CENIDE: News

Prof. Axel Lorke beim Einführungsvortrag
Prof. Axel Lorke beim Einführungsvortrag

Großes Interesse am 2. Duisburger NanoDialog Häuser, die aus Kapseln wachsen

[08.05.2012]

„Denkt man in der Nanoforschung auch über globale Themen wie Energieversorgung und Umweltschutz nach?“, fragt ein Schüler aus Mülheim an der Ruhr. Er ist einer von über 200 Zuhörern, die am Montagabend den Podiumsdiskussionen folgen und den versammelten Experten ihre Frage stellen.

Schon um sechs Uhr, als die Nano-Ausstellung eröffnet wird, zeichnet sich ein reges Publikumsinteresse ab: Das Highlight der Ausstellung, der Ferrofluidbrunnen, ist von einer Menschentraube umlagert und NanoEngineering-Student Martin Wehmeyer erklärt immer neuen Besuchern das Prinzip des Brunnens mit der magnetischen Flüssigkeit. Zu Beginn der Podiumsdiskussion wird klar, dass nicht jeder Besucher einen der rund 200 Sitzplätze erhalten kann, aber die anwesende Schulklasse zeigt sich gern bereit, auf dem Boden unter den Bildern der NanoAusstellung zu sitzen.

Den Anfang macht ein von Studenten des Studiengangs „NanoEngineering“ entworfener und produzierter Zeichentrickfilm, der anschaulich erklärt, was der mysteriöse Begriff „Nano“ bedeutet und womit sich die gleichnamige Forschung beschäftigt. In der anschließenden Diskussion „Nano im Alltag“ bewegt sich das Gespräch zwischen dem allgegenwärtigen Nanosilber in Funktionswäsche über Lebensmittel und Computerchips bis hin zu Schilderungen, welche Eigenschaften von Nanomaterialien bereits Römer zu nutzen wussten – freilich ohne die Hintergründe zu kennen. Anschließend nimmt das Publikum rege und zum Teil mit durchaus kritischen Fragen an der Diskussion teil: Vom interessierten Rentner über den wissbegierigen Schüler bis zum eher skeptischen Arzt. Sie möchten wissen, „wie Nano entsteht“, ob Nanoversiegelungen in der Autowaschanlage sinnvoll sind oder ob man die möglichen Einflüsse von Nanomaterialien auf Menschen bereits überschauen kann.

In der zweiten Podiumsdiskussion „NanoVision“ bringt Physiker, Zukunftsforscher und Science-Fiction-Autor Dr. Karlheinz Steinmüller die Zuhörer bewusst mit Visionen von aus Nanokapseln wachsenden Häusern zum Schmunzeln. Noch in den Anfängen der Forschung, jedoch durchaus mit ersten Erfolgen, stecken dagegen Nanostrukturen, die im menschlichen Körper selbstständig arbeiten und Krankheiten oder Verletzungen heilen, sowie Moleküle, die sich auf Oberflächen bewegen und selbst organisieren. Und auch die Frage des Mülheimer Schülers wird hier beantwortet: In der Energieversorgung, dem Umweltschutz und High-Tech-Anwendungen sehen die meisten Experten die größten Herausforderungen, denen sich die Nanoforschung stellen muss und wird.

Viele Zuhörer nutzen die Gelegenheit, in der Pause und beim Imbiss zum Abschluss des NanoDialogs, noch einmal mit den Referenten zu sprechen, sodass auch nach dem offiziellen Ende um 22 Uhr noch viele Grüppchen im Foyer des kleinen Saals in der Mercatorhalle stehen. CENIDE-Geschäftsführer Dr. Tobias Teckentrup zeigt sich begeistert: „Wir haben natürlich gehofft, dass wir die Menschen mit unserem Angebot erreichen, aber mit diesem großen Interesse haben wir nicht gerechnet. Wir freuen uns schon auf den dritten NanoDialog im kommenden Jahr.“