Arbeit, Personal, Organisation - HauptseminarWS1314

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Raumänderung: Das Seminar findet ab dem 13.11.2013 in R11 T03 D16 statt.


Teil I: Von Freiheit und Mühsal, Produktion und Selbstverwirklichung – Perspektiven auf Arbeit und Arbeitskraft

„Wir nehmen hier an, dass ein Arbeiter die Flexibilität besitzt, selbst zu entscheiden, wie viele Stunden er pro Tag arbeitet“ (Pindyck/Rubinfeld 2013: 728).

Ob und unter welchen Bedingungen Menschen für andere Menschen gegen Lohn arbeiten, ist in den neoklassisch ausgerichteten Bestseller-Lehrbüchern der Wirtschaftswissenschaften kein großes Thema. Schon Marx kritisierte das Bild des abhängig Beschäftigten als souveräner Marktakteur, der sich zwischen Arbeit und Freizeit frei entscheiden kann, als „Standpunkt der Kinderfibel“, der in der klassischen Ökonomie ihm zufolge als „allen Altersklassen und Entwicklungsstufen allein“ gerecht festgehalten werde (Marx 1969: 659). Über das, was Arbeit ist, warum Menschen arbeiten, unter welchen Bedingungen sie dies tun und was für Folgen dies hat, gibt es ganz offenbar sehr unterschiedliche Ansichten. Im ersten Teil des Seminars wollen wir eine Reihe unterschiedlicher Perspektiven auf Arbeit behandeln. Den Einstieg bildet die klassische bzw. neoklassische Theorie, der wir in der zweiten Sitzung ihre Kritik bei Marx gegenüberstellen. Macht und Kontrolle bilden den Dreh- und Angelpunkt bei Foucault, an dessen Analysen zur Disziplin die dritte Sitzung anknüpft, ebenso wie bei der Labour Process Debate, die Gegenstand der darauf folgenden Sitzung ist. Abschließen wird der erste Seminarteil mit einer Sitzung zur jüngeren Diskussion um die Subjektivierung von Arbeit, bei der es u.a. um von den Beschäftigten an ihre Arbeit gestellten Selbstverwirklichungsansprüche und die Nutzbarmachung dieser Ansprüche durch Unternehmen geht. Ziel dieses Blocks ist, den Studierenden unterschiedliche, teils historisch-spezifische Arbeitskraft-Grundtypen aufzuzeigen sowie die Prozesse zu thematisieren, die diese Arbeitskraft-Typen hervorbringen.

Teil II: Geschlecht

Im zweiten Teil des Seminars werden wir uns mit Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt beschäftigen. Wir gehen dabei auf die Entgeltungleichheiten und die unterschiedlichen Aufstiegschancen von Frauen ein. Dabei haben etliche Volkswirte ein einfaches Patent gegen diese Diskriminierung: „Einfach ausgedrückt sind Unternehmer, die nur daran interessiert sind, ihren Gewinn zu maximieren, im Vorteil, wenn sie mit Unternehmern konkurrieren, die auch daran interessiert sind zu diskriminieren. Unternehmungen, die nicht diskriminieren, ersetzen folglich tendenziell solche, die diskriminieren. Insofern stellen wettbewerbsfähige Märkte ein natürliches Mittel gegen Diskriminierung durch Arbeitgeber bereit“ (Mankiw/Taylor 2011: 504). Dieses weit verbreitete Lehrbuch der Volkswirtschaftslehre also davon ausgeht, dass sich das Problem der Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt durch „mehr Markt“ lösen lässt. Im zweiten Teil des Seminars werden wir neben solchen auch andere Perspektiven kennen lernen, die die Beharrlichkeit solcher Tendenzen (auch unter Wettbewerbsbedingungen) zu erklären versuchen. Konkret werden wir uns zunächst die emotionale Arbeit von FlugbegleiterInnen anschauen und die unterschiedliche Wahrnehmung dieser Arbeit, je nachdem, ob sie von einem Mann oder einer Frau ausgeführt wird. In der darauf folgenden Sitzung werden wir eine sozialpsychologische Theorie kennen lernen, die möglicherweise erklärt, warum die Arbeit von Frauen anders wahrgenommen wird. Als Beispiel für ein Instrument des gender mainstreamings behandeln wir Arbeits- bzw. Leistungsbewertungen und beleuchten diese mit Hilfe unseres theoretischen Wissens kritisch. Zum Schluss gehen wir auch auf mikropolitische Prozesse innerhalb von Unternehmen ein und erweitern damit das theoretische Spektrum um einen entscheidenden Faktor, nämlich Macht und das Machtungleichgewicht zwischen Männern und Frauen.

Zugangsvoraussetzungen

Neben den formalen Teilnahmevoraussetzungen (beachten Sie Ihre jeweilige Studienordnung) wird für die Teilnahme vorausgesetzt, dass Sie mindestens eine Klausur im Haupt- bzw. Vertiefungsstudium des Lehrstuhls erfolgreich abgeschlossen haben - für Bachelorstudierende also in „Personalmanagement“ oder „Organisation“. Die erfolgreiche Teilnahme an der "Unternehmensführung" allein reicht nicht aus. Hinweis: Es muss zum Zeitpunkt der Anmeldung eine erfolgreich bestandene - d.h. bereits benotete - Klausur aus dem Vertiefungsbereich des Lehrstuhls vorliegen. Nicht ausreichend für eine Anmeldung sind also folgende Fälle:

  • Sie haben bereits eine Klausur des Lehrstuhls geschrieben, diese aber nicht bestanden.
  • Sie haben eine Klausur des Lehrstuhls geschrieben, diese wurde aber noch nicht benotet.
  • Sie haben sich für eine Klausur des Lehrstuhls angemeldet, diese aber noch nicht geschrieben.

Termine im Wintersemester 2013/2014:

  • Siehe LSF
  • Das Seminar beginnt am 16.10.2013! 23.10.2013
  • Professor Werner Nienhueser will no longer consider applications from prospective PhD students.

* Vorlesung Unternehmensführung am 26.11.2019 - Beitrag zur Public Climate School
"Unternehmen im Klimawandel". Dienstag, 26. November, 18 bis 19.30 Uhr, Hörsaal S05 T00 B08. (Mehr Informationen hier.)

*Informationen für Bachelor- und Master-Studierende *Neue Voraussetzungen für die Vergabe von Bachelor- und Masterarbeiten

Universität Duisburg-Essen
Fakultät Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für BWL, insb.
Arbeit, Personal und Organisation
45117 Essen

Telefon:
0201 / 183-2260
E-Mail:
sekretariat.nienhueser[at]uni-due.de
Fax:
0201 / 183-2283

Zuletzt geändert am 29.01.2014 13:44 Uhr