Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

8.6.-30.8.: Ausstellung in der Uni-Bibliothek

Hygiene und Kultur

[31.05.2010] Wie oft waschen Sie sich die Hände? Und wie sehen Hals und Ohren aus? Das persönliche Sauberkeitsverhalten wird ungern thematisiert im Gegensatz zur öffentlichen Gesundheitspflege, vor allem in Zeiten der Schweinegrippe. Mit den faszinierenden Facetten von Hygiene und Kultur befasst sich eine neue Ausstellung in der Bibliothek der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Essener Campus.

Das Institut für Optionale Studien (IOS) der UDE lädt herzlich zur Eröffnung im Bibliothekssaal ein am Dienstag, 8. Juni um 14.15 Uhr. Experten und Studenten haben gewitzt das breite Themenspektrum in Szene gesetzt von der Medizin und Technik über die Kunst und Literatur bis hin zur Geschichte der Hygiene. Gezeigt wird, dass es bei Hygiene und Kultur um weit mehr als das obligate Händewaschen geht, wie schon eine multidisziplinäre Vortragsreihe und ein IOS-Seminar mit Studierenden aller Fachrichtungen zeigte.

Der „Schatz im gelben See“

Vorgestellt werden die Anfänge und Klassiker der modernen Wissenschafts- und Kulturgeschichte der Hygiene, z.B. Semmelweis, den „Retter der Mütter“ vor dem Kindbettfieber oder Robert Koch, den Entdecker der Tuberkelbazillen. Moderne Kunst befasst sich zwar nicht exzessiv, aber häufig provokativ mit dem menschlichen Leib und dessen Produkten, etwa mit Blut oder Kot. In der Ausstellung ist sogar ein echter Beuys zu sehen.

Literarisch sind Körperflüssigkeiten oder Seuchen verarbeitet worden: man denke nur an die „Pest“ von Camus. Daher werden auch eine Ratte und ein Floh nicht fehlen. Schließlich ist die moderne Abfalltechnik und Wasserwirtschaft herausgefordert: Wohin mit der Unmenge an flüssigen und festen Ausscheidungen? In den Kanal, das größte Bauwerk Deutschlands. Wie kann man aber diesen „Schatz im gelben See“ noch als Rohstoffquelle nutzen?

Mit Rat oder Tat an der Ausstellung beteiligt waren Dr. Susanne Düchting, Prof. Dr. Walter Popp, Prof. Dr. Jens Gurr, Prof. Dr. Hans-Curt Flemming und Dr. Martin Denecke. Die wissenschaftliche Koordination lag bei Prof. Dr. Hans Werner Ingensiep.

Weitere Informationen: Sabine Dittrich, T. 0201/183-2221, studium-liberale@uni-due.de, http://www.uni-due.de/ios
Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430