Leben in Duisburg und Essen

Bilder: © Stadt Duisburg, Stadt Essen

Zwei Ankerpunkte im Revier

Immer für Überraschungen gut ist die Ruhrmetropole: schließlich errang der Kulturwandel der klassischen Industrieregion mit seinen rund 5,3 Mio. BewohnerInnen aus 140 Nationen europäischen Kulturhauptstadtstatus.

Historische Wurzeln

Dabei gab es schon ein Leben weit vor der Industrialisierung: Die historischen Wurzeln der beiden Hochschulstädte Duisburg und Essen reichen bis ins hohe Mittelalter. Als Rheinhafen zählt Duisburg zu den ältesten Städten des Niederrheins. Hier schuf der Universalwissenschaftler und Atlas-Erfinder Gerhard Mercator im 16. Jahrhundert seine weltbekannten Atlanten. Und als Bonn 1818 Hochschulstadt wurde, gab es die Universität in Duisburg bereits mehr als 150 Jahre. Essen verdankt seine Gründung dem Weitblick Bischof Altfrids, der hier um 850 ein adliges Damenstift gründete. Fast 1.000 Jahre lang regierten die Äbtissinnen die Stadt und legten auch den berühmten Domschatz an.

Der reichhaltigen Geschichte des Ruhrgebiets lässt sich im neuen Ruhrmuseum an historischer Stätte nachspüren, der ehemaligen Zeche Zollverein in Essen, heute Weltkulturerbe: Groß wurden Duisburg und Essen im 19. Jahrhundert. Kohle und Stahl waren das Geschäft der Unternehmerdynastien wie Krupp, Haniel oder Thyssen, deren wirtschaftliches Handeln und gesellschaftliche Verantwortung die Region bis heute formen. Ihren Konzernsitz haben hier aber auch RWE, E.ON Ruhrgas, Hochtief oder Evonik.

Zwei Städte: Duisburg & Essen

Eisen, Stahl und Hafen prägen Duisburg mit seinen rund 500.000 Einwohnern noch immer. Die Hälfte des deutschen Roheisens wird hier produziert und ein Drittel des Rohstahls. Der größte Binnenhafen Europas macht Duisburg nicht nur zu einer Logistikdrehscheibe; auch die kulturellen Umschlagplätze liegen am Innenhafen mit zahlreichen Restaurants, Museen und Kreativwerkstätten. Lebendige Kneipenkultur bieten auch der Uni-Stadtteil Neudorf und das Dellviertel.

Ähnlich wichtig ist Rüttenscheid in dieser Hinsicht für Essen, in dem sich gerne Studierende und WissenschaftlerInnen niederlassen. 580.000 Menschen leben in der Ruhrcity, die sich vor allem als Messe- und Gesundheitsstadt einen Namen gemacht hat, nicht zuletzt wegen des Universitätsklinikums mit seinem weit ausstrahlenden Herz-, Onkologie- und Transplantationsschwerpunkt. Ob die KulturZeche Carl in Essen oder das Hüttenwerk im Landschaftspark Duisburg- Nord: Den altindustriellen Charme haben beide in die Jetztzeit gerettet.

Legendär ist der Duisburger Zoo mit seinen Pandas und den Delfin-Shows. Wer Bildende Kunst mag, muss ins Wilhelm-Lehmbruck-Museum. Das runderneuerte Folkwang-Museum in Essen präsentiert bedeutende Romantiker, Im- und Expressionisten. Europäische Spitzenklasse bietet zudem die Theater- und Musikkulturszene, das hat ihnen die Kritikerzunft bereits mehrfach bescheinigt. Und wen das große Geld lockt: die neue Mercatorhalle in der Duisburger City beherbergt ein edles Spielcasino.

Dem niveauvollen Shoppen und Genießen verschrieben haben sich beide Innenstädte: Mit der Mall Limbecker Platz gewann die Einkaufsstadt Essen wieder enorm an Zugkraft, auch das neue Forum hat für die Duisburger Kö mit ihrem Lebensretterbrunnen Magnetwirkung. Sehr beliebt sind auch die Naherholungsgebiete Sechs-Seen-Platte und Baldeneysee.