Ausstellung Sa 14.5.2011 bis So 26.6.2011

„Pilzwelten" - Im Reich der Dunkelwesen

 

Ausstellung, Orangerie im Grugapark Essen, 10-18 Uhr,
„Pilz-Wochenende" am 21. und 22.Mai

Pilze kommen in nahezu allen Lebensbereichen vor und haben damit weitreichende Bedeutung für unser Leben. Pilze kommen nicht nur in die Gourmetpfanne sondern ermöglichen darüberhinaus die Produktion vieler Lebensmittel. Hierzu gehören Brot, Pizza, Camembert, viele andere Käsesorten, Bier und Wein aber auch natürliches Erdbeeraroma, das biotechnisch mit Hilfe von Pilzen hergestellt wird. Manche Pilzarten verursachen Krankheiten bei Mensch, Tier und Pflanze und vernichten sogar Ernten, andere sind giftig oder rufen Halluzinationen hervor (siehe Abb. 1). Pilze erscheinen in Mystik und Märchen und gelten dort als Glücksbringer. Sie machen Weltpolitik und kreieren Präsidenten oder verhindern Feldzüge. Und: Der größte lebende Organismus der Welt ist nicht etwa ein Blauwal, sondern ein Pilz.

 

Abb. 1: Fliegenpilz (Amanita muscaria var. muscaria). Foto: H. Pfanz.

 

Der Besucher betritt die Ausstellung durch die „Pilzschleuse". Hier erfährt er, dass der Pilz nicht nur aus dem Fruchtkörper, sondern vor allem auch aus dem Geflecht der Hyphen, dem Mycel, besteht, das sich durch Substrat oder Wirt zieht. An einer weiteren Station erfährt der Besucher alles über Pilzzucht. Pilze werden nicht nur im Labor in Petrischalen und Flüssigkulturen gezüchtet, sondern zum Beispiel auch mit Hilfe von beimpften Holzstämmen oder Strohballen zur Produktion von Fruchtkörpern für die Verwendung in der Küche.

Ein Mikroskop entführt den Besucher in die Mikrowelt der Pilze. An der Riechtheke „Myko-Smell" erfährt der Besucher, wie mit Hilfe von Pilzen mit biotechnologischen Methoden Duft- und Geschmacksstoffe hergestellt werden.

 

 

Abb. 2: (links) Samtfußkrempling (Paxillus atrotomentosus); (rechts) Erdsterne (Geastrum spec.). Fotos: H. Pfanz.

 

Aus der Welt der Mystik werden verschiedenste Themen aufgegriffen, erklärt und ein Hexenring wird präsentiert. Pilzarten leuchten im Dunkeln und weisen den Wesen der Anderswelt den Weg.

Zunder ist jedem als leicht brennbares Hilfsmittel zum Feuermachen bekannt. Der Similaun-Mann („Ötzi") hatte unter anderem Zunder bei sich, um Feuer machen zu können. Aber kaum jemandem weiß, dass auf dem pilzlichen Produkt Zunder in früheren Zeiten ein gesamtes Handwerk aufbaute, das heute noch in entlegenen Teilen Rumäniens ausgeübt wird (siehe Abb. 3). Von dort haben wir Werkzeug und Produkte erhalten. Eine Vitrine zeigt, wie aus Zunder Kleidungsstücke entstehen. 


 

Abb. 3: Rumänischer Taplászmester (Máté Karoly) bei der Verarbeitung von Zunder. Auf dem Kopt trägt er einen Hut aus Zunder. Auch die zierenden Ornamente sind aus diesem Material hergestellt. Foto: H. Pfanz.

 

Mehrere Vitrinen mit lebensechten, gefriergetrockneten Pilzfruchtkörpern und Literatur zu Pilzen werden gezeigt. Pilzmusik und originelle Pilz-Utensilien sind lustige Elemente. Benachbart gibt es ein Poster mit lustigen Pilznamen zum Vorlesen und Lachen. Einmal täglich ist eine gefährliche „Pilzfütterung" zu sehen.

Die Besucher können sich auf die erste Peep Show mit Pilzen freuen. Was es dort zu sehen gibt, wird hier nicht verraten.

Die Ausstellung wird noch viele weitere unerwartete Attraktionen bereit halten. Die Besucher können sich auf eine Ausstellung mit vielen interaktiven, lehrreichen und lustigen Elementen freuen. Führungen für Erwachsene und Schulklassen können über die Schule Natur im Grugapark gebucht werden (0201 / 88 83 124). An einem „Pilz-Wochenende" am 21. und 22.Mai sollen zusätzliche Aktionen stattfinden.

Professor Dr. Hardy Pfanz, Lehrstuhl für Angewandte Botanik der Universität Duisburg-Essen und Dr. Martin Gülpen, wissenschaftliche Botanik Grugapark Essen

Eine Pilzausstellung mit diesem großen Themensprektrum hat es unserer Ansicht nach noch nicht gegeben. Die Beiträge entstehen unter anderem im Rahmen eines Seminares an der Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Angewandte Botanik, in Zusammenarbeit mit Betriebswerkstätten der Universität und des Grugaparks sowie mit vielen externen Partnern. Mit dabei sind zum Beispiel die Stauder-Brauerei, Künstler, Wissenschaftler, Naturfilmer, Pilzzüchter und viele andere.

Link zum Grugapark