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27.03.2018 - 10:35:22

duisport, RWE & UDE

Neues Vorzeigeprojekt führt Flüssiggas als Kraftstoff am Duisburger Hafen ein

Ein interdisziplinäres Gemeinschaftsprojekt für klimaschonende Logistik startete jüngst zwischen dem Duisburger Hafen, RWE und der Universität Duisburg-Essen. Das Projekt „LeanDeR“ wird vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Die Entstehung des Konsortiums fand seinen Anfang am Zentrum für Logistik und Verkehr (ZLV).



Nach dem jüngsten Dieselskandal bei VW und anderen namhaften Autoherstellern zeichnet sich ab, dass Diesel als Treibstoff ausgedient hat. Auf der Suche nach weniger umweltschädlichen Treibstoffen kommt man am Flüssigerdgas nicht vorbei. „Liquefied Natural Gas“, kurz „LNG“, ist ein flüssiges Erdgas, dessen Verbrennung weniger Schwefeloxide, Stickoxide, CO2 und Feinstaub in die Atmosphäre entlässt als beispielsweise Diesel. Der Gebrauch des Gases in der Industrielogistik ist bislang schlecht erforscht. Insbesondere eine dafür benötigte Infrastruktur fehlt zum Testen und Bewerten.
Mit dem Projekt soll sich das Blatt nun wenden: LeanDeR steht für den „Aufbau einer multimodal nutzbaren LNG-Infrastruktur als Vorzeigeprojekt am Duisburger Hafen“. Das Forschungsteam möchte mit seinen Kompetenzen eine solche Infrastruktur für Flüssigerdgas ebnen. Für diese Aufgabe haben sich drei starke Institutionen in der Ruhrregion zusammengetan: der Energieversorgungskonzern RWE, der Duisburger Hafen und die Universität Duisburg-Essen.
Im Projektverlauf bildet der Duisburger Hafen das Forschungslabor. Denn insbesondere am Hafenumschlagplatz kann der Einsatz von Flüssigerdgas signifikant das Klima entlasten und langfristig Ausgaben reduzieren. Im Zuge von LeanDeR steht eine neue LNG-Tankstelle am Hafen zunächst für zwei von Diesel- auf LNG- bzw. Dual-Fuel-Motor umgerüstete Hafenumschlaggeräte zur Verfügung. So prüfen die WissenschaftlerInnen und Ökonomen an der UDE und bei RWE im direkten Vergleich, ob die umgerüsteten Fahrzeuge in der Praxis genauso eingesetzt werden können wie Dieselfahrzeuge, bei geringeren lokalen Schadstoffemissionen.
An der UDE übernehmen die ZLV-Lehrstühle für Baubetrieb und Baumanagement als auch für Mechatronik die wissenschaftliche Leitung. „Wir rüsten die Versuchsfahrzeuge mit der nötigen Sensorik aus. Bestimmt werden sollen u.a. der CO2-Ausstoß, die Feinstaub-Emission und Verbrauchsveränderungen, die für die Ökobilanz wichtig sind. Anschließend vergleichen wir die Werte mit denen vergleichbarer dieselbetriebener Fahrzeuge“, so Arnim Spengler, assoziierter Mitarbeiter des ZLV und im Projekt LeanDeR forschend tätig.
Das Zentrum für Logistik und Verkehr ebnete durch seine regelmäßigen Forschungsaktivitäten mit dem Duisburger Hafen die Zusammenarbeit zwischen RWE und dem Duisburger Hafen. Die Idee zur Nutzung von Flüssigerdgas in der Hafenlogistik entstand darüber hinaus im Rahmen des vom ZLV erstellten integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes des Duisburger Hafens.

Mehr zum Thema unter:
https://www.uni-due.de/2018-01-04-fluessiggas-statt-diesel
Kontaktpersonen:
Dr.-Ing. Niko Maas, Lehrstuhl für Mechatronik, maas@imech.de, Tel. 0203/379-2495
Dipl.-Ing. (FH) Arnim Spengler M.Sc., Lehrstuhl für Baubetrieb und Baumanagement, arnim.spengler@uni-due.de, Tel. 0201/183-2852