DATENETHIK
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Datenethik kann als ein Aspekt der angewandten Ethik verstanden werden.

Was ist Ethik?

“‘Ethik’ kann in einem allgemeinen Sinne als die normative Theorie moralischer Gründe verstanden werden. Sie untersucht des Näheren Bedingungen der Möglichkeit ethischer Praxis und entwirft Konzeptionen des guten und rechtfertigungsfähigen Lebens, sowohl für für einzelne Personen als auch für gemeinschaftliche oder gesellschaftliche Institutionen. Zu ihren Grundbegriffen zählen unter anderem Person, Moralität, Moral, Freiheit, Handlung, Pflicht, Gerechtigkeit und Verantwortung.”[1]

“Im Zentrum der Ethik stehen die Begriffe Moral und Moralität […]. Moral ist als ein System von Anerkennungen und Werten in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft zu verstehen. Sie ist die konkrete soziale Ausdrucksform von moralischen Einstellungen und Dispositionen. Moralität ist […] eine Fähigkeit von Personen, durch die sie sich gleichermaßen als Subjekte und Objekte von Erwartungen und Anerkennungen begreifen.”[2]

“Der Mensch ist moralisch verantwortlich für sein Handeln – er kann der moralischen Dimension nicht entkommen. Welche Ziele er verfolgt, welche Gründe er dafür hat und welche Mittel er einsetzt, liegt in seiner Verantwortung. Bei der Gestaltung unserer technologisch geprägten Zukunft ist dieser Dimension sowie der gesellschaftlichen Bedingtheit des menschlichen Handelns stets Rechnung zu tragen. Dabei gilt unverrückbar, dass Technik dem Menschen dient und nicht der Mensch der Technik unterworfen wird.”[3]

Was ist Datenethik?

“Die Daten-Perspektive […] betrachtet Daten vor allem im Hinblick auf deren Herkunft sowie auf die möglichen Auswirkungen der Datenverarbeitung auf bestimmte Akteure, die mit dem Kontext und Bedeutungsgehalt der Daten zu tun haben, sowie auf die Gesellschaft. Aus ethischer wie aus rechtlicher Sicht geht es einerseits um objektive Anforderungen an den Umgang mit Daten, noch mehr aber typischerweise um subjektive Rechte, welche Akteure gegenüber einem bestimmten anderen Akteur oder auch gegenüber jedermann geltend machen können. Eine zentrale Unterscheidung ist diejenige zwischen personenbezogenen und nicht personenbezogenen Daten, welche über die Anwendbarkeit des Datenschutzrechts entscheidet.”[4]

“Datenethik ist ein Gebiet der Ethik, das die Sammlung, das Teilen und die Nutzung von Daten sowie deren mögliche negativen Auswirkungen auf Menschen und die Gesellschaft evaluiert.”[5]

Folgende Aspekte der Datenethik werden detaillierter betrachtet:

Unter https://missiondrive.typeform.com/to/xFIi4l können Sie Ihre Vorkenntnisse zur Datenethik testen.

 

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[1] Sturma, Dieter: Ethik. In: Ludger Kühnhardt und Tilman Mayer (Hg.): Bonner Enzyklopädie der Globalität. Springer: Wiesbaden, S. 1325-1334. S. 1325. Zurgiff über doi:10.1007/978-3-658-13819-6_109.
[2] Ebd. S. 1326.
[3] Datenethikkommission der Bundesregierung (2019): Gutachten der Datenethikkommission der Bundesregierung. Berlin: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, S.14. Zurgiff über https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/it-digitalpolitik/gutachten-datenethikkommission.html (16.12.2019).
[4] Ebd. S. 16.
[5] Übersetzung von “A branch of ethics that evaluates data practices with the potential to adversely impact on people and society – in data collection, sharing and use.” Open Data Institute (o. J.): Data Ethics Canvas. What is data ethics? Zugriff über https://theodi.org/article/data-ethics-canvas/ (13.12.2019).