UDE-Rektorin Prof. Dr. Barbara Albert bei ihrer Rede mit Publikum im UDE-Hochspannungslabor
© UDE/eventfotograf.in

20 Jahre Akkreditierung als Hochspannungslabor an der UDE

20 Jahre unter Hochspannung

In Duisburg ansässig, bundesweit führend, international gefragt – und wichtige Effekte für die Energiewende: Das Hochspannungslabor der UDE gehört zu den wenigen akkreditierten universitären Einrichtungen weltweit, die lange Höchstspannungskabel unter realitätsnahen Bedingungen prüfen können.

In den vergangenen 20 Jahren hat das Labor mit Hochspannungsversuchen eine Vielzahl von Unternehmen bei der erfolgreichen Qualifizierung und Weiterentwicklung ihrer Produkte unterstützt. Es ging bei diesen Prüfungen dabei, Schwachstellen in der Isolierung, zum Beispiel durch kleinste Verunreinigungen durch ein Staubkorn bei der Montage oder schlicht Materialfehler, aufzudecken. Diese Fehler führen zu Entladungen, die Isoliersysteme über teils mehrere Jahre zerstören, sie können jedoch auch unmittelbar zum Durchschlag von Isolierstrecken führen.

Kommt es bei Betriebsmitteln für das Hoch- bzw. Höchstspannungsnetz zu einem Versagen der Isolation, kann dies im Extremfall einen flächendeckenden Blackout in Europa auslösen. Die Betreiber von Energienetzen fokussieren sich daher darauf, dass die eingesetzten Komponenten mit hoher Reserve absolut sicher auch ungewöhnlichen Situationen standhalten. Dabei sind wissenschaftliche Labore mit einer hohen Vertrauenswürdigkeit der Versuchsergebnisse von essentieller Bedeutung. Die Akkreditierung stellt sicher, dass die Ergebnisse frei von jeglicher Voreingenommenheit und zu jeder Zeit nachweislich rückführbar auf die geltenden Normale sind.

Auch für die Energiewende hat das eine hohe Relevanz, erläutert Fachgebietsleiter Prof. Dr. Holger Hirsch am 10. Juli 2026 zur 20-jährigen Akkreditierung des Hochspannungslabors an der UDE: „Mit dem Hochspannungslabor tragen wir ein kleines Stück zur Energiewende bei, indem wir Hochspannungskomponenten auf ihre Tauglichkeit für den Einsatz im Netz bewerten. Die Perspektive ist, dass wir Betriebsmittel erschaffen können, die für die zukünftigen Herausforderungen der Energiewende gewappnet sind.“

Zur aktuellen Lage des Energietransportes und der Entwicklung der Energietechnik ergänzte Dr. Markus Franke, Leiter HVDC-Systemdesign – Systemarchitektur der Amprion GmbH bei seinem Vortrag: „Die Energiewende entscheidet sich nicht nur in Windparkanlagen, Solarflächen oder politischen Debatten, sondern in Umspannwerken, Hochspannungsstraßen und eben auch hier in Prüflaboren.“ Und weiter: „Um unser Netz sicher und zuverlässig betreiben zu können, reichen Annahmen alleine nicht aus. Durch Prüfung müssen wir sicherstellen, dass alle Komponenten und Systeme, die wir im Netz einbauen, ebenso sicher und zuverlässig funktionieren.“

Neueste Forschungsergebnisse aus der Hochspannungstechnik und aus Studien zur elektromagnetischen Verträglichkeit sowie Laborführungen und spannende Demonstrationen spannten den Rahmen.

Eine Bilderstrecke zur Feier der 20-jährigen Akkreditierung des UDE-Hochspannungslabors finden Sie unter:
https://www.uni-due.de/aktuell/2026-07-10-bilderstrecke-20-jahre-hochspannungslabor.php

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