Universität Duisburg-Essen   Fakultät für Bildungswissenschaften
  Institut für Psychologie

FAKULTÄT FÜR BILDUNGSWISSENSCHAFTEN


PROF. DR. GISELA STEINS - ALLGEMEINE PSYCHOLOGIE UND SOZIALPSYCHOLOGIE

Sozialverhalten in der Schule - Was kann Schule tun?

Der schulischen Sozialerziehung wird von Lehrern und Lehrerinnen große Bedeutung beigemessen. Lehrer/innen sehen soziale Kompetenzen als grundlegende Voraussetzungen für alle weiteren schulischen Erziehungs- und Bildungsfelder an und erkennen die Zusammenhänge von sozialer und kognitiver Entwicklung im Kindes- und Jugendalter und deren Bedeutung für den Fachunterricht. Auch die aktuelle Orientierung der Bildungspolitik an den von der OECD im Jahr 2003 formulierten Schlüsselkompetenzen, die für die persönliche und soziale Entwicklung der Menschen in modernen, komplexen Gesellschaften wesentlich sind, hat sicherlich einen Beitrag zur Erhöhung der Wertschätzung der schulischen Sozialerziehung geleistet. Die Anerkennung der Bedeutung der Sozialerziehung hängt auch mit den sozialen Defiziten zusammen, die von den Lehrpersonen bei Schülern wahrgenommen werden. So gehört das Management von Disziplinproblemen und unangepasstem Schülerverhalten Jahr um Jahr zu den primären Anliegen von Lehrern/innen. Es ist ein altes Problem, für dessen Lösung man nach effektiven Maßnahmen sucht. Schulen, die auf ein lernförderliches soziales Klima Wert legen, investieren in Systeme und Strategien, die Problemverhalten verhindern. Hierbei sind präventive sozialerzieherische Maßnahmen besonders wichtig. Präventive Maßnahmen können für die große Mehrheit der unproblematischen Schüler/innen effektive Maßnahmen sein. Spezielle Gruppeninterventionen sind für ungefähr 5-10% der Schülerschaft notwendig. Schüler/innen mit chronischen Verhaltensstörungen (1-5%) sind nur noch auf einem individuellen Level erreichbar. Es lohnt sich aber, effektive spezielle Interventionen in die Schule als System zu implementieren, denn es ist genau diese relativ kleine Gruppe von Schülern/innen, die zu 40-50% der Unruhe beiträgt. Sozialerziehung ist also auf verschiedenen Ebenen ein grund-legendes Thema des schulischen Kontextes. Die Tagung soll Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen und weiterführenden Schulen anregen, sich systematisch mit dem Thema Sozialerziehung zu beschäftigen und ihr pädagogisches und didaktisches Handeln, wie zum Beispiel die Wahl von Unterrichtsmethoden, von Formen der Leistungsbewertung, von Unterstützungssystemen oder von Sanktionierungsmaßnahmen, aus einer sozialerzieherischen Perspektive heraus zu reflektieren und sich neue Perspektiven zu erarbeiten.

Am 5. April 2011 wurde die Tagung mit 100 Teilnehmern/innen, Referendaren/innen und Lehrern/innen aller Schulformen, Fachleitern/innen und Studienseminarleiter/innen aus ganz NRW durchgeführt. Die Tagung wurde finanziert vom Lions-Club Oberhausen anlässlich deren 50zigjährigen Jubiläums und sehr positiv aufgenommen. Die Tagung resultiert aus dem vom Lions Club Oberhausen geförderten Projekt "Emotionale Erziehung" (siehe unter Aktuelle Projekte) und wurde von Anna Haep und Gisela Steins durchgeführt.

Sie finden nachfolgend das Tagungsprogramm und eine Auswahl der Vorträge, Poster und Workshop-Materialien, die auf der Tagung präsentiert bzw. durchgeführt wurden.

Informationen über die Tagung

Das Tagungsprogramm

Gisela Steins: Zur Relevanz der Sozialerziehung

Maria Limbourg: Sozialerziehung im Unterricht

Anna Haep: Outsourcing von Sozialerziehung: Ein risikoreicher Trend?

Maria Limbourg: Förderung von Empathie und Perspektivenübernahme

Pia Anna Weber und Verena Welling: Unterstützungskonzepte für besonders gefährdete Schüler mit schulischen Problemen

Gisela Steins: Sanktionieren in der Schule

Anna Haep und Gisela Steins: Überblick über Materialien zur Emotionsregulation. Poster

Anna Haep und Gisela Steins: Ergebnisse zur Evaluation emotionaler Erziehung als Unterrichtsreihe. Poster

Sozialpsychologische Perspektiven auf Vielfalt in der Schule

Vielfalt tritt multidimensional in der Schule auf, beispielsweise in Bezug auf kulturelle, soziale, sozioökonomische, kognitive, geschlechtsspezifische und persönlichkeitsbezogene Variablen. Ziel dieser Tagung war es, sozialpsychologische Erkenntnisse zu zwei Fragen der Wirkungen von Vielfalt darzustellen und anhand anwendungsorientierter Fragen zu vertiefen: Welche Vor- und Nachteile haben die Individuen einer vielfältig unterschiedlichen Gruppe in Bezug auf Lernen und Leistung? Welche Vor- und Nachteile entstehen für die soziale Dimension der durch Vielfalt gekennzeichneteten Gruppe? Für beide Fragen wurden spezifische Probleme herausgearbeitet und Lösungen, die empirisch fundiert sind, diskutiert. Die Tagung wurde initiiert von Forum Eltern Schule (FES) - Rainer Kopp - und finanziell gefördert von EU mail. Mitwirkende bei der Tagung waren Kristin Bitan und Anna Haep. Die Tagung fand am 24.2.2012 an der Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Bildungswissenschaften statt.

Gisela Steins: Vielfalt in der Schule aus sozialpsychologischer Perspektive. Vortrag

Skript zum Vortrag

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