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© RUB, Kramer
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Veröffentlichung in Angewandte Chemie International Katalysatoren einfach aufbringen

[14.02.2020]

Elektrokatalysatoren können helfen, Chemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen zu gewinnen oder alternative Energiequellen zu nutzen. Eine neue Methode, um Katalysatorpartikel auf winzige Elektroden aufzubringen, haben Forscherinnen und Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Universität Duisburg-Essen (UDE) entwickelt.

Die Methode ist kostengünstig, einfach und schnell durchzuführen. Um Katalysatoren zu charakterisieren und ihr Potenzial für diverse Anwendungen zu testen, müssen Forscher die Partikel auf Elektroden fixieren, um sie dann zum Beispiel mit der Transmissionselektronenmikroskopie untersuchen zu können.

Ihre Ergebnisse beschreiben die Wissenschaftler um Prof. Dr. Wolfgang Schuhmann von der RUB in der Zeitschrift Angewandte Chemie International, online veröffentlicht am 20. Januar 2020. Von UDE-Seite ist Professorin Dr. Corina Andronescu beteiligt.

Hauchdünne Elektroden

Bei der Transmissionselektronenmikroskopie, kurz TEM, wird ein dünner Elektronenstrahl durch die Probe geschickt, um die elektrochemischen Prozesse zu beobachten, die sich an einer Elektrode abspielen. Damit der Strahl die Strukturen durchdringen kann, müssen alle Probenbestandteile sehr dünn sein. Gerade einmal zehn Mikrometer beträgt daher der Durchmesser der Elektrode, auf die der Katalysator aufgetragen wird.

Katalysatorpartikel tropfenweise auftragen

Mit früheren Methoden wurden die Katalysatorpartikel entweder gleichmäßig in der gesamten Probe verteilt, also auch dort, wo sie nicht benötigt wurden, oder es kamen Methoden zum Einsatz, die das Material schädigen konnten. Beide Nachteile entfallen bei dem neuen Verfahren, das auf der elektrochemischen Rasterzellmikroskopie basiert. Die Forscherinnen und Forscher füllen eine Glaskapillare mit einer Flüssigkeit, die die Katalysatorpartikel enthält. Die Kapillare nähern sie dann an die Elektrode an, auf die die Partikel abgeschieden werden sollen. Dabei hängt an der unteren Öffnung der Kapillare ein winziger Tropfen der Partikelflüssigkeit.

Die Forscher nähern die Kapillare solange an die Elektrode an, bis der Flüssigkeitstropfen in Kontakt mit der Elektrode kommt und einen Stromkreis schließt. Dadurch wird die Annäherung automatisch gestoppt, was Schäden am Material verhindert. Anschließend ziehen die Wissenschaftler die Kapillare zurück; der Flüssigkeitstropfen verbleibt jedoch an der Elektrode. Dieser Schritt kann beliebig oft wiederholt werden. Zum Schluss verdampfen die Forscher das Lösungsmittel, sodass nur die Katalysatorpartikel zurückbleiben, die nun auf der Elektrode fixiert sind.

Für viele Katalysatormaterialien geeignet

„Ist die Methodik etabliert, bietet sie eine saubere, einfach zu handhabende und variable Möglichkeit, eine große Anzahl verschiedener Katalysatormaterialien stabil und reproduzierbar auf Flüssigzell-TEM-Chips aufzubringen und zu vermessen“, erklärt Schuhmann.

Die Arbeit wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie dem Europäischen Forschungsrat.

Originalveröffentlichung: Tsvetan Tarnev, Steffen Cychy, Corina Andronescu, Martin Muhler, Wolfgang Schuhmann, Yen-Ting Chen: A universal nano‐capillary based method of catalyst immobilization for liquid cell transmission electron microscopy, 2020, in: Angewandte Chemie International Edition, DOI: 10.1002/anie.201916419

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Wolfgang Schuhmann, Fakultät für Chemie und Biochemie, Ruhr-Universität Bochum, Tel. +49 234 32 26200, wolfgang.schuhmann@rub.de

Redaktion: Dr. Julia Weiler, RUB