Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Öffentliche Vortragsreihe „Hygiene und Kultur“

Kunst, Blut und ein gelber See

[14.04.2010] Wann, wie oft, wie lange und womit? So ausgiebig wie zu Zeiten der Schweinegrippewellen hatte es das Thema Händewaschen – und somit ein Teil der Körperhygiene – wohl noch nie ins Zentrum allgemeinen Interesses geschafft. Doch hinter dem Begriff Hygiene kann durchaus mehr stecken als öffentliche Gesundheitspflege und persönliche Sauberkeit. Einen Einblick gewährt die Vortragsreihe „Hygiene und Kultur“ des Institutes für Optionale Studien (IOS) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Vier Experten werden jeweils mittwochs von 18 bis 20 Uhr auf dem Essener Campus (Bibliothekssaal, R11 T00, Universitätsstraße 9-11) Aspekte dieser spannenden Forschungslandschaft beleuchten. Und das nicht nur für Studierende, sondern auch für die interessierte Öffentlichkeit. Den Anfang macht Dr. Susanne Düchting vom Institut für Kunst und Kunstwissenschaft am 21. April mit zahlreichen Bildbeispielen. Unter dem Titel „Hygiene und Kunst?“ geht es um die Beschäftigung mit Körpersubstanzen (beispielsweise Blut), wie sie in der Kunst seit den 1960er Jahren zu beobachten ist. Damit wollen die Künstler Ekel provozieren, um die zunehmende „Hyperhygiene“ unserer Umwelt zu hinterfragen, in der jeder körpereigene Geruch parfümiert werden soll und Schönheitsideale körperliche Abweichungen als Makel erscheinen lassen.

Um „Hygiene und Medizin“ geht es am 28. April beim Vortrag von Prof. Dr. Walter Popp, der am Institut für Hygiene und Arbeitsmedizin lehrt. Mit dem Professor für britische Kultur- und Literaturwissenschaft, Dr. Jens Gurr, und dem Chemieprofessor Dr. Hans-Curt Flemming wird das Publikum am 5. Mai einen Ausflug ins alte London unternehmen, wenn auch nicht ins pittoreske. Denn es geht um den Umgang von Literaten und Naturwissenschaftlern mit den urbanen Schmutzfluten. Nicht weit von diesem Thema entfernt: der letzte Beitrag der Reihe am 12. Mai mit dem Titel „Der Schatz im gelben See – Rohstoffquelle Abwasser“ von Dr. Martin Denecke, Ingenieur für Siedlungswasser und Abfallwirtschaft.

Weitere Informationen: Sabine Dittrich, Tel. 0201/183-2221, sabine.dittrich@uni-due.de

Redaktion: Ulrike Eichweber, Tel. 0203/379-2461