Erste Schritte: Start in die Promotion

Denken Sie darüber nach, an der UDE zu promovieren oder stehen kurz davor, mit Ihrem Forschungsprojekt zu beginnen? In diesem Abschnitt finden Sie Informationen zu einer Reihe von Themen, die in der Anfangsphase der Promotion relevant sind. Gehen Sie direkt zu:

Motivation – warum promovieren?

Viele Masterstudierende stehen spätestens kurz vor dem Abschluss des Studiums vor der Frage, ob sie eine Promotion anstreben sollen und welche Karrierewege sich nach der Promotion eröffnen.

Der Doktortitel ist der höchste akademische Grad, der an Universitäten vergeben werden kann. Eine Promotion bietet Ihnen die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum intensiv mit einem Forschungsthema bzw. -projekt zu beschäftigen. Mit dem Abschluss weisen Sie die Fähigkeit nach, selbständig wissenschaftlich arbeiten zu können und Ihnen eröffnen sich vielseitige Karriereoptionen – sowohl innerhalb der Forschung als auch in wissenschaftsnahen Bereichen, Wirtschaft und Gesellschaft.

Die Entscheidung für oder gegen die Promotion sollte wohl überlegt sein, denn so viele spannende Erfahrungen Sie während der Promotion erwarten, so arbeitsintensiv und herausfordernd ist diese Zeit gleichermaßen. Antrieb sollte in erster Linie ein vertieftes Interesse an einer Forschungsfrage oder einem Forschungsthema sein.

In jedem Fall empfehlen wir Ihnen, frühzeitig mit dem/der Professor*in, den/die Sie sich als Betreuer*in vorstellen können, zu sprechen oder mit uns ein Beratungsgespräch zu vereinbaren. Darüber hinaus bietet  die Frühjahrsakademie der Research Academy Ruhr Promotionsinteressierten der UA Ruhr Unterstützung im Entscheidungsprozess und in der Startphase der Promotion.

Wege zum Doktortitel

Grundsätzlich gibt es in Deutschland zwei unterschiedliche Wege zum Doktorgrad:

Individuelle Promotion

Bei dieser Form der Promotion wählen und bearbeiten Sie Ihr Forschungsthema eigenständig und werden dabei von Ihrem Doktorvater/Ihrer Doktormutter betreut. Ihre*n Betreuer*in suchen Sie sich in der Regel selbstständig.

Oft sind Sie während der Individualpromotion als wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in an einem Lehrstuhl oder Institut angestellt.

Im Bereich "Promotionsfinanzierung" finden Sie zudem eine Übersicht über weitere Wege, die Promotion zu finanzieren.

Strukturierte Promotion

Im Gegensatz zur Individualpromotion ist die Promotion in strukturierten Programmen formal geregelt und bietet zahlreiche integrierte Unterstützungsangebote. Strukturierte Programme wie bspw. DFG Graduiertenkollegs bieten Ihnen meist eine Finanzierung in Form von Stellen als wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in. Die Bewerbungsmodalitäten unterscheiden sich je nach Programm. Informationen dazu finden Sie auf den Websiten der Promotionsprogramme.

Hier finden Sie eine Übersicht über die strukturierten Promotionsprogramme an der UDE.

Voraussetzungen und Regularien an der UDE

Voraussetzungen

Voraussetzung zur Promotion ist
 a) ein Abschluss nach einem einschlägigen Universitäts- oder Kunsthochschulstudium mit einer Regelstudienzeit von wenigstens acht Semestern, für das ein anderer Grad als Bachelor verliehen wird, oder
 b) ein Abschluss nach einem einschlägigen Hochschulstudium mit einer Regelstudienzeit von wenigstens sechs Semestern und daran anschließende angemessene, auf die Promotion vorbereitende Studien in den Promotionsfächern, oder 
c) ein Abschluss eines Master-Studiengangs im Sinne des § 85 Abs. 3 Satz 2 HG, d.h. ein weiterer berufsqualifizierender Abschluss mit einer Regelstudienzeit von mindestens zwei Semestern.

War der Abschluss nicht einschlägig, legt der Promotionsausschuss angemessene, auf die Promotion  vorbereitende Studien in den Promotionsfächern fest, die vor einer endgültigen Zulassung zum Promotionsverfahren nachzuweisen sind.

Promotionsordnungen

Das Promotionsrecht liegt bei den Fakultäten, sie legen daher das Verfahren und die Regeln für die Promotion fest. Rechtlich festgeschrieben sind diese Regeln in der veröffentlichten Promotionsordnung der jeweiligen Fakultät, die sich wiederum an der Muster-Promotionsordnung der Universität orientiert.

Alle Promotionsordnungen (auch eine englische Version der Muster-Promotionsordnung) finden Sie hier.

Eine Übersicht über die Promotionsausschüsse der Fakultäten finden Sie auf dieser Seite.

Bitte beachten Sie ggf. die gesonderten Regelungen an der Medizinischen Fakultät. Alle Informationen, ebenso wie FAQs zur alten und neuen Promotionsordnung der Medizinischen Fakultät, finden Sie gesammelt auf der Website der Fakultät.

Promotionsvorbereitende Studien

Bei einem nicht einschlägigen Abschluss kann der Promotionsausschuss auf die Promotion vorbereitende Studien festlegen, die vor einer endgültigen Zulassung zum Promotionsverfahren nachzuweisen sind. Mit den auf die Promotion vorbereitenden wissenschaftlichen Studien soll ein Ausbildungsstand erreicht werden, der dem von Bewerber*innen gemäß Abs. 1 Ziff. a) und c) entspricht. Die vorbereitenden wissenschaftlichen Studien haben einen Umfang von maximal vier Semestern und werden vom Promotionsausschuss mit der Bewerberin oder dem Bewerber festgesetzt. Sind noch auf die Promotion vorbereitende Studien zu absolvieren, erfolgt die Aufnahme in die Promovendenliste unter Vorbehalt und es gilt die Betreuungsvereinbarung der Fakultät.

Immatrikulation

Die Einschreibung in einen Promotionsstudiengang erfolgt innerhalb der Einschreibungsfrist für nicht zulassungsbeschränkte Studiengänge. Für die Einschreibung in einen Promotionsstudiengang sind die gemäß der jeweiligen Promotionsordnung erforderliche Bescheinigung (Bestätigung des betreuenden Hochschullehrers oder Bestätigung des Promotionsausschusses) sowie der ausgefüllte Antrag auf Einschreibung vorzulegen. Diesem Antrag können Sie alle wichtigen Informationen wie Öffnungszeiten, Einschreibungsfristen, erforderliche Unterlagen usw., entnehmen. Die Einschreibung erfolgt im Einschreibungsbereich des Campus Essen bzw. Duisburg. Bitte beachten Sie die Informationen zu dem Einschreibungsverfahren für zulassungsfreie Studiengänge.

Wie finde ich eine*n Betreuer*in?

Wenn Sie sich für eine Individualpromotion an der UDE entscheiden, müssen Sie zunächst selbstständig eine*n Betreuer*in für Ihr Promotionsvorhaben finden. Sie können sich sowohl auf Stellenausschreibungen bewerben als auch initiativ eine*n Lehrstuhl-Inhaber*in in Ihrem Interessenbereich ansprechen.

Vielleicht haben Sie bereits eine genaue Vorstellung, bei welcher/welchem Hochschullehrer*in Sie gerne promovieren möchten. Das kann jemand sein, der in Ihrem Forschungsgebiet publiziert hat oder den Sie auf einer Fachkonferenz oder im Studium kennengelernt haben. Über die Website der Fakultät finden Sie die Kontaktdaten der Person und können sich direkt an diese wenden.

Haben Sie noch keine Idee, welche*r Professor*in als Betreuer*in für Sie in Frage kommen könnte, empfehlen wir Ihnen, auf den Webseiten der Fakultät bzw. des Fachbereichs, in dem Sie promovieren möchten, zu recherchieren, welche Hochschullehrer*innen in Ihrem Fachgebiet arbeiten und anschließend Kontakt aufzunehmen.

Für eine Betreuungszusage des/der Professor*in sind in der Regel Ihre Qualifikation(en), Ihr Promotionsziel und die Realisierbarkeit Ihres Forschungsvorhabens wichtige Kriterien. Ggf. wird der/die Professor*in ein Exposé verlangen, um Ihr Vorhaben besser einschätzen zu können. Im Exposé legen Sie einen ersten inhaltlichen und zeitlichen Rahmen für Ihre Dissertation fest und fixieren schriftlich, was Sie in der begrenzten Zeit Ihrer Promotion erarbeiten wollen.

Haben Sie eine*n Betreuer*in gefunden und sich auf ein Forschungsthema verständigt, prüft im nächsten Schritt der Promotionsausschuss der zuständigen Fakultät die Erfüllung der Promotionsvoraussetzungen und entscheidet, ob Sie als Doktorand*in aufgenommen werden. Anschließend können Sie sich als Promotionsstudent*in immatrikulieren (siehe Abschnitt "Immatrikulation").

Oft sind Sie während der Individualpromotion als wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in an einem Lehrstuhl oder Institut angestellt. Im Bereich "Promotionsfinanzierung" finden Sie zudem eine Übersicht über weitere Optionen, eine Promotion zu finanzieren.

Phasen der Promotion

Je nach Fachbereich und Art der Promotion dauert das Anfertigen der Dissertation zwischen drei und fünf Jahren. Selbstverständlich der Verlauf jeder Doktorarbeit sehr individuell, dennoch lassen sich in der Regel verschiedene charakteristische Phasen unterscheiden:

Orientierungsphase (ca. 1–3 Monate)

In die Orientierungsphase fallen die Entscheidung für die Promotion, die Themenfindung sowie die Suche nach einer/einem Betreuer*in und einem geeigneten Finanzierungsmodell. Anschließend erfolgt die Zulassung zur Promotion durch den Promotionsausschuss.

Einstiegsphase (ca. 3–9 Monate)

In der Einstiegsphase arbeiten Sie sich in Ihr Forschungsthema ein und formulieren Ihr Promotions-Exposé. Zu Beginn dieser Phase ist es empfehlenswert, sich eine möglichst detaillierte Gliederung und einen Zeit- bzw. Projektplan anzufertigen.

Forschungsphase (ca. 2,5–3 Jahre)

In der Forschungsphase bearbeiten Sie Ihr Projekt und nehmen gegebenenfalls Änderungen und Anpassungen vor. Die Ergebnissicherung und saubere Dokumentation Ihrer Arbeit ist dabei durchgängig relevant. Die Recherche, Sichtung und Auswertung promotionsrelevanter Literatur bzw. Erhebung von Daten erstreckt sich über die gesamte Promotionsphase. Auch eine transparente Kommunikation mit Ihrem/Ihrer Betreuer*in ist über den gesamten Zeitraum sehr wichtig: Neben organisatorischen Absprachen sollte im Betreuungsverhältnis ein regelmäßiger Dialog über den Inhalt Ihrer Arbeit gewährleistet werden.

Abschlussphase (ca. 3–12 Monate)

In dieser Phase schließen Sie Ihr Forschunsprojekt ab und stellen Ihre Dissertation fertig. In der Abschlussphase legen Sie mit Ihrem/Ihrer Betreuer*in einen Abgabetermin für die Dissertation fest und vereinbaren – in Abhängigkeit der veranschlagten Zeit für Korrekturphasen, die Erstellung der Gutachten und die Termine der Sitzungen des Promotionsausschusses – möglichst auch eine Frist für den Termin der Disputation. Der schriftliche Antrag auf Zulassung zur Promotionsprüfung erfolgt beim Promotionsausschuss, weitere ggf. zu beachtende Vorgaben regelt die Promotionsordnung. Erst nach der positiven Begutachtung und der Annahme der Dissertation werden Sie zur mündlichen Prüfung im Rahmen des Promotionsverfahrens zugelassen.

Haben Sie die Promotionsleistung erfolgreich bestanden, ist die Dissertation im letzten Schritt in geeigneter Form zu veröffentlichen, beispielsweise als Monografie in einem Verlag oder als Open-Access-Publikation. Eine Ausnahme hiervon bildet die kumulative Promotion, bei der Sie bereits im Laufe der Promotionsphase mehrere Fachartikel einzeln veröffentlichen (je nach Promotionsordnung meist drei oder vier) und diese zur Einreichung als Dissertation mit einem rahmenden Text versehen, der den Zusammenhang zwischen den einzelnen Beiträgen und Ihrer übergeordneten Forschungsfrage herstellt. Die Universitätsbibliothek Duisburg-Essen bietet Ihnen eine eigene Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Veröffentlichung Ihrer Dissertation. Die Ansprechpartner*innen der Dissertationsstelle geben Ihnen wertvolle Tipps und informieren über Vorgaben und Gestaltungsrichtlinien.

 

Promotionsphasen nach Sibel Vurgun (Hrsg.): Kompetenzen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern. Entwicklung eines Kompetenzmodells. UniWiND-Publikationen Band 6, 2016, S. 18. Online verfügbar unter: https://www.uniwind.org/.../user.../Publikationen/2016_UniWiND_Bd6_A5_web.pdf (letzter Zugriff 26.3.2019).

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