CENIDE: News

Wie Nanotechnik das Auto verändert
© Tobias Teckentrup (CENIDE)

1. RUHR-Symposium zu Funktionalen Materialien

Wie Nanotechnik das Auto verändert

[30.10.2014] Zahlreiche Innovationen im Automobilbereich sind auf nanotechnologische Entwicklungen zurückzuführen. Beim ersten RUHR-Symposium der Universität Duisburg-Essen (UDE) am 22. Oktober tauschten sich Wissenschaftler und Entwickler aus der Industrie über die vielfältigen Möglichkeiten aus. Im Fokus standen aktuelle und künftige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu Funktionalen Materialien und Oberflächen. „Ein voller Erfolg“, resümieren die Initiatoren vom Center for Nanointegration (CENIDE) und des Center Automotive Research (CAR). Die Fachtagung war der Auftakt einer neuen Reihe zu innovativen Materialien, die Wissenschaft und Praxis regelmäßig zusammenbringen soll.

Wie müssen Materialien beschaffen sein, die im Automobilbau hochwertige Oberflächenstrukturen garantieren oder eine hohe Energiespeicherdichte und –effizienz in Batterien ermöglichen? Welche Anforderungen müssen thermoelektrische Materialien erfüllen, um im Auto Abwärme in Strom zu wandeln? Und wie können neue Lichtwandler mobile Lichtmanagementsysteme verbessern? Schon jetzt finden sich Nanopartikel in vielen Komponenten, die in Neuwagen zum Einsatz kommen. Sie stecken in Batterien, Textilien, Lichtsystemen, Bordcomputern oder halten mit schmutzabweisenden Eigenschaften den Lack sauber. Die Einsatzfelder sollen weiter ausgebaut werden: „Mit dem RUHR-Symposium ist es uns gelungen, Vertreter aus zwei ganz unterschiedlichen Industriefeldern – Materialien und Automobilbau – zusammenzuführen“, sagt Prof. Dr. Christof Schulz, wissenschaftlicher Direktor von CENIDE. Dieser Dialog fördere einerseits das Ausrichten der Grundlagen- und Angewandten Forschung an relevanten Themen und unterstütze andererseits dabei, dass gezielt und zeitnah neue Produkte entwickelt werden können, die am konkreten Bedarf ausgerichtet sind. Diskutiert wurde vor allem der Forschungs- und Entwicklungsbedarf für Lithium-Ionen-Batterien und die Mindestvoraussetzungen, die thermoelektrische Materialien für den Einsatz im Automobil erfüllen müssen. Diese machen es beispielsweise möglich, die Auspuffwärme wieder in nutzbare Energie umzuwandeln.

Eröffnet wurde das Symposium vom Evonik-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Klaus Engel mit einer Keynote unter dem Titel „Chemie – Innovationsmotor der Industrie“. Einen Überblick über Funktionale Materialien im Automobilbau aus Branchensicht gab Dr. Wolfgang Behr aus der Forschungsabteilung der Daimler AG. Daneben beschäftigten sich weitere namhafte Experten mit den Entwicklungen bei hocheffizienten Batterien, Thermoelektrik im Automotive-Bereich, Trends der Beleuchtungstechnologien sowie Textilien und Beschichtungen, darunter u.a. Dr. Paul Spurk (Applied Technology Manager, Umicore), Dr. Jürgen Lang (Innovation Management Verfahrenstechnik & Engineering, EVONIK Industries), Christian Amann (Leiter Lichtsysteme, BMW Group), Dr. Klaus Streubel (Entwicklungsleiter, OSRAM) sowie Dr. Andreas Eppinger (Group Vice President Technology Management, Johnson Controls Automotive Seating).

„Eine Veranstaltung mit Zukunft“, bilanziert Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut: „Wir freuen uns, dass das erste RUHR-Symposium bei den Teilnehmern auf sehr positive Resonanz gestoßen ist. Das erfolgreiche Format als Plattform zum Austausch zwischen Industrie und Wissenschaft werden wir auf jeden Fall fortsetzen.“

Während des Symposiums konnte zudem das NanoEnergieTechnikZentrum (NETZ) am Campus Duisburg besichtigt werden – mit einem Investitionsvolumen von rund 43 Mio. Euro eines der modernsten Forschungseinrichtungen und Arbeitsplatz von rund über 100 Wissenschaftlern aus der Chemie, Physik und den Ingenieurwissenschaften. Das NETZ verfügt u.a. über die einzige forschungsorientierte Gasphasensyntheseanlage im europäischen Raum: Damit können hochspezifische Nanomaterialien als „Kernstücke“ für die Funktionalen Materialien im Kilogramm-Maßstab hergestellt werden. Die Integration dieser Materialien in Bauteile ist eines der Hauptziele der NETZ-Forscher. Zudem gab es das Mikroskopiezentrum mit Großgerätepark im Wert von sechs Millionen Euro sowie Labore für Batterie-, Beschichtungs- und LED-Forschung zu besichtigen.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Tel. 0203/379-1111, ferdinand.dudenhoeffer@uni-due.de
Prof. Dr. Christof Schulz, Tel. 0203/379-8163, christof.schulz@uni-due.de

Redaktion: Steffi Nickol, Tel. 0203/379-8177, steffi.nickol@uni-due.de