Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Zwei renommierte Humboldt-Stipendiaten zu Gast

Intelligente Materialien im Fokus

[03.05.2010] Ob weiche Kontaktlinsen, Wundauflagen oder Gewebeimplantate – moderne Funktionsmaterialien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Zu diesem Thema werden künftig zwei anerkannte Experten an der Universität Duisburg-Essen (UDE) forschen: Prof. Dr. Debasish Haldar vom Institute of Science Education and Research im indischen Kalkutta und Dr. Junchen Wu von der chinesischen Fudan Universität. Beide sind Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung, die ihren Aufenthalt an der UDE fördert.

„Wir freuen uns, dass zwei hochkarätige internationale Nachwuchswissenschaftler an unsere Universität kommen“, sagt Prof. Dr. Carsten Schmuck vom Institut für Organische Chemie. Er wird mit ihnen zusammenarbeiten und rechnet mit „spannenden neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen.“

In zwei unterschiedlichen Forschungsprojekten untersuchen Haldar und Wu mit ihren Kollegen so genannte intelligente Materialien.

Eine neue Klasse von Nanomaterialien

Das erste Projekt dauert drei Monate und beginnt im Mai. Dann werden die Chemiker Haldar und Schmuck mit ihrem Team supramolekulare Polymere, eine neue Klasse von Nanomaterialien, herstellen. Klassische Polymere sind Materialien aus riesigen Molekülen, die durch sehr feste chemische Bindungen zusammengehalten werden. Supramolekulare Polymere sind hingegen eher locker gebundene Ansammlungen kleiner Moleküle. Das hat den Vorteil, dass sich die Eigenschaften der neuen Materialien ihrer Umgebung besser anpassen: Indem die Chemiker die Temperatur verändern und Wasser oder Säure hinzufügen, beeinflussen sie die schwachen Bindungen zwischen den einzelnen Molekülen. Dadurch verändern sich z.B. die Festigkeit und das Fließverhalten des Materials.

Dreidimensional vernetzten Kunststoffen widmet sich das Forschungsvorhaben von Dr. Junchen Wu, der im Juli für ein Jahr an den Campus Essen kommt. Dort entwickelt er mit Professor Schmuck in einem Grundlagenprojekt neuartige Hydrogele. Solche Materialien werden z. B. in der Medizin in Wundauflagen oder Gewebeimplantaten verwendet. Verlaufen die Forschungen erfolgreich, werden die neuen Hydrogele künftig Bakterien molekular erkennen können. Solche Materialien könnten dann als antibakterielle Mittel oder für die medizinische Diagnostik eingesetzt werden.

Weitere Informationen: Tel. 0201/183-3097, carsten.schmuck@uni-due.de

Redaktion: Kristina Belka, Tel. 0203/379-1489