Arbeit, Personal, Organisation - Hauptseminar im Sommersemester 2020

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"Negative Unternehmenspraktiken" im Sommersemester 2020

1.  Grundlegendes

Der Themenschwerpunkt der Seminare befasst sich mit den Ursachen, den Wirkungen und der Prävention negativer Unternehmenspraktiken.

Die Details in der Organisationsform der Seminare unterscheiden sich zum Teil von Semester zu Semester, dazu beachten Sie die jeweilige aktuelle Beschreibung des Seminars. Typischerweise gelten folgende Regeln:

Das Seminar selbst findet in der Regel am Ende des Semesters als Blockveranstaltung statt. Bitte beachten Sie die Ankündigungen auf unserer Webseite.

2.  Inhalte der Veranstaltung

Häufig ist in der Betriebswirtschaftslehre die Rede von „best practices“, selten jedoch von „bad“ oder „worst practices“. Dabei können wir von den schlechten möglicherweise mehr als von den guten Praktiken lernen. Ziel des Seminars ist es, theoretisch geleitet und unter Heranziehung empirischer Studien zu erklären, warum sich Unternehmen im Ausmaß der Nutzung negativer Unternehmenspraktiken unterscheiden, welche Wirkungen diese Praktiken haben und wie man diese verhindern kann.

Was sind negative Unternehmenspraktiken bzw. bad practices?

Zahlreiche Unternehmen bedienen sich bei der Gestaltung ihrer Organisationsstrukturen, der Allokation ihrer Ressourcen und beim Umgang mit ihren Stakeholdern Praktiken, die einer Gewinnmaximierung zwar zuträglich sein mögen, aber auch gesellschaftlich unerwünschte Effekte beinhalten können. Beispiele hierfür sind die Wahl komplexer multinationaler Organisationsstrukturen zur Steuervermeidung, die Auslagerung problematischer Geschäftspraktiken in Länder mit niedrigeren Arbeitsstandards und geringer staatlicher oder gewerkschaftlicher Kontrolle, Bestechung bzw. Korruption, illegaler Export von Waffen, die Umgehung und Behinderung der Arbeitnehmer-Mitbestimmung, die Gewährung unverhältnismäßig hoher Managergehälter zu Ungunsten der Aktionäre und anderer Stakeholder oder die bewusste Inkaufnahme gesundheitlicher Risiken durch die Produkte oder die Art und Weise der Produktion. Solche Praktiken können als negative externe Effekte, als Wirkungen zu Lasten Dritter, verstanden werden.

Konkrete Themenvorschläge finden Sie weiter unten. In der Regel wählen wir in jedem Semester andere Themenschwerpunkte aus.

3.  Voraussetzungen

Voraussetzung für den Scheinerwerb im Hauptseminar ist die (erfolgreiche) Anfertigung einer Seminararbeit. Die Teilnahme an der Blockveranstaltung ist zudem aus inhaltlichen und didaktischen Gründen unverzichtbar - wie sollte sonst eine Diskussion möglich sein? Außerdem wird die Teilnahme am unterstützenden Proseminar dringend empfohlen. Für Studierende, die eine Master- bzw. Bachelorarbeit am Lehrstuhl anfertigen möchten, ist der erfolgreiche Besuch eines Seminars verpflichtend.

Beachten Sie Ihre jeweilige Prüfungsordnung! Aktuell gilt für BWL Studierende im Bachelor, dass Sie mindestens 72 Credits im Kernstudium absolviert haben müssen, um an einem Seminar teilnehmen zu können.

Neben den formalen Teilnahmevoraussetzungen wird für die Teilnahme vorausgesetzt, dass Sie mindestens eine Klausur im Haupt- bzw. Vertiefungsstudium des Lehrstuhls erfolgreich abgeschlossen haben - für Bachelorstudierende also in "Personalmanagement", "Personal- und Organisationsforschung" oder "Organisation". Die erfolgreiche Teilnahme an "Unternehmensführung" allein reicht nicht aus.

Hinweis: Es muss zum Zeitpunkt der Anmeldung eine erfolgreich bestandene - d.h. bereits benotete - Klausur aus dem Vertiefungsbereich des Lehrstuhls vorliegen. Nicht ausreichend für eine Anmeldung sind also folgende Fälle:

  • Sie haben bereits eine Klausur des Lehrstuhls geschrieben, diese aber nicht bestanden.
  • Sie haben sich für eine Klausur des Lehrstuhls angemeldet, diese aber noch nicht geschrieben.

Falls Sie eine Klausur des Lehrstuhls (z.B. die Klausur „Organisation“ zum Nachtermin) bereits geschrieben haben, jedoch noch auf die Benotung warten, ist eine Anmeldung zum Seminar unter Vorbehalt möglich. Die aktuelle Notenübersicht können Sie nach Bestehen der Klausur nachreichen. Sollten Sie in diesem Fall jedoch die Klausur nicht bestehen, wird die Anmeldung automatisch ungültig.

Hinweis: Für Master-Studierende sind keine Zugangsvoraussetzungen zu erfüllen.

4.  Anmeldung

Bei Interesse bitten wir Sie um eine Voranmeldung per E-Mail mit einer aktuellen Notenübersicht. Die Voranmeldung ist ab Montag, 09.03.2020 bis Sonntag, 29.03.2020 bei Herrn Dr. Heiko Hoßfeld (heiko.hossfeld@uni-due.de) möglich.

Die Zahl der TeilnehmerInnen am Hauptseminar ist auf 10 Plätze begrenzt. Bei größerer Nachfrage erfolgt gemäß aktuell geltender Prüfungsordnung eine Auswahl nach Studienfortschritt - gemessen an den gesammelten Credits auf Ihrem Gesamtkonto (beginnend bei der höchsten Anzahl an Credits). Die Vergabe der Plätze wird nach Sichtung der Anmeldeunterlagen am 31.03.2020 per E-Mail erfolgen. Den Zugang zum Moodle-Kurs (Fachseminar Arbeit, Personal und Organisation SoSe 20) erhalten die TeilnehmerInnen ebenfalls am 31.03.2020. Bis zur Themenauswahl ab dem 06.04.2020 sollten die TeilnehmerInnen sich überlegt haben, in welchem der unten aufgeführten Themenfelder sie gerne eine Seminararbeit anfertigen möchten. Hierbei ist es ratsam, auch einen alternatives Thema mit einzuplanen.

5.  Organisation des Seminars

5.1  Fristen und Termine
AnmeldungVon Montag, 09.03.2020 bis Sonntag, 29.03.2020 per E-Mail.
Bekanntgabe der TeilnehmerMittwoch, 31.03.2020, zugleich Einladung in den Moodle-Kurs.
ThemenauswahlVon Montag, 06.04.2020 um 10 Uhr bis Freitag, 10.04.2020 um 10 Uhr im Moodle-Kurs.
Abgabe des ExposésAm 29.04.2020 bis 10 Uhr in den Moodle-Kurs hochladen.
RücktrittEin Rücktritt ist bis zum 22.05.2020 möglich. Beachten Sie bitte, dass nach diesem Termin die Maluspunkte-Regelung Ihrer Prüfungsordnung zur Anwendung kommt.
AbgabeAm 21.06.2020 (bis 23:59 Uhr) per E-Mail an den jeweiligen Betreuer.
5.2  Veranstaltungen und Räume
VeranstaltungDatumUhrzeitRaum
Proseminar 1 - Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten08.04.202010:00 - 14:00 UhrR12 S05 H20
Proseminar 2 - Einführung in die Literaturrecherche09.04.202014:30 - 16:30 UhrSchulungsraum der Bibliothek Campus Essen
Proseminar 3 - Besprechung der Exposés06.05.2020noch offennoch offen
Kompaktseminar09.07.2020Ein genauer Ablaufplan wird nach Abgabe der Seminararbeiten veröffentlichtR12 V01 D85

6.  Seminararbeiten im SoSe 20: Grundsätzliche Logik der Arbeiten und Themengebiete

Uns geht es um folgende Fragen:

  • Was sind Ursachen bestimmter negativer Unternehmenspraktiken?
  • Wie wirken negative Unternehmenspraktiken?
  • Wie kann man negative Unternehmenspraktiken verhindern?
6.1  Logik und Kriterien zur Beantwortung solcher Fragen - verdeutlicht an der Analogie zur medizinischen Forschung

Fragen wie die drei oben genannten sind theoretisch geleitet empirisch zu klären. Die Logik, wie Sie vorgehen, lässt sich an einer Analogie zur medizinischen Forschung verdeutlichen. Angenommen, Sie wären im Bereich der medizinischen Forschung tätig und würden zu Krankheit K forschen. Es wäre erstens sicher wichtig zu wissen, was die Ursachen für Krankheit K sind. Bevor Sie allerdings nach den Ursache suchen, müssen Sie Krankheit K gut beschreiben, um sie von anderen Krankheiten abzugrenzen und auch bei einzelnen Patienten feststellen zu können, ob K vorliegt oder nicht. Eine zweite wichtige Frage wäre: Welche Folgen hat die Krankheit K für die Erkrankten (und die Gesellschaft)? (Vielleicht ist K sogar tödlich?) Insbesondere, wenn die Krankheit sehr negative Folgen für die Erkrankten hat, dann werden wir versuchen, die Krankheit zu verhindern oder wenn sie dennoch auftritt, die Patient*innen zu heilen. Wir könnten z.B. fragen, ob Medikament M gegen K hilft.

Nun muss nicht jede/ Mediziner*n selbst Primärforschung betreiben, um solche Fragen zu beantworten. Und auch für die Primärforscher*innen beginnt jede Forschung mit der Aufarbeitung der vorhandenen Forschung. Was sagt die bisherige Literatur zu den genannten Fragen? Machen wir uns das am Beispiel der Frage nach der Heilung von Krankheit K klar. Wir wollen etwa wissen, ob ein Medikament M hilft. Es ist klar, dass man die Frage nach der Heilung von K durch Medikament M nicht dadurch beantworten kann, indem man aus der vorhandenen Literatur nur eine einzige Studie herausgreift und diese dann berichtet. Auch als Patient*innen wären wir wohl kaum zufrieden, wenn wir einen Aufsatz in einer medizinischen Zeitschrift lesen würden, in dem gesagt würde: "Medikament M heilt K. Das kann an 1 Studie von 20 vorliegenden Studien gezeigt werden." Nein, wir würden wohl erwarten, dass die Verfasser*innen des Aufsatzes möglichst alle 20 Forschungsarbeiten auswerten würden und auf dieser Grundlage zu einem Urteil über die Wirksamkeit von Medikament M kämen. Wir würden auch wissen wollen, wie die Liste der 50 Studien zustande gekommen ist (z.B. durch die Suche in bestimmten Datenbanken nach bestimmten Suchbegriffen), denn es sollten ja keine Studien übersehen werden. Zudem werden nicht alle Studien gleich gut sein. Wir würden erwarten, dass methodisch schlechte Studien weniger und gute Studien stärker in das Gesamturteil über die Wirksamkeit von M eingehen. Dazu wäre es wichtig zu wissen, was "gut" oder "schlecht" bedeutet; wir benötigen also Kriterien, um die Qualität der Studien einschätzen zu können.
Es geht also zum einen um Empirie. Vereinfacht gesagt interessiert uns, ob diejenigen, die Medikament M genommen haben, gesund geworden sind und die, die es nicht genommen haben, nicht oder später gesundet sind. Wenn wir eine solche Korrelation oder Unterschiede bei den zwei Patient*innegruppen fänden, könnte das ein Argument dafür sein, dass M hilft. Dass die Sache wesentlich komplizierter ist, liegt auf der Hand: So kann man auch gesund werden, obwohl und nicht weil man Medikament M genommen hat, es kann ein Placebo-Effekt sein usw. - das wollen wir hier nicht vertiefen, was nicht heißt, dass Sie das in Ihrer Seminararbeit vernachlässigen dürfen.
Neben der Empirie, den statistischen Befunden, ist aber zum anderen auch die Frage nach der theoretischen Begründung dafür, dass Medikament M Krankheit K heilt, wichtig. So wird derzeit die Frage diskutiert, ob die Einnahme homoöpathischer Mittel (hM) Krankheiten heilen kann. Ein wichtiger Einwand ist: Die Theorie der Homöopathie ist falsch. Präparate, die nahezu keinen Wirkstoff enthalten, können nicht wirken. Die Behauptungen über den Mechanismus, der den Zusammenhang zwischen hM und K erklären könnte, sind falsch. Die Frage der Empirie ist hier natürlich ebenfalls wichtig: Zeigen denn empirische Studien einen Effekt der homöopathischen Präparate? Wir müssen hier nicht diskutieren, wer hier in dieser Debatte Recht hat. Aber wenn wir erstens gute Studien hätten, die zeigen, dass hM keinen Effekt hat und zudem die Befürworter von hM keine gute Theorie bieten könnten, die erklärt, warum hM zur Gesundung führt, dann müssten wir wohl Abstand davon nehmen, K mit mH zu behandeln.

Nun werden Sie sagen: Das mag für die Medizin alles richtig sein, aber doch nicht für die Betriebswirtschaftslehre. Wir sagen: Diese Logik und die Anwendung dieser Maßstäbe sind auch für die betriebswirtschaftliche Forschung (und jede andere Forschung) sinnvoll. Und Sie sind nun Forscher*in, da Sie eine Forschungsarbeit verfassen, die die wissenschaftliche Forschung anderer auswertet.

6.2  Themenfelder

(1) Ursachen von Bad Practices

(a) Kinderarbeit

Wovon hängt es ab, ob (westliche) Unternehmen Kinderarbeit nutzen (etwa in Subunternehmen) oder bei Lieferanten tolerieren? Unter welchen Voraussetzungen verzichten Unternehmen hierauf? Die Seminararbeit soll sich darauf konzentrieren, Bestimmungsgründe für dieses Verhalten theoretisch fundiert zu analysieren, etwa auf Basis von Kosten-/Nutzenüberlegungen.
Einstiegsliteratur:

  • Ambika, Zutshi; Andrew, Creed (2009): Child labour and supply chain. Profitability or (mis)management. In: European Business Review 21 (1), 42–63.

(b) Korruption und Bestechung

Um ihre Ziele durchzusetzen, greifen Unternehmen sowie Organisationsmitglieder nicht immer auf regelkonformes Verhalten zurück. Korruptives Verhalten ist gekennzeichnet durch nicht-regelkonforme Handlungen zu Lasten Dritter (dies kann auch die "Allgemeinheit" sein). Korruption kann unterschiedliche Formen annehmen, so gewähren Unternehmen bzw. deren Mitglieder im Fall der Bestechung Amtsträgern einen - zumeist materiellen - Vorteil für eine Amtshandlung (z.B. bei der Vergabe von Aufträgen oder dem Erteilen von Genehmigungen). Ziel der Seminararbeit soll es sein, die Gründe und Begleitumstände von korruptivem Verhalten theoretisch fundiert zu analysieren.
Einstiegsliteratur:

  • Staffhorst, C. (2010). Wertkonflikte in Unternehmen: eine erweiterte organisationstheoretische Analyse von Korruption. Springer-Verlag.
  • WU, X. U.N. (2005): Corporate Governance and Corruption. A Cross-Country Analysis. In: Governance 18 (2), 151–170.
  • Liu, Xizi (2016): A Literature Review on the Definition of Corruption and Factors Affecting the Risk of Corruption. In: Open Journal of Social Sciences, 4 (6), 171–177.

(2) Wirkungen von Bad Practices

Einfluss von Bad Practices auf den Aktienkurs

Werden "unethische Praktiken" von den Aktienmärkten abgestraft oder werden diese ignoriert? Wovon hängen die Reaktionen des Aktienmarktes ab? Aufgabe der Seminararbeit soll es sein, den Zusammenhang zwischen negativen Unternehmenspraktiken und Aktienkursen theoriebezogen zu analysieren und existierende empirische Studien hierbei heranzuziehen.
Einstiegsliteratur:

  • Carberry, E. J., Engelen, P. J., & Van Essen, M. (2018). Which firms get punished for unethical behavior? Explaining variation in stock market reactions to corporate misconduct. Business Ethics Quarterly, 28(2), 119-151.

(3) Mechanismen zur Verhinderung von Bad Practices

a) Whistleblowing und Arbeitnehmer-Partizipation

Whistleblowing dient vordergründig zwar in erster Linie dem Aufdecken von Bad Practices, ein erfolgreich implementiertes Whistleblowing-System kann jedoch möglicherweise auch das Durchführen von Bad Practices verhindern. Denkbar wäre hier etwa eine Analyse der - strukturellen und/oder individuellen - Faktoren, die Whistleblowing-Verhalten fördern oder behindern. Man könnte auch fragen, ob z.B. in den Unternehmen oder in den Ländern, in denen Whistleblowing institutionalisiert ist, weniger negative Unternehmenspraktiken auftreten.
Einstiegsliteratur:

  • Mesmer-Magnus, J. R., & Viswesvaran, C. (2005). Whistleblowing in organizations: An examination of correlates of whistleblowing intentions, actions, and retaliation. Journal of business ethics, 62(3), 277-297.

b) Partizpation der Arbeitnehmer / gewerkschaftlicher Organisationsgrad

Diskutiert wird auch die Hypothese, dass eine starke Arbeitnehmerorganisation und eine Beteiligung von Arbeitnehmern an den Entscheidungen von Unternehmen die Wahrscheinlichkeit negativer Unternehmenspraktiken reduziert. Möglich wäre z.B. eine Analyse des Zusammenhangs zwischen dem Vorhandensein (und der Macht) von Mitbestimmungsorganen und negativen Praktiken.
Einstiegsliteratur:

  • Ash, Michael; Seago, Jean Ann (2004): The effect of registered nurses´ unions on heart-attack mortality. In: Industrial labor relations review, 57 (3), 422-442.

Zur Erläuterung: So ist bei der Frage 1 danach, warum manche Unternehmen viel Kinderarbeit nutzen und andere dagegen weniger oder gar nicht, zunächst einmal nach Theorien zu suchen, die zu dieser Frage etwas sagen. Dann ist zu klären, was empirische Studien ergeben haben. Auch bei den Wirkungen von negativen Praktiken (Frage 2) müssen Sie eine abhängige Variable, in diesem Fall eine (oder mehrere) Outputvariable(n) auswählen. Das kann z.B. der Aktienkurs sein. Wie wirken nun Bad Practices auf den Aktienkurs von Unternehmen? Hier müssen Sie ebenfalls nach geeigneten Theorien suchen, die empirischen Befunde der relevanten Untersuchungen berichten und vor dem Hintergrund der theoretischen Überlegungen interpretieren. Die dritte Frage zielt auf die Prävention von Bad Practices. So wird z.B. angenommen, dass die Möglichkeit von Whistleblowing oder von Partizipation der Arbeitnehmer*innen vor Bad Practices schützt. Man könnte fragen, ob das stimmt oder auch danach, was dazu führt, dass Whistleblowing oder Partizipation in Unternehmen eingeführt werden.

7.  Einstiegs- und Pflichtlektüre für alle SeminarteilnehmerInnen

  • Corporate Reform Collective (2014): Fighting Corporate Abuse. Beyond Predatory Capitalism. London; insb. Kapitel 1, 5, 6, 8, 10, 14.
  • Rügemer, W./Wigand, E. (2014): Union Busting in Deutschland. Die Bekämpfung von Betriebsräten und Gewerkschaften als professionelle Dienstleistung. Otto-Brenner-Stiftung Arbeitsheft Nr. 77. Frankfurt / Main (online hier verfügbar).
  • Martin, A. /Bekmeier-Feuerhahn, S./Jochims, T./Weisenfeld-Schenk, U. (2014): Bad Practices in Unternehmen und die Mechanismen ihrer Etablierung. Der Fall Enron. In: Zeitschrift für Personalforschung 28 (4), S. 452–484.
  • Martin, A./Hollborn, M./Jochims, T./Rogée, A./Saggau, C./Wüst, S. (2015): Bad Practices in deutschen Unternehmen. Mechanismen im Umgang mit fragwürdiger Moral. Lüneburg: Universität Lüneburg Institut für Mittelstandsforschung (Schriften aus dem Institut für Mittelstandsforschung, Heft 45). (PDF hier verfügbar).
  • Nienhüser, W./Magnus, M. (2003): Die wissenschaftliche Bearbeitung personalwirtschaftlicher Prolemstellungen – Eine Einführung, Essen, insb. S. 23ff. (PDF hier verfügbar).
  • Nienhüser, W./Wolfslast, M. (2019): Wie man Theorien anwendet - Hinweise zur Anwendung von Theorien am Beispiel von Organisationstheorien. Essen (PDF hier verfügbar).
  • Nienhüser, W./Wolfslast, M./Cichon, J. (2014): Die Fallstudien-Methode in wissenschaftlichen Arbeiten. Essen (PDF hier verfügbar).
  • Nienhüser, W./Wolfslast, M./Cichon, J. (2018): Ergänzung zu unserem Text ‚Die Fallstudien-Methode in wissenschaftlichen Arbeiten‘. Essen (PDF hier verfügbar).
  • Nienhüser, Werner (2018): Analyse negativer Unternehmenspraktiken (Bad Practices)–oder: Warum mehr Analysen von Bad Practices nötig sind und warum wir so wenige finden. In: Fietze, Simon/Holtmann, Doris/Schramm, Florian (Hrsg.): Zwischen Provinzen und Metropolen: Stationen einer sozioökonomischen Reise. Festschrift für Wenzel Matiaske. Rainer Hampp Verlag: München, Mering, S. 9–20.(PDF hier verfügbar).

Weitere Literatur werden wir im Laufe der Vorbereitung des Seminars sowie im Proseminar spezifisch für die jeweiligen Themen angeben. Zusätzlich müssen Sie vor dem Hintergrund der von Ihnen bearbeiteten speziellen Fragestellung weitere relevante Quellen verwenden. Wir empfehlen Ihnen daher unbedingt die Teilnahme an der Veranstaltung zur Literaturrecherche, die im Rahmen des Proseminars in Kooperation mit der Bibliothek angeboten wird. Eine mangelhafte Literaturrecherche wird in jedem Fall dazu führen, dass Ihre Seminararbeit als "nicht ausreichend" benotet wird.

8.  Exposé und Seminararbeit

8.1  Fragestellung und Exposé

Die Erarbeitung einer präzisen Fragestellung und einer entsprechenden Vorgehensweise sowie Gliederung gehört zu den notwendigen Leistungen der SeminarteilnehmerInnen. Deshalb müssen die Teilnehmer ein entsprechendes Exposé erstellen, welches als Grundlage für eine individuelle Besprechung zwischen dem Betreuer und dem Teilnehmer dient. Dieses Exposé enthält

  1. die Fragestellung Ihrer Arbeit,
  2. Ihre Vorgehensweise (zusammen ca. zwei Seiten) und
  3. eine Gliederung (mindestens bis zur zweiten Gliederungsebene).

Im Anschluß daran haben die TeilnehmerInnen Gelegenheit, ihre Seminararbeit anzufertigen. Diese Arbeit darf einen Umfang von 30.000 Zeichen ("Zeichen ohne Leerzeichen") nicht überschreiten. Dies entspricht ca. 15 Seiten - hierfür gilt der reine Fließtext (ohne Deckblatt/Gliederung und Literaturverzeichnis). Eine Überschreitung dieser Grenze gefährdet die Note.

8.2  Formelle Anforderungen an ein Exposé

Ein Exposé muss folgende Angaben enthalten:

  • Ihren Namen,
  • eine Versionsnummer (z.B. Version Nr. 3 bei der dritten Fassung),
  • das Datum der Erstellung und
  • den Arbeitstitel der Arbeit.

Außerdem erwarten wir,

  • dass Sie ein gut lesbares Textformat wählen (nutzen Sie am besten bereits für Ihr Exposé die Formatvorlage) und
  • dass Sie für Ihr Exposé dieselbe rechtschreibliche Sorgfalt walten lassen wie für Ihre spätere Arbeit: Exposés mit einer unzumutbar hohen Anzahl von Fehlern in Rechtschreibung, Ausdruck und/oder Grammatik nimmt der Lehrstuhl nicht an.
8.3  Bewertungskriterien für Seminararbeiten
  1. Ist die Fragestellung klar herausgearbeitet und in ihrer Bedeutung begründet?
  2. Ist der Aufbau der Arbeit sinnvoll auf die Fragestellung bezogen?
  3. Wie sind die inhaltlichen Ausführungen hinsichtlich Argumentationslogik, Breite, Tiefe und Problembezug zu beurteilen?
  4. Wird die relevante Literatur angemessen berücksichtigt?
  5. Entspricht die Arbeit in formaler Hinsicht den Regeln wissenschaftlichen Arbeitens?
8.4  Formvorschriften für Seminararbeiten

Prinzipiell gelten dieselben Formvorschriften wie für Abschlussarbeiten, jedoch mit folgenden Ausnahmen:

  • Die Arbeit darf einen Umfang von 30.000 Zeichen (ohne Leerzeichen) nicht überschreiten (dies entspricht ca. 15 Seiten), Zeichenüberschreitungen gefährden die Note. Texttabellen werden mitgerechnet, Grafiken (Darstellungen mit vielen Symbolen), das Inhaltsverzeichnis sowie das Literaturverzeichnis zählen nicht zum Text.
  • Gestaltung des Deckblatts: Hier müssen der Titel des Seminars und der Titel der Seminararbeit sowie folgende persönliche Angaben aufgeführt sein: Vor- und Nachname, Adresse und Telefonnummer, Matrikelnummer, Semesterzahl zum Zeitpunkt der Abgabe sowie angestrebter Studienabschluss.

Bitte nutzen Sie unsere spezielle Formatvorlage, in ihr finden Sie auch weitere Informationen:

8.5  Abgabe / Einreichung der Seminararbeiten
  • Bitte reichen Sie Ihre Arbeit auschließlich in digitaler Form ein. Senden Sie uns eine E-Mail mit Ihrer Arbeit im PDF-Format (*.pdf) an folgende drei Adressen (andreas.patana@uni-due.de; heiko.hossfeld@uni-due.de; werner.nienhueser@uni-due.de)
  • Benennen Sie Ihre Datei nach folgendem Muster: NameVornameSeminarSoSe2020.pdf. Also z.B. so, wenn Sie Martina Mustermann sind: MustermannMartinaSeminarSoSe2020.pdf. (Bitte keine Umlaute oder andere Sonderzeichen in den Dateinamen verwenden, das macht gelegentlich Probleme.)
  • Geben Sie in die Betreffzeile ebenfalls den Namen der Datei ein, also im Beispiel: MustermannMartinaSeminarSoSe2020.pdf.

Arbeiten, die nicht diesen Formvorschriften genügen, gehen bei uns mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Spambereich.

9.  Präsentation der Ergebnisse

9.1  Organisation

Die Präsentation basiert auf den Inhalten der Seminararbeit und soll Ihren KommilitonInnen Ihre zentralen Erkenntnisse vermitteln. Ähnlich wie die Hauptseminararbeit selbst müssen Ihre Ausführungen eine Fragestellung und einen roten Faden aufweisen.

Bei Gruppenreferaten ist eine gemeinsame Präsentation zu gestalten und keinesfalls inhaltlich nebeneinander stehende Referate. Das bedeutet in der Regel, dass nicht jeder Aspekt der einzelnen Hauptseminararbeiten behandelt werden kann, sondern dass die Gruppe eine gemeinsame Fragestellung und die relevanten Inhalte festlegt. Auch bei einem Einzelreferat ist es nicht sinnvoll, den gesamten Inhalt der Arbeit zu referieren. Wir empfehlen Ihnen, die Kernthesen herauszuarbeiten und in didaktisch ansprechender Form zu präsentieren.

Die Ihnen zur Verfügung stehende Zeit gliedert sich in drei Teile: Der erste Teil beinhaltet Ihren Vortrag. Er darf bei Gruppenreferaten 30 Minuten und bei Einzelreferaten 20 Minuten nicht überschreiten. Im zweiten Teil werden wir die Inhalte Ihres Referats gemeinsam diskutieren. Diese Diskussion wird so ähnlich ablaufen wie auf einer wissenschaftlichen Tagung. Stellen Sie sich also auf Nachfragen ein. Nachfragen können einfache Verständnisfragen sein, aber auch Einwände gegen Ihre Vorgehensweise, Methodik, Interpretation der Literatur etc.

Letztlich sind es die Bewertungskriterien, die wir an Seminararbeiten anlegen, die auch die Nachfragen von Seiten der Seminarleitung sowie von den Studierenden leiten. Zum Schluss sollten circa 5-10 Minuten für ein Feedback zu Ihrem Vortrag verbleiben.

9.2  Bewertungskriterien für Präsentationen
  1. Welche Qualität hatte der Vortrag inhaltlich?
  2. Gelang es, den Inhalt zu vermitteln?
  3. Wurden die zeitlichen Vorgaben eingehalten?
  4. Waren (bei einem Gruppenreferat) die Beiträge aufeinander abgestimmt?

  • Professor Werner Nienhueser will no longer consider applications from prospective PhD students.

* Vorlesung Unternehmensführung am 26.11.2019 - Beitrag zur Public Climate School
"Unternehmen im Klimawandel". Dienstag, 26. November, 18 bis 19.30 Uhr, Hörsaal S05 T00 B08. (Mehr Informationen hier.)

*Informationen für Bachelor- und Master-Studierende *Neue Voraussetzungen für die Vergabe von Bachelor- und Masterarbeiten

Universität Duisburg-Essen
Fakultät Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für BWL, insb.
Arbeit, Personal und Organisation
45117 Essen

Telefon:
0201 / 183-2260
E-Mail:
sekretariat.nienhueser[at]uni-due.de
Fax:
0201 / 183-2283

Zuletzt geändert am 05.02.2020 12:51 Uhr