Wissenschaftliche Mitarbeiter

Fakultät für Biologie
Aquatische Ökologie
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Ich bin ein Gastdoktorand von der Universität Lissabon (obwohl ich eigentlich aus Spanien komme). Vor dem Beginn meiner Doktorarbeit arbeitete ich als Forschungsassistent an der Universität Potsdam (2017-2018), wo ich untersuchte, wie Angst die Wahl der Nahrungssuche von Nagetieren beeinflusst; an der Universität Wageningen (2013-2014), wo ich untersuchte, wie die landwirtschaftliche Intensivierung den Lianenbefall in den Wäldern des zentralen Amazonas fördert; und an der Universität Oviedo (2010-2011), wo ich die Rolle von Säugetieren als Samenverbreiter untersuchte. Ich habe einen BSc in Biologie von der Universität Oviedo (2006-2011) und einen MSc in Ökosystemwiederherstellung von der Universität Alcalá (2012-2014).

Mein Dissertationsprojekt zielt darauf ab, die funktionelle Konnektivität zu charakterisieren, welche die verholzte Ufervegetation für aquatische Makroinvertebraten bietet. Es ist dem OSCAR-Projekt und dem portugiesischen Doktorandenprogramm FLUVIO angegliedert.

Die bewaldete Ufervegetation kann als Korridor für die Ausbreitung vieler verschiedener Organismen, darunter Säugetiere, Insekten oder sogar Pflanzen, dienen. Dies gilt insbesondere für Wasserinsekten, die zu den Eintagsfliegen, Steinfliegen und Köcherfliegen (Ephemeroptera, Plecoptera und Trichoptera = EPTs) gehören. Im Lebenszyklus der EPTs spielt die  Verbreitung durch die Luft eine Schlüsselrolle - einmal um die flussaufwärts gelegenen Abschnitte des Flusses, in dem sie leben, zu erreichen, aber auch um nahe gelegene Flusseinzugsgebiete (wieder) zu besiedeln.

Die Bedeutung von Auwäldern für die Ausbreitung von EPTs ist bisher nur auf kleinen räumlichen Skalen untersucht worden. Der Ausbreitungsprozess sollte aber auch auf größeren räumlichen Skalen bis zum Einzugsgebiet und sogar zwischen nahegelegenen Einzugsgebieten verstanden werden. Dies liegt daran, dass die EPT-Population eines bestimmten Ortes nicht nur von den lokalen Umweltbedingungen, sondern auch von der Konnektivität mit dem Rest des Einzugsgebietes abhängt. Je höher die Konnektivität, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die EPTs an einem Ort auch von anderen Regionen im Einzugsgebiet stammen.

Mein Ziel ist es, die Relevanz der bewaldeten Ufervegetation für die Ausbreitung der EPT auf der Ebene des Einzugsgebiets unter Berücksichtigung der Landschaftsmerkmale (Landnutzung, Ökoregion, Topographie) und ökologischen Bedingungen (Verschmutzung, Hydromorphologie, Flusstyp) zu quantifizieren.