Arbeit, Personal, Organisation - Themengebiete für Abschlussarbeiten: Esther Glück

Home

Lehrstuhl

Studium

* Lehramtsstudierende

* KritikWiki?

Forschung

* Download

English Information

Links

* Film BWL-Studium

Impressum Datenschutz

Themen für Abschlussarbeiten – Esther Glück

Themenfeld Employment Relation

1 Institutionelle Mitbestimmung

Die institutionelle Mitbestimmung umfasst erkämpfte Informations- und Mitbestimmungsrechte, die gesetzlich verankert sind. Diese Rechte sind eingebettet in ein wirtschaftliches System, das häufig als „rheinischer Kapitalismus“ oder koordinierte Marktwirtschaft bezeichnet wird. Dieses System befindet sich jedoch in einer Umbruchsituation. Mit der Finanzmarktkapitalisierung und der Umorientierung an den sogenannten „shareholder value“ setzt sich auch in Deutschland mehr und mehr eine kurzfristig kalkulierende Logik in Unternehmen durch, die bspw. zu Reorganisationen von Unternehmensstrukturen führen kann. Dies hat somit auch Auswirkungen auf die Institutionen der Mitbestimmung.

Beispielthemen:

  • Welche Auswirkungen hat die zunehmende Finanzmarktkapitalisierung auf die Institutionen der Mitbestimmung?
  • Welche Auswirkungen hat das auf die Beschäftigten (bezogen auf Arbeitsbedingungen, Organisationsgrad, Machtpotential gegenüber den Arbeitgebern)?
  • Inwiefern lassen sich Umstrukturierungsmaßnahmen (die sogar gewinnschmälernd oder zumindest risikoreich sind) auf machtpolitische Interessen zurückführen?

Einstiegsliteratur:

  • Hall, Peter A.; Soskice, David (2003). Varieties of capitalism. The institutional foundations of comparative advantage, Oxford University Press, New York.
  • Dörre, Klaus; Brinkmann, Ulrich (2005). Finanzmarktkapitalismus: Triebkraft eines flexiblen Produktionsmodells? In: Paul Windolf (Hg.): FMK. Analysen zum Wandel von Produktionsregimen. Sonderheft der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Nr. 45.

2 Alternative Organisationsformen

Das gewinnorientierte privatwirtschaftliche Unternehmen ist wohl die bekannteste Organisationsform bei Betriebswirtschaftsstudierenden. Allerdings gibt es dazu alternative Modelle, die vom Gewinnmotiv als einziges Ziel abrücken und meistens auch einen demokratischen Anspruch an sich selbst stellen. Zu nennen wären hier: Genossenschaften, Kooperationen, Kollektive, Syndikate etc. Ob eine solche Organisationsform tatsächlich Bestand in einer Wettbewerbsökonomie haben kann, ist jedoch umstritten. Auch die Auswirkungen auf die Organisationsmitglieder, deren Interessen und Bedürfnisse durch stärkere Partizipation berücksichtigt werden sollen, sind umstritten.

Beispielthemen:

  • Welche Auswirkungen haben alternative Organisationsformen auf ihre Mitglieder (z.B. im Hinblick auf Geschlechtergerechtigkeit)? Wie lässt sich das theoretisch erklären?
  • Verlieren alternative Organisationsformen zwangsläufig ihren demokratischen Anspruch je größer diese werden? Wie sieht es mit der gelebten Praxis in großen alternativen Organisationen aus (z.B. bei Mondragon in Spanien)? Wie lassen sich die Befunde theoretisch verorten?

Themenfeld Gender in Wirtschaft, Arbeit und Organisation

Dieses breite Themenfeld umfasst alle Fragestellungen, die im weitesten Sinne etwas mit dem sozialen Geschlecht (gender) zu tun haben. Diese Fragen lassen sich auch mit allgemeinen Theorien verknüpfen wie bspw. der Resource Dependence-Theorie.

Folgende Themen können zum Beispiel behandelt werden:

  • Zusammenhänge zwischen den institutionalisierten Arbeitsbeziehungen, dem gender regime und der Organisation von Arbeit, bspw. Vereinbarkeitspolitiken und ihre Auswirkungen im internationalen Vergleich
  • Fragestellungen rund um die Themen gender pay gap und Frauen in Führungspositionen
  • Fragestellungen die allgemeine Themen aus einer gender-Perspektive betrachten bspw. den Arbeitsbegriff (Was ist Arbeit?) und Kommodfizierung versus Dekommodifizierung (Wann und wie wird etwas zur Ware?) Kann bspw. Sexarbeit als eine Dienstleistung angesehen werden?

Manche dieser Fragestellungen machen es erforderlich, soziologische, (sozial-)politische oder philosphische Literatur heranzuziehen. Weitere Fragestellungen sind möglich.

Literaturhinweise:

Allgemein:

  • Alvesson, Mats; Billing, Yvonne D. (2009): Understanding Gender and Organization, London.

Entgeltungleichheit:

  • Krell, Gertraude (2011): Entgelt(un)gleichheit: Grundfragen und Grundlagen in: G. Krell, R. Ortlieb, B. Sieben (Hrsg.): Chancengleichheit durch Personalpolitik, Wiesbaden.

Führung:

  • Krell,Gertraude (2011): Geschlechterungleichheiten in Führungspositionen in: G. Krell, R. Ortlieb, B. Sieben (Hrsg.): Chancengleichheit durch Personalpolitik, Wiesbaden.

Arbeitsbewertung:

  • Krell, Gertraude; Winter, Regine (2011): Anforderungsabhängige Entgeltdifferenzierung: Orientierungshilfen auf dem Weg zu einer diskriminierungsfreien Arbeitsbewertung in: G. Krell, R. Ortlieb, B. Sieben (Hrsg.): Chancengleichheit durch Personalpolitik, Wiesbaden.

Mikropolitik:

  • Riegraf, Birgit (1996): Geschlecht und Mikropolitik. Das Beispiel betriebliche Gleichstellung, Opladen.
  • Bosetzky, Horst (1988): Mikropolitik, Machiavellismus und Machtkumulation in Willi Küpper, Günther Ortmann (Hrsg.): Mikropolitik. Rationalität, Macht und Spiele in Organisationen, Opladen.

Genderregime:

  • Duncan, Simon; Pfau-Effinger, Birgit (2000): Gender, Economy and Culture in the European Union, Cambridge.

Themenfeld Beziehungen zwischen Organisationen und Finanzgebern

Finanzen stellen für Unternehmen eine wichtige Ressource dar. Daher ist die Analyse von Beziehungen zwischen Finanzgebern und Finanznachfragern besonders wichtig, da diese erhebliche Auswirkungen auf das Verhalten von Organisationen haben. Die Auflösung der sogenannten Deutschland AG (die Verflechtung von Banken und Unternehmen in Deutschland) wurde in der Wirtschaftssoziologie als Zeichen des Einzugs von Finanzierungsprinzipien gesehen, die bis dato eher den liberalen Marktwirtschaften (USA, Großbritannien etc.) zugeschrieben wurden. Nach wie vor gelten aber gerade auch für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich nicht an der Börse refinanzieren können (dies gilt auch nur im eingeschränkten Maße für große Unternehmen) weiterhin das Hausbankprinzip und eine Bewertung eher nach qualitativen Merkmalen für die Kreditvergabe. Insbesondere für diese Unternehmen gilt es, Bonität zu demonstrieren. Die Beziehungen zwischen Finanzmittelgeber und Finanzmittelnachfrager sind ein besonders spannendes Forschungsfeld, das aus mehreren theoretischen Perspektiven beleuchtet werden kann.

Beispielthemen:

  • Isomorphie oder Legitimationsfassade? Auswirkungen der Bankenrichtlinien Basel I bis III auf die Unternehmen
  • Wie ist das Moral Hazard Problem bei Beziehungen zwischen Finanzmittelgeber und Finanzmittelnachfrager einzuschätzen?

Einstiegs-Literatur:

  • Becker, Karina (2009): Die Bühne der Bonität. Wie mittelständische Unternehmen auf die neuen Anforderungen des Finanzmarkts reagieren, Berlin: Edition Sigma: 31-49.
  • Windolf, Paul (2005): Was ist Finanzmarkt-Kapitalismus? In: Windolf, Paul (Hg.): Finanzmarkt-Kapitalismus. Analysen zum Wandel von Produktionsregimen. Sonderheft 45/ 2005 der KZSS. 20-57.
  • Hall, Peter A.; Soskice, David W. (2001): Varieties of capitalism - The institutional foundations of comparative advantage, Oxford.
  • Kalthoff, Herbert (2005): Practices of calculation. - Economic representation and risk management, in: Theory, Culture & Society, Vol. 22, No. 2, S. 69-97.
  • Kalthoff, Herbert (2007a): Rechnende Organisation – zur Anthropologie des Risikomanagements, eingereicht zur Konferenz „Die institutionelle Einbettung von Märkten“ vom 1. bis 3. Februar 2007, www.mpifg.de/maerkte-0702/papers/Kalthoff_Maerkte2007.pdf, Stand: 10.01.2007, Abruf: 18.09.2012.
  • Kalthoff, Herbert (2007b): Ökonomisches Rechnen - Zur Konstitution bankwirtschaftlicher Objekte und Investitionen, in: Andrea Mennicken; Hendrik Vollmer (Hrsg.): Zahlenwerk – Kalkulation, Organisation und Gesellschaft, Wiesbaden, S. 143-164.

* Vorlesung Unternehmensführung am 26.11.2019 - Beitrag zur Public Climate School
"Unternehmen im Klimawandel". Dienstag, 26. November, 18 bis 19.30 Uhr, Hörsaal S05 T00 B08. (Mehr Informationen hier.)

*Informationen für Bachelor- und Master-Studierende *Neue Voraussetzungen für die Vergabe von Bachelor- und Masterarbeiten

Universität Duisburg-Essen
Fakultät Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für BWL, insb.
Arbeit, Personal und Organisation
45117 Essen

Telefon:
0201 / 183-2260
E-Mail:
sekretariat.nienhueser[at]uni-due.de
Fax:
0201 / 183-2283

Zuletzt geändert am 08.03.2016 10:17 Uhr