Operante Konditionierung

 

Was ist operante Konditionierung?

Unter operanter Konditionierung versteht man die Beeinflussung eines gezeigten Verhaltens durch ein Resultat auf dieses Verhalten.

Ein Individuum zeigt ein Verhalten (z.B. ein lautes Aufstoßen bei Tisch) und wird je nach Reaktion der Umwelt dieses Verhalten zukünftig häufiger oder weniger häufig (gar nicht mehr) zeigen. Eine bestimmte Verhaltensweise mit einer  bestimmten Konsequenz verknüpfen.

Operantes Verhalten ist ein Verhalten, das durch nichts bedingt (ausgelöst) wird ("spontan").
Man operiert durch eine Handlung in der Umwelt. Aufgrund der Auswirkungen auf diese Handlung verändert sich das Verhalten.
Verhalten, das sich als günstig oder angemessen erweist, wird wieder gezeigt und aufgrund von Verstärkungen ins Verhaltensrepertoire eines Individuums aufgenommen.

Abb. 44

"Das operante Konditionieren geht davon aus, daß das Individuum aktiv in seiner Umwelt agiert und Verhaltensweisen hervorbringt, auf welche die Umwelt reagiert." Hobmair (1996, 175) 

"Beim operanten Konditionieren lernen Menschen und Tiere bestimmte Verhaltensweisen, weil sie von ihrer Umwelt dafür Verstärkung erhalten." Comer (1995, 50)

"Es sind vielmehr von "innen" herauskommende Wirkreaktionen, die die Lernumgebung zum Vorteil (Futteraufnahmemöglichkeit) oder zum Nachteil (Bestrafung) verändern." Angermeier (1991, 55)

"Verhalten wird als Instrument eingesetzt, um etwas zu bewirken." Langfeldt (1996, 105) 

Ein Mensch wird als reaktives, passives Wesen angesehen, dessen Verhalten durch Manipulation der Verhaltenskonsequenzen (Belohnung / Bestrafung) kontrollierbar und veränderbar ist. 

"Thorndike interessierte sich für das Anpassungsverhalten von Tieren. Skinner suchte demgegenüber Antwort auf die Frage, wie sich Kontrolle über das Verhalten von Tieren und Menschen gewinnen läßt." Mietzel (1998 b, 176)

"[...] Bei operanten Therapieverfahren erteilen die Therapeuten konsistent Belohnungen für angemessenes Verhalten und enthalten sie für unangemessenes Verhalten vor." Comer (1995, 164)

Operantes Lernen wird auch als instrumentelles Lernen bezeichnet: Man setzt sein eigenes Verhalten wie ein Instrument ein, um eine gewünschte Verhaltenskonsequenz (wieder) zu erlangen. Das Instrument dient also als Mittel zu Befriedigung.


Praxisbeispiel operante Konditionierung:
P. gibt ständig an. Mit seinen Schulnoten, mit dem Auto seines Vaters, ...
Als es den anderen Schülern zuviel wird, ignorieren sie sein Verhalten. Da P. für sein Verhalten (das Angeben) nicht mehr belohnt wird (durch Aufmerksamkeit), unterlässt er es in Zukunft.
Er wurde operant konditioniert.

Operantes Konditionieren nach E. L. Thorndike
Operantes Konditionieren nach B. F. Skinner