aus: Karl-Heinz Hohmann: Die Baudenkmäler der Stadt Moers (Teil 1), in: Heimatkalender Kreis Wesel 2000, S. 202

Ehemalige Bonifatiuskirche (Rheinberger Straße)

Einschiffiger Ziegelbau, 1803 auf den Grundmauern des alten Chors als Friedhofskapelle errichtet, mit abgeschrägten Ecken und flacher Decke. Vereinzelte alte Grabsteine auf dem aufgelassenen Friedhof.

Katholische Pfarrkirche St. Josef

Dreischiffige neugotische Pseudobasilika aus Backstein von 1 868 bis 1871 mit Dreiapsidenschluß, fünf Jochen und vorgesetztem Westturm, dessen Obergeschoß und Helm nach einem Brand 1930/31 erneuert werden mußten. Der Entwurf stammt von Architekt Franken aus Kempen.

Durch Kriegsschäden wurden die Maßwerksfenster zerstört und durch schmale ungegliederte Fenster ersetzt. Zweimal vier Rundpfeiler mit je vier Dienstvorlagen trennen die Schiffe; am Gewölbeansatz der Kreuzrippengewölbe liegen jeweils drei Rippen dem Dienst auf. Die Blattkapitelle mit reichem naturalistischen Laubwerk in Anlehnung an den Dom in Xanten gefertigt. Die 3 Chorfenster entwarf Professor Heinrich Dieckmann, 1958 ausgeführt durch die Glasmaler Josef und Hans Mencke in Goch; sie stellen dar in der Mitte Auferstehung Christi, links und rechts Darstellungen aus dem Leben der beiden Patrone St. Josef und Hl. Thekla. In dem ziemlich schmucklosen Chorraum eine Heimsuchungsgruppe des 18. Jahrhunderts aus Holz in bewegten, etwas schweren Formen des flämischen Barocks. Stilistische Verbindungen lassen sich auch zum Werk des Gabriel de Grupello knüpfen. Altar, Ambo und Tabernakelsteele in Sandstein nach einem Entwurf von Ursula Legge-Suwelack, Bonn, von 1982/83. Die beiden Wandbilder im Chorraum aus der Erbauungszeit zeigen die Geburt Christi und den Tod des hl. Josef, sie wurden nach der Renovierung entdeckt und 1985 restauriert. Im Turmraum ein Glasfenster »Das Wasserwunder des hl. Clemens«, von Friedrich Baudri 1865 entworfen.