Feinstaub

Luftschadstoffe - Feinstaub

Funktionelles Grün-Staubfilterung durch Pflanzen

Die Staubproblematik ist derzeit in „aller Munde". Ausschlaggebend hierfür ist die 1. Tochterrichtlinie (99/30/EG) zur Rahmenrichtlinie Luftqualität (96/69/EG), in der im Juli 1999 neue, verschärfte Grenzwerte unter anderem für Feinstaub (PM10) eingeführt wurden. Viele Studien belegen einen signifikanten Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauferkrankungen und stark erhöhten Feinstaubkonzentrationen als auch eine um bis zu 10 Monaten verringerte Lebenserwartung (WHO). Die Partikelkonzentrationen in Ballungsräumen (Großstädten, Autobahnen, Hauptstraßen) haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen, wobei der größte Anteil anthropogen bedingt ist (Autoabgase, Industrie, Hausbrand).

Bei den Maßnahmen zur Senkung des Feinstaubgehaltes der Luft spielt Vegetation (Phytoreduktion der Stäube) eine wichtige Rolle. Pflanzen können Partikel filtern. Dies geschieht jedoch nicht aktiv, indem Pflanzen Kleinstpartikel „ansaugen", sondern indem sie über verschiedene Depositionsprozesse (u.a. Sedimentation und direkte Impaktion) abgelagert werden. Die grundlegende Idee bei der Verwendung von Straßenbegleitgrün zur Staubreduktion ist es, die auf der Straße (Asphaltfläche) entstandenen Partikel in direkter Nähe zum Emittenten (Straßenrand, Mittelstreifen) zu erfassen und durch Sedimentation festzulegen. Pflanzungen auf dem Mittelstreifen und an Straßenrändern sind hierfür gut geeignet, jedoch ist auf eine ausreichende Durchströmbarkeit zu achten, um einen Staub konzentrierenden Effekt in der Luft zu verhindern.

Das Ziel unserer Arbeit ist es durch ein Netzwerk dreidimensional orientierter Sprosse und Blätter windberuhigte Räume zu schaffen, die zu einer verstärkten Sedimentation von Stäuben beitragen. Dabei sollen letztlich Empfehlungen über geeignete Pflanzungen einer Kraut-, Strauch-, als auch Baumschicht ausgesprochen werden. Das potenzielle Staubfangvermögen ausgewählter Pflanzen wird in unserer Arbeitsgruppe untersucht, wobei verschiedene Stäube eingesetzt werden. Die eventuell schädigende Wirkung des Staubbelages auf Pflanzen wird mittels Chlorophyllfluoreszenz, die direkte Rückschlüsse auf die Photochemie zulässt, erforscht.

Ausgewählte Publikationen

1. Pfanz H, Flohr S (2007): Die Wirkung von Holzgewächsen auf Stäube und die mögliche Rückwirkung der Stäube auf die Pflanzen. In. Roloff A. (Hrsg) Urbane Gehölzverwendung im Klimawandel und aktuelle Fragen der Baumpflege. Forstwiss. Beitr. Tharandt/Contr. For. Sci. 54-62.

2. Pfanz H, Flohr S, Wittmann C (2006): Das Staubfangvermögen von Vegetation. Taspo 3, 12-15.

3. Pfanz H (2006): Phytoreduktion von Stäuben durch krautige Pflanzen und Holzgewächse. Verhandlungen DGGL, Rostock, 14. -16. Juni 2006, 173 - 177.