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Hans-Werner Denker
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Publikationen zur Potentialität frühembryonaler Zellen und zur Blastomerenbiopsie (PID/PGD) (April/Mai 2011)

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Einleitung

Der Verlauf der jüngsten Bundestagsdebatten zu diesem Thema und auch die wiederholten Terminverschiebungen machen den Eindruck einer gewissen Hilflosigkeit. Das muss insofern nicht sehr überraschen, als die Materie in der Tat schwierig ist. Umso wichtiger erscheint, die Diskussion auf einer möglichst gut fundierten wissenschaftlichen Basis stattfinden zu lassen. Die biologischen Fakten sind in der Vergangenheit schon oft dargelegt worden; dennoch zeigt die Erfahrung, dass sie den entscheidenden Politikern in vielen Fällen immer noch nicht vertraut genug sind. Kaum noch wird darauf zurückgegriffen, dass bereits im November 2000 die Enquete-Kommission „Recht und Ethik der Modernen Medizin“ des Bundestags zu den biologischen Fakten, die in diesen Diskussionen bedacht werden müssen, eine Expertenanhörung durchgeführt und darüber beraten hat. Kurzfassungen davon sind im Archiv des Bundestags schon seit Jahren online verfügbar! Den Link zu meiner eigenen Stellungnahme zu diesem Themenkreis habe ich hier noch einmal aufgeführt (s.u.).

Verwundern muss, dass in den vergangenen mehr als 10 Jahren nicht darauf aufbauend und kontinuierlich weiter an den ethisch-rechtlichen Implikationen gearbeitet worden ist. Auch ist die Klärung strittiger Aussagen zu biologischen Fakten nicht vorangetrieben worden. So steht immer noch die unhaltbare Behauptung im Raum (und wird von einigen Politikern gern aufgegriffen), es sei wissenschaftlich erwiesen, dass die Totipotenz beim Menschen mit dem Achtzellstadium der Entwicklung in allen Blastomeren ende, sodass man von diesem Stadium an eine Blastomeren-Biopsie vornehmen könne, ohne mit dem Embryonenschutzgesetz in Konflikt zu geraten. Dass und warum diese Behauptung nicht haltbar ist, und warum wir auch hier wie in der Stammzellforschung eine tutioristische Haltung einnehmen sollten, habe ich in meinen einschlägigen Arbeiten dargelegt. Publikationen, in denen dies zu finden ist, stelle ich hier in einer gesonderten Liste zusammen:

Liste der Publikationen

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DENKER, H.-W.:
Stellungnahme zur Leitfrage „Kann, unter Berücksichtigung der verschiedenen naturwissenschaftlich verwendeten Definitionen von ‚Pluripotenz‘ bzw. ‚Totipotenz‘, gegenwärtig zuverlässig ausgeschlossen werden, dass die Biopsie an Zellen durchgeführt wird, aus denen sich ein lebensfähiger Embryo entwickeln könnte?“.
In: Deutscher Bundestag, 14. Wahlperiode, 11. Sitzung der Enquete-Kommission Recht und Ethik der modernen Medizin, 13. November 2000. öffentliche Anhörung von Sachverständigen zum Thema Präimplantationsdiagnostik, Statements der Sachverständigen, S. 9-10.
Anhörung Denker (im Webarchiv des Deutschen Bundestages, 14,8 KB)
Alle Dokumente zur Anhörung (im Webarchiv des Deutschen Bundestages)
PDF-Download (14,8 KB)

DENKER, H.-W.:
Embryonale Stammzellen und ihre ethische Wertigkeit: Aspekte des Totipotenz-Problems.
In: Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik Band 5 (L. Honnefelder und C. Streffer, Hg.). de Gruyter, Berlin - New York, 2000, pp. 291-304. PDF-Download (16,6 MB)

DENKER; H.-W.:
Forschung an embryonalen Stammzellen: Eine Diskussion der Begriffe Totipotenz und Pluripotenz.
In: Stammzellenforschung und therapeutisches Klonen. (F.S. Oduncu, U. Schroth und W. Vossenkuhl, Eds.)
Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 2002, pp. 19-35. PDF-Download (35,1 MB)

DENKER, H.-W.:
Experten-Stellungnahme zum Thema „Neue Entwicklungen in der Stammzellforschung“ vor der Enquete-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“ des Deutschen Bundestags.
Nichtöffentliche Anhörung am 8.12.2003. Text der schriftl. Stellungnahme: Kom.-Drs. 15-92:
Anhörung Denker (im Webarchiv des Deutschen Bundestages, 26,5 KB)
Alle Dokumente zur Anhörung (im Webarchiv des Deutschen Bundestages)
PDF-Download (26,5 KB)

DENKER, H.-W.:
Embryonale Stammzellen als entwicklungsbiologisches Modell: Frühembryonale Musterbildung und Totipotenz.
In: Die Frühphase der Entwicklung des Menschen. Embryologische und ethische Aspekte. (G. Rager /A. Holderegger, Eds.) (Reihe: Herausforderung und Besinnung, Band 19). Universitätsverlag Freiburg/Schweiz, ISBN 3-7278-1416-0 (distributed by: Academic Press, Fribourg/Switzerland), 2003, pp. 23-71. PDF-Download (104 MB)

DENKER, H.-W.:
Early human development: New data raise important embryological and ethical questions relevant for stem cell research.
Naturwissenschaften 91: 1-21 (2004). PubMed   PDF-Download (853 KB)

DENKER, U., DENKER, H.-W.:
Embryonale Stammzellforschung: Aufklärung notwendig. Problematik der informierten Zustimmung der Spender.
Dtsch. Ärztebl.102: A892-A893 (2005). PDF-Download (56,7 KB)

DENKER, H.-W.:
Potentiality of embryonic stem cells: an ethical problem even with alternative stem cell sources.
Journal of Medical Ethics 32: 665-671 (2006). PubMed   PDF-Download (131 KB)

DENKER, H.-W.:
Totipotenz – Omnipotenz – Pluripotenz.
Ausblendungsphänomene in der Stammzelldebatte: Indikatoren für den Konflikt zwischen Norm- und Nutzenkultur?

In: Th. S. Hoffmann, W. Schweidler (Eds.): Normkultur versus Nutzenkultur. Über kulturelle Kontexte von Bioethik und Biorecht.
Berlin/ New York; Walter de Gruyter, 2006, pp. 249-272. PDF-Download (9,81 MB)

DENKER, H.-W.:
Comment on:
KLIMANSKAYA, I.; CHUNG, Y.; BECKER, S.; LU, S.-J.; LANZA, R.:
Human embryonic stem cell lines derived from single blastomeres. Nature 444: 481-485 (2006).
PDF-Download (7,75 KB)

DENKER, H.-W.:
Herstellung von menschlichen ES-Zell-Linien ohne Zerstörung von Embryonen: Neues Verfahren, neue ethische Probleme. (Kommentar zu: CHUNG, Y.; KLIMANSKAYA, I.; BECKER, S.; LI, T.; MASERATI, M.; LU, S.-J.; ZDRAVKOVIC, T.; ILIC, D.; GENBACEV, O.; FISHER, S.; KRTOLICA, A.; LANZA, R.: Human embryonic stem cell lines generated without embryo destruction. Cell Stem Cell 2: 113-117, 2008.)
Deutsch (12,2 KB)   English (11,3 KB)

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