Forschung zu Strahlentherapie gefördert
Gesundes Gewebe besser schützen
- von Martin Rolshoven
- 12.08.2026
Die Strahlentherapie gehört zu den wichtigsten Behandlungen gegen Krebs. Sie zerstört Tumorzellen, kann aber auch gesundes Gewebe schädigen. Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen möchten deshalb besser verstehen, was nach einer Bestrahlung in den Zellen genau geschieht. Sie koordinieren das Verbundprojekt MetaC(h)roSS, welches durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt über drei Jahre mit rund einer Million Euro unterstützt wird. Davon fließen 383.000 Euro an den Standort Essen. An MetaC(h)roSS beteiligt sind zudem die Universität Heidelberg und die Universität des Saarlandes.
Unter der Leitung von PD Dr. Johann Matschke vom Institut für Zellbiologie (Tumorforschung) untersuchen die Wissenschaftler:innen, wie sogenannte ionisierende Strahlung die innere Organisation von Zellen verändert. Im Mittelpunkt stehen Veränderungen der Verpackung des Erbguts (Chromatin), der Stoffwechsel der Zellen sowie deren Genregulation. Das Team möchte herausfinden, wie diese Prozesse dazu beitragen, dass Zellen in einen dauerhaften Ruhezustand übergehen. Dieser als Seneszenz bezeichnete Zustand schützt einerseits vor unkontrolliertem Zellwachstum, kann andererseits aber auch die Wirkung einer Strahlentherapie beeinflussen.
„Unser Ziel ist, die biologischen Prozesse besser zu verstehen, die nach einer Bestrahlung in Tumor- und Normalgewebezellen ablaufen. Langfristig möchten wir neue Ansatzpunkte identifizieren, um Tumoren gezielter für eine Strahlentherapie zu sensibilisieren und gleichzeitig gesundes Gewebe besser zu schützen“, sagt Projektkoordinator PD Dr. Matschke.
Die beteiligten Forschungsteams bringen unterschiedliche Fachgebiete zusammen. Während das Team der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen die strahlenbiologischen und stoffwechselbedingten Veränderungen untersucht, analysieren Expert:innen in Heidelberg die räumliche Organisation des Erbguts. Die Forschenden an der Universität des Saarlandes untersuchen, wie sich diese Veränderungen auf die Aktivität der Gene auswirken.
Das Akronym „MetaC(h)roSS“ greift die zentralen Themen des Forschungsverbunds auf und steht sinngemäß für „Metabolismus, Chromatin und Seneszenz nach Strahlentherapie“.
Im Bild: Ionisierende Strahlung kann Zellen in einen dauerhaften Ruhezustand, die sogenannte Seneszenz, versetzen. MetaC(h)roSS untersucht, wie dabei Veränderungen der Chromatinorganisation, der epigenetischen Regulation und des Zellstoffwechsels zusammenspielen. Dieses Wissen soll langfristig dazu beitragen, Tumorzellen empfindlicher für eine Strahlentherapie zu machen und gleichzeitig gesundes Gewebe besser zu schützen.
Weitere Informationen:
PD Dr. Johann Matschke, Institut für Zellbiologie (Tumorforschung), Universitätsklinikum Essen, Tel. 0201/723-4234, johann.matschke@uk-essen.de
Redaktion: Martin Rolshoven, Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen, Tel. 0201/723-6274,martin.rolshoven@uk-essen.de
