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Auszug aus der Examensarbeit von Heike Rindermann (Kartengrundlage Prof. Dr. H.-J. Geyer):
"Eine publikumsgerechte Beschilderung von Bäumen und Sträuchern auf dem Campus der Universität Essen"



Karte und Legende des floristischen Rundweges
auf dem Campus der Universität Essen


Rundweg

Legende zur Karte:

  • Beschilderte Bäume und Sträucher sind mit grünen Kreisen gekennzeichnet (je nach Größe mit großen oder kleinen Kreisen).
  • Auf jedem Schild sind Name, Bilder von Blüten und Früchten, Familienzugehörigkeit und ein kurzer Text über Besonderheiten des jeweiligen Baumes oder Strauches abgedruckt.
  • Der Rundweg, der an allen beschilderten Bäumen und Sträuchern vorbeiführt, ist rosa markiert und mit Pfeilen versehen. Er beginnt am Reckhammerweg und endet vor der Unterführung zwischen den Eingängen S03 und S05.
  • Um die Karte übersichtlicher zu gestalten, ist bei den meisten Bäumen und Sträuchern nicht der vollständige Name abgedruckt.


Die vollständigen Namen lauten:

Rot-Eiche
Baum-Hasel
Schwarz-Erle
Silber-Linde
Sal-Weide
Süß-Kirsche
Berg-Ulme
Ginkgobaum
Hänge-Birke
Kanadische Felsenbirne
Urwelt-Mammutbaum
Schwedische Mehlbeere
Gewöhnliche Rosskastanie
Wolliger Schneeball
Ahornblättrige Platane
Amerikanische Pfeifenwinde
Schwarzer Holunder
Gemeine Esche




Ginkgobaum (Ginkgo biloba
L.)

Ginkgo

Als einziger noch lebender Vertreter der Klasse Ginkgopsidae (Ginkgoartige) wird der Ginkgo häufig als "lebendes Fossil" bezeichnet. Erste fossile Funde sind bereits aus dem späten Paläzoikum (vor 250 Millionen Jahren) bekannt. In Europa sind die ältesten fossilen Funde von Ginkgoverwandten rund 30 Millionen Jahre alt. Von der Trias (Beginn: vor 225 Millionen Jahren) bis zur Kreidezeit (Beginn: 135 Millionen Jahren) waren die Vertreter der Klasse Ginkgopsidae in einer sehr großen Formenvielfalt fast auf der ganzen Erde beheimatet. Heute liegen die ursprünglichen Vorkommensgebiete des Ginkgo nur noch in Süd-Ostchina. Man ist sich jedoch nicht einig darüber, ob es in Süd-Ostchina tatsächlich noch natürliche Vorkommen gibt, oder ob der Ginkgo nur nicht ausgestorben ist, weil er immer wieder von Menschen angepflanzt wurde. Denn bereits im 11. Jahrhundert wurde (wie Aufzeichnungen in der chinesischen Literatur belegen) der Ginkgo von Menschen in größerem Umfang angepflanzt. Nach Europa gelangte der Ginkgo erst 1730, und zwar in den Botanischen Garten von Utrecht. Der Ginkgo wird etwa 30 m hoch und soll bis zu 2000 Jahre alt werden können. Die ältesten bisher gefundenen Ginkgobäume in China werden jedoch "nur" auf 1000-1200 Jahre geschätzt. Die Form der Blätter hat schon Goethe 1815 angeregt, ein Gedicht über sie zu schreiben. Heute werden meist in Asien, aber auch in Europa und Amerika, die Blätter mit Metalllegierungen aus Gold, Silber oder Kupfer haltbar gemacht und zu Modeschmuck verarbeitet. Viel größere Bedeutung haben die Blätter des Ginkgos aber als Arzneimittel, in Deutschland werden sie in erster Linie zu durchblutungsfördernden Mitteln verarbeitet. Die 1992 auf den Markt gekommenen Produkte haben mittlerweile einen Marktanteil von einem Drittel aller durchblutungsfördernden Produkte. Aber auch die Samen des Ginkgos werden vielseitig eingesetzt. Unter dem Namen "pa-kewo" oder "bai-guo" kann man die aus der Samenschale entfernten Embryonen auch bei uns in Dosen kaufen. Sie gelten in China als Delikatesse und sollen für uns wie "harzige" Kartoffeln schmecken. Mit 67% Stärke, etwa 15 % Proteinen und 3% Fett sind sie sehr nahrhaft.


(last modified: 08.01.2004, MJe)