Symbolbild Labor
© UK Carl Gustav Carus/André Wirsig

Projekt UNCOVRT gestartet

Langzeitfolgen von Hirntumor-Therapien

  • von Martin Rolshoven
  • 27.03.2026

Was passiert im Gehirn nach einer Strahlentherapie? Warum leiden manche Patient:innen noch Jahre später unter den Folgen der Behandlung ? Dies sind zentrale Fragen des bundesweiten Forschungsvorhabens UncovRT*, an dem Forschende der Medizinischen Fakultät der UDE mitwirken. Ein besseres Verständnis solcher Spätfolgen soll helfen, diese in Zukunft früher zu erkennen und langfristig zu vermeiden. Das Bundesforschungministerium fördert das Projekt mit rund zwei Millionen Euro. Davon fließen 420.000 Euro nach Essen.

Das Team am Westdeutschen Protonentherapiezentrum Essen (Klinik für Partikeltherapie) untersucht vor allem Kinder und Jugendliche mit Hirn- oder Schädelbasistumoren, die mit Protonen bestrahlt wurden. Die Protonentherapie ist eine präzise Form der Strahlentherapie, bei der gesundes Gewebe mehr geschont wird als bei herkömmlicher Bestrahlung. Dennoch können auch hierbei Spätfolgen auftreten, beispielsweise Beeinträchtigungen von Konzentrations- und Gedächtnisleistungen. „Wir möchten herausfinden, warum solche Veränderungen entstehen und welche Patient:innen ein hohes Risiko haben“, sagt Prof. Dr. Beate Timmermann, Medizinische Leiterin am Standort Essen.

Im Verbund kooperieren Teams aus Essen, Dortmund, Dresden, Hamburg und Heidelberg. Sie bauen eine Datenbank mit klinischen Daten, Aufnahmen aus bildgebenden Verfahren und biologischen Informationen auf. Zudem untersuchen sie in Laborstudien die biologischen Ursachen von strahlenbedingten Hirnschäden und testen Medikamente, die solche Schäden möglicherweise verhindern können.

Auch Betroffene werden eingebunden und bringen ihre Perspektive ein. Dank neuer Erkenntnisse sollen nicht nur Krebstherapien verbessert werden, sondern vor allem die Lebensqualität von Menschen, die einen Hirntumor überlebt haben.

* UncovRT steht für „Uncover molecular mechanisms of side effects after cranial Radiation Therapy to improve quality of life for long term survivors of brain cancer“.


Weitere Informationen:
www.wpe-uk.de/bmftr-fordert-uncovrt-projekt-zur-lebensqualitat
Prof. Dr. Beate Timmermann, Medizinische Leiterin Standort Essen, Universitätsklinikum Essen, Tel. 0201/723-6607,beate.timmermann@uk-essen.de

Redaktion:
Martin Rolshoven, Medizinische Fakultät,  Tel. 0201/723-6274,martin.rolshoven@uk-essen.de

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