union Strategies and the EU Integration Process” vom 30. Oktober 2004 in Dublin.
Der vorliegende Beitrag beleuchtet kritisch den eher hilflosen Versuch der europäischen Gewerkschaften, das „soziale Europa“ gegen die Herausforderungen der neoliberalen ökonomischen Integration der Europäischen Union zu verteidigen. Dem stellt der Autor einen eigenen strategischen Gegenentwurf gegenüber.
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Stefan Rüb
5. Organizing
Einleitung
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Gewerkschaftliche Organisierung in den Vereinigten Staaten
Originaltitel: Union organizing in the United States.
Autor: Jack Fiorito.
Quelle: Gregor Gall (Hrsg.) (2003): Union organizing: campaigning for trade union recognition, Routledge, London/New York, S. 191-210.
Der Artikel beschreibt die Organisierungsanstrengungen US- amerikanischer Gewerkschaften. Er bietet zunächst eine prägnante Geschichte der US-Gewerkschaftsbewegung und beleuchtete dann die gegenwärtigen gesetzlichen und institutionellen Rahmenbedingungen gewerkschaftlichen Handelns. Ausmaß und Methoden anti-gewerkschaftlicher Initiativen amerikanischer Unternehmer werden beleuchtet, um schließlich zu fragen, wie amerikanische Gewerkschaften unter diesen Bedingungen auf das Beschäftigtenbedürfnis nach gewerkschaftlicher Repräsentanz reagiert haben.
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Ingo Singe Die Organising Academy fünf Jahre nach ihrer Gründung
Originaltitel: The Organising Academy – five years on.
Quelle: Edmund Heery, Rick Delbridge, Melanie Simms (2003): Organising the future: a series of discussion pamphlets, New Unionism Research Unit, Cardiff Business School.
http://www.tuc.org.uk/newunionism/5yearson.pdf
Der britische Dachverband TUC gründete 1998 die Organising Academy (OA), in der in fünf Jahren 161 Gewerkschaftssekretäre zu professionellen Organisern ausgebildet wurden. Mit der Gründung der OA sollte das Experimentieren mit neuen Methoden gewerkschaftlicher Mitgliedergewinnung angeregt und in Anlehnung an das nordamerikanische organising model eine Belebung der britischen Gewerkschaften erreicht werden. Die Autoren ziehen in dem Aufsatz eine kritische Zwischenbilanz, bewerten anhand von sechs definierten Kriterien die Erfolge und Schwächen dieses Projektes und ziehen Lehren für die Gewerkschaftsbewegung.
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Susanne Kim
Gewerkschaftliche Rekrutierungsstrategien in Großbritannien: Formen und Ergebnisse
Originaltitel: Trade Union Recruitment Policy in Britain: form and effects.
Autoren: Edmund Heery, Melanie Simms, Rick Delbridge, John Salmon und Dave Simpson.
Quelle: Gregor Gall (2003): Union organizing: campaigning for trade union recognition, Routledge, London/New York, S. 56-78.
Nach einer Periode drastischen Mitgliederschwundes ist es den britischen Gewerkschaften seit Mitte der 1990er Jahre gelungen, die Mitgliedszahlen zu stabilisieren. Zusätzlich stieg die Zahl von neuen recognition agreements an, d.h. den Gewerkschaften gelang es in einer relevanten Zahl von Betrieben erstmals, die Anerkennung als Tarifpartner durchzusetzen. Die Autoren fragen, ob diese vergleichsweise positive Entwicklung auf eine strategische Orientierung der Gewerkschaften auf Mitgliedergewinnung zurückgeführt werden kann. Sie untersuchen dazu die Formen, Methoden und Resultate gewerkschaftlicher Organisierungsbemühungen. .
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Ingo Singe
Unternehmerwiderstand gegen gewerkschaftliche Organisierung
Originaltitel: Employer opposition to trade union recognition.
Autoren: Gregor Gall.
Quelle: Gregor Gall (Hrsg.) (2003): Union organizing: campaigning for trade union recognition, Routledge, London/New York, S. 79-96.
Der Autor fragt nach Ausmaß und Strategien anti-gewerkschaftlichen Unternehmerverhaltens in Großbritannien im Zweitraum 1995-2001. Die Konzentration liegt dabei weniger auf ‚alltäglichen' Formen gewerkschaftsfeindlichen Managementhandelns im Betrieb (z. B. Diskriminierung von einzelnen Gewerkschaftsmitgliedern, Behinderung gewerkschaftlicher Betriebsarbeit), sondern explizit auf jenen Aktivitäten, die von Kapitalseite angewendet werden, um Gewerkschaftsanstrengungen nach recognition (Anerkennung als Tarifpartner) zu unterlaufen. Schließlich diskutiert Gall, welche gewerkschaftlichen Antworten auf den Widerstand der Unternehmer Erfolg versprechend sind.
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Ingo Singe
6. Frauen, Jugend und Migranten
Einleitung
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Beitreten, teilnehmen, kämpfen: Junge Lohnabhängige gegenüber Gewerkschaften und anderen Formen von kollektivem Engagement
Originaltitel: Adhérer, participer, militer: Les jeunes salariés face au syndicalisme et à d'autres formes d'engagements collectifs.
Autorin: Sophie Béroud.
Quelle: CGT (Confédération générale du travail) Jeunes, Montreuil, 2004.
In ihrer qualitativen Studie, die im Auftrag der Jugendabteilung der CGT erstellt und zusammenfassend in der gewerkschaftlichen Jugendzeitschrift „CGT Jeunes“ 2004 publiziert wurde, geht Béroud der Frage nach, welche Faktoren und Bedingungen ein aktives gewerkschaftliches Engagement junger Beschäftigter in Frankreich begünstigen oder eher hemmen. Als Analyseobjekte[14] wählte sie bewusst drei unterschiedliche Gruppen von Jugendlichen: diejenigen, die 1) nicht gewerkschaftlich organisiert sind, 2) in Vereinen, NGO's und Initiativen mitarbeiten und 3) gewerkschaftlich in der CGT aktiv sind. Aus dem gruppenübergreifenden Problembestand werden entsprechende praktische Maßnahmen erkennbar, die sich Gewerkschaften im Zuge einer erfolgreichen Mobilisierung von Jugendlichen anbieten.
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Katja Salomon
Junge Arbeiter und Gewerkschaften
Originaltitel: Young workers and trade unions.
Autoren: Richard Freeman und Wayne Diamond.
Quelle: Howard Gospel und Stephen Wood (2003): Representing Workers. Trade union recognition and membership in Britain, Routledge, London/New York, S. 29-50.
In dem vorliegenden Aufsatz gehen die Autoren der Frage nach, warum junge Arbeiter in Großbritannien in geringerem Maße gewerkschaftlich organisiert sind, als ältere Beschäftigte. Anschließend werden Gegenmaßnahmen der britischen Gewerkschaften erörtert, bewertet und eigene Vorschläge zur erfolgreichen Organisierung junger Arbeiter präsentiert.
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Juri Hälker
Gewerkschaften und junge Leute
Originaltitel: Trade unions and young people.
Quelle: Marcus Kahrmann (2003): ETUI Discussion and Working Paper, Brüssel.
Das Diskussionspapier basiert auf der These, dass die krisenhafte Arbeitsmarktsituation für junge Arbeitssuchende primär dafür verantwortlich ist, dass sich immer weniger Jugendliche in gewerkschaftlichen Gremien engagieren. Der Autor gibt zunächst einen Überblick über die Arbeitsmarktbedingungen für junge Menschen, dann erläutert er den weltweiten Schwund von jungen Menschen in den Gewerkschaften. Sodann werden die Gründe für diese Entwicklung untersucht. Im weiteren stellt er beispielhaft neue Ansätze vor, um junge Beschäftigte zu gewinnen. Abschließend werden zukünftige politische Strategien der Gewerkschaften zur Lösung dieses Dilemmas angeregt.
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Sabine Lüdtke
Was leisten Gewerkschaften für Frauen?
Originaltitel: What do unions do for women?
Autoren: Helen Bewley und Sue Fernie.
Quelle: Howard Gospel und Stephen Wood (2003): Representing Workers. Trade union recognition and membership in Britain, Routledge, London/New York, S. 92-118.
Bewley und Fernie untersuchen in ihrem Artikel, ob die verschiedenen familien- und frauenfreundlichen Agendapunkte der britischen Gewerkschaften erfolgreich in den Tarifverhandlungen durchgesetzt werden konnten, und wie diese sich auf die Situation am Arbeitsplatz speziell für Frauen auswirken. Weiterhin wird diskutiert, ob Frauenpolitik eine geeignete Profilierungsstrategie darstellen könnte, um neue Mitglieder anzuwerben. Zuerst werden die wichtigsten britischen Gewerkschaften vorgestellt und ihre Strategien kurz umrissen. In einer umfassenden empirischen Analyse versuchen die Verfasser schließlich, einen Gewerkschaftseffekt in Bezug auf realisierte Unternehmenspolitiken zu quantifizieren[15].
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Dorothee Crayen Ein doppelter Nachteil? Frauen ethnischer Minderheiten in Gewerkschaften
Originaltitel: A Double Disadvantage? Minority Ethnic Women in Trade Unions, 2002
Autorinnen: Harriet Bradley, Geraldine Healy und Nupur Mukherjee
Quelle: www.herts.ac.uk/business/centres/bristolhertsreport.pdf
gedruckte Versionen: „A Double Disadvantage: the workplace and union experience of minority ethnic women“, Equal Opportunities Review, No. 121/2003, S.12-15; Dies.: „Individualism and Collectivism Revisited – a study of black and minority ethnic women“ Future of Work special edition, Industrial Relations Journal, Vol. 35, Issue 5/2004, S. 451-486; Dies.: „Union influence on career development – bringing in gender and ethnicity“, Career Development International, Vol. 9 No. 1/2004, S. 74-88.
In Ihrer Studie stellen die Autorinnen Bradley, Healy und Mukherjee die Situation von Frauen „ethnischer Minderheiten“ in britischen Gewerkschaften dar. Sie beschäftigen sich mit den Gründen für das Engagement dieser Mitgliedergruppe und den Unterstützungsmöglichkeiten von Seiten der Gewerkschaften.
Die Frauen sind am Arbeitsplatz mit Schwierigkeiten konfrontiert, die sie härter treffen als andere Mitgliedergruppen. Zu nennen sind hier insbesondere Belästigungen, Degradierungen und der Ausschluss von sozialen Aktivitäten. Auch innerhalb der Gewerkschaften fehlt ihnen oft ausreichende Anerkennung. Die Autorinnen stellen sich daher die Frage, wie die Gewerkschaften eine angemessene Repräsentation dieser Bevölkerungsgruppe entwickeln und sicherstellen können. Keine der untersuchten Gewerkschaften verfügt derzeit über eine solche Repräsentation.
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Sarah Sebhatu
7. Social Movement Unionism
Einleitung
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Arbeiterbewegung und globale Gerechtigkeit: Neue Reformkoalitionen in der einzigen Supermacht der Welt
Originaltitel: Labor and Global Justice: Emerging Reform Coalitions in the World's Only Superpower.
Quelle: Lowell Turner (2004) in: Industrielle Beziehungen, 11. Jg., Heft 1 + 2, 2004, S. 92–111.
Gegenstand der Untersuchung sind die seit einigen Jahren auch in den USA zu beobachtenden Koalitionen zwischen Gewerkschaften, Umwelt-, Studenten- und sonstigen Bewegungen und Gruppen. Diesen Koalitionen gelingt es zum Teil, gegen die neoliberale Politik erfolgreich Widerstand zu leisten. Turner fragt nach den Akteuren dieses Widerstands, den Voraussetzungen der Akteurskonstitution und Bedingungen erfolgreicher Kämpfe.
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Olaf Gerlach
Gewerkschaften als soziale Bewegung: Jenseits des Organisierungsmodells
Originaltitel: Social movement unionism: beyond the organizing model.
Autoren: Christopher Schenk.
Quelle: Peter Fairbrother and Charlotte Yates (2003): Trade unions in renewal: a comparative study. Routledge, London u.a., S. 244-262.
Christopher Schenk resümiert die Gewerkschaftserneuerungsdebatte in den USA und weiteren Ländern. Er hinterfragt die Kontroversen zwischen dem so genannten Vertretungs- und dem Organisierungsmodell und fragt danach, warum das Organisierungsmodell in der Praxis nur teilweise umgesetzt wird. Er schlussfolgert, dass die Gewerkschaften sich vor allem demokratisieren und neue Leitbilder entwickeln müssen, um die Arbeiterbewegung erfolgreich zu revitalisieren.
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Sebastian Brandl
Harte Arbeit. Die Erneuerung der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung
Originaltitel: Hard Work. Remaking the American Labor Movement.
Quelle: Rick Fantasia und Kim Voss (2004): University of California Press, Berkeley.
Die Erneuerung der US-amerikanischen Gewerkschaften von innen heraus ist zunächst vor allem eines: extrem harte Arbeit. Einen ziemlich plastischen Eindruck von dieser ungeheuren politischen Anstrengung vermittelt eine noch von Pierre Bourdieu angeregte Studie, die Rick Fantasia und Kim Voss 2003 unter dem Titel „Des syndicats domestiqués“ in der Schriftenreihe Raison d'Agir vorgelegt haben. Die beiden in Northampton/Mass. bzw. Berkeley lehrenden Gewerkschaftssoziologen bleiben nicht dabei stehen, die säkulare Krise organisierter Interessenvertretung in den USA bloßzustellen, sie rekonstruieren auch ihre historische Genese und fragen nach strategischen Alternativen zum offenkundig gescheiterten concession bargaining. Im Ergebnis wird das Schicksal der US-Gewerkschaften nicht für endgültig besiegelt gehalten, sondern abhängig gemacht vom Ausgang des seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten andauernden innergewerkschaftlichen Richtungskampfes zwischen konservativen business unionists und linksgerichteten Befürwortern eines social movement unionism.
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Malte Meyer
Kein Selbstläufer: Der Wandel zu Gewerkschaften als soziale Bewegung in den USA
Originaltitel: You just can't do it automatically: The transition to social movement unionism in the United States.
Autoren: Kim Voss und Rachel Sherman.
Quelle: Peter Fairbrother and Charlotte Yates (2003): Trade unions in renewal: a comparative study. Routledge, London u.a., S. 51-77.
Voss und Sherman vergleichen in ihrem Aufsatz lokale, relativ autonome Gewerkschaftseinheiten, die sich zu einer „sozialen Bewegungsgewerkschaft“[16] veränderten, mit solchen, die sich weniger wandelten[17]. Sie fragen nach den Ursachen für den Wandel und den Gründen, die den Wandel verhindern.
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Sebastian Brandl
Gewerkschaften als soziale Bewegung und fortschrittliche Politik in New York City
Originaltitel: Social Movement Unionism and progressive public policy in New York City.
Autoren: Jeremy Reiss.
Quelle: Just Labour Vol. 5; New York City 2005, S. 36 – 48.
Der Autor Jeremy Reiss beschäftigt sich in seinem Aufsatz mit der Frage nach dem Zustand der Gewerkschaftsbewegung in New York City. Anhand von Interviews mit GewerkschaftsfunktionärInnen und ArbeiterInnen versucht er die Probleme, aber auch neue Strategien der Gewerkschaftsbewegung im Big Apple zu skizzieren. Er geht dabei auf verschiedene gesellschaftliche und politische Aspekte ein, mit denen die Gewerkschaftsbewegung eine zukunftsorientierte Gewerkschaftspolitik betreiben möchte. Eine bedeutende Rolle spielt dabei das Thema „Social Movement Unionism“, d.h die zunehmende Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen zur Erreichung von gemeinsamen Zielen[18].
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Juliane Elpelt
Die Modernität des Korporatismus
Originaltitel: Modernité du corporatisme.
Autor: Jacques Capdevielle.
Quelle: Presses de Sciences Po, Paris, 2003, 185 Seiten.
In seinem als Buch erschienenen Essay über die Modernität des Korporatismus legt Jacques Capdevielle dar, welche Verbindung er zwischen den Streikbewegungen im Frankreich der späten 1980iger und frühen 1990iger Jahre und der neuen globalen Protestbewegung der people of Seattle sieht: eine „korporatistische“.
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Nikolai Sperling
[1] Eine deutschsprachige Ausgabe ist inzwischen erschienen: Beverley. J. Silver (2005): Forces of Labor. Arbeiterbewegung und Globalisierung seit 1870, Verlag Assoziation A. Berlin.
[2] Originaltitel: Les rôles traditionnels et émergents du syndicalisme: Quel apport pour la démocratie sociale?
[3] Originaltitel: La place de l'interlocuteur syndical dans l'entreprise: Une situation contrastée et évolutive.
[4] Originaltitel: Recomposition territoriale et renouvellement des pratiques syndicales: quel apport pour la démocratie sociale ?
[5] USA, Großbritannien, Deutschland, Italien und Spanien.
[6] Die Untersuchung ist Teil des internationalen Forschungsprojektes „Comparative Labor Movement Revitalization“. Es vergleicht, wie Gewerkschaften in den fünf Ländern den Herausforderungen des sozioökonomischen Wandels begegnen und welche Strategien sie entwickeln, um die eigene Krise zu bewältigen (vgl. dazu auch die Rezensionen zu Hamann/Kelly, Frege/Heery/Turner und Lillie/Martínez Lucio im vorliegenden Band).
[7] Vgl. dazu auch die Rezensionen zu Fichter/Greer, Frege/Heery/Turner sowie Lillie/Martínez Lucio im vorliegenden Band.
[8] Dieser Aufsatz wurde ausgewählt, um strategische Ansätze und Möglichkeiten für die Gewerkschaften, mit Focus auf eine etwaige Neupositionierung in sich wandelnden, neo-liberalen und kapitalistischen Zeiten, in die Wahrnehmung zu rücken. Das Buch wiederum ist thematisch an einem roten Faden orientiert, der sich um das metaphorische und den Titel gebende Begriffspaar boxen und tanzen dreht. Die von den Herausgebern bewusst gewählte, sowohl im internationalen und nationalen als auch im lokalen und sektoralen Kontext zu erachtende Metapher, steht grosso modo für die den Gewerkschaften inhärenten, nicht nur „klassischen“ Möglichkeiten, sich dem Arbeitgeber gegenüber zu verhalten: Einerseits sich im „Arbeitskampf“ und anderen konfrontativen Auseinandersetzungen mit der Kapitalseite – boxen - zu behaupten und andererseits – tanzen - der Kooperation mit den Unternehmern – Stichwort Sozialpartnerschaft - das Wort zu reden.
[9] Zum Begriffspaar boxen und tanzen s. Fußnote 96.
[10] Daniel Labbé war Ökonom und Soziologe, studierte 1968 an der Pariser École des Hautes Études en Sciences sociales und war in den 1970er CFDT-Gewerkschaftssekretär bei Renault. Bis zu seinem vorzeitigen Tod im Sommer 2005 unterrichtete er unter anderem Management an der Sorbonne in Paris. Hubert Landrier ist Spezialist für Gewerkschaftsstrategie, Sozialwissenschaft und soziale Konflikte und Herausgeber des Lettre Management social.
[11] Die Texte von Renaud Damesin und Jean-Michel Denis entstanden im Zuge einer Tagung der GIP-MIS und der Universität Marne La Vallée („Die SUD-Gewerkschaften, eine neue Kategorie gewerkschaftlicher Akteure?“) im Jahre 1999, bei der die beiden Autoren ihre Texte referierten.
[12] SUD ist die Abkürzung für Solidarisch, Geeint (französisch Unitaire) und Demokratisch.
[13] Die Untersuchung ist Teil des internationalen Forschungsprojektes „Comparative Labor Movement Revitalization“. Es vergleicht, wie Gewerkschaften in den USA, Großbritannien, Deutschland, Italien und Spanien den Herausforderungen des sozioökonomischen Wandels begegnen und welche Strategien sie entwickeln, um die eigene Krise zu bewältigen. (Siehe dazu auch die Rezensionen zu Hamann/Kelly, Fichter/Greer und Frege/Heery/Turner im vorliegenden Band.)
[14] Für ihre Studie führte die Autorin 70 individuelle Interviews mit jungen Beschäftigten aus verschiedenen Berufssektoren.
[15] Bewley und Fernie benutzen für ihre Analyse den LSF2000 und den 1998 Workplace Employee Relations Survey (WERS98), die vierte Befragung in der Workplace Industrial Relations Survey (WIRS) Series, in der auch Daten für die Jahre 1980, 1984 und 1990 zur Verfügung stehen.
[16] Der Begriff social movement unionism lässt sich nur schwer ins Deutsche übersetzen. Hier wird der Begriff soziale Bewegungsgewerkschaft verwendet und im weiteren Text erläutert.
[17] Grundlage für den Aufsatz sind 29 Intensivinterviews der Autoren mit dem Organisierungspersonal (union organizers) und anderen Beschäftigten von insgesamt 14 lokalen Gewerkschaften in Nordkalifornien sowie weitere Informationen über Mitgliederorganisierungskampagnen. Die Interviews wurden in den Jahren 1996 bis 1998 getätigt.
[18] Der Autor verwendet folgende Quellen: Bronfenbrenner, K.: Changing to Organize, The Nation, Special Issue on unions, September 3, 2001. Brown, S.: Forum: Replies to Bronfenbrenner, The Nation, Special Issue on unions, September 3, 2001. Gordon, J.: Forum: Replies to Bronfenbrenner, The Nation, Special Issue on unions, September 3, 2001. www.thenation.com
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