BEWERTEN
10 von 25

Anhand des folgenden Videos des Statistischen Bundesamtes und der unten erläuterten Definition des Verbraucherpreisindex zeigt sich, dass diese Statistik versucht, einen typischen Warenkorb an Konsumgütern und dessen Preisveränderungen abzubilden. 
 

Video: destatis (03.12.2020): Verbraucherpreisindex und Inflationsrate.

Folgend wird überprüft, ob Probleme hinsichtlich der Abdeckung dieser Statistik vorliegen.

 

Was beschreibt der Verbraucherpreisindex?

due

“Der Verbraucherpreisindex für Deutschland misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Darunter fallen zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge ebenso wie Mieten, Reinigungsdienstleistungen oder Reparaturen. Nach dem Inlandskonzept werden alle Ausgaben berücksichtigt, die in Deutschland getätigt werden, d.h. neben den Ausgaben von beispielsweise Single-Haushalten, Ehepaaren, Familien oder Rentnerehepaaren auch die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat bzw. zum Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.” [1]

Zusätzlich zur Preiserfassung findet eine Berücksichtigung von Mengen- und Qualitätsänderungen statt. Mithilfe eines Wägungsschemas (siehe Abbildung unten) wird dann der Verbraucherpreisindex bestimmt.

 

Wie wird der Verbraucherpreisindex berechnet?

Warenkorb:

“Bei der Berechnung des Verbraucherpreisindex geht man von einem “Warenkorb” aus, der sämtliche von privaten Haushalten in Deutschland gekaufte Waren und Dienstleistungen repräsentiert. Der Warenkorb wird laufend aktualisiert, damit immer diejenigen Gütervarianten in die Preisbeobachtung eingehen, welche von den Konsumenten aktuell häufig gekauft werden. Die Auswahl von konkreten Produkten für die Preisbeobachtung erfolgt in Form von repräsentativen Stichproben. Hierfür wird zunächst das gesamte Bundesgebiet in 94 Regionen aufgeteilt. Im Anschluss werden in jeder dieser Regionen in der Regel repräsentative Städte und Gemeinden, dort dann repräsentative Geschäfte und darin die am häufigsten verkauften Produkte ausgewählt. Die Zahl der ausgewählten Produkte orientiert sich tendenziell am Anteil der Ausgaben für eine Güterart an den gesamten Ausgaben für den privaten Konsum. Auch für weniger bedeutende Bereiche müssen Produkte aufgenommen werden, um die gesamte Bandbreite des privaten Konsums abzudecken.” [2] 

Die im Text fett nachträglich markierten Aussagen

  • “durchschnittliche Preisentwicklung”
  • “alle Ausgaben berücksichtigt, die in Deutschland getätigt werden, d.h. […] auch die Ausgaben ausländischer Touristinnen und Touristen”
  • “Warenkorb wird laufend aktualisiert”

können entscheidende Punkte sein, die das Kriterium der Abdeckung in Frage stellen, da

  • ein Durchschnitt nicht auf spezifische Produkte und deren Preise “zurückrechenbar” ist,
  • Touristinnen und Touristen ein anderes Konsumverhalten als Bürgerinnen und Bürger aufweisen können und
  • die Warenkörbe durch die laufende Aktualisierung nicht mehr untereinander vergleichbar sind.

Für den Zweck des Verbraucherpreisindex – die Berechnung der Inflation – eignet sich diese Herangehensweise jedoch sehr gut.

 

Zurück Inhalt


[1] Statistisches Bundesamt (o. J.): Verbraucherpreisindex (VPI). Zugriff über https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Preise/Verbraucherpreisindizes/Methoden/verbraucherpreisindex.html (08.10.2018)
[2] ebd
Bildquelle : Eigene Darstellung des Wägungsschemas auf Basis von ebd. unter Nutzung der Software Chart Tool..