SFB 1439 - RESIST

Neuer Sonderforschungsbereich in der Aquatischen ÖkologieSFB 1439 - RESIST

  • von Ulrike Bohnsack
  • 27.11.2020

Große Freude an der UDE: Sie bekommt einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) zur Aquatischen Ökologie: RESIST untersucht, wie Gewässer und ihre Lebensräume auf die vielen Belastungen reagieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ihn soeben für vier Jahre mit 12,3 Millionen Euro bewilligt. Verlängert wird außerdem MARIE. Dieses Programm, das die Grundlagen für mobile Mini-Materialdetektoren entwickelt, wird für eine zweite Phase von 2021 bis 2024 mit 13,7 Millionen Euro gefördert. Hieran arbeiten UDE und die Ruhr-Universität Bochum gemeinsam.

RESIST (Degradation und Erholung von Fließgewässerökosystemen unter multiplen Belastungen)

Flüsse und Bäche sind Zentren der Biodiversität und für den Menschen lebenswichtig. Durch unser Zutun werden Gewässer auf vielfältige Weise beeinträchtigt, was nicht spurlos an Tieren und Pflanzen vorbeigeht. RESIST will verstehen, wie verschiedene Belastungen einzeln und in Kombination auf die Biodiversität und die Funktionen von Fließgewässern wirken, und wie sich vormals gestresste Ökosysteme wieder erholen. Außerdem sollen Modelle entwickelt werden, um die Effekte vorherzusagen.

Fachleute für verschiedenste Stressoren sowie für ein breites Spektrum an Organismengruppen kooperieren in dem SFB. Seine Sprecher sind die Professoren Dr. Bernd Sures und Dr. Daniel Hering aus der Abteilung Aquatische Ökologie; neben 15 Forschenden der UDE sind Teams der Universitäten Bochum, Köln, Kiel und Koblenz Landau sowie des Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (Berlin) und des Umweltforschungszentrums Halle-Leipzig beteiligt.

„Der Schwerpunkt unserer Untersuchungen liegt auf drei Stressoren, die weltweit für negative Folgen sorgen: steigende Temperaturen, Versalzung und Verschlechterung von Gewässerstruktur und Fließverhalten“, erklärt Bernd Sures. „Wir ergründen, wie die drei einzeln und auch zusammen wirken: zum einen auf alle Komponenten des Nahrungsnetzes von Fließgewässern – von Viren bis zu Fischen –, zum anderen auf vier ökosystemare Funktionen, etwa den Abbau von Falllaub und die Nährstoffzyklen.“

Die Forschenden wenden dabei ein breites Methodenspektrum an. Sie verbinden Freilanduntersuchungen mit Mesokosmen-Experimenten, also künstlichen Mini-Ökosystemen, in denen Versuche wiederholt durchgeführt werden können. Dies findet im Ruhrgebiet an der Boye, dem größten Nebenfluss der Emscher, sowie am Fluss Kinzig in Hessen statt. „Die Renaturierung der Emscher, eines der weltweit umfangreichsten Vorhaben seiner Art, bietet uns ideale Bedingungen“, betont Daniel Hering.

Prof. Dr. Bernd Sures, Prof. Dr. Daniel Hering

Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/37 9-2429, ulrike.bohnsack@uni-due.de

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