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Laserexperte erhält DAAD-Stipendium Forschen in Moskau

[20.08.2020]

Es gibt Projekte, die lassen sich nicht im Videochat umsetzen. Dr. Peter Fjodorow, Laser-Physiker der Universität Duisburg-Essen (UDE), forscht ab September für ein Jahr in Moskau bei einem weltweit renommierten Experten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) finanziert seine Stelle über das PRIME-Programm*.

„Erst vor zwei Wochen habe ich grünes Licht für die Reise bekommen, Russland ist nach wie vor Risikogebiet", sagt Peter Fjodorow, der am ingenieurwissenschaftlichen Institut für Verbrennung und Gasdynamik arbeitet. Wegen Corona sei er deshalb dieses Jahr wohl einer der wenigen PRIME-Kandidaten, die ihr Projekt antreten können.

Der 37-Jährige hat sich in Moskau die Arbeitsgruppe um Professor Vladimir Kozlovsky am Lebedew-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften ausgesucht. Der Gastgeber ist weltweit anerkannt für die Zucht von Laserkristallen, mit denen u.a. verschiedene Laser im mittleren Infrarot-Bereich (MIR) entwickelt werden. Sie ermöglichen etwa bei physikalisch-chemischen Prozessen sehr empfindliche Messungen von Gasphasenspezies. 

Fjodorow wird die MIR-Laser mit der Messtechnik ICAS (intracavity absorption spectroscopy) kombinieren. „Diese Technologie ist mein Spezialgebiet", sagt der UDE-Wissenschaftler. Bei ICAS wird die zu untersuchende Probe direkt in den Laser eingebracht, was hohe Messempfindlichkeiten ermöglicht. „Wenn wir das Know-how des russischen Instituts und der UDE kombinieren, können wir eine extrem hohe Empfindlichkeit erreichen und damit so genannte Intermediate bei Verbrennungsprozessen entdecken. Diese Stoffe, die im Verlauf eines mehrstufigen chemischen Prozesses entstehen, spielen häufig wichtige Rollen. Da sie jedoch in sehr geringen Konzentrationen vorkommen, sind sie nur wenig untersucht", so Fjodorow. 

Gerade von seinem Auslandsaufenthalt zurückgekehrt, ist ein anderer PRIME-Stipendiat der UDE: Dr. Leonid Ryvkin. Er war ein Jahr am Institut de Mathématiques de Jussieu-Paris Rive Gauche, dem größten Forschungszentrum für grundlegende Mathematik in Frankreich. Dort befasste sich Ryvkin mit so genannter multisymplektischer Geometrie und singulären Blätterungen.

* PRIME ist die Abkürzung für Postdoctoral Researchers International Mobility Experience.

 

Weitere Informationen:
Dr. Peter Fjodorow, Institut für Verbrennung und Gasdynamik, Tel. 0203/37 9-4772, peter.fjodorow@uni-due.de

Redaktion: Alexandra Nießen, Tel. 0203/37 9-1487, alexandra.niessen@uni-due.de