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Abgeschlossenes Forschungsprojekt


Betriebsvereinbarungen in der Wahrnehmung von Personalverantwortlichen


Projektbearbeiter, Finanzierung und Projektdauer

  • Projektleitung: Prof. Dr. Werner Nienhüser (Tel.: 0201-183-3622/-2260)
  • Projektmitarbeiter: Dipl.-Kfm. Heiko Hoßfeld (Tel.: 0201-183-3663)
  • Finanzierung durch: Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf
  • Laufzeit des Projekts: 1.1.2003 - 31.12.2003

In dem Projekt wurde untersucht,

(a) welchen Stellenwert Personalverantwortliche Betriebsvereinbarungen beimessen,

(b) wie verbreitet Betriebsvereinbarungen sind sowie

(c) ob sich systematische Unterschiede je nach den Merkmalen der untersuchten Unternehmen in den Einschätzungen des Stellenwerts und in der Verbreitung von Betriebsvereinbarungen zeigen.

Zur Klärung dieser Fragen erfolgte eine (von TNS EMNID durchgeführte) repräsentative telefonische Befragung von 1000 Personalverantwortlichen in ebenso vielen Unternehmen.


Projektbeschreibung

Einleitung/Relevanz

Speziell im Kontext betrieblicher Flexibilisierung und Dezentralisierung stellen Betriebsvereinbarungen ein zunehmend wichtiger werdendes Regelungsinstrument dar. Sie sind das Ergebnis betriebsspezifischer Normierung. Hierbei nehmen die beiden Akteure Betriebsrat und Betriebsleitung auf Betriebsebene gewissermaßen die Parallelfunktion der tariflichen Parteien Gewerkschaft und Arbeitgeber-Organisation wahr. Zentral abgeschlossene Regelungen in Form von Tarifverträgen werden so durch dezentrale Regelungen in Form von Betriebsvereinbarungen ausgefüllt und ergänzt.

Sollte unsere Vermutung zutreffen, dass die quantitative, aber auch die qualitative Bedeutung von Betriebsvereinbarungen zunimmt, so würde dies einen grundsätzlichen Wandel der Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen sowie der Tarifpolitik bedeuten: Es käme zu der immer wieder diskutierten Verbetrieblichung, d.h. zu einer Verlagerung der Regulierungskompetenz an die betrieblichen Akteure. Dies hätte weitere Folgen: Die Regelungsmaterie wird komplexer, weshalb die Anforderungen sowohl an die Betriebsräte als auch an die Personalverantwortlichen (als die für Betriebsvereinbarungen arbeitgeberseitig zuständigen Akteure) wachsen; außerdem nimmt der Informationsbedarf zu.

Fragestellung/Ziele

Betriebsvereinbarungen sind also ausgesprochen wichtige und die Ausgestaltung des Arbeitslebens stärker als in der Vergangenheit prägende kollektiv-regulierende Normen. Aus diesem Grund - und weil es über sie überraschend wenig empirische Untersuchungen gibt - widmete sich das Forschungsprojekt folgenden drei Untersuchungsfragen:

  • Erstens wurde untersucht, welchen Stellenwert Personalverantwortliche Betriebsvereinbarungen beimessen: Bewerten sie sie als positiv und als künftig stärker zu nutzendes Regulierungsinstrument und welche Folgewirkungen erwarten sie von der Nutzung von Betriebsvereinbarungen?
  • Dementsprechend wurde zweitens ermittelt, wie verbreitet Betriebsvereinbarungen sind.
  • Und schließlich wurde drittens untersucht, welche systematischen Unterschiede sich in den Einschätzungen der Personalverantwortlichen und in der Verbreitung von Betriebsvereinbarungen je nach den Merkmalen der untersuchten Unternehmen zeigen und welche Einflussfaktoren die größten Unterschiede ausmachen.

Methodische Herangehensweise

Zur Klärung dieser Fragen erfolgte eine (von TNS EMNID durchgeführte) repräsentative telefonische Befragung von 1000 Personalverantwortlichen in ebenso vielen Unternehmen.

Die in der Erhebung zu erfassenden Variablen umfassen einerseits Angaben zum Betrieb, wie z.B. Beschäftigtenzahl, Tarifvertragsbindung, Personalstruktur und geplante betriebliche Änderungen. Andererseits werden Einstellungskonstrukte gemessen, wie z.B. die Einschätzung von Betriebsvereinbarungen und die wahrgenommene Haltung des Betriebsrates.

Die Erhebung erfolgte mittels telefonischer Interviews. Die Befragten erhielten auf Wunsch einen Kurzbericht über die wichtigsten deskriptiven Befunde.

Ergebnisse/Publikationen

Nienhüser, W.; Hoßfeld, H. (2004): Bewertung von Betriebsvereinbarungen durch Personalmanager. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung. Reihe: Betriebs- und Dienstvereinbarungen. Frankfurt am Main [mehr...]

Nienhüser, W.; Hoßfeld, H. (2004): 60 Prozent für den Flächentarif, in: Mitbestimmung, Nr.7, S.60-61 [zum Artikel]

Nienhüser, W. (2005): Der Einfluss des Betriebsrats-Typs auf die Nutzung und Bewertung von Betriebsvereinbarungen. Ergebnisse einer empirischen Untersuchung. In: Industrielle Beziehungen, 12 (1): 5-27

Nienhüser, W.; Hoßfeld, H. (2005): Betriebsvereinbarungen - kommt es auf den Betriebsrat an?, in: WSI-Mitteilungen, Nr.10, S.547-553 (download)

Nienhüser, W.; Hoßfeld, H. (2006): Wie bewerten Personalverantwortliche eine betriebliche Regulierung durch Betriebsvereinbarungen? Ergebnisse einer Befragung in 1000 Betrieben, in: Bundesarbeitsblatt, 2006, Nr.2, S.4-8 [download]

Nienhüser, W.; Hoßfeld, H. (2007): Betriebsräte und Betriebsvereinbarungen in der Wahrnehmung von Personalmanagern. Ergebnisse einer Korrespondenzanalyse, in: ESSENER UNIKATE, 2007, Nr.29, S.30-39


*Informationen für Bachelor- und Master-Studierende

Universität Duisburg-Essen
Fakultät Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für BWL, insb.
Arbeit, Personal und Organisation
45117 Essen

Telefon:
0201 / 183-2260
E-Mail:
sekretariat.nienhueser[at]uni-due.de
Fax:
0201 / 183-2283

Zuletzt geändert am 30.08.2017 15:15 Uhr