Universität Duisburg-Essen, Institut für Evangelische Theologie 

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Johannsen, Friedrich: "... da ist nicht Mann und Frau": Zum Verhältnis der Geschlechter und der Rolle der Frau im Neuen Testament. In: Neutestamentliches Arbeitsbuch für Religionspädagogen. Urban Taschenbücher 439. 2., überarbeitete. Aufl. Stuttgart u.a.: Kohlhammer, 1997, 225-238.

14. »... da ist nicht Mann und Frau«

Fragestellung:

Welchen Ertrag bringt die feministisch-theologische Forschung für die Rekonstruktion der Rolle und Bedeutung der Frau im Urchristentum?

Mulier taceat in ecclesia - Das Weib schweige in der Kirche. Dieser aus 1Kor 14,33b-35 abgeleitete Satz hat bis heute eine verhängnisvolle Wirkungsgeschichte und ist u. a. Grund dafür, daß in einigen Bereichen feministischer Theologie Paulus als Sündenbock für die Frauenfeindlichkeit der Kirche angeprangert wird. Daneben fallen jedoch auch andere Stimmen auf:

»Gemessen am Selbstverständnis der Männerkirche und Männertheologie heute war Paulus ein feministischer Vorkämpfer.«/1/

Es ist das Verdienst einiger kritisch-engagierter Frauen (und Männer), durch sorgfältige historisch-kritische Arbeit die Stationen und Hintergründe für die Zuschreibung der Frauenrolle in der christlichen Tradition aufzuspüren, die der Festigung der »Männerkirche« durch theologische Vorurteile dient(e?). Die Analyse der Geschichte erschließt eine Tendenz, die Bedeutung von Frauen in der urchristlichen Tradition abzuwerten. Dennoch kann eine Annäherung an die empirische Wirklichkeit des Geschlechterverhältnisses im Urchristentum ebensowenig Kriterien für die Gegenwart bereitstellen wie ein unkritischer Umgang mit Bibelzitaten. Solche Kriterien lassen sich nur im Anschluß an die Grunderfahrungen des christlichen Glaubens - die Erfahrung der Befreiung und neuen Wirklichkeit in der Gemeinschaft mit dem Auferstandenen - aus dem Zentrum der biblischen Überlieferung heraus behaupten, gewissermaßen gegen die empirische Wirklichkeit, als Wirklichkeit und Möglichkeit des Glaubens. Ein solches Kriterium läge dann in dem von Paulus vermutlich übernommenen und zitierten urchristlichen Taufbekenntnis des Galaterbriefes vor: »Die ihr auf Christus getauft seid, habt ihr Christus angezogen. Da ist nicht mehr Jude noch Grieche, nicht mehr Sklave noch Freier, nicht mehr männlich und weiblich. Denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.« (Gal 3,26-28)

Im Blick auf die neutestamentliche Zeit läßt sich die Situation von Frauen auf drei Ebenen kritisch rekonstruieren, die sich mehr oder weniger deutlich voneinander unterscheiden:

1 . Die Beteiligung von Frauen an der Jesusbewegung und die beson-<226:>dere Zuwendung Jesu gegenüber Frauen als Teil der Benachteiligten und Leidenden.

2. Das (gleichberechtigte) Engagement von Frauen in der urchristlichen Missionsbewegung.

3. Die Tendenz in der frühen Kirche, Frauen, den üblichen sozialen Normen entsprechend, (wieder) eine untergeordnete Stellung zuzuweisen.

14. 1. Frauen um Jesus - Frauen in der Jesusbewegung

Eine Fülle neuerer Literatur hebt im Blick auf Jesus seinen gegen die Konvention unbefangenen Umgang mit Frauen hervor. Als »integrierten Mann«, der aufgrund seiner Versöhnung mit seinem weiblichen Seelenanteil das Weibliche nicht (mehr) bekämpfen muß, interpretiert ihn Hanna Wolff und in ihren Spuren F. Alt u. a.' Gegen solche Ansätze wendet sich Susanne Heine mit dem Argument, daß auf diese Weise gegenwärtige Wünsche unreflektiert auf Jesus projiziert werden.3 In der Tat ist Vorsicht angezeigt, die von der neutestamentlichen Forschung erkannte Unmöglichkeit, aus den Evangelien umfassende biographische Rekonstruktionen für Jesus und andere Gestalten gewinnen zu können, durch interessengeleitete Phantasie zu mißachten. Was über Jesus mit einiger Wahrscheinlichkeit unter historischen Gesichtspunkten aussagbar ist, sind einige Rahmendaten und Erinnerungen an die von ihm initiierte innetjüdische Aufbruchsbewegung, ihrem Glauben und ihre soziale Gestalt. Darin zeigt sich jedoch ein deutliches Profil im Blick auf die gleiche Beteiligung der Geschlechter und Überwindung von gesellschaftlichen Vorurteilen. Da die Bedingung der Möglichkeit dieser, gegenüber dem gesellschaftlichen Umfeld radikal anderen Lebensorientierung u. a. in der besonderen Sozialgestalt (Wanderbewegung, Besitzlosigkeit) gründet, lassen sich deren Nonnen nicht ohne weiteres auf andere Lebensformen übertragen:

Methodischer Hinweis: Die Skizze der Jesusbewegung wird dadurch rekonstruiert, daß in den Evangelien nach vermutlichen Vorstufen und den Evangelien vorausliegenden Überlieferungen gefragt wird. Grundsätzlich ist zu beachten, daß auch diese Überlieferungen jeweils schon interpretierte Erinnerungen an Jesus sind. Die Evangelisten haben die Stoffe dann jeweils in ihre Konzeption eingearbeitet und eigene Akzente gesetzt. (s. Kap. 1)

Jesu Anhängerinnen und Anhänger ließen sich auf eine Form gemeinsamen Lebens ein, das sich den herrschenden Zwängen durch eine alternative Lebensweise entzog. Sie waren bewegt von einem Gottesverständnis, das besonders auf die Benachteiligten Israels bezogen war. In ihrer sozialen Existenz setzten sie sich von den Familienbeziehungen <227:> ab und fanden ihre »wahre Verwandtschaft« untereinander. Den ständig steigenden Zwängen der römischen Steuergesetzgebung entzogen sie sich durch Besitzlosigkeit und Wanderexistenz (Mk 10,28ff). Bevorzugte Adressaten waren die Mühseligen und Beladenen (Mt 11,28), die Kranken und Besessenen (Mk 1,32) und die Armen und Weinenden (Lk 6,20). Zwischen Mann und Frau wird bewußt nicht differenziert. So fällt auf, daß in den Gleichnisstoffen die Lebenswelt von Frauen ebenso berücksichtigt ist wie die von Männern. Die für das konservative Judentum geltende Regel: »Rechtschaffende Männer seien deine Tischgenossen ... « (Jesus Sirach 9,16) wird grundlegend durchbrochen. »Die unterschiedliche Situation von Frauen und Männern ist ( ... ) kein Thema der Jesusbewegung in Palästina, weil die Gleichberechtigung des Elends und die Gleichberechtigung, die aus der Hoffnung auf das Reich Gottes kommt, die Erfahrungen bestimmen.«' An Beispielen von zusätzlich zur allgemeinen Benachteiligung besonders gezeichneten Frauenschicksalen wird die Reich-Gottes-Erfahrung transparent: an Prostituierten, die oft zusammen mit den als Handlanger der römischen Besatzungs- und Steuerpolitik verhaßten Zöllnem genannt werden, Mt 21,3 1, Witwen, Sünderinnen und von Krankheit gezeichneten Frauen. Die Grabesüberlieferung, Mk 15,47-16,8, die in der Auslegungsgeschichte gern heruntergespielt wurde, hält (im Unterschied zu 1Kor 15) Erinnerungen an die Bedeutung von Frauen in der Jesusbewegung und als urchristliche Zeuginnen wach. Die patriarchalisch geprägte Auslegung hat versucht, den »Dienst« der Frauen in der Jesusbewegung vor allem im Sinne von »Versorgung« oder spezifischer Haushaltstätigkeit zu interpretieren. Möglicherweise brachten einige ihren Besitz zum Lebensunterhalt der Gruppe ein. (Lk 8,1-3). »Dienen« ist insgesamt aber nicht geschlechtsspezifisch zu verstehen, sondern als Kernbegriff für die besondere Existenzweise dieser Gruppe (vgl. Mk 10,43)./5/ Nachfolge (unter Einschluß von Verkündigung) und Dienen kennzeichnete die Praxis der Wanderprediger und wird ohne Differenzierung von Frauen und Männern überliefert (vgl. Lk 8,1 und Mk 15,40-41).

Beispiele: Jesus und die Frau

Aufgabe: Lesen Sie Mk 5,25-34, Mk 15,3-9 parr., Lk 13,10-17. Welche Besonderheiten im Verhalten zu den Frauen lassen sich feststellen?

Die Überlieferung von der blutflüssigen Frau (Mk 5,25-34)

Dieses Textstück wird der vormarkinischen Tradition zugerechnet. Den Hintergrund für die Problematik der Frau erschließt Lev 15,19-33. Bereits die »normale« periodische Menstruation bedeutete für eine Frau eine Phase der Unreinheit, die rituelle Waschungen erforderlich <228:> machte. Diese Frau ist einer Aussätzigen vergleichbar, von der sich jeder fernzuhalten hatte, der nicht selbst durch die Macht ihrer Unreinheit gefährdet werden wollte. In dieser magischen Wundergeschichte fließen zwei Bedeutungslinien zusammen: 1. Die auf Jesus bezogene (Reich-Gottes-Hoffnung) gibt der Frau den Mut, das Berührungstabu zu überwinden; 2. und Jesus »mißachtet die Tabuaskese« (Heine, 77) und bestätigt die durch Hoffnung begründete Aktivität der Frau und die bereits erfolgte Heilung. Die Erzählung illustriert, daß die Hoffnung auf Heilung in der Jesusbewegung sich absetzt von traditionellen Tabu-Vorschriften und gesetzlichen Regelungen, die das Leben nur weiter beschädigen. Die durch die traditionelle Formgeschichte geprägte Exegese sieht in dieser (u. a.) Wundererzählung die Ausschmückung des Wortes »Dein Glaube hat dich geheilt«. Eine stärkere Beachtung der Einzelzüge der Erzählung erschließt konkrete Aspekte von - auch durch Konventionen bedingten - Voraussetzungen von beschädigtem Leben und die »heilsame« Wirkung überwundener Berührungsangst.

Die Salbung Jesu durch eine Unbekannte (Mk 14,3-9 parr.)

Die namenlose Frau dieser Erzählung wird für E. SchüsslerFiorenza zur Symbolfigur für das vergessene Frauenerbe im NT. Sie nimmt an, daß es sich in der ursprünglichen Überlieferung um eine Kopfsalbung im Sinne einer prophetischen Zeichenhandlung gehandelt hat.6 Eine Frau erkannte nicht nur die Messianität Jesu, sondern, im Gegensatz zu den Jüngern auch, daß die Besonderheit seiner Sendung nicht in Herrschaft und Königsruhm bestand, sondern im Dienst (gr. diakonia, Mk 15,41), und Leiden und Sterben zur Konsequenz hat.

Die Heilung einer gekrümmten Frau (Lk 13, 10-17)

ormgeschichtlich handelt es sich bei diesem Abschnitt um eine Wundererzählung mit einem anschließenden Streitgespräch (ab V.14). Die traditionelle Überschrift »Heilung am Sabbat« (Lutherbibel) legt den Hauptakzent auf die verbotene Sabbatheilung und blendet Jesu spezifische Zuwendung zur Frau aus. Eine Besonderheit dieser Erzählung liegt darin, daß Jesus hier nicht um Heilung gebeten wird, sondern selbst auf die Leidende zugeht. Der »gekrümmte Rücken« wird in der Arbeit von Frauengruppen als eine spezifische Frauenerfahrung identifiziert. Auf dieser Grundlage lassen sich uneingelöste Herausforderungen der Jesusüberlieferung für die Situation von Frauen erarbeiten. <229:>

14.2. »Eins in Christus« - Das Kriterium von Gal 3,28

Zunächst eine Beobachtung: Die Kommentare zum Brief an die Galater bestreiten durchweg, daß Gal 3,28 eine politische Implikation hat.' Das heißt im Klartext: Die Gleichheit vor Gott wird betont, während gleichzeitig Schlußfolgerungen etwa im Blick auf kirchliche Ämter oder die politische Ordnung abgelehnt werden.8 In Christus -im Glauben, im Bewußtsein - sind die genannten Unterschiede zwar aufgehoben, in der sozialen Wirklichkeit bleibt die Ungleichheit jedoch unangetastet. Dieses merkwürdige Nebeneinander von Glaube und sozialer Wirklichkeit wird gern durch die theologische Rede vom eschatologischen Vorbehalt gerechtfertigt. Mit diesem Begriff wird zum Ausdruck gebracht, daß der Ort des Glaubens zwischen dem bereits mit Jesus Christus angebrochenen Reich Gottes und seiner noch ausstehenden Vollendung liegt, gewissermaßen in der Spannung von »schon jetzt« und »noch nicht«. Die bereits- in neutestamentlichen Zeugnissen zu findenden (und von Paulus kritisierten) Enthusiasten und Schwärmer lösen diese Spannung so auf, daß entweder der Glaube bereits in der Gegenwart ganz in den »himmlischen Zustand« versetzt oder dieser unmittelbar herbeigeführt werden muß. Auf der anderen Seite gerät die Abwehr von Enthusiasmus und Schwärmerei leicht zum Vehikel einer konservativen Ideologie, wenn mit dem Hinweis auf die nicht vorwegzunehmende, erst in der Zukunft erwartete Gottesherrschaft die soziale Ungleichheit unangetastet bleibt.

Die von Paulus im Galaterbrief übernommene - geringfügig modifizierte - urchristliche Taufformel (Gal 3,28) spricht eindeutig von einer neuen Wirklichkeit, die sich nur mit Kunstgriffen auf die spirituelle Ebene eingrenzen läßt. Sie formuliert einen Anspruch wahrer Humanität gegen erfahrbare Ungleichheit, der darauf drängt, erfahrbar zu werden. Indem die christliche Taufe die Beschneidung als Initiationsritus ablöste, wurde eine wichtige Voraussetzung für die Gleichheit der Geschlechter geschaffen. Schüssler-Fiorenza weist darauf hin, daß der Satz »Da gibt es nicht männlich und weiblich« nicht die Aufhebung biologischer Unterschiede im Sinne gnostischer Vorstellungen meine und auf Androgynie ziele. Es gehe vielmehr um die Überwindung des patriarchalen Eheverständnisses und seiner Geschlechtsrollenzuschreibungen.9 Außerdem arbeitet sie heraus, daß das ursprüngliche Taufbekenntnis -verbunden mit dem feierlichen Taufritus - bei den unter Unfreiheit Leidenden Erwartungen weckte, die auf Umsetzung zu neuer Freiheitserfahrung drängten.10 Die Bewahrung der neuen geschenkten Freiheit ist das Hauptthema des Galaterbriefes. »Paulus bekämpft im Galaterbrief mit äußerster Leidenschaft eine anachronistische Ideologie, die - im Widerspruch zu dem im Kreuz Christi offenbarten Willen Gottes - erneut der Beschneidung eine Art Heilsnotwendigkeit verleihen möchte und damit das der Gemeinde und der Welt geschenkte neue <230:> Leben zu verspielen droht. . . . So ist für Paulus die christliche Gemeinde - als durchaus empirisches Sozialgebilde mit all seinen Zweideutigkeiten und darum oft gegen den Augenschein! - der Brückenkopf von Gottes neuer Schöpfung mitten in der noch andauernden Geschichte der Welt, die aber durch diesen Einbruch als die ablaufende Zeit dieses Äons' unübersehbar gezeichnet ist ... « /11/

Auch wenn Paulus hinter dem Anspruch der von ihm überlieferten Taufformel in anderen Briefen zurückbleibt, beschreibt er hier das Kriterium christlich-humaner Existenz, das in der Wirklichkeit unserer Gemeinden und darüber hinaus eingeholt werden will.

Als exemplarisch für Paulus Verständnis von Mann und Frau kann der auf mehreren Ebenen argumentierende Text 1Kor 11,3-16 gelten.

Aufgabe: Lesen Sie 1Kor 11,3-16 und versuchen Sie die Argumentation des Paulus nachzuvollziehen.

Es geht in dem ganzen Textzusammenhang um das richtige Benehmen im Gottesdienst. Zunächst fällt dabei auf, daß für Paulus hier das Beten und Prophezeien selbstverständlich von beiden Geschlechtern praktiziert wird und sich mit dem Schweigegebot in Kap. 14,33-36 nicht verträgt. Offensichtlich will Paulus in Kap. 11 mit seiner Argumentation die in Korinth und wohl auch anderswo übliche Praxis prophetischer und ekstatischer Rede nicht verhindern, sondern nur in geordnete Bahnen lenken. Dabei spielt für ihn die, der Sitte entsprechende, geschlechtsspezifische Kopfbedeckung und Haartracht eine zentrale Rolle. Wie verschiedene Interpretationen dieser Stelle zeigen, ist nicht mit Sicherheit auszumachen, welches Verhalten hier gemeint war. Gelöstes Haar galt im Judentum als Zeichen der Unreinheit, in hellenistischen Kulten als Zeichen wahrer Prophetie. Die Verpflichtung, wegen der Engel etwas auf dem Kopf zu tragen, weist möglicherweise auf den in Gen 6,1-4 anklingenden mythologischen Hintergrund, daß unverhüllte Frauen männliche himmlische Wesen verführen könnten.12 Paulus verwendet in seiner Argumentation die in V.3 genannte hierarchische Ordnung: Gott-Christus-Mann-Frau, um den sich in der Haartracht ausdrückenden Geschlechtsunterschied als der Sitte entsprechend zu betonen. Die Schwierigkeit liegt für ihn wohl darin, die seinem jüdisch geprägten Anstandsempfinden entstammende Vorstellung der korinthischen Gemeinde verständlich zu machen, die diesen Hintergrund nicht hat. Prophetisches Reden, ja, aber bitte in einer Form, die äußerlich keinen Anstoß erregt. Zugleich aber betont Paulus, daß er mit dieser Argumentation die Gleichheit von Mann und Frau »in Christus« nicht bestreiten will. Viel spricht dafür, den V. 11 nicht in der üblichen Form <231:> »Doch ist im Herrn weder die Frau ohne den Mann noch der Mann ohne die Frau« zu übersetzen, sondern: »Im Herrn ist weder die Frau vom Mann unterschieden und der Mann nicht von der Frau», weil das entsprechende griechische Wort (choris) in der Regel nicht »ohne«, sondem »aDders als«, »verschieden von« meint. »Unterschiede, die es aufgrund der Natur oder der Schöpfung geben mag, bestehen in der gottesdienstlichen Versammlung der Christinnen nicht mehr.«13 Damit deckt sich diese Aussage in der Tendenz mit dem von Paulus übernornmenen Taufbekenntnis in Gal 3,28: Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.

Für die christliche Tradition ist nun aber weniger diese Tendenz als die dazwischenliegende, auf die Urgeschichte bezogene Argumentation bedeutsam geworden, die den (hierarchischen) Unterschied der Geschlechter mit Rückbezug auf die Ordnung der Schöpfung betont. H. Schüngel-Straumann macht darauf aufmerksam, daß Paulus hier einem Trend der rabbinischen Auslegungstradition folgt, der die volle Gottebenbildlichkeit nur dem Mann zubilligt, obwohl der hebräische Urtext in Gen 1,28 dieses diskriminierende Verständnis nicht deckt. Auch in der anderen Überlieferung von der Schöpfung des Menschen in Gen 2 darf adam (Mensch) vor der Erschaffung der Frau nicht als Mann und schon gar nicht als männlicher Eigenname verstanden werden. 14

Vermutlich wird wohl jene Betrachtung dem Paulus am ehesten gerecht, die die Widersprüche in seiner Argumentation durch Widersprüche in ihm selbst erklärt: Er berichtet von Erfahrungen, daß Frauen und Männer gleichwertig die Sache Christi vertreten, aber er ist tief geprägt von traditionellen Vorstellungen, die ihm z. B. unverschleierte Frauen ein Greuel sein lassen. »In ihm kämpfen Theorie und Praxis, das Wissen darum, daß in Christus Männer und Frauen einander nichts voraus haben- . . mit der inneren emotionalen Bindung an eine vertraute Praxis ... « 15 Diesem Widerspruch im Denken und in der Argumentation des Paulus schreiben Schüssler-Fiorenza und Luise Schottroff auch die Ermahnung in 1 Kor 14,33-36 zu, in welcher er den Frauen das Schweigen in der Gemeindeversammlung und Unterordnung unter ihre Männer gebietet, während andere Ausleger in diesem Absatz eine nachpaulinische Ergänzung sehen. 16

14.3. Die verdrängte Frau

Aufgabe: Lesen Sie Röm 16, und notieren Sie die genannten Frauen -und ihre Funktionen in der Gemeinde <232:>

»Ich empfehle euch aber unsere Schwester Phöbe, die im Dienst der Gemeinde von Kenchreae ist. Nehmt sie im Herrn auf, wie es sich für Heilige ziemt, und steht ihr bei, worin immer sie eure Hilfe braucht. Sie selbst hat schon vielen geholfen, auch mir. Grüßt Prisca und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus. Sie haben für mein Leben ihren Kopf hingehalten. Aber nicht ich allein habe ihnen zu danken, sonderen ebenso alle heidenchristlichen Gemeinden. Und grüßt auch ihre Hausgemeinde. Grüßt mir einen lieben Ephainetos, den ersten Christen in Asien. Grüßt Maria, die soviel Mühe für euch aufgewandt hat. Grüßet Andronikus und Junia(s), meine Stammesgenossen und meine Mitgefangenen, sie nehmen einen hervorragenden Platz unter den Aposteln ein und sind schon vor nur Christen gewesen.« (Röm 16,1-7 Übersetzung nach U.Wilckens)

Ein Blick in die gesamte Grußliste am Ende des Römerbriefes /17/ (16,3-16) läßt erkennen, daß Paulus hier insgesamt 9 Frauen namentlich nennt und ihre Arbeit würdigt. Einige davon - wie Prisca - werden auch an anderer Stelle erwähnt.

In dieser Aufzählung läßt sich zunächst ein deutlicher Hinweis auf das vielseitige Engagement von Frauen in den urchristlichen Gemeinden erkennen. Dieses Engagement - zumal dann, wenn es mit Funktionen verbunden war, die im Laufe der Kirchengeschichte Männern vorbehalten blieben - wurde im Laufe der Traditions- und Auslegungsgeschichte deutlich heruntergespielt, verfälscht oder aus der Erinnerung getilgt. Es ist vor allem das Verdienst feministischer Theologinnen, diese Tendenzen an anschaulichen Beispielen entlarvt zu haben.

So konnte Bernadette Brooten herausarbeiten, daß es sich bei dem in unseren Bibelübersetzungen als Apostel, Mitgefangenen des Paulus und Stammesgenosse (Jude) genannten Junias um eine Frau gehandelt haben muß. Die Argumente:

Erst ab dem 13. Jahrhundert erfolgte eine Geschlechtsumwandlung, bei der es trotz einiger abweichender Ausleger bis heute blieb. Die Erinnerung an eine Frau als Apostel wurde getilgt nach dem Motto: was nicht sein darf, das nicht sein kann ... In der neuesten Auflage der wissenschaftlichen Standardausgabe des griechischen Neuen Testaments wurde sogar der Hinweis auf die weibliche Variante des Namens ganz gestrichen, so daß daran nicht einmal mehr das Problem entdeckt werden kann. /19/ <233:>

Eine schleichende Abwertung einer im Urchristentum herausragenden Frauengestalt läßt sich anhand der frühen Textgeschichte auch im B lick auf Pri sca (Röm 16,3; 1 Kor 16,19; 2Tim 4,19) bzw. Priscilla (Apg 18,2 und 26) aufzeigen. Paulus berichtet über sie, daß ihr (an erster Stelle) und ihrem Mann Aquila nicht nur er, sondern alle Gemeinden der Heiden zu danken haben. (Röm 16,4). Apg 18,26 überliefert, daß der Judenchrist Apollos von dem Ehepaar genauer über den Weg Gottes belehrt worden sei. Prisca und Aquila haben nach der Vertreibung aus Rom (49 n. Chr.) zunächst in Korinth, dann in Kleinasien wie Paulus Missionsarbeit betrieben und werden beide von ihm entsprechend gewürdigt. In einigen wichtigen Textüberlieferungen läßt sich im Blick auf die entsprechenden Abschnitte der Apostelgeschichte eine deutliche Verschiebung der Textgestalt zugunsten des Aquila beobachten. Aus »Aquila und seiner Frau Priscilla« wird zunächst »A. mit seiner Frau Priscilla«. Aus »Paulus ging zu ihnen« - »er ging zu ihm«. In V.26 wird die Reihe von Priscilla und Aquila umgekehrt und der Mann zuerst genannt und schließlich mehrfach der Name Aquila allein in den Textzusammenhang eingefügt, wodurch seine Bedeutung hervorgehoben wird. Die Reihe der Detailbeobachtungen läßt sich noch fortsetzen.20

Ein drittes Beispiel für die Relativierung einer ursprünglich hervorragenden Frauengestalt bietet Phoebe. Sie erhält als einzige ein Empfehlungsschreiben (Röm 16, 1 ff) und wird mit den Titeln Schwester, diakonos und prostatis (Vorsteherin) bezeichnet. In der Auslegung zeigt sich nun ein deutlicher Trend, diese Bezeichnungen herunterzuspielen oder so zu erklären, daß sie in weiblicher Form eine andere Bedeutung haben müßten als in der männlichen. Während vieles dafür spricht, daß Paulus, indem er Phoebe so bezeichnet (wie an anderer Stelle sich selbst), ihre selbständige Funktion im Blick auf Missionsarbeit, Verkündigung und Lehre sowie in der Leitung der Gemeinde zum Ausdruck bringen will, hebt ein breiter Auslegungsstrom - wohl inspiriert vom Diakonissenbild der Neuzeit - auf die geschlechtsspezifische helfende und dienende Funktion ab.21

Zusammenfassend läßt sich festhalten, daß besonders aus den Paulusbriefen deutlich wird, daß Frauen der urchristlichen Gemeinden gleichrangig und selbständig in verschiedenen Funktionen wie Leitung, Missionsarbeit und Lehre wirkten und z. B. von Paulus auch als ihm gleichwertig anerkannt waren. Es läßt sich jedoch bereits von der frühen Geschichte des Christentums an bis in die Gegenwart hinein ein Trend feststellen, diese Erinnerungen zuungunsten der Frauen zu relativieren./22/ <234:>

14.4. Die Urschuld der Frau

Eine naive und z. T. phantasiereiche Exegese von Gen 3 (der sog. Erzählung vom Sündenfall) hat Eva und damit »die Frau« immer wieder dafür verantwortlich gemacht, daß durch sie als erste - und oft durch sie allein - Sünde und Unheil in die Welt gekommen sind.23

Die Feststellung einer unsachgemäßen Auslegung ändert nichts an ihrer verhängnisvollen Wirkungsgeschichte, läßt jedoch viel über die Bedeutung von Auslegungssituation und Auslegungsinteresse erkennen.

Zunächst ist innerhalb der neutestamentlichen Literatur die Tendenz festzustellen, daß, je mehr die Naherwartung der Herrschaft Christi abnahm, die Tendenz zur Durchschnittsmoral zunahm. Dies zeigt sich besonders auffällig in den Pastoralbriefen (Timotheus und Titus), die um ca. 100 n. Chr. und ca. 30 Jahre nach dem Tod des Paulus unter seinem Namen Anleitung für die Gemeindeführung gaben. Aus diesem Zusammenhang stammen auch die für die Frauen in kirchlicher Tradition problematischen Verse:

»So ist denn dies mein Wille: Allerorten sollen die Männer beten, und rein sollen die Hände sein, die sie zum Himmel erheben, ohne Zorn und Streit. Ebenso auch die Frauen: in anständiger Kleidung (sollen sie zum Gebet kommen); Keuschheit und Zucht soll ihr Schmuck sein, nicht kunstvoll geflochtenes Haar, Gold, Perlen und kostbare Kleider. (Sie sollen sich vielmehr so hervortun,) wie es Frauen ziemt, die sich zur Frömmigkeit bekennen: mit guten Werken. Eine Frau soll (in der Gemeindeversammlung) still schweigen und lernen, sich in allem unterzuordnen. Ich gestatte keiner Frau, öffentlich zu lehren, ebensowenig, einem Manne dreinzureden. Sie soll sich vielmehr still verhalten. Denn: Adam ist zuerst geschaffen worden, danach erst Eva. Und nicht Adam ist es, der verführt worden ist, sondern die Frau hat sich zuerst zur übertretung verführen lassen. Doch wird sie Rettung finden, indem sie Kinder zur Welt bringt. Sie müssen nur im Glauben, in der Liebe und in der Heiligkeit zuchtvollen Lebens bleiben.« (1Tim 2,8-15)

Drei Aspekte »erklären« diese patriarchal geprägte Weisung:

Es vollzieht sich eine aus der Vorurteilsforschung bekannte Bewegung: Zuschreibungen von Eigenschaften und Defiziten stützen eine Einstellung und die damit verbundene diskriminierende Haltung.

Nun wird in den neueren Kommentaren zur o.g. Stelle die »Zeitgebundenheit« dieser Vorstellung durchaus gesehen. Kritische Bibelauslegung darf sich jedoch nicht auf diese Feststellung beschränken, sondern muß im Sinne einer ideologiekritischen Betrachtung diese Argumentation zugleich in ihrer Funktion zur Stabilisierung einer Ungleichheit offenlegen, die dem Geist des Evangeliums entgegensteht. Denn:

»Die unheilvolle Fremdbestimmung der Kirche durch bürgerlich-patriarchalische Modelle und familienideologische Autoritätsstrukturen, die jahrhundertelang Leben, Gottesdienst und Praxis der Kirche beherrscht haben, hat hier ihren Siegeszug angetreten.«24

Die Arbeiten von E. Schüssler-Fiorenza, S. Heine u. a. machen im Widerspruch zu einem in der feministischen Theologie vorhandenen Trend in diesem Zusammenhang den Wert und die Chancen kritischer Methoden 25 deutlich, wenn es darum geht, Ursprünge und Geschichte der frauenfeindlichen Tendenzen aufzudecken und aus den Überlieferungen die befreienden Tendenzen neu zu erschließen.

1Tim 2,8ff ist Teil einer naiven Exegese der biblischen Urgeschichte, deren Spuren von der spätjüdischen über die frühchristliche Zeit bis in die Gegenwart reichen. Dabei wird die Erzählung als reales Geschehen gelesen und ihr ätiologischer Charakter verkannt. Ätiologien (Ursprungserklärungen) spielen in religiösen Überlieferungen eine große Rolle. Es sind gewissermaßen vorwissenschaftliche Erklärungsversuche für bekannte Phänomene der Lebenswelt. Sie erklären eine in der Gegenwart des Erzählers vorfindliche Wirklichkeit durch ein Geschehen der Vergangenheit, dessen Auswirkung anhält. Zugleich werden dadurch die Verhältnisse der vorfindlichen Lebenswelt - gegen andere Sichtweisen gedeutet. Im Gesamtzusammenhang der Urgeschichte gelesen ist die Herrschaft des Mannes über die Frau Folge einer durch menschliches Fehlverhalten bewirkten Störung, die dem guten Schöpfungswillen Gottes widerspricht .26 Es sollte zu denken geben, was es bedeutet, wenn diese Folgen einer Störung als gottgewollte Ordnungen interpretiert werden. ITim 2,8ff folgt zudem offensichtlich einer Traditionslinie, die die Ursünde mit geschlechtlichen Verfehlungen in Zusammenhang bringt. So versteht sich dann der Gedanke, daß im Sinne des Vergeltungsgesetzes die Schuld Evas durch Gebären gesühnt wird.27 <235:>

Auch aus der Spätzeit des NT stammt der Text 1Petr 3,1-3, in dem die Unterordnung als der wahre Schmuck der Frau bezeichnet wird. Hier allerdings nicht mit Bezug auf die Urgeschichte, sondern mit Hinweis auf das Beispiel Saras (Gen 18,12), die Abraham ihren Herrn nannte. E. Schüssler-Fiorenza, die sich in besonderer Weise um die Rekonstruktion der frühchristlichen Geschichte unter dem Aspekt der Wiederentdeckung des christlichen Frauenerbes verdient gemacht hat, sieht den Umschwung zuungunsten der Frau innerhalb des NT in Kol 3,18ff. Der von einem Paulusschüler an die Gemeinde in Kolossä geschriebene Brief übernimmt zuerst - wie andere spätere Schriften des NT - die Ethik der patriarchalen griechisch-römischen Haustafeln als Leitlinien für die christliche Gemeinde. Frauen werden zur Unterordnung unter ihre Männer, Kinder zum Gehorsam gegen ihre Eltern und Sklaven zum Gehorsam gegen ihre Herrn aufgefordert und die jeweils Oberen zu anständigem Verhalten ermahnt. Das genuine Interesse des Verfassers liegt allerdings nicht in der Unterordnung der Frau, sondern darin, daß christliche Sklaven ihren Status akzeptieren.28

Aufgabe: Fassen Sie zusammen, worin nach Ihrer Meinung die wichtigsten Konsequenzen feministischer Forschung für die Aufgaben des Religionsunterrichts liegen.

Anmerkungen zu 14.

1 Schottroff, Luise: Wie berechtigt ist die feministische Kritik an Paulus? Paulus und die Frauen in den ersten christlichen Gemeinden im Römischen Reich, in: Einwürfe 2 (1985), 94-111, 107

2 Wolff, Hanna: Jesus der Mann. Die Gestalt Jesu in tiefenpsychologischer Sicht, Olten 1975

3 Vgl. ebd., 60ff

4 Schottroff, Luise: Frauen in der neutestamentlichen Zeit. In: Schottroff, W./ Stegemann W. (Hg.): Traditionen der Befreiung 2, München 1980, 91-133, 106

5 Vgl. S. Heine, a.a.O., 68ff 6 Vgl. Schüssler-Fiorenza, a.a.O., 1 1f

7 E. Schüssler-Fiorenza weist auf eine Untersuchung von H.D. Betz hin. Vgl. Schüssler-Fiorenza, a.a.O., 258

8 Vgl. z. B. Schlier, Heinrich: Der Brief an die Galater. Kritisch-exegetischer Kommentar über das Neue Testament, Göttingen 141971, 130 Anm. 5

9 Vgl. Schüssler-Fiorenza, a.a.O., 262f 10 Ebd.259ff

11 Thyen, H.: » ... nicht mehr männlich und weiblich«. Eine Studie zu Galater 3,28, in: Crüsemann,F./Thyen, H.: Als Mann und Frau geschaffen. Exegetisehe Studien zur Rolle der Frau, Gelnhausen u. a. 1978, 107-201. <237:>

12 Zu den verschiedenen Interpretationen vgl. Schüssler-Fiorenza, a.a.O., 282ff u. Schüngel-Straumann, a.a.O., 45ff

13 Schüssler-Fiorenza a.a.O., 286

14 Vgl. Schüngel-Straumann, a.a.O., 48ff

15 S. Heine, a.a.O., 109

16 Vgl. Schüssler-Fiorenza, a.a.O., 287 f, und Schottroff, a.a.O., 105f

17 Es gilt als wahrscheinlich, daß diese Grußliste ursprünglich nicht Bestandteil eines Briefes von Paulus an die Römer war, sondern den Schluß eines nicht erhaltenen Paulusbriefes - vermutlich an die Gemeinde in Ephesus -bildete. Zum einen kannte Paulus die Gemeinde in Rom noch gar nicht, zum anderen setzt ein Vergleich mit anderen Textstellen voraus, daß sehr viele aus anderen Orten nach Rom übergesiedelt sein müßten.

18 Brooten, Bernadette: >>Junia ... hervorragend unter den Aposteln« (Röm 16,7) in: Moltmann-Wendel, Elisabeth: Frauenbefreiung. Biblische und theologische Argumente, München und Mainz 31982, 148-151

19 Vgl. Heine, Susanne: Frauen der frühen Christenheit. Zur historischen Kritik einer feministischen Theologie, Göttingen 1986, 50

20 Vgl. ebd., 51f

21 Vgl. Schüssler Fiorenza, Elisabeth: Zu ihrem Gedächtnis. Eine feministischtheologische Rekonstruktion der christlichen Ursprünge, München und Mainz 1988, 218ff

22 Vgl. Schottroff, Luise: Wie berechtigt ist die feministische Kritik an Paulus? Paulus und die Frauen in den ersten christlichen Gemeinden im Römischen Reich, in: Einwürfe 2 (1985), 94-111

23 Daneben darf aber nicht übersehen werden, daß es in der dogmatischen Tradition eine ebenso problematische Linie gibt, die »Adams Fall« ins Zentrum rückt. (vgl. Heine, a.a.O., 24ff) und Johannsen/Reents: Alttestamentliches Arbeitsbuch für Religionspädagogen, Stuttgart u. a. 1987, 52ff

24 Gerstenberger, Erhard S. /Schrage, Wolfgang: Frau und Mann. Stuttgart u. a. 1980, 137

25 Von Teilen der feministischen Theologie werden kritische Methoden' als Element patriarchalischer Wissenschaft abgelehnt.

26 Vgl. S. Heine, a.a.O., 28

27 Vgl. Schüngel-Straumann, Helen: Die Frau am Anfang. Eva und die Folgen, Freiburg i.B. 1989, 38

28 Vgl. Schüssler Fiorenza, Elisabeth: Zu ihrem Gedächtnis. Eine feministischtheologische Rekonstruktion der der christlichen Ursprünge, München und Mainz 1988, 305ff

Literatur

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