Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen

Neues DFG-Projekt untersucht Motivation bei Testaufgaben

Damit die Chemie doch stimmt

[26.02.2013] Nur selten bringt ein angekündigter Test Schüleraugen zum Leuchten. Vor allem wenn naturwissenschaftliche Themen abgefragt werden, stimmt die Chemie oft nicht. Oder eigentlich doch? Werden die Aufgaben lösbarer, wenn sie mehr mit der Alltagswelt zu tun haben? Oder wenn der Inhalt interessanter vermittelt wird? Diesen Fragen gehen jetzt Chemiedidaktiker an der Universität Duisburg-Essen (UDE) nach. In einem neuen DFG-geförderten Projekt erforschen Prof. Dr. Elke Sumfleth und Prof. Dr. Maik Walpuski, wie sehr sich Interesse und Motivation in Leistungstests auswirken.

„In der Regel geht man davon aus, dass der Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe durch das abgefragte Wissen bestimmt wird“, erklärt Walpuski. Wer also fachkundig ist, kommt problemlos auf die Lösung – klar. Aber auch wenn wir eine Aufgabe besonders interessant finden, fällt sie leichter. Das nehmen die Forscher an. Gerade alltägliche Beispiele und Kontexte könnten vieles verständlicher machen: „Eine Frage zur Neutralisation von Säuren würde sich dann z.B. darum drehen, wie eine Magentablette wirkt oder warum saurer Rasen durch Kalk wieder schön grün wird.“

Der Anwendungsbezug sei auf der einen Seite motivierend, so Walpuski, man strenge sich gleich mehr an. Andererseits kann ein Kontext auch die Schwierigkeit erhöhen, wie bei einem Vergleich der PISA-Aufgaben zum Problemlösen und zu den Naturwissenschaften deutlich wird. Und selbst wenn es klischeehaft klingt: Auch geschlechtsspezifische Inhalte wirken sich positiv aus, etwa wenn Jungs Fragen zum Weltraum bearbeiten oder Mädchen sich mit Stoffen in Kosmetik befassen.

Ob die These stimmt, sollen in den nächsten drei Jahren spezielle Tests zeigen, an denen gleich mehrere hundert Schüler der Mittelstufe teilnehmen. Walpuski und sein Team entwickeln Fragen für die Chemie, Bildungsforscher der Uni Kassel steuern Aufgaben aus dem Fach Biologie bei. „Die Ergebnisse sind für die Gestaltung künftiger Testaufgaben sehr wichtig.“

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Maik Walpuski, Tel. 0201/183-3764, maik.walpuski@uni-due.de

Redaktion: Carmen Tomlik, Tel. 0203/379-1489