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Die Katalyseforschung gemeinsam voranbringen Erste fachübergreifende Tagung

[12.10.2020]

Katalyse setzt zentrale Prozesse unseres gesamten Lebens auf der Erde in Gang — von der Enzymkatalyse bei Stoffwechselvorgängen in Lebewesen über die natürliche Photosynthese bis zur Erzeugung von Kunststoffen und umweltfreundlichen Energieträgern. Wie diese grundlegenden und gleichzeitig vielfältigen Prozesse der chemischen Katalyse genau ablaufen und wie ihre Prinzipien für eine nachhaltige Wertschöpfung nutzbar gemacht werden können, erforschen derzeit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in vier Sonderforschungsbereichen (SFB) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Um neue Forschungsimpulse zu setzen und Synergien auf dem Gebiet zu schaffen, haben die vier DFG-geförderten Sonderforschungsbereiche nun erstmals die gemeinsame CataLysis-Tagung veranstaltet. Rund 170 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich präsentierten vom 30. September bis 1. Oktober 2020 ihre neuesten Forschungsergebnisse in einer gemeinsamen Online-Konferenz und stießen neue Kooperationen an.

In 16 Vorträgen und 65 Posterbeiträgen stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Forschungsthemen vor. Das Spektrum reichte von homogener und heterogener Katalyse über thermische Katalyse und Photokatalyse bis hin zur (Photo-) Elektrochemie. Weiterhin tauschten die Forscherinnen und Forscher neueste Erkenntnisse über die methodische und theoretische Charakterisierung der Katalyseprozesse, sowie über neue Materialien und Methoden aus. Nach den Sessions gab es die Möglichkeit, die Vortragenden in einem virtuellen Raum zu treffen und mit ihnen zu diskutieren. Weitere virtuelle Netzwerkbereiche wie der Coffee Point oder die Snack Bar boten zusätzliche Gelegenheiten, um sich auszutauschen und Kooperationen anzustoßen.

Die Sprecher der Sonderforschungsbereiche schlossen die Tagung mit einem positiven Fazit: „Wir sind begeistert zu sehen, welche unterschiedlichen und interessanten Entwicklungen sich innerhalb der Katalyseforschung gezeigt haben“, sagte Prof. Michael Buchmeiser, Sprecher des SFB 1333. Und Prof. Malte Behrens, Sprecher des SFB/TRR 247 ergänzt: „Damit wir daraus Synergien schöpfen und zukünftig katalytische Prozesse für wichtige Anwendungen nutzbar machen können, ist es notwendig, dieses komplexe und facettenreiche Forschungsgebiet weiterhin von allen Seiten zu beleuchten.“ Die hohe Beteiligung von Promovierenden, die diese Veranstaltung zum Diskutieren und zum Aufbau von Netzwerken genutzt haben, freut besonders Prof. Sven Rau, Sprecher des SFB/TRR 234. Er betont, wie wichtig die Ausbildung für eine nachhaltige Katalyseforschung ist. Zusammenfassend ergänzt Prof. Christian Jooss, Sprecher des SFB 1073, dass es das gemeinsame Ziel sei, die Methodiken und Ansätze künftig noch stärker als bisher und über die Grenzen der jeweiligen Sonderforschungsbereiche hinaus zu verbinden.

Die Bandbreite des Fachgebiets Katalyse spiegeln die Themen der Sonderforschungsbereiche wider:

  • SFB 1333: „Molekulare heterogene Katalyse in definierten, dirigierenden Geometrien“
  • SFB/TRR 247: „Heterogene Oxidationskatalyse in der Flüssigphase – Materialien und Mechanismen in der thermischen, Elektro- und Photokatalyse“
  • SFB 1073: „Kontrolle von Energiewandlung auf atomaren Skalen“
  • SFB/TRR 234: „CataLight – Lichtgetriebene molekulare Katalysatoren in hierarchisch strukturierten Materialien: Synthese und mechanistische Studien“

Redaktion: SFB 1333, SFB/TRR 247, SFB 1073 und SFB/TRR 234