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03.05.2017 - 11:27:44

Dokumentarfilm

DAS GEGENTEIL VON GRAU

Urbane Systeme-Masterstudentin Mila Ellee ist Co-Drehbuchautorin und Co-Produzentin für den Dokumentarfilm DAS GEGENTEIL VON GRAU. Im Interview spricht Ellee über die Beweggründe zum Filmprojekt, Herausforderungen und die Zukunft vom Netzwerk „Recht auf Stadt Ruhr“.


Der Dokumentarfilm DAS GEGENTEIL VON GRAU des Regisseurs Matthias Coers in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Recht auf Stadt Ruhr“ zeigt die Zurückeroberung und Neuentdeckung von gemeinschaftlichem Raum im Ruhrgebiet. Dabei bahnt sich der Film durch die Szene derer, die sich zusammentun, um die Stadt gemeinsam zu verändern. Die Transformation beginnt in der Nachbarschaft, in Gemeinschaftsgärten, in Repair Cafés und vielen anderen Initiativen.
Regisseur, Fotograf, Journalist und Aktivist Matthias Coers gelang 2014 mit dem Dokumentarfilm „Mietrebellen – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt“ der Durchbruch in der Film- und Urbanistenszene. Mit seinem neuen Projekt DAS GEGENTEIL VON GRAU erscheint das Ruhrgebiet in einem neuen, bunten Licht und verlässt somit die gängige Perspektive eines schrumpfenden, brachliegenden und in Betongrau getunkten Ruhrgebiets.
Im Interview zum Film ist Mila Ellee. Sie ist Studentin des Masterstudiengangs „Urbane Kultur, Gesellschaft und Raum“ an der Universität Duisburg-Essen und Aktivistin im Netzwerk „Recht auf Stadt Ruhr“. Sie ist Koautorin des Drehbuchs als auch Koproduzentin für den Dokumentarfilm DAS GEGENTEIL VON GRAU:

Wie entstand die Idee um Film?
Die Idee zum Film entstand innerhalb eines Treffens des Netzwerkes „Recht auf Stadt Ruhr“. Wir wollten neben dem Manifest „Von Detroit lernen“ auch bildhaft sichtbar machen, wozu das Ruhrgebiet fähig ist, welche Potenziale hier schlummern und wie viele Menschen bereits aktiv sind. Aus dem Netzwerk hat sich schließlich eine Arbeitsgruppe gebildet und innerhalb von zwei Jahren ist zusammen mit Matthias Coers und Grischa Dallmer (Ton und Schnitt) der Film entstanden.

Welche Absicht verbirgt sich hinter dem Dokumentarfilm?
Der Hauptbestandteil des Films sind Interviews mit urbanen Aktivisten aus dem Ruhrgebiet, die ihre Initiativen vorstellen, Visionen und auch Probleme darlegen. Auf diese Art und Weise stellen wir über zwanzig Initiativen im Film vor. Einerseits zeigen wir die bunte Vielfalt an Netzwerken und Initiativen im Ruhrgebiet, eben DAS GEGENTEIL VON GRAU, aber andererseits auch die Probleme und Restriktionen, derer sich Gruppen ausgesetzt sehen.

Welche Reaktionen habt ihr zum Film bisher erhalten?
Unser Team ist nach wie vor überwältigt von der positiven Resonanz zum Film. Uns erreichen stetig neue Anfragen von Veranstaltern, die den Film ausstrahlen möchten – nicht nur im Ruhrgebiet sondern auch aus ganz Deutschland und teilweise auch aus dem Ausland. Darüber hinaus funktioniert der Film nicht nur im Ruhrgebiet, wie ich zunächst befürchtet hatte. Beim Recht auf Stadt Forum in Frankfurt, zum Beispiel, kam unsere Dokumentation überaus gut an und hat offenbar auch die Wahrnehmung der Zuschauer gegenüber des Ruhrpotts beeinflusst. Vielerorts assoziieren die Menschen mit dem Ruhrgebiet ein sehr tristes, von Industrie gezeichnetes Städtebild, das wir zu durchbrechen versuchen. Zudem zeigt der Film, dass das Ruhrgebiet im Gegenzug zu anderen Metropolregionen noch viel Raum für Kreativschaffende bereithält.

Wie finanziert ihr das Projekt?
Der Film ist unabhängig entstanden und auch in ehrenamtlicher Arbeit produziert worden. Ein Teil der Unkosten, wie Plakate, Flyer und Fahrtkosten sind über beantragte Fördergelder gedeckt worden.

Bist du jetzt dem Filmgeschäft erlegen?
Nein. Es hat zwar extrem viel Spaß gemacht, die Dokumentation von der Entstehung bis zur Realisierung zu begleiten, aber ich bin und bleibe in erster Linie Raumplanerin. Das Filmprojekt sehe ich eher als Gegenstand meiner Passion, mein städtisches Umfeld in der Gemeinschaft neu zu denken und andere Menschen zum Mitmachen zu motivieren. Jetzt richte ich meinen Fokus zunächst auf meinen Masterabschluss und unser Netzwerk „Recht auf Stadt Ruhr“.

Habt ihr schon weitere Pläne für das Netzwerk „Recht auf Stadt Ruhr“?
Ich denke, dass wir diesen Sommer und Herbst vornehmlich für den Vertrieb und die Besprechung unseres Films eingespannt bleiben. Danach haben wir zunächst kein Großprojekt geplant. Viel wichtiger ist uns, dass durch den Film viele Menschen auf die verschiedenen Möglichkeiten aufmerksam gemacht werden, im Ruhrgebiet aktiv zu werden und den Städteraum neu zu gestalten. Auch für unser Netzwerk „Recht auf Stadt Ruhr“ erhoffen wir uns Zuwachs. In Zukunft möchten wir einzelne Initiativen in der Umgebung mehr und mehr vernetzen, etwa durch Kongresse oder andere Veranstaltungsformate.

Vielen Dank für das Interview!

Foto: Raumplanerin Mila Ellee:
https://www.uni-due.de/imperia/md/images/urbane-systeme/raumplanerin_mila_ellee.jpg

Die Fragen stelle Josefin Schürmanns.


Synopsis:
Brachflächen, Leerstand, Anonymität, Stillstand – nicht alle zwischen Dortmund und Duisburg wollen sich damit abfinden. Im Gegenteil. Immer mehr Menschen entdecken Möglichkeiten und greifen in den städtischen Alltag ein. Ein Wohnzimmer mitten auf der Straße, Nachbarschaft, Gemeinschaftsgärten. Stadtteilläden, Repair Cafés und Mieter*inneninitiativen entstehen in den Nischen der Städte – unabhängig, selbstbestimmt und gemeinsam.
Das Gegenteil von Grau zeigt unterschiedliche Gruppen, die praktische Utopien und Freiräume leben und für ein solidarisches und ökologisches Miteinander im urbanen Raum kämpfen.

Ein Dokumentarfilm von
Matthias Coers und Recht auf Stadt Ruhr

D 2017 | 90 min. | deutsch / OmeU | FSK ab 0 freigegeben

Hier geht es zur Homepage des Dokumentarfilms „Das Gegenteil von Grau“:
http://gegenteilgrau.de

Der Trailer ist hier zu finden:
https://youtu.be/yprmKSA82Dk

***Soon, the movie “THE OPPOSITE OF GREY” will be broadcasted with English subtitles, too.

Mehr über das Netzwerk „Recht auf Stadt Ruhr“:
https://www.rechtaufstadt-ruhr.de/