Universität Duisburg-Essen, Institut für Evangelische Theologie 

[ Home | Aktuelles | Sekretariat | Studiengänge | Bereiche | Lehrveranstaltungen | Lehrpersonen   | Prüfungen ]

Schart, Aaron, Stand: 2007-04-05

Eine Passage aus dem "Traum eines assyrischen Kronprinzen" im Vergleich zu Jes 6,1-9

Vision eines assyrischen Kronprinzen
 
Jes 6
 
51 Als ich meine [Au]gen aufhob, saß der kriegerische Nergal auf seinem Königsthron, mit der Königstiara war er be[de]ckt, mit seinen beiden Händen hielt er zwei grimmige ... -Waffen gefaßt, je zwei Köpfe ............
52 .......................... sind sie niedergeworfen. ........... seiner Arme blitzte (ständig) ein Blitz, die Anunnaki, die großen Götter, standen gebe[ugt] zur Rechten (und) zur Linken ..
53 Die Unterwelt war voll der Furchtbarkeit; vor dem Fürstensohn lag gewaltiges Entsetzen;
 
1 Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. 2 Serafim standen über ihm. Jeder hatte sechs Flügel: Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeckten sie ihre Füße, und mit zwei flogen sie. 3 Sie riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt. 4 Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf, und der Tempel füllte sich mit Rauch.
 
....[an] meiner Stirnlocke faßte er mich und zog mich [heran] zu sich.
54 [Als ich] ihn erblickte, zitterten meine Beine, sein grimmiger Schreckensglanz schlug mich nieder, die Füße seiner [groß]en Gottheit küßte ich und warf mich zu Boden;
(dann) stand ich auf, da sah er mich an and schüttelte gegen [mich] se[in Hau]pt,
55 machte gegen mich gewaltig sein [Geb]rüll und schrie voll Wut wie ein he[ulen]der Sturm gegen mich; den Stab, der seiner Gottheit ziemt, der wie eine Giftschlange voll der Furchtbarkeit ist,
56 schleifte er [ge]gen mich, um [mich] zu töten.
 
5 Da sagte ich: Weh mir, ich bin verloren. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und lebe mitten in einem Volk mit unreinen Lippen, und meine Augen haben den König, den Herrn der Heere, gesehen.
 
Ishum, sein Berater, der Fürsprecher, der das Leben schont, der die Wahrheit liebt, usw., spricht da:
   >Nicht töte den Mann, ge[walt]iger König der Erde!
   57 .... deinen [Ru]hmespreis mögen die Untertanen des Landes allenthalben immer hören!<
Das Herz des Allgewaltigen, Allmächtigen, der die Bösen fesselt, beruhigte er wie lauteres Brunnenwasser ...
 
6 Da flog einer der Serafim zu mir; er trug in seiner Hand eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. 7 Er berührte damit meinen Mund und sagte: Das hier hat deine Lippen berührt: Deine Schuld ist getilgt, deine Sünde gesühnt.
 
58 Warum hast du ... meine geliebte Braut, die Königin der Unterwelt?
Durch ihren Befehl, der nicht geändert werden kann, soll Bibbu, der Schlächter der Unterwelt, dich Lugal-sula dem Torwächter übergeben, damit er dich aus dem Tor von Ishtar und Aya hinausgeleitet.
59 Vergiß mich nicht, vernachlässige mich nicht! Ich werde an dir nicht die Todesstrafe vollziehen.
 8 Danach hörte ich die Stimme des Herrn, der sagte: Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen? Ich antwortete: Hier bin ich, sende mich! 9 Da sagte er: Geh und sag diesem Volk: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen. Sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen.
 

Übersetzung des assyrischen Textes: Z. 51-57 aus Hartenstein, Friedhelm (1997) Unzugänglichkeit Gottes, 206;  Z. 58-59 aus dem Englischen von Aaron Schart nach Benjamin Foster (1993) Before the Muses vol. 2, 735.

Bibelübersetzung: Einheitsübersetzung.