Das Ergebnis der Lern-Kontrolle hängt u.a. auch sehr stark von der Prüfungsvorbereitung ab: von der Zeitplanung und der Planung Ihrer konkreten Lernarbeit.

I. Die Zeitplanung orientiert sich an der

  • Wichtigkeit (z.B. Fachprüfung / Leistungsnachweis) und
  • Schwierigkeit (z.B. Mathematik / Managementtechniken) einer Prüfung.

Je früher Sie sich dabei auf eine Prüfung vorbereiten, desto besser. Überlegen Sie sich bereits am Anfang des Semesters welche Prüfungen auf Sie zukommen (vgl. Lern-Inhalt) und welche Prioritäten Sie dabei setzen (vgl. Prioritätensetzung). Bei wichtigen Prüfungen sollte die Vorbereitungszeit ca. 3 Monate betragen. Notieren Sie sich so früh wie möglich die Klausurtermine und beginnen Sie danach mit der Planung. Schätzen Sie dabei Ihre Prüfungssituation realistisch ein.


Die beste Prüfungsvorbereitung ist es, regelmäßig alle Lehrveranstaltungen zu besuchen und effektiv mitzuschreiben (vgl. Mitschriften) sowie möglichst bald nach der Veranstaltung den Lernstoff zu Hause zu bearbeiten und zu wiederholen (vgl. Text-Bearbeitung)
.

Für eine erfolgreiche Prüfungsvorbereitung reicht dies alleine jedoch nicht aus. Denn meist ist es kaum möglich, in allen Fächern den Lernstoff semesterbegleitend und gründlich zu verarbeiten. Hinzu kommt, dass es während des laufenden Semesters oder in einzelnen Lehrveranstaltungen oftmals sehr schwierig ist, relevante Aussagen zu bemerken und Zusammenhänge zu erkennen. Manchmal bekommen Sie den endgültigen Überblick über ein Themengebiet auch erst dann, wenn Sie am Ende des Semestern den gesamten Lernstoff kennen.

Für die Prüfungsvorbereitung bietet sich dann ein ähnliches Vorgehen an wie bei der Planungstechnik:

1. Art der Prüfung feststellen

Stellen Sie zunächst fest, um welche Art von Prüfung es sich handelt (z.B. Klausur: Wissensfragen, Bearbeitungsaufgaben, Auswahlfragen, Multiple-Choice-Aufgaben, Thema- oder Fallorientierung; mündliche Prüfung: Einzel- oder Gruppenprüfung), besorgen Sie sich dann die Prüfungsordnung und die Prüfungsbedingungen sowie alte Prüfungsaufgaben (z.B. bei Kommilitonen höherer Semester). Recherchieren Sie danach die Ansprüche und Gewohnheiten der Prüfenden (Bevorzugen diese sehr stark das, was sie in Vorlesungen vermittelt haben? Geben sie Literaturhinweise? Legen sie Wert auf Daten, Fakten, Definitionen, Zusammenhänge, persönlichen Praxis- und Anwendungsbezug oder mehr auf theoretische Inhalte? Sind eigene Anwendungen, Interpretationen notwendig oder allgemeine Vergleiche?).

2. Literatursammlung

Sammeln Sie anschließend alle Stoffpläne und Vorlesungsskripte, die in den Lehrveranstaltungen ausgegeben werden. Besorgen Sie sich außerdem die entsprechende Fachliteratur (z.B. aus Fachzeitschriften, Büchern, dem Internet) sowie Klausuren und Prüfungsvorbereitungen von Studenten höherer Semester.

3. Festlegung des "Sollwissens"

Auf Grund der Vorlesungsskripte, der Fachliteratur, Ihrer persönlichen Recherchen sowie der eigenen Mitschriften klären Sie dann den Umfang des Prüfungsstoffes. Danach erfolgt die Analyse dessen, was sie bereits können oder was Sie noch lernen müssen. Seien Sie dabei ehrlich zu sich selbst. Notieren Sie (schriftlich!), was Sie bereits bearbeitet (d.h. gelesen, zusammengefasst bzw. visualisiert) oder wiederholt haben. Schreiben Sie sich ebenfalls auf, was Sie nur überflogen oder noch nicht richtig bewältigt haben (z.B.: Neu lernen und erarbeiten? Wiederholen und vertiefen? Zusammenfassen und Wiederholen? Zusammenfassen und üben?). Klären Sie Lücken und Unverstandenes. Dieses "Sollwissen" ist die Ausgangsposition für die Aufteilung des gesamten Lernstoffes in kleine, ganz konkrete Lerneinheiten.

4. Aufteilung des Gesamtstoffs in Lerneinheiten (Kapitel / Abschnitte)

Unterteilen Sie nun den gesamten Lernstoff in überschaubare Lerneinheiten (vgl. Planungstechnik). Überlegen Sie sich danach die Reihenfolge der Lernschritte (vgl. Prioritätensetzung). Erstellen Sie nun eine konkrete Tätigkeitsliste. Wenn Sie Prüfungen in mehreren Fächern haben, dann planen Sie einen regelmäßigen Wechsel zwischen den Fächern ein, um inhaltliche ‹berschneidungen (Ähnlichkeits- bzw. Interferenz-Hemmungen) zu vermeiden. Planen Sie nur eine Prüfung, dann wechseln Sie bei der Aufteilung des Gesamtstoffes zwischen verschiedenen Themengebieten.

5. Festlegung der täglichen Lernzeiten

Erstellen Sie abschließend einen lang-, mittel- und kurzfristigen Zeitplan. Schätzen Sie dafür für jede Lerneinheit die Zeit ein, die Sie voraussichtlich für diese Lerneinheit benötigen (vgl. Zeitpläne). Verteilen Sie dann die zeitlich fixierten Lerneinheiten auf die bis zur Prüfung noch verfügbare Zeit. Berücksichtigen Sie dabei Ihre persönliche Leistungskurve und mögliche Störquellen und planen Sie Pausen und Pufferzeiten ein.

 

 

 


 




Abb.: Planung einer Prüfungsvorbereitung (In.: Metzger, 1999, 31f)

 

II. Zur Prüfungsvorbereitung gehört neben der Zeitplanung auch die Planung der konkreten Lernarbeit.

Legen Sie bei der Planung der konkreten Lernarbeit schriftlich fest (vgl. Schriftliche Planung), wo und mit wem Sie lernen wollen (vgl. Lern-Ort) und welche Lern-Strategien Sie für welche Lerneinheiten bevorzugen. Hinterfragen Sie Ihre Motivation und Lebensführung. Legen Sie alle Unterlagen (Mitschriften, Skripte, Bücher und Kopien) griffbereit zurecht und bereiten Sie sich kognitiv und emotional auf Ihre Lernarbeit vor.

      Übung: Prüfungsvorbereitung