Arbeitssicherheit und Gesundheit

1. Wird die Umsetzung des Maßnahmenkonzepts und die Erstellung der ergänzenden Gefährdungsbeurteilung überprüft?

Eine Genehmigung ist – wie bei den übrigen Gefährdungsbeurteilungen – nicht erforderlich. Die Dokumentation erfolgt analog dem üblichen Verfahren, beispielsweise im Ordner Arbeitsschutz („roter Ordner“). Halten Sie bitte zudem eine digitale Version bereit (z. B. ausgefüllte Datei oder eingescannte Fassung), um auf Anfragen zur stichprobenartigen Einsichtnahme durch Hochschulleitung, Arbeitssicherheit oder Personalräte reagieren zu können (z. B. Zugriff auf Netzlaufwerk oder Zusendung per E-Mail).

Ggf. wird es mit den Personalräten und dem Betriebsärztlichen Dienst stichprobenartige Schwerpunktbegehungen (Schwerpunkt Corona-Maßnahmen) geben. Prinzipiell entspricht auch das dem üblichen Verfahren – übertragen auf die aktuelle Situation. Bitte denken Sie daran, dass die eigene Wirksamkeitskontrolle regulärer Bestandteil aller Gefährdungsbeurteilungen ist.

2. Muss die Gefährdungsbeurteilung einmalig durchgeführt oder bei Änderungen (der Vorgaben oder im Betriebsablauf) neu erstellt werden?

Wie bei den regulären Gefährdungsbeurteilungen gilt auch hier, dass die ergänzende Gefährdungsbeurteilung erweitert, angepasst oder wiederholt werden muss, wenn sich gesetzliche Vorgaben ändern oder beispielsweise Tätigkeiten (wieder) aufgenommen werden, die zuvor nicht (mit)betrachtet wurden. Sollte eine Überprüfung keinen Änderungsbedarf ergeben, kann die Durchführung der Überprüfung einfach durch einen Prüfvermerk mit Datum und Unterschrift oder Namenskürzel der Leitung dokumentiert werden.

3. Muss die reguläre Gefährdungsbeurteilung auch dann erstellt werden, wenn eine ergänzende Gefährdungsbeurteilung erstellt wurde?

Ja, die regulären Vorgaben des Arbeitsschutzes gelten weiterhin.

4. Muss mobiles Arbeiten in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden?

Mobiles Arbeiten ist prinzipiell für kurzzeitige Arbeiten vorgesehen. Zurzeit wird es intensiver genutzt. Die r Gefährdungsbeurteilung sollte – auch regulär – auf die Besonderheiten mobiler Arbeit eingehen, wenn diese möglich sein soll. Für die dauerhafte Telearbeit ist ein entsprechender Antrag zu stellen. Für Telearbeit muss eine gesonderte Gefährdungsbeurteilung erstellt werden.

5. Wenn Gefährdungen festgestellt wurden: Wie schnell bzw. bis wann müssen Maßnahmen zur Gefährdungsreduktion umgesetzt werden?

Es gelten die gleichen Regelungen wie sonst auch im Arbeitsschutz. Gegebenenfalls sollten zur Gefährdungsreduktion Übergangsmaßnahmen umgesetzt werden, bis die eigentlichen Maßnahmen greifen.

6. Wer berät bei Fragen zur Erstellung der Gefährdungsbeurteilung?

Bei Fragen zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung können sie sich an die Fachkräfte für Arbeitssicherheit, den Bereich Arbeitspsychologie oder den betriebsärztlichen Dienst wenden.

7. Ist auch im wissenschaftlichen Bereich eine Personaleinsatzplanung erforderlich?

Eine Personaleinsatzplanung ist für alle Beschäftigten der UDE erforderlich, unabhängig vom Arbeitsbereich.

In größeren Bereichen kann dazu die Vorlage für den Personaleinsatzplan des Dezernats Personal und Organisation verwendet werden. Für kleinere Bereiche ist das ggf. auch im Rahmen der ergänzenden Gefährdungsbeurteilung darstellbar.

Haben alle Beschäftigten Einzelbüros ist das sicher einfacher, als bei vielen mehrfach belegten Büros, Laboren, Werkstätten oder Gemeinschaftseinrichtungen für viele Beschäftige. In diesen Fällen ist es besonders wichtig zunächst festzulegen für welche Tätigkeiten überhaupt Präsenz erforderlich ist.

8. Wird neben den regulären Vorsorgeangeboten eine weitere Vorsorge durch die Betriebsärzt*innen angeboten?

Es gibt keine spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge „Corona“. Fragen der Beschäftigten zur Arbeit unter „Corona“-Bedingungen werden selbstverständlich beantwortet.

9. Welche arbeitsmedizinischen Angebote werden derzeit durch die Betriebsärzt*innen nicht angeboten?

Seit Juli werden wieder Untersuchungen durchgeführt. Telefonische Beratungen sind weiterhin möglich.

Hatten Sie bereits einen bestätigten Untersuchungstermin der ausgesetzt wurde, melden Sie sich bitte beim Betriebsärztlichen Dienst, um einen neuen Termin zu vereinbaren. Ansonsten wird nach und nach wieder regulär zu Untersuchungen eingeladen.
Bei den Terminen ist zu beachten:

  • Ein Mund-Nasen-Schutz muss getragen werden.
  • Termine sind zur Vermeidung von Warteschlangen einzuhalten.

10. Wie bewahre ich den Mund-Nasen-Schutz richtig auf?

Der Mund-Nase-Schutz muss unter hygienischen Bedingungen aufbewahrt werden – unterwegs z. B. in einem Beutel oder einer Dose, so dass die Innenflächen geschützt sind und nicht mit außenliegenden Flächen in Berührung kommen. Deshalb sollten die Bänder möglichst nicht mit in das Behältnis hinein.

Nach Benutzung muss der Mund-Nase-Schutz ablüften und trocknen. Dazu legt man den Mund-Nase-Schutz am besten an einem geschützten Ort ab oder hängt ihn an einen Haken, so dass er keine Berührung mit anderen Textilien hat.

11. Wie wird textiler Mund-Nasen-Schutz gepflegt?

Wird ein textiler Mund-Nase-Schutz benutzt, ist die regelmäßige Pflege durch die Beschäftigten selbst vorzunehmen. Die sichersten Methoden sind hierzu das Waschen bei mindestens 60 °C in der Maschine oder das Kochen in einem Topf mit Wasser für etwa 10 Minuten. Alle anderen Methoden (Bügeln, Backofen, Mikrowelle usw.) sind nur bedingt wirksam, weil nicht überall die gleiche Temperatur wirkt. Masken mit Drahtbügeln dürfen wegen der Brandgefahr nicht in die Mikrowelle

12. Welche Arbeitsbedingungen erfordern einen Atemschutz in FFP2-Qualität?

Der Einsatz von Atemschutz in FFP2-Qualität ohne Ventil muss die Ausnahme darstellen, da er nach Aussagen unseres Betriebsarztes eine nicht zu unterschätzende Belastung für den Körper darstellt. Er kann nur zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Schutzmaßnahmen nicht greifen. Von daher ist immer dann, wenn der Abstand von 1,50 m nicht eingehalten werden kann und auch sonst keine Möglichkeit zur Trennung besteht, zunächst das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes aller Beteiligten vorzusehen. Atemschutz der Kategorie FFP2 ist in der Regel nur dann erforderlich, wenn Sie direkten Kontakt zu (bekanntermaßen) infizierten Personen oder infektiösem Material haben, beispielsweise im Gesundheitswesen oder bei der Labordiagnostik.

Bei der Verwendung von FFP2-Masken ohne Ventil  beachten Sie bitte, dass

  • die Tragezeit maximal 75 min am Stück betragen darf,
  • für je 5 min Tragezeit 2 min Erholungszeit anzurechnen sind (also z. B. nach 75 min Tragedauer 30 min Erholung),
  • der Atemschutz maximal 4 Tage pro Woche, davon maximal 2 Tage hintereinander, getragen werden darf,
  • bei mehr als 30 min Tragezeit pro Tag Angebotsvorsorge erforderlich ist,
  •  eine Unterweisung zum richtigen Tragen erforderlich ist.

Die Standardmaßnahmen an der UDE sind in der Reihenfolge:
Abstandhalten – Abtrennung – Tragen von Mund-Nase-Schutz von allen Beteiligten.
Weitergehende Schutzmaßnahmen bedürfen der besonderen Vorbereitung und sind daher vom jeweiligen Bereich eigenverantwortlich zu planen (insbesondere müssen Angebotsvorsorge und Unterweisung vor dem ersten Einsatz erfolgt sein.)

Beispiele:

  1. Klausuraufsicht: Die Identitätskontrolle wird beim Einlass in den Prüfungsraum durchgeführt, bei dem die Studierenden einen Mund-Nase-Bedeckung tragen. Dadurch reicht auch bei den Aufsichten ein Mund-Nase-Schutz. Während der Klausur sitzen die Studierenden in ausreichend großem Abstand zueinander und müssen daher keine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Bei der Beantwortung von Fragen ist dann entweder der Abstand einzuhalten oder währenddessen von beiden Seiten die Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Die Prüfungsteilnahme von Personen, die keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können ist im Vorfeld zu klären und vorzubereiten.
    Das Tragen von Atemschutz der Kategorie FFP2 kann erforderlich sein, wenn alle andere Maßnahmen nicht greifen.

  2. Einweisung von Fremdfirmen: Einzelne Beschäftigte von Fremdfirmen müssen bei Einzelarbeit und unter Einhaltung des Mindestabstandes keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Ist bei der Einweisung der Fremdfirma durch Beschäftigte der UDE die Einhaltung des Mindestabstands nicht möglich, ist von beiden Seiten eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Sollten die Fremdfirmenbeschäftigen diese nicht bei sich haben, wird ihnen diese von der UDE zur Verfügung gestellt.

  3. Begegnung mit Hochschulfremden: Sollten Hausmeister oder Wachleute hinzugerufen werden, wenn Personen aus den Gebäuden entfernt werden müssen, kann vor allem bei Personen die gereizt oder aggressiv wirken der Einsatz von FFP2 Atemschutz erforderlich sein, wenn diese Personen keine Mund-Nase-Bedeckung tragen.

ACHTUNG:
Benötigen Sie Atemschutz einer der FFP-Kategorien aus anderen Gründen als dem Infektionsschutz, müssen Sie auch weiterhin zertifizierte Masken verwenden. Die Ausnahmeregelung zur Verwendung von Masken nach anderen Normen (z. B. KN95) gilt nur für den Infektionsschutz hinsichtlich SARS-CoV-2.

13. Können Visiere (Face Shields) als Ersatz für Mund-Nase-Bedeckungen eingesetzt werden?

Visiere können in der Regel maximal die direkt auf die Scheibe auftreffenden Tröpfchen auffangen. Aerosole können an den offenen Seiten entweichen. Laut Robert-Koch-Institut kann die Verwendung von Visieren daher nicht als gleichwertige Alternative zur Mund-Nase-Bedeckung angesehen werden.

Die aktuelle Fassung der Coronaschutzverordnung lässt das Tragen eines das Gesicht vollständig bedeckenden Visiers zu, wenn keine andere Schutzmaßnahme greift und das dauerhafte Tragen einer textilen Mund-Nase-Bedeckung zu Beeinträchtigungen führt.

Beispiele:

A. Medizinischen Gründen (Nachweis!)

B. Bereiche in denen durch technisch sichergestellte, deutlich erhöhte Luftwechselraten die Aerosolbelastung gering gehalten wird (z. B. Labore)

C. Betreuungs- und Beratungssituationen, bei denen Mimik und Gesichtserkennung eine bedeutende Rolle spielen (z. B. Kindertagespflege)

Wichtig ist, dass das Visier richtig getragen wird und ausreichend groß ist (senkrecht vor dem Gesicht und das Gesicht vollständig bedeckend).

14. Muss die gesetzliche Vorgabe zur Anzahl der Ersthelfenden auch dann eingehalten werden, wenn nicht alle Beschäftigten wieder vor Ort arbeiten?

Ja. Die Grundversorgung in Bezug auf die Erste Hilfe muss sichergestellt sein. Hierbei kann – wie sonst auch – auf Personen aus benachbarten Bereichen als Ersthelfende zurückgegriffen werden. Es soll versucht werden auch bei einem reduzierten Personalstamm die in der DGUV Vorschrift 1 festgelegte Mindestquote zu erreichen. Für Hochschulen sind dies 10 % der anwesenden Beschäftigten. 

Zur Vernetzung untereinander wurde die Liste der in Erster Hilfe Ausgebildeten an alle Ersthelfenden versandt und auf den Internetseiten der Arbeitssicherheit bereitgestellt (Zugriff nur mit Hochschulkennung).

15. Muss für Beschäftigte im Homeoffice Erste Hilfe organisiert werden?

Nein, Ersthelfende müssen erst ab zwei anwesenden Beschäftigten zur Verfügung stehen. Es ist ausreichend, wenn die Möglichkeit besteht, per Festnetz- oder Mobiltelefon einen Notruf abzusetzen.

16. Ist aktuell bei der Ersten Hilfe etwas Besonderes zu beachten?

Nein, Ersthelfende müssen immer darauf achten, sich selbst zu schützen. Klassische Beispiele sind die Absicherung einer Unfallstelle oder das Anziehen von Einmalhandschuhe bei der Versorgung von Wunden. Diese Regel gilt unabhängig der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie. Momentan sollten Ersthelfende aber besonders auf Maßnahmen des Eigenschutzes achten, etwa (wenn verfügbar) durch Atemschutzmasken oder Schutzbrillen. Dazu gehört außerdem Abstand zu halten, wenn es möglich ist. Auch das Einhalten der Husten- und Niesetikette und gründliches Händewaschen zählen dazu.

17. Muss im Rahmen von Wiederbelegungsmaßnahmen zwingend beatmet werden?

Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) liegt es immer, also auch während der SARS-CoV-2-Pandemie, im Ermessen der handelnden Personen, bei der Reanimation auf die Beatmung zu verzichten. Das wichtigste ist, sofort einen Notruf abzusetzen und dafür zu sorgen, dass der Rettungsdienst am Gebäude in Empfang genommen und zum Einsatzort geführt wird.

18. WeIche Ansprechpartner*innen gibt es für Beschäftigte, die sich trotz der vorgegebenen Maßnahmen unsicher fühlen?

Neben Ihrer direkten Führungskraft können Sie sich auch an die Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die Abteilung Arbeitspsychologie, den betriebsärztlichen Dienst, die sozialen Ansprechpartner*innen und den Personalrat wenden.

19. WeIche Ansprechpartner*innen gibt es für Führungskräfte, die sich trotz der vorgegebenen Maßnahmen unsicher fühlen?

Für technische Fragen und Fragen des physischen Arbeitsschutzes unterstützten Sie die Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Bei medizinischen Fragen (bspw. zu Risikogruppen) können Sie sich an den betriebsärztlichen Dienst wenden. Bei Fragen zur organisatorischen Umsetzung der Maßnahmen und der psychischen Belastung Ihrer Beschäftigten helfen Ihnen die Expertinnen für Arbeitspsychologie.