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Mikrogel zur Behandlung von Brandwunden

Auszeichnung für beste Masterarbeit zu Biomaterialien Mikrogel zur Behandlung von Brandwunden

[24.09.2013]

Gleichmäßig freigesetzte Wirkstoffe verbessern die Heilung: Für ihre Masterarbeit zu Wundauflagen mit Nanozink erhält die Technische Chemikerin Nina Million am Freitag den Preis der Deutschen Gesellschaft für Biomaterialien (DGBM) für die beste Abschlussarbeit 2013.

Im vergangenen Jahr mussten in Deutschland 1994 Patienten in spezialisierten Zentren für Verbrennungsmedizin behandelt werden*. Bei derart meist großflächigen Verletzungen kommt es auf schnelles Handeln an, denn die Folgen können schnell den gesamten Organismus betreffen. Doch auch Verbrennungen kleinerer Flächen können tückisch sein, ist die Haut im gesunden Zustand doch unsere größte und wirksamste Barriere gegen Krankheitserreger. Daher ist es essenziell, die Heilung solcher Wunden bestmöglich zu unterstützen und gleichzeitig Keime zu bekämpfen. Von einigen Metallen wie Zink, Silber oder Eisen ist bekannt, dass sie antibakteriell wirken und die Heilung beschleunigen. Die Herausforderung für die Forschung besteht derzeit noch darin, geeignete Trägersysteme zu entwickeln, um die Wirkstoffe nach und nach freizusetzen. Zudem muss gewährleistet sein, dass die Wirkstoffe zwar schädlich für Keime, aber unbedenklich für den menschlichen Organismus sind.

Während der Forschung für ihre Masterarbeit ist es Nina Million gelungen, Zink- und Eisenoxid-Nanopartikel, die per Laser aus dem entsprechenden Feststoff abgetragen wurden, in ein poröses Trägermaterial einzubringen. Dieses sogenannte Mikrogel ist – vereinfacht ausgedrückt – aufgebaut wie ein Geflecht, das die Partikel umschließt. Aufgebracht auf eine Wunde setzt das Material so nach und nach aus den Nanopartikeln die antibakteriell wirksamen Ionen frei. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu funktionalen Wirkstoff-Trägersystemen für Brandwunden.

„Das völlig Neue an dieser Entwicklung ist die Tatsache, dass wir alle Schritte in Wasser durchführen können. Das führt dazu, dass wir bei der Herstellung der Partikel erstmals auf organische Lösungsmittel und Stabilisatoren völlig verzichten können – ein erheblicher Vorteil besonders für medizinische Anwendungen“, erklärt Million. „Zudem muss ich lediglich das Metallplättchen austauschen, wenn ich nach den Zinknanopartikeln auf Eisen umstelle, die Methode bleibt die gleiche.“

Am 27. September erhält die 25-Jährige ihre Auszeichnung und das Preisgeld in Höhe von 750 Euro auf der Jahrestagung der DGBM in Erlangen. Anschließend widmet sie sich wieder ihrer Promotion: „Das Projekt geht weiter, nun gilt es, das System für künftige medizinische Tests weiterzuentwickeln.“

*Quelle: Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin e. V.
(http://www.verbrennungsmedizin.de/pdf/Verbrennungsstatistik-2012.pdf)

Weitere Informationen: www.spp1327.de