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Ewald-Wicke-Preis 2021 für Exner Wegweisende Forschung ausgezeichnet

[22.07.2021]

Mit modernen theoretischen Methoden und dem Konzept der freien Energiefläche elementare Prozesse in Batterien und Elektrolyseuren beschreiben – für diese wegweisende Forschung in seinem Fachgebiet wurde CENIDE-Mitglied Jun.-Prof. Dr. Kai Exner mit dem renommierten Ewald-Wicke-Preis ausgezeichnet. Exner nahm den Preis der Ewald-Wicke-Stiftung und der deutschen Bunsen-Gesellschaft für physikalische Chemie (DBG) am 10. Mai 2021 während der digitalen Preisverleihung entgegen.

Exner absolvierte von 2008 bis 2015 sein Chemie-Studium und seine Promotion an der Justus-Liebig-Universität Gießen. In seiner Dissertation konnte er den Reaktionsmechanismus der Chlorgasentwicklung über RuO2(110) aufklären sowie eine Begründung für den Einsatz von Titan in dimensionsstabilen Anoden im Rahmen der Chlor-Alkali-Elektrolyse geben. Nach seiner Promotion erweiterte Exner seine Forschung in Richtung biologischer Systeme. So konnte durch Kombination von Dichtefunktionaltheorie-Rechnungen und klassischen molekulardynamischen Simulationen eine Begründung für den Einsatz von Gold-Nanopartikeln zum Transport des Zytostatikums Doxorubicin in der Chemotherapie geben.

Parallel dazu hat sich Exner weiterhin der theoretischen Elektrochemie gewidmet. Er entwickelte das Konzept der freien Energiefläche und übertrug etablierte Konzepte der Katalyse auf die Untersuchung von Elektrodenmaterialien in Batterien, um die wissenschaftlichen Disziplinen der Elektrokatalyse und Batterieforschung zu vernetzen. Obgleich Exner im Alter von 33 Jahren am Anfang seiner wissenschaftlichen Karriere steht, weist er bereits eine beträchtliche wissenschaftliche Eigenständigkeit mit mehr als 40 Publikationen in wissenschaftlich renommierten Journalen auf.

Exner hat sich in dem Berufungsverfahren der WISNA-Professur „Strukturanalytik anorganischer Materialien“ in der Anorganischen Chemie an der Universität Duisburg-Essen durchgesetzt, wo er derzeit seine eigene Gruppe, unterstützt von einer Millionenförderung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, im Bereich der theoretischen Elektrochemie aufbaut.

Die DBG und die Ewald-Wicke-Stiftung vergeben den Preis jährlich an junge Wissenschaftler:innen bis zum Alter von 35 Jahren für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der angewandten physikalischen Chemie. Verliehen wird er in Gedenken an den deutschen Chemiker Ewald Wicke (1914-2000), der knapp zweieinhalb Jahrzehnte als Direktor des Physikalisch-Chemischen Instituts der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster tätig war.