Arbeit, Personal, Organisation - Hauptseminar im Wintersemester 2016/17

Home

Lehrstuhl

Studium

* KritikWiki?

Forschung

* Download

English Information

Links

* Film BWL-Studium

Impressum Datenschutz

Das Thema des Hauptseminars im Wintersemester 2016/17:

Psychische Beanspruchungen in der Arbeitswelt

Inhalte der Veranstaltung

Behauptet wird, dass psychische Beanspruchungen in der Arbeitswelt zunehmen. Man argumentiert, dass die zunehmende Globalisierung zu unbeständigen Beschäftigungsverhältnissen, einer wachsenden Eigenverantwortung sowie gesteigerten Weiterbildungsanforderungen der Mitarbeiter führe. Aufgrund dieser sich ändernden Arbeitswelt verringere sich die Arbeitsplatzsicherheit, die Leistungsanforderungen an die Arbeitnehmer stiegen und führten zunehmend zu psychischen Überforderungen. Der Anstieg dieser psychischen Beanspruchungen habe Folgen nicht nur für die individuellen Arbeitskräfte, sondern für die Kapitalverwertungsinteressen der Unternehmen und für die gesamte Volkswirtschaft.

Ein spezielles Erscheinungsbild psychischer Beanspruchungen stellt ein Burnout dar. Grundsätzlich geht man davon aus, dass es sich um einen schleichenden Prozess handelt, in welchem arbeitsbezogene Belastungsfaktoren auf das Individuum einwirken. Falls es der Person nicht möglich ist, durch seine Bewältigungsressourcen aufkommende Stressoren zu minimieren, steigt die Wahrscheinlichkeit, einen Burnout zu erleiden.

Ein Ziel des Seminars ist es, zunächst ein Verständnis bezüglich der Ursachen einer psychischen Überforderung zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang geht es darum, potentielle Stressoren innerhalb der Arbeitswelt zu identifizieren. Ein Teil des Seminars wird sich mit dem Konstrukt des Burnout befassen, welches auch auf internationaler Ebene auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Bezug mit dessen Umgang verglichen und analysiert werden soll. Ebenfalls werden wir uns mit möglichen Präventionsmaßnahmen befassen, die das Ziel haben, das Aufkommen psychischer Beanspruchungen zu minimieren. Diese Vorbeugemaßnahmen lassen sich auf individueller sowie auf organisatorischer Ebene realisieren.

Insgesamt bilden für das Seminar und die Seminararbeiten empirische, theoretisch gut fundierte Studien die Basis. Dies sind zum einen empirische Untersuchungen über die Ursachen und Folgen von Burnout, auch im internationalen Vergleich, zum anderen Studien über die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen. Warum soll man hier gleich Befunde - die vermutlich so eindeutig auch nicht sind - referieren? (WN), wobei sich eine Kombination aus beiden Ansätzen als effektivste Variante herausstellte. --- Auf die Bedeutung empirischer Studien habe ich extra hingewiesen, um Gelaber auf Grundlage von Gelaber-Publikationen (häufig: Praktikerliteratur) zu vermeiden.

Anmeldung

Bei Interesse bitten wir Sie um eine Voranmeldung per E-Mail mit einer kurzen schriftlichen Erklärung und einer aktuellen Notenübersicht bis zum 04.08.2016 an Herrn Andreas Patana (andreas.patana@uni-due.de). Die Zahl der TeilnehmerInnen am Hauptseminar ist auf 16 Plätze begrenzt, bei größerer Nachfrage erfolgt eine Selektion nach Note. Die Vergabe der Plätze wird nach Sichtung der Anmeldeunterlagen am 08.08.2016 per E-Mail erfolgen. Den Zugang zum Moodle-Kurs (Fachseminar Arbeit, Personal und Organisation WiSe 16/17) erhalten die TeilnehmerInnen ebenfalls am 08.08.2016. Die Themenvergabe erfolgt am 11.08.2016, indem ab 10 Uhr insgesamt 8 Themen in Moodle zur Auswahl stehen. Jedes Thema wird von jeweils zwei TeilnehmerInnen eigenständig bearbeitet.

Voraussetzungen

Beachten Sie Ihre jeweilige Prüfungsordnung!

Neben den formalen Teilnahmevoraussetzungen wird für die Teilnahme vorausgesetzt, dass Sie mindestens eine Klausur im Haupt- bzw. Vertiefungsstudium des Lehrstuhls erfolgreich abgeschlossen haben - für Bachelorstudierende also in "Personalmanagement" oder "Organisation". Die erfolgreiche Teilnahme an der "Unternehmensführung" allein reicht nicht aus.

Hinweis: Es muss zum Zeitpunkt der Anmeldung eine erfolgreich bestandene - d.h. bereits benotete - Klausur aus dem Vertiefungsbereich des Lehrstuhls vorliegen. Nicht ausreichend für eine Anmeldung sind also folgende Fälle:

  • Sie haben bereits eine Klausur des Lehrstuhls geschrieben, diese aber nicht bestanden.
  • Sie haben sich für eine Klausur des Lehrstuhls angemeldet, diese aber noch nicht geschrieben.

Falls Sie eine Klausur des Lehrstuhls (z.B. die Klausur „Organisation“ zum Vortermin) bereits geschrieben haben, jedoch noch auf die Benotung warten, ist eine Anmeldung zum Seminar unter Vorbehalt möglich. Die aktuelle Notenübersicht können Sie nach Bestehen der Klausur nachreichen. Sollten Sie in diesem Fall jedoch die Klausur nicht bestehen, wird die Anmeldung automatisch ungültig.

Themen für die Seminararbeiten

Sämtliche der unten genannten Themenvorschläge sind in Absprache mit den BetreuerInnen zu präzisieren. Wir können nur sehr grobe und meist zu umfassende Fragestellungen skizzieren, die Ihnen eine erste Vorstellung von den Inhalten eines Themenfeldes geben. Die Umsetzung in konkrete Fragestellungen gehört zu Ihren Aufgaben. Eingrenzungen könnten z.B. je nach Thema notwendig sein im Hinblick auf bestimmte Tätigkeitsfelder (wie etwa repetitive Arbeit in der industriellen Fertigung, Verwaltungstätigkeiten mit mehr oder weniger Autonomie, „Neue Selbständige“ / „Arbeitskraftunternehmer“ oder Tätigkeiten, in denen Gefühlsarbeit zu leisten ist). Eingrenzungen auf Länder könnten ebenso sinnvoll sein wie solche auf bestimmte Zeiträume oder nur bestimmte Studien – immer in Abhängigkeit von Themenfeld und Ausrichtung des Themas.

I) Begrifflichkeiten

1. Stress, Depressionen und Burnout: Drei Begrifflichkeiten des gleichen Phänomens?

Wenn von psychischen Beanspruchungen die Rede ist, wird häufig von Stress (im Sinne von Beanspruchungen), Depressionen und Burnout gesprochen. Die Frage, die sich allerdings stellt, ist, ob diese drei Begrifflichkeiten nicht möglicherweise das gleiche Phänomen beschreiben. Ein Ziel der Seminararbeit besteht darin, diese drei Konzepte miteinander zu vergleichen und potentielle Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Zu klären wäre auch die Frage, ob man nicht alle Phänomene auf einen Begriff bringen könnte. Dies wird nicht zuletzt von den jeweils hinter den Begriffen stehenden, möglicherweise sogar bei ein und demselben Begriff sehr unterschiedlichen Theorien abhängen.

II) Theorie und Empirie

2. Die Burnout-Theorie nach Maslach: eine kritische Analyse

Ein Großteil der Wissenschaftler, die sich mit der Burnout-Forschung befassen, scheint sich einig darüber zu sein, dass die Theorie nach Maslach die Grundlage für das Verständnis eines Burnouts darstellt. Dieses Konzept wurde bereits in den frühen 1980er Jahren von US-amerikanischen Forschern entwickelt. Die Aufgabe der Seminararbeit soll es sein, die theoretische und/oder empirische Fundierung dieses Ansatzes zu prüfen. Dazu sind die entsprechenden bestätigenden und vor allem die kritischen, möglicherweise widerlegenden Arbeiten zusammenzutragen und auszuwerten.

3. Entstehung und Folgen psychischer Beanspruchungen

Die zentrale Aufgabe besteht darin, die in unterschiedlichen Studien genannten potentiellen Stressoren und die entsprechenden Indikatoren zu identifizieren, welche als ursächlich für das Aufkommen psychischer Beanspruchungen in der Arbeitswelt gelten. Darauf aufbauend sollen die in Studien genannten möglichen Folgen für das Individuum analysiert werden. Wegen der Vielzahl der (meist empirischen) Studien sind hier Eingrenzungen notwendig. In jedem Fall werden aber viele Studien systematisch, d.h. nach bestimmten Kriterien, aufgearbeitet werden müssen.

4. Psychische Beanspruchungen in unterschiedlichen Berufsgruppen

Die Seminararbeit befasst sich mit dieser Fragestellung, ob Arbeitnehmer verschiedener Berufe eventuell auch unterschiedlichen Belastungsfaktoren ausgesetzt sind, die zu entsprechenden Beanspruchungen führen. Anhand empirisch gut fundierter Studien sollen unterschiedliche Berufsgruppen miteinander verglichen werden. Dabei steht es den Bearbeitenden frei, die Auswahl der Berufsgruppe theoretisch zu begründen oder zuerst empirisch vorzugehen und Unterschiede im Anschluss zu erklären. Möglich ist bspw. ein Vergleich zwischen pflegenden und technischen Berufen.

5. Psychische Beanspruchungen im Geschlechtervergleich

In der Gesundheitsforschung werden soziodemografische Variablen erfasst, um mögliche Unterschiede bspw. zwischen Älteren und Jüngeren, Frauen und Männern und zwischen den beruflichen Hierarchiestufen zu prüfen, da sich Beanspruchungen und Bewältigungsressourcen unterschiedlich auf diese Gruppen verteilen. In dieser Seminararbeit sollen v.a. die Befunde hinsichtlich der Geschlechterdimension zusammengetragen werden.

III) Messung

6. Kritische Analyse von Diagnosetools zur Messung von Burnout

Innerhalb der Literatur lässt sich eine Vielzahl von Instrumenten zur Messung von Burnout identifizieren. Wissenschaftliche Studien verwenden unterschiedliche Diagnosetools. Dabei stellen sich z.B. folgende Fragen: Messen alle Instrumente dasselbe oder ähnliches? Wie ist es mit der Güte der Messung bestellt (Objektivität, Reliabilität, Validität)? Ziel der Seminararbeit soll es sein, ein bewährtes Diagnoseinstrument zur Messung von Burnout zu analysieren und zu bewerten, ggf. können zwei Instrumente verglichen werden.

IV) Prävention

7. Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen gegen Burnout im internationalen Vergleich

Es lassen sich sicher eine Vielzahl von Studien zu Vorbeugemaßnahmen gegen Burnout finden. Aber welche von diesen ist wirksam? Wie sieht es mit der empirischen Evidenz aus? Vorschläge, oft von Beratern, sind zahlreich. Aber sind diese Vorschläge gut (theoretisch gut fundiert, empirisch gut belegt)? Letztlich: was hilft?

V) Burnout im internationalen Vergleich

8. Entstehung und Folgen von Burnout im internationalen Vergleich

Ist Burnout auch in anderen Ländern in der selben Häufigkeit und Intensität festzustellen? Unterscheiden sich möglicherweise die Ursachen von Burnout? Oder treten bei ähnlichen Ursachenlagen andere Folgen (Burnout) auf? Es könnte ja sein, dass die Belastung in der Industriearbeit in anderen Ländern ähnlich ist, aber Burnout weniger oder öfters vorkommt als in Deutschland. Gibt es solche Unterschiede? Vielleicht sind Ärzte in anderen Ländern weniger bereit, „krankzuschreiben“? Vermutlich nicht, aber diese Aussage sollte Ihnen klar machen, um was es hier bei diesem Thema geht. Sicher wird man hier u.a. über eine sorgfältige Länderauswahl eine Eingrenzung vornehmen müssen.

Organisation des Seminars

Fristen und Termine
AnmeldungBis Donnerstag, 04.08.2016 per E-Mail.
Bekanntgabe der TeilnehmerMontag, 08.08.2016, zugleich Einladung in den Moodle-Kurs.
ThemenvergabeDonnerstag, 11.08.2016 um 10 Uhr, Themenauswahl in Moodle
ExposéDas Exposé ist bis zum 21.10.2016 einzureichen.
RücktrittEin Rücktritt ist bis zum 01.11.2016 möglich. Beachten Sie bitte, dass nach diesem Termin die Maluspunkte-Regelung Ihrer Prüfungsordnung zur Anwendung kommt.
AbgabeAm 01.12.2016 von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr in R12 R06 A09.
Veranstaltungen und Räume
VeranstaltungDatumUhrzeitRaum
Proseminar 1 - Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten15.08.201610:00 Uhr bis 14:00 UhrR12 V05 D20
Proseminar 2 - Einführung in die Literaturrecherche17.08.201610:00 Uhr bis 12:00 UhrSchulungsraum der Bibliothek GW/GSW
Kompaktseminar13.12.2016Ein genauer Ablaufplan wird nach Abgabe der Seminararbeiten veröffentlichtT03 R04 C07

*Informationen für Bachelor- und Master-Studierende

Universität Duisburg-Essen
Fakultät Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für BWL, insb.
Arbeit, Personal und Organisation
45117 Essen

Telefon:
0201 / 183-2260
E-Mail:
sekretariat.nienhueser[at]uni-due.de
Fax:
0201 / 183-2283

Zuletzt geändert am 18.08.2016 09:23 Uhr