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Abgeschlossenes Forschungsprojekt


Verbetrieblichung und Betriebsvereinbarungen in der Wahrnehmung von Betriebsräten und Personalverantwortlichen


Projektbearbeiter, Finanzierung und Projektdauer

  • Projektleitung: Prof. Dr. Werner Nienhüser (Tel.: 0201-183-3622/-2260)
  • Projektmitarbeiter: Dipl.-Kfm. Heiko Hoßfeld (Tel.: 0201-183-3663)
  • Finanzierung durch: Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf
  • Laufzeit des Projekts: 1.7.2005 - 30.06.2007
  • Fragen? Schreiben Sie uns: Werner Nienhüser | Heiko Hoßfeld

Ziele und Untersuchungsfragen des Forschungsprojektes

Wir befragen in 1000 Betrieben jeweils einen Personalverantwortlichen der Betriebsleitung und ein Mitglied des Betriebsrats zu Formen der Regulierung von tariflich relevanten Sachverhalten. Wir stellen Fragen zu folgenden Themen:

  1. Welche Formen der Regulierung - vom Flächentarifvertrag über Betriebsvereinbarungen bis hin zum Einzelarbeitsvertrag - nutzen Betriebe? Welche typischen Kombinationsformen zeigen sich (etwa Flächentarifvertrag in Verbindung mit Betriebsvereinbarungen)?
  2. Wie bewerten Betriebsräte und Personalverantwortliche (die für den Abschluss von Betriebsvereinbarungen zuständig sind) derartige Regulierungsformen?
  3. Wie bewerten Personalverantwortliche und Betriebsräte Überlegungen zu einer stärkeren "Verbetrieblichung", das heißt, die Idee, Verhandlungen über Tarifangelegenheiten zunehmend auf die Betriebsebene zu verlagern?
  4. Welchen Einfluss hat die betriebliche Sozialbeziehung zwischen Betriebsleitung und Betriebsrat auf die Haltung gegenüber der "Verbetrieblichung"?

Zur Klärung dieser Fragen führt TNS EMNID eine repräsentative, telefonische Befragung durch.

Warum ist dieses Forschungsprojekt für Betriebe wichtig - für Betriebsleitungen ebenso wie für Betriebsräte?

Die zunehmende Tendenz, Sachverhalte, die bisher auf überbetrieblicher Ebene geregelt wurden, auf betrieblicher Ebene zu regeln (kurz als Verbetrieblichung bezeichnet), hat massive Folgen für die Politik der Tarifparteien. Besonderes Augenmerk richtet unsere geplante Untersuchung auf Betriebsvereinbarungen, aber auch deren Alternativen auf der überbetrieblichen und betrieblichen Ebene in Form von Flächentarifverträgen, Haustarifverträgen bis hin zu informellen Absprachen. Betriebsvereinbarungen normieren, ähnlich wie Gesetze und Tarifverträge, die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsleben. Prinzipiell existieren nicht nur „oberhalb“, sondern auch „unterhalb“ von Betriebsvereinbarungen Möglichkeiten, Vereinbarungen zwischen Betriebsleitung und Betriebsrat (bzw. den Arbeitnehmern) zu treffen: etwa in Form von Regelungsabreden, gemeinsamen Erklärungen, Protokollnotizen, aber auch informellen Absprachen – bis hin zum Verzicht auf kollektive Regelungen und die Beschränkung auf einzelvertragliche Vereinbarungen (evtl. über Musterarbeitsverträge). Die Instrumente schließen sich dabei keineswegs aus; gerade die typischen „Mischungsverhältnisse“ aus unterschiedlichen betrieblichen in Verbindung mit überbetrieblichen Regulierungsformen wollen wir erfassen. Wir wollen Kenntnisse gewinnen über die unterschiedlichen Konfigurationen oder Typen der Regulierung, ihre Häufigkeit und Inhalte, ihre Bewertung durch die Betriebsparteien und ihr Zustandekommen. Mehr Wissen über die Regulierungsinstrumente verbessert die Entscheidungen der betrieblichen Akteure - die Entscheidungen der Personalmanager bzw. der Betriebsleitungen ebenso wie die Entscheidungen der Betriebsräte. Zu diesem Wissen gehören die Einschätzungen beider betrieblicher Parteien, die für den Abschluss von Vereinbarungen zuständig sind. Um ein möglichst realistisches Bild der betrieblichen Situation zu ermitteln, befragen wir daher sowohl Personalverantwortliche als auch Betriebsräte.

Methode

Zur Klärung dieser Fragen erfolgt eine (von TNS EMNID durchgeführte) repräsentative telefonische Befragung von jeweils 1000 Personalverantwortlichen und Betriebsräten in ebenso vielen Unternehmen.

Die in der Erhebung zu erfassenden Variablen umfassen einerseits Angaben zum Betrieb, wie z.B. Beschäftigtenzahl, Tarifvertragsbindung, Personalstruktur und geplante betriebliche Änderungen. Andererseits werden Fragen zur Häufigkeit und Bewertung von Regulierungsinstrumenten gestellt.

Die Erhebung erfolgt mittels telefonischer Interviews. Der Fragebogen kann in gut 20 Minuten beantwortet werden. Die Befragten erhalten auf Wunsch einen Kurzbericht über die wichtigsten deskriptiven Befunde. Die Befragten und die Betriebe bleiben selbstverständlich vollständig anonym.

Die Daten werden quantitativ deskriptiv und zusammenhangsstatistisch ausgewertet; die Ergebnisse in einem Forschungsbericht (und weiteren Publikationen, z.B. in wissenschaftlichen Zeitschriften) veröffentlicht.

Ergebnisse/Publikationen

  • Nienhüser, W.; Hoßfeld, H. (2010): The Effects of Trust on the Preference for Decentralized Bargaining: An Empirical Study of Managers and Works Councillors. In: SAGE Open (2011). doi:10.1177/2158244011425691 (PDF; Webversion)
  • Nienhüser, W.; Hoßfeld, H. (2010): Vertrauen und Verbetrieblichungsneigung von Managern und Betriebsräten. Ergebnisse einer empirischen Erhebung (Teil 2), in: Sozialer Fortschritt, 2010, Nr. 9, S. 227-234 [abstract]
  • Nienhüser, W.; Hoßfeld, H. (2010): Vertrauen und Verbetrieblichungsneigung von Managern und Betriebsräten. Ergebnisse einer empirischen Erhebung (Teil 1), in: Sozialer Fortschritt, 2010, Nr. 8, S. 219-225 [abstract]
  • Nienhüser, W.; Hoßfeld, H. (2010): Alles auf Betriebsebene regeln? Dezentralisierung der Tarifbeziehungen aus Sicht betrieblicher Akteure, in: WSI-Mitteilungen, 2010, Nr. 3, S. 126-134 [abstract]
  • Nienhüser, W.; Hoßfeld, H. (2008): Verbetrieblichung aus der Perspektive betrieblicher Akteure. Reihe: Betriebs- und Dienstvereinbarungen. Bund-Verlag, Frankfurt am Main [mehr...]
  • Nienhüser, W.; Hoßfeld, H. (2007): Regulierungsform und Verbetrieblichungsneigung von Managern und Betriebsräten. Ergebnisse einer empirischen Erhebung. In: Industrielle Beziehungen, Nr. 4 [download] (Mit freundlicher Genehmigung des Rainer Hampp Verlags.)

*Informationen für Bachelor- und Master-Studierende

Universität Duisburg-Essen
Fakultät Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für BWL, insb.
Arbeit, Personal und Organisation
45117 Essen

Telefon:
0201 / 183-2260
E-Mail:
sekretariat.nienhueser[at]uni-due.de
Fax:
0201 / 183-2283

Zuletzt geändert am 30.08.2017 15:17 Uhr