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© L&M Marketing GmbH & Co. KG
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Paul Schlack Honorary Prize 2015 Ausgezeichnete Textilfilter für Wertmetalle

[06.10.2015]

Für die Entwicklung von innovativen Textilien für die Rückgewinnung von Edelmetallen aus Industrieabwässern wurden Forscher des Deutschen Textilforschungszentrums Nord-West e.V. (DTNW) an der Universität Duisburg-Essen (UDE) und vom Institut für Energie- und Umwelttechnik e.V. (IUTA) mit dem Paul Schlack Honorary Prize 2015 ausgezeichnet.

Anlässlich des 54. Chemiefasertagung „Man-Made Fibers Congress“ nahm Dr. Klaus Opwis, Wissenschaftler am DTNW, den Preis stellvertretend im österreichischen Dornbirn entgegen. Auf der Basis von neuartigen Textilfiltern haben er und seine Kollegen eine effiziente Lösung entwickelt, um Wertmetalle wie Gold oder Palladium aus Industrieabwässern zurückzugewinnen und so wiederverwerten zu können. „Neben Elektroschrott stellen industrielle Abwässer eine bedeutende Wertmetallquelle dar“, sagt der Chemiker. „Die Schwierigkeit besteht darin, die Edelmetalle aus diesen Abwässern, in denen sie nur niedrig konzentriert vorkommen, selektiv herauszufischen.“ Genau das ist den Forschern gelungen.

Das Forscherteam entwickelte ein mit Polyelektrolyten funktionalisiertes Textil, welches beispielsweise Palladium ganz gezielt auch aus niedrig konzentrierten Industrieabwässern herausfiltern kann. Das war mit bisherigen Methoden nicht möglich, die entweder höhere Konzentrationen des Zielstoffes benötigen oder nicht selektiv arbeiten und dadurch auch Nichtedelmetalle wie Calcium, Magnesium oder Eisen filtern. „Unser Verfahren ist nicht nur einfach anzuwenden, sondern auch sehr kostengünstig“, ergänzt Opwis. Die Praxistauglichkeit des Systems wurde bereits eindrucksvoll am Beispiel von palladiumhaltigen Abwässern der Leiterplattenindustrie unter Beweis gestellt. Diese Abwässer mussten bisher aufwändig entsorgt werden.

Der Anwendungsbereich lässt sich womöglich noch erweitern. „Wir forschen gerade daran, das Textil auch in der Umwelttechnik, zum Beispiel bei der Sanierung von Chromat-haltigen Böden und Grundwässern einzusetzen“, so Opwis. Strategische Partnerschaften und Forschungskooperationen mit weiteren nordrhein-westfälischen Unternehmen aus den Bereichen Textilveredlung, Anlagenbau und Metallverarbeitung sollen nun die Kommerzialisierung des Verfahrens weiter vorantreiben.

Der Paul Schlack Honorary Prize wird alljährlich vom Comité International de la Rayonne et des Fibres Synthétiques (CIRFS) und der Paul-Schlack-Stiftung anlässlich des Man-Made Fibers Congress (MFC) im österreichischen Dornbirn verliehen. Die Stiftung wurde 1998 in Gedenken an Prof. Dr. Paul Schlack ins Leben gerufen. Der 1987 verstorbene deutsche Chemiker war einer der führenden Faserwissenschaftler des 20. Jahrhunderts und ist der Erfinder der Polyamid 6-Faser, die u. a. zum Herstellen von Strümpfen verwendet wird.

Ansprechpartner für weitere Informationen:
Dr. Klaus Opwis, Tel. 0203/ 379–8219, opwis@dtnw.de, www.dtnw.de

Bildhinweis:
In einer feierlichen Zeremonie verliehen die Jury-Mitglieder Frédéric Van Houte (Generaldirektor CIRFS, links) und Prof. Dr.-Ing. Hilmar Fuchs (Sächsisches Textilforschungsinstitut e.V., rechts) dem DTNW-Forscher Dr. Klaus Opwis (Mitte) stellvertretend den Paul Schlack Honorary Prize 2015 (Foto: L&M Marketing GmbH & Co. KG).

Redaktion: Steffi Nickol, 0203/ 379–8177, steffi.nickol@uni.-due.de