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Wirken mit Gold die Strahlen besser?
(c) AG Barcikowski / Langhammer

Erfolg im Leitmarktwettbewerb LifeSciences.NRW

Wirken mit Gold die Strahlen besser?

[22.01.2019]

Um Kinder mit Hirntumoren künftig besser behandeln zu können, erhält ein Forschungskonsortium unter der Leitung von Prof. Dr. Beate Timmermann (UDE und UK Essen) 810.000 Euro aus dem Leitmarktwettbewerb „LifeSciences.NRW“. Auch die AG Barcikowski ist mit ihren Goldnanopartikeln entscheidend beteiligt.

Werden Tumoren gezielt mit Protonen bestrahlt, kann umliegendes gesundes Gewebe geschont werden. „Dies ist gerade bei jungen Kindern sehr wichtig, die z.B. wegen eines Hirntumors intensiv behandelt werden müssen, deren ganzer Körper aber noch wächst“, so Prof. Timmermann. Mit den Fördermitteln soll nun ein neuer Therapieansatz entwickelt werden, bei dem die Protonenbestrahlung mit örtlich verabreichten Goldnanopartikeln kombiniert wird. Das Projekt trägt den Namen "Synergistische Effekte von Gold-Nanopartikeln und Protonenbestrahlung bei der Behandlung von Hirntumoren im Kindesalter" (SYNGOPRO).

„Es gibt Hinweise, dass Goldnanopartikel die Strahlenwirkung verstärken. Dann könnte man das gesunde Gewebe schonen, wenn es gelingt, die Strahlen gezielt dort zu verstärken, wo sie wirken sollen“, weiß Chemieprof. Dr. Stephan Barcikowski vom Center for Nanointegration Duisburg-Essen (CENIDE). Nun kommt es darauf an, die viel versprechenden Ergebnisse aus den Voruntersuchungen in den Klinikalltag zu übertragen.

„Zur Optimierung der Wirkung der winzigen Partikel bei der Bestrahlung von Tumoren brauchen wir gute präklinische Modelle, die wir in SYNGOPRO entwickeln werden“, erläutert Prof. Dr. Alexander Schramm, Leiter des Labors für Molekulare Onkologie. „Und wir müssen exakte Rückschlüsse auf die spätere klinische Anwendung ziehen können“, bestätigt Dr. Stephan Tippelt, Oberarzt der Kinderklinik III am Universitätsklinikum Essen und spezialisiert auf Hirntumoren und betont: „Wir wollen herausfinden, ob und in welchem Maße die Partikel die Bestrahlungswirkung intensivieren.“

Dann kommt man langfristig eventuell mit weniger Strahlung aus; das wäre für die Kinder natürlich noch verträglicher. Denn eine Bestrahlung birgt immer ein gewisses Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen. Kommt die Strahlentherapie mit geringeren Dosen aus, weil die Wirkung dank entsprechender Nanopartikel verstärkt wurde, lassen sich mögliche Spätfolgen aus der Bestrahlung vermeiden und die Lebensqualität der jungen Patienten steigt.

Das Projekt ist zudem ein wichtiger Schritt, um neue Forschungsergebnisse möglichst zügig in den Klinikalltag zu überführen. Möglich wird dies durch die besondere Expertise in allen relevanten Disziplinen, wie pädiatrische Neuroonkologie, Neurochirurgie, Neuropathologie sowie der Strahlen-/Protonentherapie am Universitätsklinikum Essen und die enge Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Partnern an der UDE.

Das Vorhaben wurde aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.


Weitere Informationen:
Link zur Leitmarktagentur.NRW
Synergistische Effekte von Gold-Nanopartikeln und Protonenbestrahlung bei der Behandlung von Hirntumoren im Kindesalter, SYNGOPRO

Redaktion: Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Medizinischen Fakultät der UDE, Leitung: Christine Harrell, 0201 723-1615, christine.harrell@uk-essen.de