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17.02.2018 - 18:21:43

Ruhende Verkehre richtig steuern

Forschungsprojekt „Der Niederrhein, ein sicherer Logistikstandort“ erfolgreich abgeschlossen

Ein Jahr lang befassten sich die Niederrheinische IHK, das Zentrum für Logistik und Verkehr (ZLV) und der Lehrstuhl für Transportsysteme und -logistik der Universität Duisburg Essen mit Problemen und Lösungsansätzen für das sichere Parken von LKW in der Region Niederrhein. Am 13. Oktober 2017 fand die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Landesmitteln finanziert wurde, an der Niederrheinischen IHK in Duisburg statt, bei der die UDE-Wissenschaftler die Forschungsergebnisse vorstellten.



In nur einem Jahr Forschungsphase ist es dem Konsortium bestehend aus der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK), dem Zentrum für Logistik und Verkehr (ZLV) in Zusammenarbeit mit dem angegliederten Lehrstuhl Transportsysteme und -logistik der Universität Duisburg-Essen gelungen, wichtige Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie ruhende LKW weg von illegalem Parken oder überfüllten Rasthöfen gelenkt werden können. Denn der Niederrhein als Transitregion und Logistik-Hub hat ein Problem: Es gibt zu wenig Parkplätze bei einem steigenden LKW-Verkehrsaufkommen. Trotz optimierter Verkehrskonzepte der Region wurde lange außer Acht gelassen, dass der Transportverkehr insbesondere aufgrund gesetzlich festgelegter Ruhepausen für die Fahrer lange Strecken ruhen muss. Das bedeutet nicht nur ein Platzproblem entlang der Logistikrouten, sondern auch ein bestehender Mangel an anknüpfenden Dienstleistungen und ein daraus resultierendes Konfliktpotenzial.

Mit der vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Landesmitteln geförderten Studie „Ruhende Verkehre richtig Steuern – Anforderungen, Chancen und Herausforderungen für moderne Logistikstandorte“ ist ein erster Wegweiser für den Umgang mit LKW-Parkraummanagement entstanden. Die Studie wurde am 13. Oktober 2017 im Rahmen der Abschlussveranstaltung des Förderprojekts vorgestellt.

Hier geht es zur Studie:
http://www.ihk-niederrhein.de/downloads/ihk/IHK_Bericht_Logistik_2017_Internet1.pdf

Prof. Dr. Bernd. Noche, wissenschaftlicher Leiter des Projektes und Vorstand des Zentrums für Logistik und Verkehr (ZLV) beschreibt den Abschluss des Forschungsprojekts sowohl als Bestandsaufnahme der LKW-Parksituation und den damit einhergehenden Konflikten als auch als umfassendes Verbesserungskonzept. Dabei setzen Noche und Team auch auf ein Umdenken hinsichtlich der Rolle der Fahrer: „LKW-Fahrer sind auch Klienten – es wäre schön, wenn es gelänge, sie mit passenden Angeboten in der Region zu interessieren und für die Inanspruchnahme der Dienste zu begeistern“, so Noche. Solche Dienste können dabei sehr unterschiedlich ausfallen: Ladungssicherheit (jeder 5. Diebstahl in NRW passiert auf einem Parkplatz!), Lärmschutz, sanitäre Versorgung, Verpflegung, Unterhaltung usw. spielen im Konzept des Forschungskonsortiums eine wichtige Rolle – nicht zuletzt um den Job eines LKW-Fahrers attraktiver zu gestalten. Auch zunächst kleine Dienste können die Situation auf den Parkplätzen entschärfen. Das Aufstellen von Mülltonnen beispielsweise könne das Verhältnis von Anwohnern und Fahrern merklich verbessern, betont Noche.

Um dem zunächst sehr konkreten Platzproblem entgegenzuwirken, könnten einerseits weiter Stellplätze entlang der Logistikrouten ausgebaut werden. „Aber auch private Investoren und Firmen können Parkraumkapazitäten schaffen“, erklärt Projektkoordinator Andreas Hoene vom Zentrum für Logistik und Verkehr (ZLV) der Universität Duisburg-Essen, „und oftmals auch ohne großen investiven Aufwand“. So seien Shared Parking Lösungen, also z.B. das Öffnen von Parkraum auf bestehenden Speditionshöfen für Dritte ein interessantes Geschäftskonzept.
Hoene zeigt sich zuversichtlich: „Wichtig ist, dass die lokalen Akteure zusammenarbeiten. Dazu gibt es bereits eine Reihe von guten Beispielen im Raum Niederrhein, wo Gewerbetreibende und städtische Betriebe, Verlader und Spediteure Verantwortung für das Problem übernommen haben und kooperieren.“

„Der Niederrhein, ein sicherer Logistikstandort“ In den Medien:
Das Projekt hat ein hohes Medieninteresse erfahren und zeigt somit, dass das Thema über den Forschungsstandort hinaus hohe Relevanz hat. Hier ist eine Auswahl von Veröffentlichungen:

http://www.zeit.de/news/2017-08/12/verkehr-muellberge-und-verkehrsgefahr-was-tun-gegen-lkw-wildparker-12092403
https://www1.wdr.de/nachrichten/lkw-parkplaetze-studie-100.html
https://365tageude.wordpress.com/2017/10/16/ruhende-verkehre-richtig-steuern/
https://www.halternerzeitung.de/Nachrichten/Parkplatz-Mangel-entlang-der-NRW-Autobahnen-1239718.html
https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/studie-bessere-steuerung-bei-lkw-parkplaetzen-noetig-1978876.html
https://www.noz.de/deutschland-welt/niedersachsen/artikel/948138/1000-lkw-parkplaetze-fehlen-an-niedersaechsischen-autobahnen
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/xanten/kein-platz-fuer-lkw-aid-1.7165154
http://www.deutschlandfunkkultur.de/lkw-sucht-verzweifelt-parkplatz-brummi-chaos-an-raststaetten.976.de.html?dram:article_id=402378
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kleve/sichere-parkplaetze-fuer-den-lkw-verkehr-aid-1.7150325

Ein Produkt das aus dem Projekt hervorgeht ist eine Übersicht über bestehende LKW-Parkplätze, die zweisprachig aufbereitet ist, um ortsfremden Fahrern nützliche Park-Info an die Hand zu geben. Hier geht es zum Flyer:
http://www.ihk-niederrhein.de/downloads/ihk/IHK_Logistik_Flyer_A5_04-10-174.pdf

Kontakt für Fragen und Anregungen zum Thema:
Andreas Hoene (ZLV), andreas.hoene@uni-due.de