A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

A

Simone Adam

Die Topographien im französischen Drama der 'extrême contemporain'

Der Begriff ‚extrême contemporain‘ (Chaillou 1986) bezieht sich auf die französische Literatur der 1980er, 1990er und 2000er Jahre, die bedingt durch den Literaturmarkt wesentliche Merkmale haben: sie entsteht durch Neugierde für Ungehörtes und Unerhörtes, hat eine Vielzahl struktureller, ästhetischer und thematischer Tendenzen und sie thematisiert das, was konkret „unsere Epoche“ betrifft.  Sie rekurriert spielerisch auf diverse Formen der Vergangenheit, hat jedoch auch eine zukunftsweisende Funktion. Das Drama des ‚extrême contemporain‘ soll in dieser Dissertation unter dem kulturwissenschaftlichen Blickwinkel der Räumlichkeit untersucht werden. Mit der nach dem Spatial Turn beginnende Hinwendung zum Raum als Analysekategorie sollen in diesem Dissertationsprojekt 15 Dramen auf ihre soziale Produktion (Lefebvre), ihre diskursive Anordnungen (Foucault), Kerbungen (Deleuze/Guattari) und soziale Praktiken (de Certeau) von Raum prüfen und herausstellen, wie in dramatischen Räumen der französischen Gegenwartsliteratur verschiedene Interpretationsebenen aufgebaut werden.

Leiter

Prof. Dr. Helmut C. Jacobs

Zeitraum

Oktober 2009 bis voraussichtlich 2015/2016

Geplanter Output

Abgabe der Dissertation voraussichtlich 2013 mit anschließender Veröffentlichung

Tijen Akdag

Das Scheidungsverhalten bei türkischstämmigen Frauen in Deutschland

In den vergangen Jahren hat sich die Migrationsforschung zwar verstärkt den Themen „Familie und Migration“ gewidmet, ermittelt wurden gegenwärtig aber nur die veränderten Familienstrukturen und -Konstellationen, Jugendsozialisation und/ oder die soziale Situation von Migrantenfamilien im Kontext der Integration. Unerforscht blieb bislang, trotz vereinzelter qualitativer Studien, das Scheidungsverhalten türkischer Migranten in Deutschland, was zur folge hat, das kaum gesicherte Erkenntnisse über die Gründe und Folgen der Eheauflösung existieren. Ausgehend aus dieser Forschungslücke soll im Rahmen meiner quantitativen Forschungsarbeit (Doktorarbeit), der Versuch unternehmen werden, die Scheidungsursachen und -folgen im Kontext der gesellschaftlichen Veränderungsprozesse bei Frauen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland zu erfassen und Erkenntnisse über die zukünftige Lebenssituation der geschiedenen Frauen, deren  Belastungen und Schwierigkeiten nach der Scheidung, zu gewinnen.

Leiter

Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan

Zeitraum

2011 bis 2014

Geplanter Output

Dissertation und gegebenfalls Veröffentlichung

Gönül Aydin-Canpolat

Die Determinanten des Bildungserfolges der Migranten im deutschen Bildungssystem

Anhand einer quantitativen Befragung an den Abiturjahrgängen der Schulen sollen die Determinanten für den Bildungserfolg der Migranten identifiziert und somit vom bisherigen defizitorientierten Ansatz abgewichen werden.

Leiter

Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan

Zeitraum

2011 bis 2014

Geplanter Output

Dissertation und ggf. Veröffentlichung

B

Habilitationsprojekt

Iuditha Balint

Kultur- und Mediengeschichte der Sekretärin

Ein kursorischer Blick auf die deutschsprachige Literatur, das Theater und später auch den Film und das Fernsehen verrät, dass dort seit den 1860er-Jahren eine marginalisierte Berufsgruppe die Arbeitsnarrative mitprägt. Ob in Hermann Brochs Drama Die Entsühnung, Vicki Baums Roman Menschen im Hotel, Siegfried Lenz’ Erzählung Der große Wildenberg, John von Düffels Roman Ego oder etwa in Film- und Serienformaten wie James Bond, Liebling Kreuzberg oder Mad Men – die Figur der Sekretärin und die Geräusche der Sekretariatsarbeit bestimmen die Narrative der Arbeit auf eine meist subtile, doch entscheidende Weise mit. Vor dem Hintergrund ihrer großen Präsenz ist es indessen geradezu paradox, dass die Sekretärin vorwiegend als Neben- oder Randfigur verstanden wird, und dass sie von der Literatur- und Medienwissenschaft ebenso sträflich vernachlässigt wurde. Zur Plausibilisierung der vermeintlichen Randständigkeit dieser inzwischen weiblich codierten Berufsgruppe – so die zu prüfende These – trägt  die Beharrlichkeit bei, mit der sich narrative Darstellungsmuster der Sekretärinnenfigur seit den 1920er-Jahren erhalten haben und die mit der prekären wirtschaftlichen Position und der sozialen Devaluation dieser Berufsgruppe in Zusammenhang stehen. Grundsätzlich aber fußt die Marginalisierung der Sekretärinnen bzw. der Figur der Sekretärin auf genderspezifischen arbeitsweltlichen ‚Benachteiligungsstrukturen‘ bzw. Geschlechterstereotypien. Das Habilitationsprojekt stellt die Repräsentantinnen dieser sonst marginalisierten Berufsgruppe in den Mittelpunkt einer Kultur- und Mediengeschichte der Arbeit, nimmt sie aus der Perspektive unterschiedlicher Medien und Genres in den Blick und zeigt die zentrale Rolle auf, die ihnen in Narrativen und Diskursen über Arbeit zukommt. Dabei gilt es, diachronen und synchronen Aspekten des Wandels der Sekretariatsarbeit nachzugehen und die Arbeit der Sekretärin als eine zu perspektivieren, die zwischen Informations-, Wissens-, Kommunikations-, Dienstleistungs- und Repräsentationsarbeit changiert, aber auch durch bislang selten berücksichtigte Aspekte modelliert wird, wie etwa durch ästhetische und emotionale Arbeit.

 

Betreuung

Prof. Dr. Rolf Parr

 

Zeitraum

3 Jahre

 

Förderinstitution

Hans-Böckler-Stiftung

 

Geplanter Output

Monographie

 

 

Nils Bennemann

Die Emergenz eines Wissensregimes. Die Zentralkommission für die Rheinschifffahrt im Kontext einer transnationalen Wissensgeschichte des 19. Jahrhunderts, ca. 1831 – 1868.

Der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt als eine der ältesten internationalen Organisationen wurde von der bisherigen Forschung in Bezug auf die wasserbauliche Ausgestaltung der Wasserstraße und damit ihrer wirtschaftlichen Nutzbarmachung nur eine untergeordnete Rolle zugesprochen: die Verantwortung dafür sei bei den Einzelstaaten verblieben, die Einflussmöglichkeiten der Zentralkommission beschränkt geblieben. Unter den Fragestellungen einer transnationalen Wissensgeschichte sind die wasserbautechnischen Maßnahmen der Zentralkommission allerdings ein relevantes Beispiel, da sich – so die Leithypothese des Dissertationsprojektes – abseits verrechtlicher Strukturen Praktiken eines emergenten Wissensregimes herausbildeten. Über den Austausch und die Aushandlung von Wissensansprüchen konnte sich eine einheitliche Perspektive auf die Wasserstraße durchsetzen. Das Projekt stellt daher die Frage nach den unterschiedlichen Wissensansprüchen, welche die Vertreter der Mitgliedsstaaten in Bezug auf wasserbauliche Arbeiten in die internationalen Verhandlungen einbrachten, wie diese verifiziert, falsifiziert oder modifiziert wurden und wie sich somit durch das Wechselverhältnis von Wissensaustausch und Wissensproduktion ein stabilisierter Umgang mit Wissen in der Zentralkommission ergab. Zentrale inhaltliche Aspekte der Arbeit sind dabei die Aushandlung des Verhältnisses empirischer Evidenz und medialer Repräsentation, der Entwicklung von Standards der Wissensproduktion, der Aushandlung von unterschiedlichen Expertisen sowie den Zugängen zu und der Austausch von Wissensansprüchen. Besondere Bedeutung in medialer Hinsicht kommt den unterschiedlichen Stromkarten des Rheins zu. Anhand des wissensgeschichtlichen Ansatzes, der auch aktuelle Forschungstendenzen der Wissenssoziologie berücksichtigt, soll damit die kulturgeschichtliche Dimension der transnationalen Geschichte erschlossen werden.

Leiterin

Prof. Dr. Ute Schneider

Zeitraum

2013-2016

Geplanter Output

Dissertation

Dr. Claudia Benholz

ProDaZ: Deutsch als Zweitsprache in allen Fächern. Ein Modellprojekt in der Lehrerausbildung an der Universität Duisburg-Essen.

Das Modellprojekt ProDaZ startete 2010 und wird gefördert von der Stiftung Mercator und dem MIWF. Ziele sind u.a. die Erarbeitung eines Lehrerausbildungskonzepts mit interdisziplinären Veranstaltungen zum fachlichen und sprachlichen Lernen unter den Bedingungen von Mehrsprachigkeit und der Ausbau von Theorie- Praxis-Projekten an der Universität in Kooperation mit zahlreichen Schulen der Region. Der Fokus liegt auf interdisziplinärer angewandter Forschung unter Einbeziehung von Schulen, die von ProDaZ begleitet werden. In Kooperation mit den Fachdidaktiken an der UDE werden hier fachspezifische Anforderungen an Schülerinnen und Schüler erforscht, wobei der Fokus primär auf sprachlich-kulturelle Heterogenität und soziale Ungleichheit gerichtet ist. Unter Berücksichtigung qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden werden Interaktionsmöglichkeiten von fachlichem und sprachlichem Lernen im Fachunterricht (z.B. im Mathematikunterricht, in den natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern) und von gesamtsprachlichem Lernen (im Fremd- und Herkunftssprachenunterricht), Relevanz und Entwicklung von Sprachkompetenz im Kontext der Schulfächer sowie die empirische Wirksamkeit von Sprachfördermaßnahmen im Fach- und Sprachunterricht untersucht. ProDaZ erarbeitet ein onlinebasiertes Kompetenzzentrum zu den Themen Mehrsprachigkeit, Sprachentwicklung, Sprachstandsdiagnose, Sprachbildung und Sprachförderung. Acht Dissertationen sind im Rahmen des Projekts angelegt.

Leiterin

Dr. Claudia Benholz

Zeitraum

Januar 2010 – Dezember 2018

Förderinstitution

Stiftung Mercator; Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen; Ministerium für Schule und Weiterbildung (Abordnung einer Lehrkraft)

Geplanter Output

Publikation
Webportal

Weblink

Anna Beughold

Das fiktionale Museum

Das Museum ist ein Ort des Wissens, des Zeigens, des Staunens und der ästhetischen Erfahrung – vor allem ist es aber ein Ort der Dinge. Sie werden für das Museum und seine Archive gesammelt, dort ausgestellt und angeschaut; sie erzählen und verkörpern Vergangenes und Gegenwärtiges, Eigenes und Fremdes, Wahres und Erfundenes. Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit Museen und vornehmlich Museumsdingen in zeitgenössischen literarischen Texten und Kunstwerken, widmet sich aber insbesondere auch den Wechselwirkungen zwischen Museen und Literatur. Betrachtet werden dabei auch tatsächliche Museen, die auf einer Meta-Ebene selbst die Institution ‚Museum‘ reflektieren. Sie tun dies, indem sie Wirklichkeit und Fiktion vermischen und selbst zum Ort von Geschichten werden – und damit in einem weiteren Schritt selbst ein Kunstwerk darstellen.

Betreuer

Prof. Dr. Rolf Parr

Output

Dissertation

Dr. Michaela Bachem-Rehm

Habilitationsprojekt„Verdrängt, verleugnet, verarbeitet? - Der öffentliche Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Österreich 1945-1966“

Seit dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Ost- und Mitteleuropa wird der Komplex „Umgang mit belasteter Vergangenheit“ verstärkt international thematisiert. In Österreich wurde über die Selbstbeschreibung, das erste Opfer der Expansionsgelüste des „Dritten Reiches“ gewesen zu sein, jahrzehntelang die Begeisterung über den „Anschluss“ und die Empfänglichkeit des Landes für die Anschauungen des Nationalsozialismus ignoriert. Die Darstellung der „Opferrolle“ wurde in den ersten Jahren der Zweiten Republik bewusst ausgebaut, um wirtschaftliche und politische Folgelasten der NS-Zeit abzuwehren. Erst nach den Auseinandersetzungen um die nationalsozialistische Vergangenheit des damaligen Präsidentschaftskandidaten Kurt Waldheim im Jahre 1986 wurde dieser Opfermythos – zumindest ansatzweise – in Frage gestellt. Dieser Prozess
wird in dem Projekt am Beispiel des öffentlichen Umgangs mit der NS-Vergangenheit in Österreich zwischen Ende des Zweiten Weltkriegs und Bruch der „Großen Koalition“ herausgearbeitet. In einem abschließenden Schritt werden dann die Ergebnisse für die österreichische Nachkriegsgesellschaft mit den Ergebnissen für die Bundesrepublik und für Italien verglichen.

Leiterin

Dr. Michaela Bachem-Rehm

Zeitraum

ca. 2007 bis Ende 2014

Geplanter Output

- Publikation der Projektergebnisse als Monographie und in Aufsätzen
- Beitrag zur internationalen Forschung über den Umgang mit belasteter Vergangenheit nach Regimewechseln

Prof. Dr. Markus Bernhardt

Starter in die Geschichte ─ Basiswissen zur Unterrichtsplanung

Publikationsprojekt zur Unterrichtsplanung im Fach Geschichte. Ziel des Projektes ist die Publikation mehrerer epochenbezogener Bände als Grundlage für die Unterrichtsplanung. Die Titel der Bände orientieren sich an den in den Lehr- und Bildungsplänen thematisierten Epochen der Geschichte. Es sind zehn Bände geplant. Die Beiträge der Bände spannen einen Bogen vom Stand der fachwissenschaftlichen Forschung, über die Präsenz des Themas in der gegenwärtigen Geschichts- und Erinnerungskultur bis zu fachdidaktischen Umsetzungsvorschlägen. Die einzelnen Reihentitel sind jeweils als Einführung in die Epoche gedacht. Sie umfassen alle Aspekte, die für die Unterrichtsplanung nicht nur für Studienanfänger, sondern auch für Referendarinnen und Referendare sowie fachfremd unterrichtende Lehrerinnen und Lehrer bedeutsam sind. Die Bände sind in entsprechendem Erzählduktus gehalten. Eine solche Reihen-Publikation gibt es bislang nicht. Ihr Alleinstellungsmerkmal besteht darin, dass in den Bänden der Bogen gespannt wird von der Geschichtskultur über die Geschichtswissenschaft zur Geschichtsdidaktik, indem einerseits die gesellschaftliche Relevanz der jeweiligen Epoche aufgezeigt, andererseits der fachwissenschaftliche Kenntnisstand dargestellt wird und drittens geschichtsdidaktische Vermittlungsvorschläge gemacht werden.

Leiter

Prof. Dr. Markus Bernhardt

Zeitraum

2010 bis 2020

Förderinstitution

Stiftung Humanismus heute, Freiburg (für Bd.1)

Geplanter Output

10 Bände zu unterschiedlichen lehrplanrelevanten Epochen.
Band 1, der kurz vor der Drucklegung steht, befasst sich mit der Geschichte des römischen Kaiserreichs (27 v. Chr. bis 284 n. Chr.). Das Thema ist in allen Bundesländern lehrplanrelevant.

Weblink

Victoria Bläser

Literatur in Rundfunk und Fernsehen

Literatursendungen im Fernsehen und vor allem auch im Rundfunk, also Sendungen, die sich in sekundärer Form mit Literatur beschäftigen, haben eine sehr lange Tradition und sind fast so alt wie beide Medien selbst. Erstaunlich ist jedoch, dass heutzutage eigentlich kaum noch jemand solche Sendungen bewusst verfolgt oder überhaupt Literatursendungen kennt. Spiegel dessen sind die geringen Einschaltquoten. Nichtsdestotrotz werden aktuell zahlreiche Litera-tursendungen in Rundfunk und Fernsehen ausgestrahlt. Die bisherige Forschung ist jedoch eher spärlich. Diese Lücke soll mit dem geplanten Dissertationsvorhaben geschlossen werden. Ziel ist zunächst eine aktuelle Bestandsaufnahme von Literatursendungen in Rundfunk und Fernsehen. Davon ausgehend soll dann auf Basis einer medientheoretischen Reflexion eine Typologie der Präsentationsformen von Literatur in Rundfunk und Fernsehen entwickelt wer-den: Was vom Buch wird wie radio- bzw. fernsehgerecht präsentiert (visualisiert und / oder vertont)? Wie bestimmt das jeweilige Medium die Formen und Inhalte? In wieweit wird in den Beiträgen die Spezifik mal des Fernsehens, mal des Hörfunks besonders deutlich?

Betreuer

Prof. Dr. Rolf Parr

Output

Dissertation
 

Prof. Dr. Wolfgang Blösel

Publikation der Habilitationsschrift an der Universität Köln 2009 mit dem Titel Imperia extraordinaria liberae rei publicae - Studien zur Demilitiarisierung der römischen Nobilität

Das Projekt hat zum ersten eine quellenbasierte Neudefinition der imperia extraordinaria vorgelegt, die sich grundlegend von Mommsens Begriffsbestimmung unterscheidet und die als einziges Kriterium die Umgehung der üblichen Verlosung der Provinzen für Oberbeamte, sei es durch die Direktzuweisung der provinciae an einen Konsul, sei es durch die nament-liche Vergabe eines Imperiums und einer Provinz an einen vormals Amtlosen, umfaßt. Zweitens wurde auf Grundlage einer detaillierten Analyse von 65 Einzelfällen die geschicht-liche Entwicklung der außerordentlichen Imperien nachgezeichnet: Dienten sie ursprünglich im Hannibal-Krieg als Notfallinstrument, um dem schieren Mangel an Imperiumsträgern abzuhelfen, waren sie in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts schon durch das Fehlen von fähigen Feldherren bedingt. Im 1. Jahrhundert verschärfte sich die aus der fortschreitenden Demilitarisierung der Nobilität resultierende Abhängigkeit des Senats von einem einzigen Heerführer Pompeius und eröffnete diesem die Möglichkeit, über die Volksversammlung unter Vorwänden außerordentliche Imperien im Osten zu erlangen. In den 50er Jahren konnten sich die Triumvirn nur noch durch den Einsatz ihrer Soldaten solche außerordentliche Imperien verschaffen. Deren Konkurrenz führt schließlich zu erbitterten Machtkämpfen zwischen Pompeius und Caesar sowie später zwischen den Caesar-Erben Antonius und Oktavian. Zum dritten konnte die communis opinio von den rasant steigenden Anforderungen an die stadtstaatliche Verfassung Roms durch die Beherrschung eines wachsenden Welt-reiches als Ursachen für die starke Häufung von außerordentlichen Imperien in der späten Republik widerlegt werden. Dafür wurde statt dessen eine gravierende Verschiebung in der politischen Kultur Roms, die fortschreitende Demilitarisierung der Nobilität, verantwortlich gemacht. Ein Schwinden des Interesses der nobiles an militärischer und strategischer Ausbildung konnte schon im zweiten Viertel des 2. Jahrhunderts nachgewiesen werden. Diese Demilitarisierung verschärfte sich offenbar noch einmal im 1. Jahrhundert, weil Marius, Pompeius und Caesar Kriegsruhm jeweils für sich zu monopolisieren suchten und zudem Statthalterschaften in den meisten Provinzen, wo rein zivile Verwaltung im Mittelpunkt stand, für die Konsuln und Prätoren unattraktiv geworden war. Denn das finanzielle Potential der meisten, bereits lange bestehenden Provinzen hatten römische Steuerpächter und lokale Eliten schon längst unter sich aufgeteilt. Sowohl für die Konsuln als auch Prätoren der nachsullanischen Zeit konnte eine Quote von Provinzverweigerern von einem guten Viertel bis zur Hälfte konstatiert bzw. errechnet werden.

Leiter

Prof. Dr. Wolfgang Blösel

Zeitraum

geplant für 2015

Förderinstitution

DFG-Druckkostenzuschuss

Geplanter Output

Monographie von ca. 600 Seiten

Prof. Dr. Birte Bös

The Pragmatics of Peer reviews

In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung entsteht derzeit ein Korpus von Texten internationaler Renzensent(inn)en der Zeitschrift Demographic Research, das u.a. die Möglichkeit bieten wird, Auswirkungen der Änderung institutioneller Rahmenbedingungen auf die kommunikativen Praktiken der Rezensent(inn)en zu analysieren. Außerdem werden beispielsweise Evaluationsstrategien und deren Korrelation mit dem Urteil der Gutachter(inn)en und die Aushandlung von Expertenstatus in den Peer reviews betrachtet.

Leiterin

Prof. Dr. Birte Bös

Zeitraum

2012 bis 2015

Jun.-Prof. Dr. Ute K. Boonen

Konversion als produktives Wortbildungsverfahren – Ein Vergleich zwischen Niederländisch, Deutsch und Afrikaans

Die Konversion gilt neben der Komposition und Derivation als produktives Wortbildungsverfahren im Niederländischen und Deutschen. Während es zu den beiden letztgenannten Verfahren eine Vielzahl auch kontrastiver deutsch-niederländischer Studien gibt, ist die Konversion bislang wenig analysiert oder kontrastiv betrachtet worden. Dabei scheint es interessante Unterschiede zwischen der niederländischen und deutschen Sprache zu geben. So kommen im Niederländischen Formen wie ik pin, ik hockey, jij volleybalt etc. vor, die im Deutschen mit paraphrastischen Konstruktionen ich zahle mit Karte, ich spiele Hockey, du spielst Volleball wiedergegeben werden müssen. Ist die Konversion im Niederländischen produktiver als im Deutschen? Spielt der Flexionsverlust im Niederländischen eine Rolle für die Produktivität des Verfahrens? Und welche Position nimmt das Afrikaans in diesem westgermanischen Sprachvergleich ein?
Die kontrastive Untersuchung soll verschiedene methodische Ansätze kombinieren, nämlich erstens eine Analyse kodifizierter Formen in Wörterbüchern, zweitens eine Korpusanalyse von geschriebenen (und ggf. auch gesprochenen) Äußerungen und drittens eine Befragung nach subjektiven Akzeptabilitätsurteilen von Muttersprachlern. Durch die Kombination dieser drei Ansätze soll ein umfassendes Bild von der Konversion als Wortbildungsverfahren im Niederländischen, Deutschen und Afrikaans entstehen.


Leiterin / Namen der Beteiligten

 

Jun.-Prof. Dr. Ute K. Boonen

Zeitraum

 

2016-2020

Geplanter Output


Monografie

Dissertation / Anglistik

Melanie Borchers

Historical English Phraseology

 

 

In Bezug auf das Lexikon wurde der Einfluss des Alt- und Mittelfranzösischen auf das Mittelenglische bereits untersucht (vgl. Serjeantson (1968) oder Scheler (1977)). Um den Kontakt zwischen den Sprachen noch genauer beschreiben zu können, wird in dieser Arbeit der Einfluss des Französischen auf einen Teilbereich der Phraseologie, nämlich den der Paarformeln, untersucht. Im Englischen sind Paarformeln wie klipp und klar oder Kind und Kegel hauptsächlich unter den Termini binomials, pair oder twin formulas bekannt.

Mithilfe einer Analyse verschiedener alt- und mittelenglischer Korpora (wie z.B. Teilen des Helsinki Corpus of English Texts und des Corpus of Early English Correspondence Sampler sowie das Innsbruck Corpus of Middle English Prose) im Vergleich zu solchen des kontinentalen Alt- und Mittelfranzösisch (Le Nouveau Corpus d’Amsterdam oder die Base de Français Médiéval) sowie der insularen Varietät des Anglonormannischen (The Anglo-Norman On-Line Hub), werden Paarformeln im Mittelenglischen zuerst einmal herausgefiltert und dann auf ihren Ursprung hin untersucht. So sind vergleichsweise durch Frequenzanalysen altenglische Entwicklungen von französischen Einflüssen zu unterscheiden. Aber auch andere, eher hybride, Ursprünge mittelenglischer Paarformeln geben Aufschluss über die mittelalterliche Sprachkontaktsituation und lassen uns die etablierten Lehnstrategien (vgl. Haugen (1950) oder auch Gneuss (1955)) überdenken.

Hauptaugenmerk dieser Arbeit ist es, der Diskussion über den Status des Französischen in der Zeit zwischen der Normannischen Eroberung (1066) und der Einführung der Buchdruckkunst in England (1476) entscheidende Fakten beizusteuern. Diese belegen, dass Französisch entgegen der sich persistent haltenden Annahmen (vgl. z.B. Vising (1923) oder auch Legge (1941)) weit nach der Eroberung bilingual benutzt und auch an nachfolgende Generationen weitervermittelt wurde. So liegen uns etwa spätmittelenglische phraseologische Daten vor, die nicht ein degeneriertes Französisch wiederspiegeln sondern auf eine muttersprachliche Qualität im Französischen schließen lassen.

Die vorliegende komparative Analyse des mittelalterlichen Sprachmaterials leistet somit einen entscheidenden Beitrag in der historischen Phraseologie und erlaubt eine Korrektur der Darstellung des Französischen im mittelalterlichen England nach 1204 als fehlerhaftes Französisch (vgl. z.B. Popes (1973: 424) Einstufung als “period of degeneracy”). Der jüngsten Analyse der Sprachsituation im mittelalterlichen England als der eines Sprachkontinuums zwischen kontinentalem Alt- und Mittelfranzösisch, dem Anglonormannischen und Mittelenglisch (vgl. Rothwell (1991), Dahood (1994) oder auch Ingham (2006)) werden somit wertvolle Daten beigesteuert.

 

Leiterin

Prof. Dr. Claudia Claridge

Zeitraum

seit 2007

Geplanter Output

Dissertation

Weblink

Prof. Dr. Rüdiger Brandt

Gottfried von Straßburg

 

Zeitraum

2012/13

Geplanter Output

Monographie

C

Prof. Dr. Katja F. Cantone-Altıntaș

Longitudinalstudien Sukzessiver bilingualer Erwerb deutsch-türkisch (SBE)

 Es wird untersucht, ob der ungesteuerte sukzessive Erwerb des Deutschen insgesamt erfolgreich ablaufen kann oder ob es Bereiche gibt, in denen nur ein unvollständiger Erwerb zu verzeichnen ist.

Leiterin

Prof. Dr. Katja F. Cantone-Altıntaș

Zeitraum

Juli 2011- laufend

Förderinstitution

beantragt

Geplanter Output

Wissenschaftliche Beiträge

Weblink

Dr. Britta Caspers

Bild-Text-Gefüge: Literarische Diskursivierung der eigenen fotografischen Arbeiten bei Jürgen Becker, Rolf Dieter Brinkmann, Peter Handke und Einar Schleef

Ab Mitte der 1960er Jahre sind zunehmend Versuche von Schriftstellern zu beobachten, das Medium der Fotografie zu einem integrativen Bestandteil ihrer literarischen Arbeit zu machen. Dabei dient das – zumeist nicht in einem fotografisch-professionellen Sinn ambitionierte – Fotografieren nicht allein dazu, die (unmittelbare) räumlich-soziale Umgebung mit der Kamera zu erkunden und in Momentaufnahmen festzuhalten. Vielmehr sind diese fotografischen Arbeiten – und in der je besonderen Art und Weise, wie die Bilder mit dem eigenen literarischen Werk und mit Text bzw. Sprache in Verbindung gesetzt werden – ebenso als Reflexion auf das eigene Tun (auf Wahrnehmungs- und Bewusstseinsprozesse, auf das eigene literarische Schreiben, aber auch auf physiologische Vorgänge wie die körperliche Bewegung oder das Sehen) aufzufassen. Dadurch – so scheint es zunächst und so gilt es zu hinterfragen – erweist sich die Fotografie als Mittel zur Bestimmung der Koordinaten des eigenen Standpunkts innerhalb gesellschaftlicher Räume mit der ihnen eingeschriebenen sozialen Kontrolle, der der Einzelne unterworfen ist (Brinkmann), innerhalb sich im Wandel befindender städtearchitektonischer Ordnungsstrukturen (Handke), innerhalb einer ländlichen wie urbanen Umgebung, die als sich verändernde (zerfallende) wie veränderbare gezeigt wird (Becker im Westen, Schleef im Osten Deutschlands).

Die literarische Diskursivierung der eigenen fotografischen Arbeiten hat also auch die Funktion der Vermittlung zwischen dem Autor-Subjekt und der von ihm erlebten gesellschaftlichen Verhältnisse: Die hier behandelten Autoren-Schriftsteller erzeugen und stellen sich vor Augen ein Bild gesellschaftlicher ‚Wirklichkeit‘, das zugleich zum Anstoß für die literarische Ausformung oder Transformation des Bildes wird. Die ‚Brechung‘ des Bildes, in dem sich der Blick des Fotografen dokumentiert, im und am Medium der Literatur – und umgekehrt – initiiert einen literarästhetischen Prozess eigener Art, insofern es sich bei den Werken der vorgestellten Autoren um die literarische Selbstdeutung und Selbstauslegung anhand der Reflexion auf den eigenen Blick handelt.

Dr. Stefanie Caeners, Dr. Torsten Caeners

Writing Home – Negotiating and Rehearsing ‘Home’ in Crossmedial Narratives

Storytelling is essential as identities and social lives are negotiated, perpetuated, organized, and embedded in narratives. The essays in this book analyze the way personal life-stories shape and are shaped in diverse forms of crossmedial narratives. The concept of ‘home’ is constituted as a mediating interface between narration and identity, facilitating and participating in both. By means of investigating a wide range of manifestations of ‘home’ throughout crossmedial discourses, ‘home’ emerges as a key concept for crossmedial narration of all kinds, breaking fresh ground in the fields of cultural studies, media studies, narratology, and studies of identity construction.

Inherently, ‘home’ provides an interface to help understand how personal identity is affected and negotiated in an increasingly ‘virtualized’ and ‘virtualizing’ world. Questions of identity construction and the socio-cultural negotiations of identities diversify exponentially when looking at truly interactive cultural practices such as online applications and games. The notion of a (virtual) ‘home’ from which and on the basis of which one can knot one’s virtual life story thus gains central importance. This in turn necessitates investigations into the contact areas of crossmedial storytelling and narrative identity and their dynamics.

The subsequent questions will guide the essays/analyses of the contributors: 1) How does the concept of ‘home’ tie in with serialized television of all genres? (2) In which manner and to which extent do people construct a ‘home’- base for their existence on and experiences of the internet? (3) To which extent and in which manner do homepages reflect and narrate a person’s past, thus fashioning a life-story on the web? (4) Is this life-story still that of the user or does it in fact create a virtual personality – an online avatar – of the ‘real’ person? (5) How does ‘home’ figure in multimedia/online gaming? The book proposes to investigate these questions, most of which have not yet received in depth critical attention, through an interdisciplinary approach encompassing linguistic, literary, cultural and political points of view that all intersect at the notion of ‘home’.

Leiter

Dr. Stefanie Caeners

Dr. Torsten Caeners

Zeitraum

2012 bis 2016

Geplanter Output

Sammelband

Timo Celebi

Die Transformation „hochschulleerer Räume“ zur „Hochschullandschaft“. Das Gesamthochschulkonzept Nordrhein-Westfalens.

Chancengleichheit und Demokratisierung waren die politischen Schlagworte der Bildungsdebatten in den 1960er und 70er Jahren. In der konkreten Hochschulpolitik in Nordrhein-Westfalen standen sie in Auseinandersetzung mit raumplanerischen Traditionen und Vorstellungen, nach denen das Land als zusammenhängender politischer Raum nicht mehr strikt in Funktionsräume wie Industrie- und Wohngebiete aufgeteilt werde sollte. Vielmehr waren „Entballung“ der Zentren und die Regionalisierung des Hochschulwesens bei effizienter Nutzung vorhandener Strukturen die raumplanerischen Ziele der Zeit. So sollte der prognostizierte Fachkräftemangel im Vorhinein bekämpft, die Integration der Landesteile und die Inklusion ihrer Einwohner vorangetrieben werden. Die von den Landesplanern diagnostizierten „hochschulleeren Räume“ wollten Landespolitiker zur  „Hochschullandschaft“ transformieren. Die Untersuchung der Reformneugründungen aus historischer Perspektive ist ein Forschungsdesiderat. Das Dissertationsprojekt untersucht daher die Umsetzung der Hochschulreform in NRW und ihren Zusammenhang mit zeitgenössischen Perspektiven auf den Raum. Die bisherigen Leitfragen fokussieren den unkonturierten Landschaftsbegriff in zeitgenössischen Debatten, der von verschiedenen Akteuren unterschiedlich gefasst wurde und sich durch seine argumentatorische Flexibilität auszeichnete. Was machte in der Wahrnehmung der Zeitgenossen die „Hochschullandschaft“ aus und wie hing die Verwirklichung des Gesamthochschulkonzeptes an insgesamt fünf Hochschulstandorten im Land mit den pluralen Raumvorstellungen der Akteure zusammen? Welche Ziele verfolgten Planer und Politiker mit der angestrebten Transformation des Raumes und welchen Argumentationsmustern folgten sie? Welche Auswirkungen hatte die Umsetzung ihrer Vorstellungen auf Landes- und Regionalebene und was bedeutete dieses Konzept für die Hochschulstädte und ihre Bewohner?

Leiterin

Prof. Dr. Ute Schneider

Zeitraum

seit Juni 2012

Geplanter Output

Dissertation/Monographie

Dissertation / Kommunikationswissenschaft

Alexander Christian

Arbeitstitel: Piktogramme im Dialog

Die Entstehung moderner Piktogramme und ihr rapide anwachsender Gebrauch können sowohl auf das menschliche Bedürfnis nach Orientierung in fremder Umgebung als auch auf den Drang zur Gestaltung der Umwelt zurückgeführt werden. Zwar bieten sich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Weltbeherrschung durch Technik, doch wird es zunehmend schwieriger, sich ohne Hilfe in komplexen Umgebungen zurechtzufinden. Uniformer werdende Stadtbilder und Architekturen erschweren Rückschlüsse auf Gebäudenutzungen, aber auch viele unserer Werkzeuge und Maschinen lassen sich nicht ohne entsprechende Anweisungen Bedienen.

Das Promotionsvorhaben knüpft unmittelbar an die Ergebnisse der Arbeit „Piktogramme. Kritischer Beitrag zu einer Begriffsbestimmung“ an, die Definitionen und Forderungen an die Gestaltung von Piktogrammen herausstellt. Unter Berücksichtigung verschiedener Erscheinungsformen und aktueller Tendenzen der Verwendung von Piktogrammen führt das interdisziplinär angelegten Vorhaben diese Überlegungen weiter und vertieft sie.

Das Erkenntnisinteresse richtet sich zunächst auf die Regelhaftigkeit und die Kombinationsmöglichkeiten mehrerer Piktogramme auf der Schnittstelle zwischen grafischen Gebrauchsanweisungen und Schildern. Wurde bisher eine Tafeldimension, d. h. eine ganzheitliche Erfassung von Piktogrammen auf einen Blick verlangt, lassen Kombination verschiedener Piktogramme auf einem Zeichenträger die Frage nach einer Sequenzialität ihrer Rezeption aufkommen. Weiter richtet sich das Augenmerk auf die Darstellung von Gestik, Mimik und emotionaler Gesichtsausdrücke. Diese stehen zwar im Widerspruch zum Neutralitätsanspruch von Piktogrammen, sind aber immer häufiger dort zu beobachten, wo Piktogramme – wie etwa bei den Olympischen Spielen – identitätsstiftend wirken und zur Imagebildung beitragen sollen. Können der Einsatz von Gestik und Mimik oder die Darstellung emotionaler Gesichtsausdrücke das Verständnis von Piktogrammen verbessern? Eine Voraussetzung dafür ist eine gewisse Universalität. Durch welche kulturindizierenden Merkmale entfernt sich die gestalterische Ausführung aber entscheidend davon?

Ausgehend vom ergänzenden Warnzeichen vor ionisierender Strahlung (ISO 21482) sieht das methodische Vorgehen zunächst eine Auswertung der einschlägigen Fachliteratur in Bezug auf das Erkenntnisinteresse vor. Von zentraler Bedeutung sind die nach ISO genormten grafischen Symbole, wie sie z. B. in Katalogen von Schilderherstellern zu finden sind. Herangezogen werden außerdem Belege für die Verwendung von Piktogrammen im öffentlichen Raum, im Journalismus, in der Werbung, in der Kunst usw.. Der Rückgriff auf verschiedene Bildbände und Bilddatenbanken ermöglicht eine Länder- und Kulturgrenzen überschreitende Materialsammlung.

Betreuer

Prof. em. Dr. H. W. Schmitz

Zeitraum

2010 bis 2015

Geplanter Output

Dissertation

Prof. Dr. Claudia Claridge

Entwicklung des Registers Geschichtsschreibung in Großbritannien

Ziel ist die Beschreibung von englischen Geschichtsschreibungstexten vom Altenglischen bis heute aus linguistischer Perspektive. Übergreifend geht es darum, was das Register ausmacht und wie es sich in verschiedenen Kontexten verändert, durch welche Genres es realisiert werden kann, welche Oberflächenmerkmale sie prägen, und welche Rolle verschiedenen Texttypen (narrativ, argumentativ etc.) spielen. Im Detail geht es um konkrete linguistische Merkmale, die in den verschiedenen Realisierungsformen und in verschiedenen Epochen unterschiedlich präsent sein können. Hier wären z.B. zu nennen: die Situierung in Raum und Zeit, die Kodierung von Kausalität, der Ausdruck von Kontingenz, funktionale Satzperspektive, Metadiskurs im weitesten Sinn, sowie der Ausdruck von Bewertungen (appraisal system). Im größeren Rahmen soll auch die Einbettung von Geschichtsschreibung in soziokulturelle Zusammenhänge eine Rolle spielen, z.B. Grenzbereich Geschichtsschreibung – Literatur, populäre vs. akademische Geschichtsschreibung.

Leiterin

Prof. Dr. Claudia Claridge

Zeitraum

seit Wintersemester 2011/12

Geplanter Output

Monographie, Textkorpus

D

E

Prof. Dr. Heinz Eickmans

Rezeption und Übersetzung niederländischer und flämischer Literatur in Deutschland

In zehn Fallstudien werden exemplarische Fragen der Übersetzungsanalyse und Übersetzungskritik an Beispielen deutscher Übersetzungen niederländischer und flämischer Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts behandelt. Die zumeist schon verstreut in Zeitschriften und Festschriften erschienenen Beiträge ergeben zusammen einen Überblick über wesentliche Aspekte des deutsch-niederländischen Kulturtransfers aus rezeptionsgeschichtlicher und übersetzungswissenschaftlicher Perpektive.

Leiter

Prof. Dr. Heinz Eickmans

Zeitraum

2010 bis 2014

Geplanter Output

Die Studien werden 2014 als Sammelband in der Reihe Niederlande-Studien im Waxmann Verlag, Münster etc., erscheinen.

Dr. Patrick Eiden-Offe

Die sociale Frage der Literatur: Figuren gesellschaftlicher Desintegration in Literatur und Sozialtheorie 1820 bis 1860

Mit dem Abbau ständegesellschaftlicher Ordnungen und der Durchsetzung der Markt-und Kapitalwirtschaft in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellt sich das Problem neuer Gesellschaftsbilder, in denen die Veränderungen gefasst und verständlich gemacht werden können. Der neue Leitbegriff der Klasse muss erst plausibilisiert und anschaulich gemacht werden. Dabei kommt die Literatur ins Spiel, die gerade im deutschen Vormärz der theoretischen (und teilweise auch der sozialhistorischen) Entwicklung vielfach vorausgeht. Literarische Figurationen bilden gesellschaftliche Verhältnisse weniger ab, als dass sie mögliche Wahrnehmungsweisen von Gesellschaft einsetzen und prägen. Erst nach der Durchsetzung und Etablierung neuer Formen gesellschaftlicher Selbstbeschreibung – etwa in Termini von Klasse – kann sich die Literatur wieder auf ihre mimetische, nun: realistische Kernfunktion zurückziehen.

Leiter

Dr. Patrick Eiden-Offe

Zeitraum

2011 bis 2014

Geplanter Output

Monographie Habilitation

Dr. Thomas Ernst

Die Geschichte des geistigen Eigentums (18.-21. Jh.)

Es geht diesem literatur- und medienwissenschaftlichen Projekt um eine Aufarbeitung jener Diskurse, die das u.a. von Johann Gottlieb Fichte 1793 begründete Konstrukt des ‚geistigen Eigentums‘ in Frage stellen bzw. andere Schlüsse aus ihm ziehen, als sie sich bis heute im Urheberrecht verhärtet haben. In jedem Fall sollte sich zeigen lassen, so zumindest die Ausgangsthese des Projekts, dass die Debatten um das ‚geistige Eigentum’ schon seit der Durchsetzung dieses Konzepts um 1800 weitaus kontroverser waren, als in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um das Urheberrecht in der digitalen Welt von vielen Akteuren suggeriert wird – gerade auch innerhalb des literarischen Diskurses, in dem ‚Originalität‘, ‚Schöpfung‘ und ‚Autorschaft‘ viel relativere und paradoxere Größen sind als im Rechtsdiskurs.

Leiter

Dr. Thomas Ernst

Zeitraum

2010 bis 2014

Geplanter Output

Monografie - Habilitation

Weblink

F

Yuliya Fadeeva, M.A.

Inkommensurabilität von Begriffsschemata: Zur Plausibilität der Idee einer Verstehensgrenze.

Diese Dissertation beschäftigt sich mit der Frage, ob es zwischen verschiedenen Sprachen bzw. Begriffssystemen grundsätzliche Verstehens- und Verständigungsgrenzen gibt, wie sie etwa in der Metapher vom ’Leben in verschiedenen Welten’ verkörpert werden. Diese Frage taucht in verschiedenen Disziplinen auf. Verstanden als eine These über Inkommensurabilität von Begriffssystemen bzw. Unübersetzbarkeit von Sprachen, wird sie von Donald Davidson zurückgewiesen. Ich untersuche kritische Reaktionen auf Davidsons Argumentation, die sich vor allem auf den ’späten’ Wittgenstein berufen und verteidige Davidson gegen die Einwände. Meine These ist, dass die Ausgangsfrage ohne einen systematischen Bezug zur menschlichen Kommunikation nicht zufriedenstellend beantwortet werden kann. Sprechen und Interpretieren sind kommunikativ organisierte Prozesse, die nur unter Berücksichtigung der Erfolgsbedingungen von Kommunikationsakten hinreichend beschrieben werden können. Aus der Zusammenführung sowohl analytischer als auch kommunikationstheoretischer Argumente wird deutlich, dass die Rede von prinzipiellen Verstehensgrenzen falsch ist.

Leiter

Prof. Dr. Jens Loenhoff
Prof. Dr. Martin Kusch (Universität Wien, Philosophie)

Zeitraum

2014-2018

Geplanter Output

Interdisziplinäre Cotutelle-Promotion

G

Prof. Dr. Gabriele Genge

Afrika als Konzept der Moderne

Zunehmend bestimmen globale politische, gesellschaftliche und kulturelle Verortungen das Forschungsfeld der Kunstgeschichte, das sich lange Zeit auf eurozentrische Themenbereiche beschränkte. Nicht allein explizite politische Gründe (Kolonialismus, Rassismus) haben diese etablierten Fachgrenzen vorgegeben. Vielmehr liegt dieser Abschottung auch eine implizite ästhetische Abgrenzung zugrunde, die mit der Moderne ihre Ausprägung erfuhr. Im vorliegenden Forschungsvorhaben sollen aktuelle künstlerische Phänomene untersucht werden, die Grenzen und Handlungsräume dieser bis heute etablierten visuellen Kultur der Moderne sichtbar machen. Die Untersuchung wird sich exemplarisch mit dem Konstrukt »Afrikanischer Kunst« beschäftigen. Ähnlich wie der gesamte Kulturraum Afrika von Valentin Y. Mudimbe als westliche »Erfindung« und »Idee« beschrieben wurde, diente innerhalb der Kunstgeschichte die afrikanische Kunst als Projektionsfigur der künstlerischen Moderne. Das Forschungsprojekt soll daher ausgehend von den künstlerischen Konzepten einen Zugang zu den eurozentrischen Implikatio-nen und Traditionen der Kunstgeschichte eröffnen.

Leiterin

Prof. Dr. Gabriele Genge

Zeitraum

2008 bis Ende 2012

Förderinstitution

DFG

Geplanter Output

Publikation

Tobias Gutmann M.A.

Ethical Particularism

Gegenstand des philosophischen Teilprojekts ist das Verhältnis zwischen moralischen Urteilen über Einzelfälle und Prinzipien.

Das Projekt soll vier Fragen beantworten:

(1) Welche Argumente sprechen für einen ethischen Kontextualismus, dem zufolge Prinzipien keine Begründungsfunktion für Einzelurteile haben?

(2) Welche metaethische Konzeption wird durch diese Argumente gestützt – ein expressivistischer Sentimentalismus oder eine intuitionistische Sensitivitätstheorie?

(3) Sind bestimmte Weisen der Präsentation von Einzelfällen – empirisch-psychologische Fallbeschreibungen oder narrativ-literarische Darstellungen – besonders geeignet, kontextualistische Argumente zu belegen?

(4) Soll sich die Ethik von Prinzipien verabschieden?

Leiter

Tobias Gutmann M.A. - Inhaber einer Doktorandenstelle im Rahmen des von MERCUR geförderten interdisziplinären Projekts Fallgeschichten, 01.01.2012-30.06.2014.

Habilitation / Germanistik / Linguistik

Dr. Derya Gür-Şeker, M.A.

Wortschatzarbeit im Deutschunterricht

Das Habilitationsprojekt befasst sich mit der Wortschatzarbeit im Deutschunterricht und koppelt sprachdidaktische mit korpuslinguistischen Ansätzen, um Sprachfähigkeiten von Schüler*innen zu fördern und auszubauen. Im Rahmen des Forschungsvorhabens gilt es, nicht nur die Wortschatzarbeit als Zugang im Deutschunterricht zu begründen, sondern diese mittels digitaler Textsammlungen, also korpusgestützt, weiterzuentwickeln. Während sich der erste Teil des Forschungsvorhabens mit der Theorie befasst, gilt es diese im zweiten Teil konkret in der Schule mit Schüler*innen anzuwenden.

Zeitraum

n/a

Geplanter Output

Monographie – Habilitation

H

Philosophie / Einzelforschung

Prof. Dr. Dirk Hartmann

Neues System der philosophischen Wissenschaften

Es handelt sich um eine Bearbeitung der philosophischen Probleme in ihrem systematischen Gesamtzusammenhang nach dem Vorbild von G.W.F. Hegels Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundriss. Ausführlich behandelt werden daher nicht nur die traditionellen Problemstellungen der theoretischen und praktischen Philosophie im engeren Sinne, sondern darüber hinaus auch die Einzelwissenschaften Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Neurowissenschaften, Psychologie und Geisteswissenschaften, sowie die Naturgeschichte – und zwar aus erkenntnis- bzw. wissenschaftstheoretischer sowie wissenschaftshistorischer Perspektive.

Leiter

Prof. Dr. Dirk Hartmann

Zeitraum

seit Januar 2007, projektiert bis Ende 2021

Geplanter Output

Monographie, ca. 3000 Seiten, in sieben Bänden: I. Erkenntnistheorie, II. Mathematik und Naturwissenschaft, III. Physik, Chemie, Kosmologie, IV. Biologie, Naturgeschichte, Neurowissenschaft, V. Psychologie und Geisteswissenschaft, VI. Metaphysik, VII. Praktische Philosophie.

Dr. Susanne Hennecke

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie

 

Leiterin

Dr. Susanne Hennecke

Zeitraum

2011 bis 2012

Geplanter Output

Ausgabe der Zeitschrift für dialektische Theologie

Dr. Nuria Hernández y Siebold

Linguistic manifestations of the self in social media

Seit dem Aufkommen von Web 2.0 Technologien und dem stetig wachsenden Angebot internet- und smartphone-basierter Applikationen werden Veränderungen in der sozialen, und damit sprachlichen, Interaktion beobachtet. Die Sensibilität digitaler Medien für technische und situative Faktoren fordert uns heraus, altbewährte Forschungsansätze und Methoden neu zu überdenken. Im Zentrum dieses Projekts steht die Erforschung linguistischer Strategien zur Projektion von Ich- und Gruppen-Identitäten (Selbst, soziales Selbst) in unterschiedlichen social media, d.h. die sprachlichen Mittel, die Benutzer verwenden, um sich im virtuellen Dialog mitzuteilen und zu offenbaren. Zur Untersuchung der komplexen interaktiven und sozialen Natur dieser Projektion eröffnet und definiert die Arbeit neue Schnittstellen zwischen Linguistik/Korpuslinguistik und psychologischen, soziologischen und philosophischen Ansätzen der Identitätenforschung. Als Datenbasis dient das eigens am Institut für Anglophone Studien entwickelte Digital Media Corpus (s.d.).

Leiter

Dr. Nuria Hernández y Siebold

Zeitraum

seit 2013

Geplanter Output

Monographie – Habilitation

Prof. Dr. Christoph Heyl

Eine kleine Literatur- und Kulturgeschichte Londons von den Anfängen bis in die Gegenwart

Entwicklung Londons als materielles und soziales Gebilde, als Ort, an dem Literatur (im Sinne eines Produkts, einer Ware) produziert wird und der sich gleichzeitig in literarischen Texten gedanklich konturiert.

Leiter

Prof. Dr. Christoph Heyl

Zeitraum

seit 2011

Geplanter Output

Monographie

Prof. Dr. Christoph Heyl

German- and Yiddish-speaking emigrants and refugees in London, 1848-1945: Literary and Cultural Perspectives

Die deutsche und deutsch-jüdische Emigration zwischen 1848 und 1945: die literarische Verarbeitung von Migration und Exil, Selbstbilder und Außenperspektiven (vor allem in englischen, aber auch in deutschen und jiddischen Texten, z.B. Mayhew, Fontane, Zangwill, Kerr). Emigration / Exil und literarische Moderne. Thematisierung von kultureller Erinnerung und Assimilation in Bildmedien und Musik.

Leiter

Prof. Dr. Christoph Heyl

Zeitraum

seit 2010

Geplanter Output

Monographie, Tagung

Prof. Dr. Raymond Hickey

Language in Ireland

Ein mehrteiliges Projekt, das die Geschichte und die zeitgenössischen Formen der beiden Hauptsprachen in Irland - Englisch und Irisch, aus modern-linguistischer Sicht untersucht. Es sind schon einige Bände hierzu erschienen, 2007 und 2010 bei Cambridge University Press und 2011 bei de Gruyter Mouton. Aktuell folgt ein Band in diesem Jahr (2012) zu The Sound Structure of Modern Irish bei de Gruyter Mouton.

Leiter

Prof. Dr. Raymond Hickey

Zeitraum

bis 2017

Geplanter Output

Monographie 2014 "The Sound Structure of Modern Irish" bei de Gruyter Mouton.

Prof. Dr. Raymond Hickey

Phonological Typology of English

Ein auf eine Monographie angelegtes Projekt, das einen typologischen Überblick über die Geschichte des Lautsystems des Englischen und der heutigen Varietäten des Englischen weltweit anbietet. Die Arbeit soll die erste Gesamtorientierung in der Phonologie der Varietäten des Englischen darstellen.

Leiter

Prof. Dr. Raymond Hickey

Zeitraum

bis 2015

Geplanter Output

Monographie bei Cambridge oder Oxford University Press

Weblink

Dr. Susanne Hiekel

Ontologien der Evolutionstheorie

Ausgangspunkt der Überlegungen zu den Ontologien der Evolutionstheorie ist, dass man mit Hilfe von wissenschaftlichen Theorien der Welt Deutungsmuster entgegenbringt, die explanatorisch und prognostisch erfolgreich und den interessierenden Phänomenen adäquat sind. Indem Theorien Deutungsmuster bzw. Erklärungsmuster bereitstellen, wird die Frage ‚was ist da?‘ in einer bestimmten Weise indirekt mit beantwortet, nämlich durch die Theorie werden die Entitäten thematisiert, die durch diese erklärt und welche Entitäten notwendig sind, um diese zu erklären. Ontologie als die Lehre vom Seienden wird hier dementsprechend als die Lehre von den Kategorien aufgefasst, die zeigt, welche Kategorisierungen man zugrunde legt, wenn man die Realität unter einem bestimmten Denkschema – hier der Evolutionstheorie – analysiert. Eine regional-theoretische Ontologie kann dann als eine Bestimmung der Entitäten verstanden werden, deren Existenz durch die Theorie quasi als ontologisches commitment präsupponiert werden.  Die These ist, dass unter dem Rahmen der Evolutionstheorie mehrere ontologische Kategoriensysteme möglich sind.

Leiterin

Dr. Susanne Hiekel

Zeitraum

2012 bis 2016

Geplanter Output

Monographie

Sonja Hillerich

Journalismus transnational: Deutsche Auslandskorrespondenten in London, Paris und Wien 1848-1914

Auslandskorrespondenten waren und sind wichtige Akteure internationaler Beziehungen, sie vermitteln Wissen grenzüberschreitend und machen es für ihre Heimatgesellschaft oftmals erst zugänglich. Damit haben sie großen Einfluss auf die Vorstellungen, Bilder und Stereotype, die in ihrer Heimat über die Fremde verbreitet werden.
In der Schnittmenge von transnationalen Ansätzen, der Geschichte internationaler Beziehungen und der Mediengeschichte gelegen, finden die Auslandskorrespondenten seit einigen Jahren zunehmend die Beachtung der historischen Forschung. Weitgehend unbeachtet blieb aber bislang die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der sich das internationale Nachrichtensystem verdichtete und spezialisierte, der Auslandskorrespondent immer häufiger zu einer wichtigen Referenz der Zeitungen wurde und die Korrespondenten zunehmend professionelle Standards und eine spezifische berufliche Kultur entwickelten. Dieser Phase der Etablierung des Korrespondentenwesens und seines ersten Booms in den Jahrzehnten um 1900 widmet sich das Dissertationsprojekt und untersucht die Entwicklung des Korrespondentenberufs zwischen dem medialen Großereignis 1848 und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Fokussiert auf ausgewählte Korrespondenten der wichtigen Nachrichtenplätze London, Paris und Wien verfolgt es die Traditionslinien zentraler Aspekte: Welche Leitbilder prägten die Arbeit der Korrespondenten, zu welchen Informationen hatten sie Zugang und wie wurde dies durch die Netzwerke beeinflusst, in denen sie sich bewegten? Wie entstand die berufliche Kultur, aus der heraus die Journalisten im Vorfeld des Ersten Weltkriegs und anderer Medienereignisse agierten?
Im Spannungsfeld von internationaler Politik, Öffentlichkeit und Kommunikation gelegen, bietet die Erforschung des Korrespondentenwesens einen Zugriff auf transnationale Aspekte der Pressegeschichte, eröffnet aber auch Einblicke in die Kulturgeschichte der Diplomatie- und Technikgeschichte.

Das Promotionsprojekt wird durch ein Stipendium der FAZIT-Stiftung gefördert und wurde in der Vergangenheit unterstützt durch ein Stipendium des Leibniz-Instituts für europäische Geschichte in Mainz (August 2011-Februar 2012) sowie durch ein Marbach-Stipendium des Deutschen Literaturarchivs in Marbach am Neckar (März-April 2012). Die Max-Weber-Stiftung ermöglichte durch Feldman-Reisebeihilfen die Archivrecherchen in London und Paris (August-September und November 2013).

Leiterin

Prof. Dr. Ute Schneider

Zeitraum

2010 bis 2014

Förderinstitution

Leibniz-Institut für Europäische Geschichte; Deutsches Literaturarchiv Marbach

FAZIT-Stiftung

Geplanter Output

Dissertation/Monographie

Dissertation / Germanistik

Margarete Hopp

Sterben, Tod und Trauer im Bilderbuch

Seit der Enttabuisierung des kinderliterarischen Themenrepertoires in den 1970er-Jahren ist ein unübersehbarer Trend hin zum Erzählen von Sterben und Tod in der Kinder- und Jugendliteratur (KJL) allgemein und im Bilderbuch im Speziellen zu verzeichnen. Einer der Gründe dafür liegt in der Eliminierung des Sterbens aus unserem alltäglichen Bewusstsein, denn der Tod ist fern, entweder ein medialer, fremder Tod, oder, wenn er persönlich betrifft, ein in Institutionen ausgelagerter. Da aber spätestens in den konkreten Situationen emotional belastender Verlusterfahrungen eine Reflexion über den Tod notwendig ist, hält auch die KJL umfangreiches Textmaterial als geeignete Gesprächsimpulse zur Überwindung der Sprach- und Hilflosigkeit bereit. Das literaturwissenschaftliche Forschungsinteresse ist auf das Gesamtangebot des Erzählens vom Tod im Bilderbuch der Bundesrepublik Deutschland gerichtet. Unter Berücksichtigung theologischer Aspekte und unter Rückgriff auf Erkenntnisse der (Entwicklungs-)Psychologie sowie kulturwissenschaftlicher Disziplinen erfolgt eine systematische, quantitative und qualitative Erfassung und Analyse der komplexen literarästhetischen Strukturen, inhaltsspezifischer Tendenzen und Schwerpunkte des Genres.

Leiterin

Margarete Hopp

Geplanter Output

Publikation

Jonas Hübner

Das Management der Mark: Organisation und Aneignung von Allmenderessourcen in einer frühneuzeitlichen Markgenossenschaft

Das Promotionsprojekt befasst sich mit einer nordwestdeutschen Markgenossenschaft in der Nähe von Osnabrück, deren Geschichte von den Anfängen im 16. bis zur Aufteilung im 19. Jahrhundert im Rahmen einer Mikrostudie untersucht wird. Das Forschungsvorhaben hat zum Ziel, die ökonomische, soziale und institutionelle Mikrodynamik der Organisation und Aneignung von Allmenderessourcen in der Markgenossenschaft über einen längeren Zeitraum hinweg anhand archivalischer Quellen zu rekonstruieren. Im Fokus der Analyse stehen die verschiedenen Konstellationen lokaler Ressourcenkonflikte, die zwischen und innerhalb von Statusgruppen der ländlichen Gesellschaft um die ungleichen Nutzungsrechte an der Mark ausgefochten wurden. Der Untersuchung liegt ein theoretischer Ansatz zugrunde, der sich an den neoinstitutionalistischen Konzepten von Elinor Ostrom zur Organisation von Gemeingütern und an der Historisierung dieser politikwissenschaftlichen Konzepte in aktuellen Forschungen zur europäischen Agrargeschichte der Vormoderne orientiert.

Leiter

Prof. Dr. Stefan Brakensiek

Zeitraum

März 2011 bis Februar 2016

Geplanter Output

Monographie: Dissertation

I

Prof. Dr. Wolfgang Imo

Sprache-in-Interaktion: Analysemethoden und Untersuchungsfelder

In dem Band geht es darum, den aktuellen Stand des Forschungsprogramms der Interaktionalen Linguistik zu demonstrieren. Zunächst soll geklärt werden, mit welchen theoretischen Konzepten gearbeitet werden kann, wie sich Begriffe wie Kommunikation, Dialog, Diskurs und Interaktion abgrenzen lassen und welche Relevanz eine interaktionsbezogene Linguistik heute hat. In einem zweiten, empirischen Teil sollen exemplarische Analysen zu linguistischen Phänomenen (Partikelgebrauch, Frage der Einheiten interaktionaler Sprache und Sequenzmuster) anhand eines Gesprächs durchgeführt werden. Im dritten Teil werden Anwendungsbezüge hergestellt zu Bereichen wie der Erforschung computervermittelter Kommunikation, der Grammatikschreibung und des Fremdsprachenunterrichts.

Leiter

Prof. Dr. Wolfgang Imo

Zeitraum

bis Anfang 2013

Geplanter Output

Monographie

J

Prof. Dr. Helmut C. Jacobs

Die zeitgenössischen Kommentare zu Goyas ,Caprichos' – Edition, Übersetzung, Deutung

Neben Picasso gilt Francisco de Goya y Lucientes (1746-1828) als einer der bedeutendsten Maler Spaniens. Im Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit repräsentiert er die spanische Kunst des achtzehnten Jahrhunderts wie der ersten Jahrzehnte des neunzehnten Jahrhunderts. Zu Goyas wichtigsten und am häufigsten international rezipierten Werken zählen ohne Zweifel die 1799 erschienenen Caprichos, ein Zyklus von achtzig Radierungen.

Viele der Radierungen sind so vieldeutig und voller verborgener Anspielungen, dass sich schon Goyas Zeitgenossen veranlasst sahen, zu den Blättern handschriftliche Deutungen und Kommentare zu verfassen, die wie die Blätter selbst lange Zeit unter der Hand kursierten und durch Abschriften verbreitet wurden. Die in zahlreichen Varianten überlieferten Versionen der handschriftlichen Kommentare zu den achtzig Caprichos stellen deren nachweislich früheste Rezeption dar. Das gesamte Textkorpus dieser über fünfzig handschriftlichen Kommentare soll erstmals kritisch ediert, ins Deutsche übersetzt und in seiner Gesamtheit gedeutet und erläutert werden.

Leiter

Prof. Dr. Helmut C. Jacobs

Zeitraum

2010 bis 2013 (Verlängerung bis 2016 beantragt)

Förderinstitution

DFG

Output

  • Geplant: Kritische Textausgabe
  • Zahlreiche Aufsätze im Druck
  • Jacobs, Helmut C.: „Los comentarios manuscritos del siglo XIX a los Caprichos: ¿Desvíos o clave de interpretación del sentido oculto de los grabados?“, in: Goya y su contexto. Seminario internacional celebrado en la Institución «Fernando el Católico» de Zaragoza los días 27, 28 y 29 de octubre de 2011. Zaragoza: Institución «Fernando el Católico» 2014, S. 155-175.

Prof. Dr. Helmut C. Jacobs

La recepción e interpretación de la obra de Goya en la poesía internacional (edición crítica y comentada)

Para la gran mayoría del público, el pintor y dibujante Francisco José de Goya y Lucientes (1746-1828) representa la figura por antonomasia del arte español del siglo XVIII. Su actualidad y repercusión internacional en nuestro tiempo no sólo se hace evidente en la cantidad –cada vez mayor– de exposiciones sobre su persona y su obra, sino también en la diversidad y el alcance de la influencia que sus grabados y cuadros han ejercido sobre la pintura, la literatura y la música. Entre las creaciones más importantes en el ámbito de la recepción literaria de Goya y de su obra se encuentran sin lugar a dudas los poemas pictóricos o ecfrásticos. Los grabados y cuadros de Goya constituyen una fuente de inspiración muy importante para muchos poemas de este tipo, ya sean poemas sueltos, ya ciclos de poemas. Estos textos líricos fueron escritos en casi todos los países: en España, Alemania, Dinamarca, Francia, Inglaterra, Portugal, los EE.UU., etc. Se trata, pues, de un fenómeno internacional que se ha ido intensificando más y más a lo largo del tiempo.
Hasta hoy nunca se ha investigado de forma sistemática este fenómeno intermedial de la recepción de la obra de Goya. Así surgió el objetivo de nuestro proyecto, realizar una investigación bibliográfica sistemática de este corpus amplio e interesantísimo, una edición crítica y completa de los poemas ecfrásticos (en las lenguas originales, con traducciones al español de los textos en lengua extranjera) y un análisis sistemático de este corpus de textos.

Leiter

Prof. Dr. Helmut C. Jacobs

Zeitraum

2011 bis 2013

Förderinstitution

Fundación Goya en Aragón (Zaragoza, Spanien)

Geplanter Output

Kritische Textausgabe

K

Prof. Dr. Clemens Kammler

Drama und Theater im Deutschunterricht

In der geplanten Monographie geht es um Auseinandersetzung mit historischen  und zeitgenössischen Konzepten der Dramen- und Theaterdidaktik sowie um die Entwicklung eines eigenen dramendidaktischen Konzepts, das gattungspoetische, textanalytische, szenische und aufführungeanalytische Verfahren integriert und weiterentwickelt.
Außerdem ist die kritische Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Kanonisierungsprozessen und die Erweiterung des Kanons durch zeitgenössische Theatertexte vorgesehen. Die Untersuchung knüpft an zahlreiche Vorarbeiten an. Vgl. hierzu insbesondere die von Clemens Kammler herausgegebenen Themenhefte Zeitgenössisches Theater und Schule (Mitteilungen der Germanistenverbandes 2003), Zeitgenössische Theaterstücke (Praxis Deutsch, H. 181 (2003)) und Klassische Theaterstücke (Praxis Deutsch, H. 204 (2007)) sowie Zentralabitur Deutsch (Der Deutschunterricht, H. 1/2010).

Leiter

Prof. Dr. Clemens Kammler

Zeitraum

bis 2014

Geplanter Output

Monographie

Oliver Kann, M.A.

Karten des Krieges. Die deutsche Kartographie im Ersten Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg gilt als der erste große "moderne" Krieg. Er wurde nicht mehr mit "traditionellen" Mitteln geführt, sondern war vor allem auf dem militärischen Sektor von vielfältigen Neuerungen geprägt. Durch die rasante technische Weiterentwicklung der Kriegstechnik wurde er erstmals in allen räumlichen Dimensionen erfahrbar: Der Kampf wurde gleichermaßen über große Distanzen hinweg auf dem Land, in der Luft und unter der Erde geführt. Ihren Niederschlag fand diese neue Raumerfahrung in der Produktion und Rezeption kartographischen Materials. Die neuartige Kriegsführung stellte hohe Ansprüche an die Kartographie, da die Karten in immer kürzeren Abständen aktualisiert werden mussten. Gleichzeitig gaben die Kampfhandlungen, die neuen technischen Möglichkeiten und das große Interesse an dieser Wissenschaft ihr auch neue Impulse, z.B. durch die Möglichkeit von Luftbildaufnahmen. Durch den militärischen Kontakt mit den Kriegsgegnern kam es außerdem immer wieder zum Austausch von Informationen. Das Projekt untersucht die Entwicklung der deutschen Kartographie im Verlauf des Ersten Weltkrieges unter den Perspektiven von Produktion und Konsumption. Dabei stehen vor allem die Fragen nach neuen Produktionsstrukturen, neuen Kartentypen und der Nutzung von Karten im Fokus. Da die Kartographie nicht nur militärischen, sondern bspw. im Geographieunterricht auch propagandistischen Zwecken dienstbar gemacht wurde, wird dabei auch die zivile Verlagskartographie in den Blick genommen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Gothaer Perthes-Verlag, der sowohl national als auch international auf dem Gebiet der Kartographie und Geographie eine Spitzenposition einnahm und sich auch im schulgeographischen Bereich hervortat. An Hand der überlieferten Kartensammlung und der geographischen Schriften des Verlags sollen die Entwicklung der Kartographie unter den Bedingungen des Krieges sowie die Rezeption und Popularisierung militärischen Wissens untersucht werden. Dafür wird insbesondere die Rolle der Schulgeographen analysiert, die sich in der Öffentlichkeit als Experten gerierten und mit Hilfe der Karten militärische Erziehung und propagandistische Deutungen des Krieges in die Klassenzimmer trugen.

Betreuerinnen

Prof. Dr. Iris Schröder, Universität Erfurt
Prof. Ute Schneider

Zeitraum

seit 1.4.2013, bis voraussichtlich 2016

Mark Klingenberger

Koloniales Gedächtnis – Identitätsentwürfe und Herausbildung eines Nationalbewusstseins innerhalb der Literatur Puerto Ricos zwischen 1894 und 1953

Ziel der Dissertation mit dem Arbeitstitel  "Koloniales Gedächtnis – Identitätsentwürfe und Herausbildung eines Nationalbewusstseins innerhalb der Literatur Puerto Ricos zwischen 1894 und 1953" soll es sein, die Literatur Puerto Ricos diachronisch im 19. und 20. Jahrhundert auf ihre Gedächtnismuster bezüglich kolonialer und postkolonialer Tendenzen zu untersuchen. Hierbei sollen die stilistischen und thematischen Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden, welche sich trotz vieler historischer Einschnitte (Spanische Kolonie, Kolonie der USA, Status eines Commonwealth) innerhalb des Romans in Puerto Rico nachweisen lassen.

Leiter

Prof. Dr. Helmut C. Jacobs

Zeitraum

seit Juli 2011 bis voraussichtlich 2015

Förderinstitution

DfG-gefördertes Projekt mit Promotionsstelle

Geplanter Output

Dissertation / Monographie

Valeska Klug Mediale Diskurse und der Wandel der Subjektivitäten freier künstlerischer Arbeit zwischen 1980 und heute

Beantragen frei produzierende darstellende Künstler_innen Fördergelder, müssen sie meist begründen, was an ihrem Projekt besonders innovativ, nachhaltig, partizipativ, experimentell oder modellhaft ist. Dass es bestimmte „Zauberwörter des Diskurses“ der Fördersysteme (Jens Roselt auf nachtkritik.de) gibt, ist bekannt. Ebenso, dass sie auf kulturpolitische Entscheidungen und Förderstrategien zurückzuführen sind. Ob bzw. wie diese das (Selbst-)Verständnis von Künstler_innen und ihrer Arbeit verändern, ist dagegen bislang kaum untersucht worden.
Das theaterwissenschaftlich ausgerichtete Dissertationsvorhaben befasst sich mit dem Wandel medialer Diskursivierungen des Künstler_innensubjekts seit der Etablierung von Förderstrukturen für die sogenannte Freie Theaterszene in den 1980er Jahren. Leitend für die Analyse sind Fragen nach Ausmaß, Art und Entwicklung des Einflusses kultur- und förderpolitischer Diskurse auf das (Selbst-)Verständnis von Künstler_innen und ihre Arbeit: (Wie) wirken sich Fördersysteme zu welcher Zeit auf Form, Inhalt und Verständnis künstlerischer Arbeiten aus? (Wie) verändert sich dies mit der Zeit und vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung des Bereichs der kulturellen Bildung? Welche „Zauberwörter“ verschwinden, welche halten sich, welche tauchen auf und welche Begriffe hätten - würden sie zum Zauberwort - das Potenzial, Fördersysteme umzugestalten?
In der Auseinandersetzung mit diesen Fragen werden einerseits Verschiebungen des Selbst- und Arbeitsverständnisses freier Theatermacher_innen diskursanalytisch untersucht und andererseits rekonstruiert, in welchem Verhältnis diese zu kulturpolitischen Impulsen und Förderstrategien stehen. Gewonnene Erkenntnisse können schließlich auch Hinweise für die praktische Auseinandersetzung mit der Gestaltung von Förderstrukturen für freies Theater geben.

Betreuung

Prof. Dr. Rolf Parr

Zeitraum

3 Jahre

Förderinstitution

Hans-Böckler-Stiftung

Output

Monographie

 

Michael Krüger

Die Pianistin Elly Ney - Lebensweg, Karriere und Künstlertum

Die deutsche Pianistin Elly Ney (1882-1968) zählt ohne Zweifel zu den herausragenden Klaviervirtuosen des zwanzigsten Jahrhunderts. Auch wenn sie inzwischen zunehmend in Vergessenheit gerät, war sie für ihre außergewöhnliche Interpretation der Klaviermusik Ludwig van Beethovens weltbekannt, wegen ihrer Haltung im Nationalsozialismus aber auch sehr umstritten.
Elly Ney wurde als Tochter eines Offiziers und einer Musikerin in einer Düsseldorfer Kaserne geboren, ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in Bonn. Bereits im Alter von zehn Jahren konnte sie ihr Klavierstudium am Kölner Konservatorium aufnehmen, das sie später in Wien beendete. Noch vor dem Ersten Weltkrieg begann in Europa ihre Karriere als Konzertpianistin. Zusammen mit ihrem Ehemann, dem Dirigenten Willem van Hoogstraten, emigrierte sie zu Beginn der 1920er Jahre schließlich in die USA. Als sie zwölf Jahre später nach Deutschland zurückkehrte, sympathisierte sie mit dem Nationalsozialismus und konnte ihre Karriere ungehindert fortsetzen. Nach 1945 wurde sie mit einem mehrjährigen Auftrittsverbot belegt. Sie zog sich an den Starnberger See zurück und schrieb dort ihre Autobiografie. Später gelang ihr erneut die erfolgreiche Rückkehr auf das Konzertpodium. Nach kurzer Krankheit starb sie schließlich 86jährig in Tutzing.
Ihr gesamter Nachlass -darunter Tagebücher, Noten, Konzertprogramme, das Manuskript ihrer Autobiografie und fast 2000 Briefe- befindet sich heute im Stadtarchiv Bonn und ist bisher kaum bearbeitet. Vor allem ihre umfangreiche Korrespondenz mit Familie, Freunden und Kollegen gibt einen tiefen Einblick in Elly Ney´s Denken und Handeln. Eine Biografie, die nicht nur den Werdegang einer Künstlerpersönlichkeit nachzeichnet, sondern vielmehr ihre Lebensstationen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, soll Ergebnis dieser Arbeit sein. In welchen Kontexten wuchs Elly Ney auf und welche Traditionen prägten ihre frühen Jahre? Auf welche Netzwerke und transnationalen Beziehungen konnte sie für ihr Studium und ihre Karriere zurückgreifen? Wie gelang der Kulturtransfer ihrer Amerikajahre? Warum und unter welchen Umständen kehrte sie schließlich in das nationalsozialistische Deutschland zurück und welche Rolle spielte sie im „Dritten Reich“? Darüber hinaus soll ihre Rezeption genauso Beachtung finden, wie auch der posthume Diskurs über ihre nationalsozialistische Vergangenheit in der Bundesrepublik bis in unsere Zeit.

Leiterin

Prof. Dr. Ute Schneider

Zeitraum

seit September 2012

Geplanter Output

Dissertation/Monographie

Dissertation / Geschichte / Sozial- und Wirtschaftsgeschichte

Verena Kümmel

Vergangenheit begraben!? Die Konflikte um die Leichen Pétains und Mussolinis

Wie bestattet man einen Diktator? In Libyen entschied sich der Übergangsrat dazu, Gaddafi an einem geheimen Ort beizusetzen, Slobodan Milošević hingegen wurde 2006 in seinem Heimatort unter großer öffentlicher Anteilnahme beigesetzt. Dass solche Lösungen aber nicht von Dauer sein müssen, zeigen die Beispiele von Philippe Pétain (1856-1951) und Benito Mussolini (1883-1945). Ehemalige Anhänger raubten ihre sterblichen Überreste aus deren Gräbern. Diese Leichendiebstähle waren Ausdruck innergesellschaftlicher Konflikte um die Erinnerung an die Regime, die mit dem Zweiten Weltkrieg endeten.
Dieses Projekt untersucht, welche Funktion die Inszenierungen der Bestattungen von Pétain und Mussolini und deren mediale Reproduktionen für die Nachkriegsgesellschaften hatten. Um die Handlungen der unterschiedlichen Interessengruppen genauer herausarbeiten zu können, stützt sich die Untersuchung neben der Analyse der Inszenierungen auch auf deren bildliche Vermittlung. Fotografien kommt daher eine hohe Bedeutung als Quelle zu, die nicht nur dokumentiert, sondern auch die Wahrnehmung prägte. Ein kulturgeschichtlicher Zugang ermöglicht es, hinter die rein ideologischen Äußerungen zu blicken. Durch die komparative Analyse von Handlungen und deren medialen Vermittlungen wird deutlich, wie sehr die sterblichen Überreste von Mussolini und Pétain zu Medien im Ringen um eine politische Kultur der Nachkriegsgesellschaft wurden.

Leiterin

Prof. Dr. Ute Schneider

Zeitraum

Januar 2010 bis Dezember 2015

Geplanter Output

Dissertation / Monographie

Dr. Thomas Küpper

Zur Reflexivität von Kitsch

Für Wissenschaft und Kritik galt lange Zeit als selbstverständlich, dass sogenannter Kitsch nicht reflexiv sein kann und sich dadurch von Kunst unterscheidet: Vermeintlich wendet er sich an ein Publikum, das nur ergriffen werden, aber nicht begreifen möchte. Zudem wurde er als Pseudokunst ohne jegliche Eigenständigkeit betrachtet; auch aus diesem Grund war undenkbar, dass Kitsch sich in angemessener Weise selbst darstellen könnte. Daher wurde bis heute, trotz der kulturwissenschaftlichen Öffnung der Fächer, die Reflexivität von Kitsch nicht näher untersucht. Das Habilitationsprojekt kommt dem entsprechenden Desiderat nach und eröffnet erstmals eine Perspektive darauf, wie Kitsch sich selbst beschreibt und im künstlerischen und literarischen Diskurs positioniert. Das Spektrum der Beispiele reicht von Walter Benjamins Traumkitsch bis hin zu Hedwig Courths-Mahlers Liebesromanen.

Betreuung

Prof. Dr. Rolf Parr

Zeitraum

2017–2019

Geplanter Output

Monographie

PD Dr. Reiner Küpper

Die Sprache der so genannten Konservativen Revolution der Zwischenkriegszeit. Ein Projekt zur Kombination von linguistischer Korpusanalyse und historischer Diskursanalyse

Auf dem Hintergrund gegenwärtiger politischer Rechtstendenzen in der Presse soll der Blick für implizite Bezugnahmen auf hochkonservative Diskurse in der Zwischenkriegszeit sowie für ihre Nähe zum NS-Diskurs geschärft werden. Genauer untersucht werden Schriften mit ideologisch zentralem Stellenwert von führenden Vertretern der so genannten Konservativen Revolution wie Oswald Spengler, A. Möller von den Bruck, Ernst Jünger, Edgar Julius Jung, Hugo von Hofmannsthal usw. Auch der Vergleich mit Gleichgesinnten bzw. Vorbildern aus anderen europäischen Ländern wird herangezogen, insbesondere der mit Charles Maurras in Frankreich oder auch T. S. Eliot in England. Mithilfe von linguistischen Konkordanzprogrammen werden die einzelnen politischen Schriften im Detail analysiert, so dass das schließlich vorzulegende Gesamturteil über diese weltanschaulichen Konzepte auf einer denkbar genauen sprachlichen Vorarbeit beruht. Auf diesem Hintergrund wird abschließend zu belegen sein, dass heutige Bezugnahmen in der Rechtspresse mit Implikaturen arbeiten, die die brisanten Zusammenhänge oft verzerren oder gar beschönigen.

Leiter

PD Dr. Reiner Küpper

Zeitraum

seit 2008

Geplanter Output

Monographien, Sammelbände, Online-Publikationen, Vorträge

Dr. Robin Kurilla

Über kommunikative und präkommunikative Konstitutionsprozesse von Gruppe und Gruppenidentität

Diese als Habilitationsschrift bei der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Duisburg-Essen einzureichende vorwiegend theoretische Untersuchung verfolgt das Ziel, den Bedarf an einer abstrakten Bestimmung des Gruppenbegriffs zu decken – und zwar so, dass er in verschiedenen Disziplinen der Human- und Sozialwissenschaften zur Anwendung gebracht werden kann. Die Untersuchung betrachtet die Gruppe als genuin soziales Phänomen und nähert sich ihr daher in Hinsicht auf diejenigen sozialen Prozesse, die zu ihrem Entstehen, Erhalt und Zerfall beitragen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Gruppenidentität. Es gilt, sozialtheoretische, gruppendynamische und identitätstheoretische Diskussionsfäden unter einem einheitlichen theoretischen Dach zusammenzuführen, unter dem auch kulturspezifische und historische Besonderheiten kenntlich gemacht werden können. Der besonders für die Kommunikationswissenschaft relevante Erkenntnisgewinn der Untersuchung liegt in einer Bestimmung der kommunikativen und präkommunikativen Prozesse der Produktion, Reproduktion und Destruktion von Gruppe und Gruppenidentität.

L

PD Dr. Johannes F. Lehmann

Aktualität – zur Geschichte literarischer Gegenwartsbezüge und zur Verzeitlichung der Gegenwart um 1800

(DFG-Projekt im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms „Ästhetische Eigenzeiten. Zeit und Darstellung in der polychronen Moderne“ (SPP 1688])

Das Verhältnis der Literatur zu ihrer jeweiligen Gegenwart ist historisch variabel. Während Heinrich Leopold Wagner 1776 vom tragischen Dichter fordert, das Drama so zu schreiben, dass man erkennen kann, „in welchem Jahr er sein Werk verfertigt hat“, verstößt wenig später Friedrich Schiller den Dichter aus seiner Zeitgenossenschaft und bestimmt, dass der Dichter nie der „Zögling seiner Zeit“ sein dürfe. Die Beziehung zwischen Literatur und ihrer jeweiligen Gegenwart unterliegt in mehrfacher Hinsicht historischen Transformationen, die in ihren vielfältigen Erscheinungsformen und Begründungsschichten Gegenstand des geplanten Forschungsprojektes sind. Ziel ist eine umfassende Erforschung der diskursiven Prozesse der Verzeitlichung von ‚Gegenwart‘ zwischen 1770 und 1835, ihrer Relevanz für eine Geschichte literarischer Gegenwartsbezüge und ihrer theoretischen Reflexion.

Leiter

Johannes F. Lehmann

Zeitraum

1.4.2014-31.3.2017

Geplanter Output

Workshop, Tagung, Monographie

Dissertation / Geschichte der Frühen Neuzeit

Eva Marie Lehner, M.A.

Identität und Herrschaft – eine Untersuchung frühneuzeitlicher Kirchenbücher

»einschreiben und vleißßig auffbehalten, auf daß man sich inn mancherlei fällen zeugnuß darauß zu gebrauchen habe« (Eintrag aus einem Kirchenbuch, Sulzbach1569)

Kirchenbücher, Pfarrbücher oder auch Matrikelbücher sind schriftlich geführte Register über Taufen, Hochzeiten und Todesfälle einer Pfarrgemeinde. Über drei Jahrhunderte hinweg – vom 16. bis ins 19. Jahrhundert – wurden biographische Daten von Untertanen fast ausschließlich in diesen kirchlichen Büchern festgehalten und machen einzelne Personen bis heute rekonstruierbar.

Mit diesem Promotionsprojekt sollen frühneuzeitliche Kirchenbücher als diese frühen Personenverzeichnisse ausgewertet werden. Der Schwerpunkt der Untersuchung beginnt im frühen 16. Jahrhundert und versucht damit die Anfänge einer systematisch angeordneten und durchgeführten Erfassung des Personenstandes genauer in den Blick zu bekommen. Hierbei liegt der Fokus sowohl auf der Art und Weise der Datendokumentation als auch auf der Einbindung der Kirchenbuchführung und der Kirchenbucheinträge in verschiedene obrigkeitliche Zusammenhänge.

Die Fragestellung des Projektes ist deshalb in zwei Richtungen angelegt und zielt sowohl auf den Inhalt als auch auf die Funktion von Kirchenbüchern: Welche Identitätszuschreibungen werden in den Einträgen vorgenommen? In welche herrschaftlichen Kontexte ist die Datenerfassung eingebunden?

Quellenbasis der Untersuchung stellen Kirchenbücher aus zwei oder drei Gemeinden unterschiedlicher pfälzischer (evtl. rheinischer) Territorien mit diversen konfessionellen Ausgangslagen und Bedingungen (lutherisch-evangelisch, katholisch, reformiert) dar. Zentrales Anliegen des Projektes ist es, dass sowohl serielle Gesichtspunkte des schriftlichen Erfassens von Personendaten herausgearbeitet werden, als auch ein mikrologischer, analytisch-interpretativer Blick auf tiefer liegende Ordnungsmuster möglich wird. Darüber hinaus werden begleitende Quellen, wie Ratsbücher, Visitationsprotokolle, Gerichtsakten, Kirchenrechnungen usw. herangezogen, um einzelne Phänomene oder Personen besser greifen zu können. Dadurch sollen Identitätszuschreibungen, Funktionen und mögliche Verwendungen der Kirchenbucheinträge in herrschaftspolitischen Zusammenhängen sichtbar gemacht werden.

Betreuer

Prof. Dr. Stefan Brakensiek

Zeitraum

2014-2017

geplanter Output

Dissertation/Veröffentlichung

Prof. Dr. Jens Loenhoff

„Meinen Sie uns, Herr Giordano?“ Zur Explikation kultureller Differenz im Kontext urbaner Kommunikation am Beispiel des Baus der Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld

Diskurse über die Anerkennung kultureller Identitäten werden primär durch Differenzerfahrungen in urbanen Lebensformen angestoßen. Diesbezügliche Kommunikationsräume stimulieren aufgrund der Kopräsenz der Akteure, der Sichtbarkeit fremder Lebensformen, der sozialen Differenzierungen innerhalb der Milieus und der Eigendynamik der vielschichtigen Kommunikationsprozesse die Artikulation von Selbstverhältnissen kultureller Gruppen einschließlich ihrer Ansprüche an multikulturelle Gesellschaften. Der hier zu beobachtende enge Zusammenhang zwischen spezifisch urbanen Kommunikationsformen und der Darstellung kultureller Alterität legt es nahe, diejenigen Kommunikationspraxen genauer zu untersuchen, in denen die Selbstexplikation kultureller Milieus erfolgt. Hierzu eignet sich der öffentlich kontrovers diskutierte Bau der Zentralmoschee in Köln-Ehren­feld in besonderer Weise. Die wechselseitige Bezugnahme öffentlicher Akteure, interessierter Gruppen und bekannter Persönlichkeiten auf die lokalen Dissensquellen, Missverständnisse und Differenzerfahrungen bieten geeignete Ansatzpunkte für die Analyse der theoretisch und empirisch bislang weitgehend unterbestimmten Verdichtungseffekte und der damit verbundenen Dynamik spezifischer Formen interkultureller Kommunikation in urbanen Kontexten. Die leitenden Forschungsfragen des Projekts sind die folgenden: Welche Merkmale kennzeichnen die Kommunikation über kulturelle Differenz und Interkulturalität insbesondere in lokalen Kontexten? Wie wirkt sich die Typik urbaner Kommunikation auf die Praktiken der Selbstexplikation kultureller Milieus aus? Welche Rückschlüsse können daraus hinsichtlich der Bestimmung von Realisierungsformen urbaner Kommunikation gezogen werden?

Zeitraum

Sommer 2014 eingereicht, in Begutachtung

Förderinstitution

DFG

Habilitation / Germanistik

PD Dr. Simone Loleit

Zeit- und Alterstopik in mittelalterlicher Liedlyrik. Eine Untersuchung zu Liedern Walthers von der Vogelweide, Reinmars, Neidharts und Oswalds von Wolkenstein

Zielsetzung der Arbeit ist die Erforschung von Zeit- und Alterstopik in mittelalterlicher Liedlyrik, mit besonderem Fokus auf Liedern Walthers von der Vogelweide, Reinmars, Neidharts und Oswalds von Wolkenstein. Die Untersuchung ist einerseits in der Minnesangforschung zu verorten, andererseits in der literaturwissenschaftlichen und rhetorischen Toposforschung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage nach der Funktionalität und Semantik der Topik innerhalb der behandelten Lieder.
Zur Zeittopik werden in der Arbeit neben konventionalisierten Topoi wie Zeitklage, Lob der Vergangenheit (laudatio temporis acti), Weltklage, Vergänglichkeits- (vanitas-) oder Jahreszeitentopos auch strukturelle Topoi bzw. Denkmuster (z. B. die Unterteilung der Zeit in ‚vergangen – gegenwärtig – zukünftig‘) gerechnet. Die Alters-, d. h. Lebensalterstopik, wird, obwohl sie im weiteren Sinne zur Zeittopik gehört, in der Arbeit als gesonderte Toposgruppe benannt, da sich hieran ein ganzes Set weiterer Einzeltopoi (z. B. Generationentopos, Altersklage, puer senex) anlagert. Der innerhalb der Arbeit verwendete Toposbegriff orientiert sich methodisch an den antiken Schriften zur Topik und Rhetorik (Aristoteles, Cicero, Quintilian) sowie an der neueren Toposforschung (Bornscheuer, Knape, Schmidt-Biggemann u. a.) und der daran angrenzenden Metaphernforschung (Richards, Black, Zymner u. a.).
Nach einer Einführung in den Bereich Topik und Toposforschung sowie in Zeit- und Lebensaltermodelle sowie Topisierungen von Zeit widmet sich die Arbeit anhand von exemplarischen Analysen drei minnesangspezifischen Themenfeldern: (1) der Nähe der ästhetisch-moralisch als makellos und zeitlos inszenierten Minnedame des hohen Minnesangs zur ambivalenten und von Zeitlichkeit geprägten Figur der Frau Welt; (2) gesellschafts- und minnebezogenen Ausprägungen von Zeitklage und Vergangenheitslob sowie religiös konnotierten Zeittopiken; (3) dem topischen Arsenal, mit Hilfe dessen in bestimmten Liedern eine ‚Minnebiographie‘ bzw. eine Liebesgeschichte konstruiert wird.

Output

Monographie (LINK)

Prof. Dr. Wilfried Loth

Charles de Gaulle

Biographie des Gründungspräsidenten der V. französischen Republik auf der Grundlage der neuesten Forschungsergebnisse und neu zugänglicher Quellen.

Leiter

Prof. Dr. Wilfried Loth

Zeitraum

2012 bis 2014

Geplanter Output

Monographie

Kathrin Luckmann de Lopez

A corpus-based study of clause-final pragmatic markers across varieties of English

This study aims to describe the functions of clause-final markers within a variational pragmatics framework. The guiding research questions are

  • Which clause-final pragmatic markers occur in the varieties studied: English English, Scottish English, Irish English?
  • Which pragmatic functions do the markers analysed fulfil?
  • Are there differences in the use of the same pragmatic markers in different varieties of English?
  • Are there differences in the use of the same pragmatic markers within the different (national) varieties?
  • Do the pragmatic markers analysed index local identity for a group of speakers?

Focussing on a set of final markers, I am interested in showing if certain functions are tied to the markers’ sentential position, i.e. their occurrence in the right periphery and in looking at the interplay of their prosodic realisation (marked local intonation pattern) and the frequency of clause-final markers in the varieties as well as their recognition. On the basis of everyday language data from mainly face-to-face conversations the use of a set of markers, including so, now, like and but will be studied when occurring at the end of a clause or utterance as in these examples.

  • It’s really worth it but.
  • How did you get away with that like?
  • I’ll talk to you later, so.

Excluded: longer phrases such as you know what I mean and general extenders.

Data:  

Northern Irish English Irish English (Republic of Ireland) Scottish English English English
ICE-IRE ICE-IRE ICE-GB ICE-GB
  LCIE Glasgow real-time corpus DECTE/NECTE  

Using corpora with different make-ups and goals works in favour of a varied research design and output. In order to describe the functional spectrum of the markers, not just different regional varieties, but also different discourse types are taken into account. Within the spoken domain, LCIE allows for a differentiated analysis including a number of interactional relationship types. In addition, an analysis of social variation and change is possible for the data from the Glasgow real-time corpus. And finally the ICE components help to establish the standardness of the features studied. As part of this project, questionnaires were administered in Newcastle, Glasgow and Belfast to test the recognition and perceived standardness of these features and complement the corpus study. The study consists of three parts:

I Inter-varietal, corpus-based analysis of a set of final pragmatic markers
II Intra-varietal, corpus based analysis of a set of final PMs
III Final PMs as regional identity markers

M

Einzelforschung / Außereuropäische Geschichte

Prof. Dr. Christoph Marx

Hendrik Verwoerd - Eine intellektuelle Biographie

Intellektuelle Biographie des mastermind der Apartheidpolitik in Südafrika, Hendrik Verwoerd (Premierminister von 1958 bis 1966). Dabei soll vor allem das politische Denken Verwoerds, weniger seine Handlungen als Politiker, im Zentrum stehen, insbesondere werden erstmals seine frühere akademische Karriere als Psychologe und Soziologe mit seiner späteren journalistischen und politischen Karriere im Zusammenhang gesehen. Hendrik Verwoerd wird zudem als einer der großen Täter im Kontext des Age of Extremes gesehen, wie der britische Historiker Eric Hobsbawm das 20. Jahrhundert charakterisierte. Diese Zeitalter ist durch eine massive Expansion der staatlichen Handlungsmöglichkeiten und -ansprüche sowie eine wissenschaftliche Fundierung von Politik mit starker Betonung der Planung gekennzeichnet.

Leiter

Prof. Dr. Christoph Marx

Zeitraum

seit 2006

Output

Geplant ist eine Monographie, für die eine Reihe von Kapiteln bereits im Rohbau fertiggestellt bzw. bereits als Aufsätze (bislang drei in englischer Sprache) in Fachzeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht wurden.

 

Hendrik Verwoerd’s Long March to Apartheid: Nationalism and Racism in South Africa, in: Manfred Berg, Simon Wendt (Hg.), Racism in the Modern World. Historical Perspectives on Cultural Transfer and Adaptation, New York – Oxford (Berghahn Books) 2011, S. 281-302.

Verwoerdian Apartheid and African Political Elites in South Africa, 1950-68, in: Dülffer, Jost; Frey, Marc (Hg.): Elites and Decolonization in the Twentieth Century (Cambridge Imperial and Post-Colonial Studies), Basingstoke 2011, S. 138-156.

Hendrik Verwoerd and the Leipzig School of Psychology in 1926, in: Historia, 58, 2, 2013, S. 91-118.

From trusteeship to self-determination: L. J. du Plessis’ thinking on apartheid and his conflict with H. F. Verwoerd, in: Historia, 55, 2, 2010, S. 50-75.

Südafrikas Austritt aus dem Commonwealth 1961, in: Michaela Bachem-Rehm, Claudia Hiepel, Henning Türk (Hg): Teilungen überwinden. Europäische und internationale Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Festschrift für Wilfried Loth, München 2014, S. 361-371.

Weblink

Prof. Dr. Ralf Miggelbrink

Sein und Sollen. Anspruch und Grenzen katholischen Seinsdenken vor dem neuzeitlichen Postulat der Differenz von Sein  und Sollen

Die katholische Seinsmetaphysik wird hinsichtlich ihrer biblischen, philosophischen und theologischen Grundlagen erläutert und auf ihre Geltungsansprüche angesichts des neuzeitlichen Axioms der Differenz von Sein und Sollen problematisiert.

Leiter

Prof. Dr. Ralf Miggelbrink

Zeitraum

2012 bis 2015

Geplanter Output

Monographie

Prof. Dr. Ralf Miggelbrink

Public theology - Gestalten und Chancen Öffentlicher Theologie in Europa

Das US-amerikanische Modell der Public Theology soll hinsichtlich der Themen, Adressaten und Formate auf den europäischen Kontext angewandt werden.

Leiter

Prof. Dr. Ralf Miggelbrink

Zeitraum

2012 bis 2014

Geplanter Output

Bereits erschienen: Forschungsbericht in der Theologischen Revue, Einzelrezensionen; in Vorbereitung: Vortrag anlässlich der Zwei-Jahres-Tagung der deutschsprachigen Dogmatiker und Fundamentaltheologen in Freising September 2012 mit anschließender Veröffentlichung in der Reihe Quaestiones disputatae, geplant für 2015: Monographie.

Milan Mihajlovic

Jugend debattiert eine pragma-dialektische Studie

Mit der Pragma-Dialektik liegt ein argumentationstheoretischer Ansatz vor, der verspricht, anhand eines überschaubaren Regelwerks (zehn an der Zahl) Meinungsverschiedenheiten einer sachlichen Lösung zuzuführen. Angesichts der kommunikativen Realität, die vielerorts (nicht nur in unterhaltungsorientierten TV-Diskussionsformaten) zu beobachten ist, erscheint dieses Versprechen ebenso interessant wie begrüßenswert. Zur Untersuchung des Ansatzes und seiner Anwendbarkeit wird dieser in meinem Dissertationsprojekt zunächst auf theoretischer Ebene kritisch durchleuchtet, um dann reale Argumentationsweisen auf ihre Übereinstimmung mit diesem Ansatz zu überprüfen. Als empirische Quelle wird dafür der renommierte Jugend debattiert Wettbewerb herangezogen. Trotz der rhetorischen Schulung und sachlichen Anleitung, welche die Teilnehmer erfahren, sind ihnen die pragma-dialektischen Regeln freilich nicht bekannt. Umso interessanter ist es, sich anzuschauen, ob sie diesen Regeln quasi unbewusst folgen oder nicht, und ebenso interessant und wichtig ist die Frage, welche Folgen Regelverstöße nach sich ziehen: führen sie eher zum Erfolg oder zum Misserfolg des Redners?

Leiter

Prof. Dr. H. W. Schmitz

Zeitraum

2008 bis 2012

Geplanter Output

Dissertation
Ende 2012, Anfang 2013

Kommunikationswissenschaft / Dissertation

Rafael Mollenhauer

Tomasellos Kooperationsmodell. Zur explikativen Reichweite der Arbeiten Michael Tomasellos im Kontext kommunikationstheoretischer Fragestellungen

Michael Tomasellos Arbeiten haben in den vergangenen Jahren zunehmend an Einfluss auch auf sprach- und handlungstheoretische Diskurse gewonnen. Für die kommunikations-wissenschaftliche Forschung scheint dabei insbesondere das Werk „Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation“ (2009), in dessen Rahmen Tomasello gestützt auf seine zahlreichen empiri¬schen Studien die ontogenetischen und phylogenetischen Wurzeln humanspezifischer Kommunikation aufzudecken versucht und mit seinem Kooperationsmodell nicht weniger als eine Prototheorie der Handlungskoordination anbietet, ein reichhaltiges Angebot zu stellen. Doch birgt diese Theorie aus kommunikationstheoretischer Perspektive ein gehöriges Irritationspotential, das wohl vor allem auf einer Tomasellos Forschung schon früh kennzeichnenden kognitionstheoretischen Grundorientierung beruht.

Im ersten Schritt meiner Dissertation werden daher die kognitionstheoretischen Grundlagen des Ansatzes anhand Tomasellos früherer, noch nicht schwerpunktmäßig mit Kooperation und Kommunikation befassten Arbeiten offengelegt. Zum Ausdruck gelangen sie vor allem durch (a) Tomasellos stetige Suche nach den entscheidenden Fähigkeiten humaner Kognition, (b) seine Orientierung an kognitiv ausgerichteten Methodologien wie der Kognitiven Linguistik und der Kognitiven Verhaltensforschung, (c) die Art und Weise seiner Bezugnahme auf prominente Theoretiker von Piaget bis Mead sowie (d) nativistisch-modultheoretische Züge innerhalb des Ansatzes.

In einem zweiten Schritt wird gezeigt, dass eben diese kognitive Ausrichtung auch die späteren, verstärkt Formen der Interaktion und Kommunikation thematisierenden Arbeiten entscheidend bestimmt und dass ein mit derartigen Vorentscheidungen belasteter Ansatz nicht mehr anbieten kann als eine Theorie der Entstehung von Kommunikationsmitteln, nicht aber eine Theorie der Entstehung von Kommunikationsprozessen. Losgelöst vom Kommunikationsprozess und erst nachträglich um Intersubjektivitätsdimensionen ergänzt können anhand der Kommunikations¬mittel und der dahinterstehenden kognitiven Fähigkeiten aber weder sinnvolle Aussagen über den Prozess noch über die bei Tomasello im Fokus stehenden Bestandteile des Prozesses (Kommunikationsmittel, kognitive Fertigkeiten) getroffen werden, stellt der Prozess doch mehr dar als nur die Summe seiner Teile, die sich von Anfang an nur in ihm entwickeln. Gerade auf der Grundlage der klassischen Arbeiten Karl Bühlers offenbaren sich sodann auch zahlreiche Widersprüche und Zirkularitäten in Tomasello theoretischem Gefüge.

Verbunden mit der Kritik an Tomasellos Forschungsprogramm, dem man vor allem aber die Identifikation der besonderen Qualität von Interaktionen gemeinsamer Aufmerksamkeit anrechnen muss, ist letztlich das Plädoyer für eine an der Ganzheitlichkeit von Interaktionspro¬zessen ausgerichteten Forschung zur kommunikativen Entwicklung des Kindes (Ontogenese) und für eine Art „Vergleichende Interaktionswissenschaft“ (Phylogenese).

Betreuer

Prof. Dr. H.W. Schmitz; Prof. Dr. J. Loenhoff

Zeitraum

2011-2015

Bisheriger Output

Dissertation, 2 Artikel

Geplanter Output

Projektantrag, weitere Artikel

N

Birgit Näther, M.A.

(Selbst-)Beobachtungen eines Systems: Verwaltungskultur und landesherrliche Visitation im vormodernen Bayern

Den Ausgangspunkt des auf Bayern in der Zeit zwischen ca. 1570 und 1770 bezogenen Teilprojektes bildet die These, dass vormoderne Verwaltungen organisationelle Kulturen mit überpersonalen Strukturen aufweisen, die sich einem steuernden Zugriff auch von herrschaftlicher Seite entziehen, und die Basis administrativen Handelns bilden. Im Unterschied zu älteren, oftmals stark normorientierten Forschungsansätzen, werden in dieser Arbeit die innere Praxis von Verwaltungen und systeminhärente Funktionsweisen wie Sinnzuschreibungen und die administrative Interpretationspraxis analysiert.
 
Durchgeführt wird die Untersuchung anhand der für das Territorium seriell überlieferten Quellen zur landesherrlichen Visitation, einem Verwaltungsverfahren, das trotz seiner epochenspezifischen Bedeutung auch in anderen Territorien bisher kaum untersucht worden ist. Die Akten aus den Mittelbehörden Burghausen, Landshut und Straubing wurden für die Zeit zwischen 1570 und 1770 komplett gesichtet und repräsentative Unterbezirke seriell ausgewertet. Zudem wurde die Überlieferung der Oberbehörden zur landesherrlichen Visitation gesichtet.
 
Die Durchführung der Arbeit baut auf der Annahme auf, dass die an der landesherrlichen Visitation beteiligten Verwaltungen mit dem Schriftgut zum Verfahren explizite und implizite, intendierte und unintendierte Informationen transportierten. Die Analyse des Materials gibt so Einblick in den Ablauf des Verfahrens selber, aber auch in administrative Funktionsweisen, die sich am Verfahren exemplarisch zeigen. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen nicht einzelne oder summierte Handlungen und Aussagen, sondern das Feld an Handlungs- und Aussagemöglichkeiten. Diese Betrachtung lässt tiefere Erkenntnisse über die vom kulturellen Kern von Verwaltungen bestimmten Funktionsweisen zu, als der Versuch, Agenden von Akteuren zu analysieren.
 
Die Relevanz des Projekts ergibt sich aus zwei Beschäftigungsfeldern: Erstens der Untersuchung der bisher kaum von der Forschung berücksichtigten Mittelbehörden, sowie der wissenschaftlichen Einordnung der spärlich bis gar nicht genutzten, überaus reichhaltigen Quellenbestände zur landesherrlichen Visitation. Zweitens soll die Arbeit das wissenschaftliche Verständnis des vormodernen Verwaltungshandelns jenseits des Absolutismusparadigmas erweitern helfen: Die komplexe, kaum beleuchtete Praxis der formal-hierarchisch organisierten Verwaltungsinstitutionen.

Leiter

Prof. Dr. Stefan Brakensiek

Zeitraum

seit März 2009

Förderinstitution

DFG

Geplanter Output

Monographie/Dissertation

Weblink

Dr. Bettina Noack

Verstehen literarischer Symbole

Das Projekt hat zwei Schwerpunkte: Der eine liegt auf der Symboltheorie und der andere auf der Modellierung der Kompetenz „Symbolverstehen“. Weil hermeneutische Theorein stärker die kognitve Dimension des Symbols in den Blick nehmen, semiotische Theorien hingegen systematischer sind, wird in der Arbeit versucht, eine Synthese aus hermeneutischer und semiotischer Symboltheorie herzustellen. Beide sind ohnehin in hohem Maße aufeinander angewiesen und schließen sich in keiner Weise aus. Im zweiten Teil der Arbeit wird ein Kompetenzniveaumodell des Symbolverstehens vorgelegt, das mit einem Test empirisch überprüft werden soll. Es ist geplant, dass ein entsprechendes Projekt unmittelbar an die Habilitation anschließt. Erste Ergebnisse einer Pilotierung des Tests werden aber schon in die Habilitationsschrift Eingang finden.

Leiterin

Dr. Bettina Noack

Zeitraum

seit Frühjahr 2009

Geplanter Output

Monographie (Habilitationsschrift) - Habilitation. Die Art der Veröffentlichung der Projektergebnisse ist noch offen.

Weblink

O

Stefan Ossenberg

Stereotype Deutschland - Türkei

Das Projekt verbindet soziolinguistische, sprachwissenschaftliche und literaturwissenschaftliche Fragestellungen. Es werden zum einen Stereotype im Rahmen der Sprach- und Literaturwissenschaften sowohl in zeitgenössischen Texten (Presse und Belletristik) als auch in historischen literarischen Texten untersucht, zum anderen werden die aktuell existierenden Stereotype in Deutschland und in der Türkei erhoben und analysiert.

Bekanntlich gibt es zwischen Selbstbildern und Fremdbildern bei den Völkern enorme Widersprüche. Vor allem mit Blick auf Türken und deren Wahrnehmung in den westlichen Kulturen kann auf eine lange Geschichte der Konstruktion von verzerrten Bildern (zum Teil tradiert aus den Befreiungskriegen der Balkanvölker gegen die Osmanen, in Deutschland in neuerer Zeit durch die Arbeitsmigration aus den ländlichen Gebieten der Türkei in die deutschen Industriezentren) zurück gegriffen werden (vgl. z.B. Katz & Braley 1933, Apeltauer 1991, Schroeder und Apelius 2009, Coşan 2008, Uslucan 2011, Coşan 2011).

Man könnte annehmen, dass sich in Deutschland in den letzten fünfzig Jahren, also seit der Zuwanderung der Türken zu Beginn der 60-er Jahre nach Deutschland, die wechselseitige Wahrnehmung durch alltägliche Kontakte normalisiert und zum Positiven verändert hat. Doch wie die Bilder „der Deutschen“ über „die Türken“ und die Bilder „der Türken“ über „die Deutschen“ nach 50 Jahren vielfältiger Kontakte tatsächlich sind, bzw. welche Bilder voneinander bei welchen Bevölkerungsgruppen dominant sind, ist bisher nicht gründlich untersucht worden.

Mit dieser Frage wird sich das Projekt „Stereotype Deutschland-Türkei“ beschäftigen. Erhoben werden soll dabei anhand einer 134 Merkmale umfassenden Merkmalliste, welche Eigenschaften die Deutschen den Türken zuschreiben und welche Eigenschaften Türken mit Deutschen verbinden. Basierend auf den ‚klassischen’ Arbeiten zu Stereotypen von Lippmann (1922), Katz & Braley (1933) und Sohdi & Bergius (1953) sowie den neueren Untersuchungen von Apeltauer (2002) und Grünewald (2005) sollen Erhebungen in Deutschland und der Türkei durchgeführt werden. Ziel ist es dabei, in beiden Ländern die Stereotype zu erheben, um dadurch statistisch auswertbare und aussagekräftige Aussagen zu Einstellungen und „Völkerbildern“ zu erhalten, die im deutsch-türkischen Kontakt existieren und im interkulturellen Kontakt ein Rolle spielen.

Leiter

Prof. Dr. Dr h.c. Rupprecht S. Baur (Deutsch als Zweit- und Fremdsprache) in Kooperation mit Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan (Institut für Turkistik) und Dr. habil. Leyla Coşan (Marmara-Universität Istanbul) sowie Prof. Dr. Suheyla Schroeder (Bahçeşehir -Universität Berlin).

Zeitraum

September 2014 – September 2015

Fördernde Institution

BMBF

Geplanter Output

Publikation der Ergebnisse, Materialien für den Unterricht im Fach Deutsch als Fremdsprache

Weblink

Prof. Dr. Dietmar Osthus

Streit um Sprache Laien und Experten im Konflikt. Mikrodiachronische Analysen aus dem 20. und 21. Jahrhundert

Zielsetzung ist - hervorgegangen aus einem ursprünglich als Teilprojekt in einem Forschergruppenantrag geplanten Projekt - die Erforschung des Streits um Sprache im gesellschaftlichen, medialen und politischen Kontext. Kernthese des Antrags ist, dass Streit um Sprache in vielen Fällen Teil einer weit über die Sprache hinausgehenden Identitätskonstitution ist. Zu erforschen ist, auch anhand zeitgenössischer in den modernen Medien ausgetragener Diskussionen, der Themen- und Medienwandel in diesen Diskussionen. Somit wird ein Beitrag auch zur historischen Laienlinguistik geleistet.

Leiter

Prof. Dr. Dietmar Osthus

Zeitraum

ab 2012

Förderinstitution

geplant: Antrag an DFG

Geplanter Output

monographische Darstellung, evtl. auch multimediale Präsentation

Bisher erschienen:

Visser, Judith / Osthus, Dietmar / Schmitt, Christian (Hrsg.) (2012): Streit um Sprache. Romanistischer Verlag, Bonn.

P

Dr. Melanie Panse

Die Frau des Kreuzfahrers. Geschlecht, Macht und Raum an hochadeligen Fürstenhöfen des 11.-13. Jahrhunderts

In den letzten Jahren hat sich die deutschsprachige, französische und anglophone Frauen- und Geschlechterforschung zum Hochmittelalter auch den adeligen Fürstinnen zugewandt, die nicht als Königinnen oder Kaiserinnen Macht ausübten. An diese Forschungsbestrebungen möchte das Habilitationsprojekt anknüpfen und die Handlungspielräume hochadeliger Frauen an Fürstenhöfen des 11. bis 13. Jahrhunderts im europäischen Vergleich untersuchen. Es soll herausgearbeitet werden, wie sich die Abwesenheit der Männer im Kreuzzugskontext und die daraus resultierende veränderte  „Geschlechterordnung“ am Hof politisch, sozial und kulturell auswirkten. Dieses Thema ist in der Mittelalterforschung bislang allenfalls am Rande behandelt worden, so dass grundlegende Ergebnisse zur Erforschung von Geschlechter- und Herrschaftsmustern zu erwarten sind.

Leiterinnen

Dr. Melanie Panse

Prof. Dr. Amalie Fößel

Zeitraum

2011 bis 2015

Geplanter Output

Habilitation - Monographie

Susanne Pahl

Literatur, Literaturwissenschaft und Ökologie

In der US-amerikanischen und inzwischen auch verstärkt der deutschen Literaturwissenschaft gibt es seit etwa drei Jahrzehnten mit dem so genannten ›Ecocriticism‹ eine Tradition der Thematisierung von Umweltthemen. Ein zentrales Problem vieler Ansätze dieser Forschungsrichtung ist ein oftmals ideologisch geleiteter Zugriff auf Literatur. Die Auswahl von und der Umgang mit Literatur erfolgt hier häufig nicht nach literaturwissenschaftlichen Kriterien, sondern beispielsweise über die Frage, ob der jeweilige Text einen Beitrag zur Etablierung eines Umweltbewusstseins leistet. Ziel des Dissertationsprojektes ist es, diese problematischen Implikationen der bisherigen Forschungsleistungen des Ecocriticism detailliert darzustellen sowie bereits vorhandene Lösungsvorschläge zu diskutieren, um damit insgesamt der Frage nachzugehen, ob, wie und mit welchem Gewinn für den Gegenstand Literatur eine ökologisch orientierte Literaturwissenschaft jenseits eines rein thematischen oder ideologischen Interesses möglich ist. Methodisch geschieht dies auf dem Weg über eine vergleichende Bestandsaufnahme und kritische Analyse der verschiedenen Ansätze des Ecocriticism sowie ihrer ›testenden‹ Anwendung auf Romane und Erzählungen der jüngsten Generation deutschsprachiger Autorinnen und Autoren. Auf diese Weise wird die Möglichkeit des Zugangs zum Gegenstand Ökologie in literarischen Texten reflektiert und herausgearbeitet, mit Hilfe welcher theoretischen Ansätze es gelingen kann, über die Wiederholung politischer Forderungen nach Natur- und Umweltschutz hinauszugelangen.

Betreuer

Prof. Dr. Rolf Parr

Zeitraum

ab Juni 2014

Geplanter Output

Dissertation

Dr. Nia Perivolaropoulou

Siegfried Kracauer, un penseur intempestif

 

Geplanter Output

Monographie

Dissertation / Geschichte der Frühen Neuzeit

Sebastian Peters

Handel, Handwerk und Obrigkeit in der Stadt Kleve im 18. Jahrhundert

Die Gewerbegeschichte frühneuzeitlicher Städte stellt innerhalb der Forschung zur Wirtschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit ein Desiderat dar. Insbesondere haben kleinere und mittlere Städte bisher nur wenig Aufmerksamkeit erfahren. Dies trifft auch für die wirtschaftlichen Verhältnisse der Stadt Kleve am unteren Niederrhein zu. Im Rahmen der Dissertation soll das Gewerbe der Stadt im 18. Jahrhundert unter preußischer Herrschaft mithilfe eines vorwiegend qualitativen Ansatzes, durch weitgehend mikrohistorisches Vorgehen ergründet werden. Besondere Beachtung soll hierbei den ‘Sozialen Institutionen’ zuteilwerden, die im Umfeld wirtschaftlicher Entscheidungsprozesse miteinander in Dialog traten. Diese Institutionen waren der städtische Magistrat, die vor Ort ansässige Kriegs- und Domänenkammer, die verschiedenen Handwerkerzünfte (am Niederrhein meist Gilden genannt), sowie die Kaufmannsgilde. Ausgangspunkt und Schwerpunkt der Arbeit bilden die umfangreich überlieferten Aktenbestände des Klever Magistrats in Bezug auf Gildeangelegenheiten, die vornehmlich auf intra- und interzünftige Konflikte zurückgehen. Die mikrohistorische Vorgehensweise verspricht sowohl detaillierte Einblicke in das Handeln und das Selbstverständnis einzelner Akteure zu erlangen, als auch ihre Einbindung in Personennetzwerke erfassen zu können, gegebenenfalls auch über die Stadtgrenzen hinaus. Ferner möchte die Studie Einblicke in die Rohstoff- und Absatzmärkte der Handwerker und Kaufleute gewinnen. Das übergeordnete Ziel besteht darin, einen Beitrag zur allgemeinen Gewerbeforschung der Frühen Neuzeit zu leisten, indem ein asymmetrischer Vergleich mit Arbeiten zur innerpreußischen Gewerbeforschung, der Forschung zu den angrenzenden Niederlanden und zum weiter entfernten Westfalen gezogen wird.

Leiter

Prof. Dr. Stefan Brakensiek

Zeitraum

November 2012 bis August 2017

Geplanter Output

Dissertation

Promotion / Germanistik

Kristina Petzold, M.A.


Arbeiten Blogger? Eine diskursanalytische Untersuchung zu Selbst- und Fremdbeschreibungen digitaler Autorschaft

Was Menschen unter ‚Arbeit‘ verstehen, unterliegt historischen beziehungsweise fortschrittsbedingten Veränderungen. Während in der frühen Agrarkultur dem Begriff ‚Arbeit‘ die Vorstellung einer Kooperation zwischen Mensch und Natur inhärent war, wurde mit der industriellen Revolution die Vorstellung von Industriearbeit als kapitalistischer Produktionsform maßgebend. Heute stehen wir mit der Digitalisierung vor einer neuen technologischen Revolution, die dazu führt, dass das aktuell vorherrschende Paradigma der Erwerbsarbeit wiederum im Wandel begriffen ist. Ein bedeutender Faktor ist dabei die zunehmende Auflösung der Grenzen zwischen konsumierenden und produzierenden Praktiken durch die digitalen Partizipationsmöglichkeiten. Die Bezeichnungen ‚Prosument‘ und ‚User Generated Content‘ stehen exemplarisch für eine ganze Reihe an Beschreibungsmodellen für diese Mischformen. Mit ihrer Etablierung wird die Frage zunehmend drängender, in welchen Fällen im ‚Web 2.0‘ wirklich Arbeit geleistet wird, wer diese für sich reklamiert und wer sie als solche anerkennt. Die Dissertation will auf diese Frage am Beispiel des Weblogs eine erste Antwort geben. Ziel der Arbeit ist es, am Beispiel von literarischen Review-Blogs die Frage zu klären, ob Bloggen als Arbeit und Blogger als Arbeiter angesehen werden und ob sie sich selbst medial als solche darstellen. Diese Fragestellung soll mit Hilfe einer Diskursanalyse beantwortet werden. Das Erschließen der Diskursregeln, nach denen Zusammenhänge zwischen Bloggen und Arbeiten von unterschiedlichen Akteuren konstruiert oder dekonstruiert werden, kann helfen, verschiedene Motivlagen der Diskursteilnehmer sichtbar zu machen. Die Ergebnisse können dazu dienen, eine Neubewertung der Rollen auf dem digitalen Arbeitsmarkt anzuregen und zu begründen.
 

 

Leiter

Prof. Dr. Rolf Parr

 

Zeitraum

01.01.2016 bis 31.12.2018

 

Förderinstitution

Hans-Böckler-Stiftung

 

Geplanter Output

Dissertation

 

Patrick Plenz

Kulturen des Entscheidens - Eine Rekonstruktion des entscheidenden Subjekts im europäischen Roman

Ausgehend von der Arbeitshypothese, dass kein singuläres, zeitlos universelles Konzept die Entscheidungspraxis konkreter Akteure zu erklären vermag, sollen im Rahmen der Dissertation Entscheidungskulturen voneinander unterschieden werden, die den Rahmen möglicher Entscheidungspraxis vor einem konkreten historischen Kontext aufzeigen. Vor diesem Hintergrund wird die immanente Bedeutungsstruktur literarischer Texte und betrachte sie als Teil der kulturellen Praxis einer Gesellschaft analysiert. Durch Kontextualisierung von literarischem und theoretischem Diskurs wird dann untersucht, inwieweit einerseits Wechselbezüge erkennbar werden und andererseits Entscheidungspraxis als Teil eines umfassenden Geflechts kultureller Semantik – und somit als Entscheidungskultur – angesehen werden kann.

Leiter

Prof. Dr. Jo Reichertz

Zeitraum

bis Ende 2014

 

Prof. Dr. Patricia Plummer

Australian Crime Writing and/as Indigenous Lifewriting

 

Leiterin

Prof. Dr. Patricia Plummer

Zeitraum

2011

Geplanter Output

1. Durchführung eines Forschungsprojektes
2. Publikation einer Monographie

Prof. Dr. Patricia Plummer

Japan im Westen: Literatur ─ Kultur ─ Spiritualität

Überschattet von Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe wurde 2011 das 150-jährige Jubiläum der deutsch-japanischen Freundschaft gefeiert. Diese Zäsur war Ausgangspunkt eines interdisziplinären Symposiums, das vom 27.-29. April 2012 im Weltkloster Radolfzell stattfand.
Auch wenn Japan einer der Hauptakteure der Globalisierung ist, so wird es aus westlicher Sicht häufig unter dem Vorzeichen des Zen-Buddhismus wahrgenommen, der spirituelle Traditionen wie Za-Zen (Stilles Sitzen), Ikebana, Teezeremonie, Steingärten und die Musik der japanischen Bambusflöte hervorgebracht hat. Diese neo-orientalistischen Vorstellungen blenden die Realität des modernen Japans ebenso aus wie die kulturellen und religiösen Transformationsprozesse, die durch den westlichen Japandiskurs v.a. der vergangenen 150 Jahre entstanden sind.
Im Weltkloster diskutierten darüber internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fächer Amerikanistik, Anglistik, Geschichte, Japanologie, Kunstwissenschaft, Philosophie, Soziologie und Theologie. Dabei fand nicht nur ein interdisziplinärer Dialog, sondern auch ein intensiver Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis statt, denn es waren auch Experten für Zen-Meditation sowie für die meditative Musik der japanischen Zenflöte beteiligt.

Leiterin

Prof. Dr. Patricia Plummer

Zeitraum

2011 bis 2013

Geplanter Output

- Durchführung eines interdisz. Symposiums 27.-29.4.2012 (abgeschlossen)
- Herausgabe eines Tagungsbandes (in Vorbereitung, 2013)
- Forschungskooperation mit beteiligten KollegInnen für ein Anschlussprojekt zu Kulturaustausch zwischen Japan und der anglophonen Welt

Prof. Dr. Patricia Plummer

Orientalism in Eighteenth-Century Literature and Culture: Travel ─ Gender ─ Interculturality

Untersuchungsgegenstand sind interkulturelle Kontakte britischer Reisender mit dem Osmanischen Reich zwischen 1700 und ca. 1790 und ihre Darstellung in Literatur (Reisebericht, Dichtung, Drama, Erzählprosa) und Kunst (Portraits, Buchillustrationen).

Leiterin

Prof. Dr. Patricia Plummer

Geplanter Output

Publikation einer Monographie

Prof. Dr. Patricia Plummer

Postcolonial Dickens

Aus Anlass des 200. Geburtstages des englischen Schriftstellers Charles Dickens (1812-1870) finden weltweit zahlreiche Symposien, Lesungen, Theateraufführungen usf. statt. Die geplante Arbeitstagung unter Mitwirkung namhafter internationaler DickensexpertInnen wird  Forschung aus dem Bereich der Postcolonial Studies bündeln und insbesondere die Dickens-Rezeption in Australien und Neuseeland untersuchen. 

Leiterin

Prof. Dr. Patricia Plummer

Zeitraum

2012

Geplanter Output

1. Durchführung einer Arbeitstagung im WS 2012/13 (in Vorbereitung)
2. Vorbereitung eines Drittmittelprojektes

Prof. Dr. Patricia Plummer

Postcolonial Writer in Residence 2011ff.

Nach dem australisch-indigenen Schriftsteller und Künstler Philip McLaren (Postcolonial Writer in Residence 2011) war 2012 die vielfach ausgezeichnete indisch-britische Autorin und Filmschaffende Atima Srivastava (Mumbai/London) Postcolonial Writer in Residence an der Universität Duisburg-Essen. Neben Lesungen und Vorträgen wurde jeweils ein mehrtägiger Creative Writing-Workshop mit Studierenden durchgeführt, der den Studierenden nicht nur Inspiration und Anleitung zum Erstellen eigener kreativer englischsprachiger Texte bot, sondern v.a. eine interkulturelle Lernerfahrung, die Kenntnisse über die postkoloniale Welt vermittelte.

Leiterin

Prof. Dr. Patricia Plummer

Zeitraum

jeweils jährlich, zuletzt 4.-10.6.2012

Geplanter Output

Herausgabe einer jährlich erscheinenden Reihe Writing Across Boundaries, jeweils in Kooperation mit den GastautorInnen

Dissertation / Philosophie / Wissenschaftstheorie

Jan Podacker

Begriffssysteme und Handlungssysteme. Wissenschaftstheoretische Grundlagen zur Untersuchung von Theorie-Praxis-Verhältnissen

Beschreibung folgt.

Betreuer

Prof. Dr. Dirk Hartmann

Zeitraum

ca. 2013-2016

Geplanter Output

Monographie

Dr. Nina Preyer

Synergetische Effekte und Funktionen einer Literarisierung der Medizin in Frankreich (1715-1799)

Die Nexus zwischen französischer Literatur und Medizin sind mit Blick auf das Siècle des Lumières bisher kaum untersucht worden. Medizingeschichtlich wird jene Epoche von Ackerknecht als ‚Bibliotheksmedizin‘ (médecine de bibliothèque) bezeichnet, was eine gewisse Praxisferne suggeriert: Den Medizinern wird nur wenige Jahrzehnte später vorgeworfen, dass sie das Wohl der Patienten aus den Augen verloren hätten, weil sie sich in der Wahl der Therapie auf ihr Gelehrtentum, Studienbücher und Traditionen stützten, statt neuen Methoden und Konzepten offen gegenüberzustehen. Diese Theorieverliebtheit spiegelt sich auch in dem Usus wider, Behandlungen in absentia durchzuführen sowie in dem Bestreben, exzessiv wissenschaftlich zu publizieren.
Die Verflechtungen zwischen Literatur und Medizin gehen im 18. Jahrhundert jedoch weit über das Verfassen und Studieren von Traktaten und Lehrbüchern hinaus: In der Medizin und der Scharlatanerie werden Textsorten von auffallend narrativem Charakter generiert, wie etwa das Ärzteportrait, die Fallgeschichte, die romanesk anmutende Ratgeberliteratur, die lettre de consultation (briefliche Arzt-Patienten-Kommunikation) und die lettre de guérison (Genesungsbrief). Auch die Lyrik wird für die Diskussion medizinischer Fragestellungen innerhalb der res publica literaria nutzbar gemacht. Als pathologische Diskurse werden u.a. das Impfen, Schwangerschaft, Krebs, Kinderkrankheiten, und die Orthopädie, sowie mit Blick auf Krankheitskonzepte und Therapeutika ausgewählte Universalheilmittel und der Mesmerismus zur Sprache gebracht. Neben der Untersuchung der Genese respektive der Literarisierung spezifischer Textsorten in der Medizin, stehen vor allem die sich daraus ergebenen synergetischen Effekte und Funktionen im Fokus.
Übergeordnet geht es immer um die Frage, inwieweit sich medizinische Theorie und Praxis und verschiedene literarische Kategorien einander bedingen und beeinflussen. Dem geht erstens die These voraus, dass die ‚Bibliotheksmedizin‘ deutlich aufgeklärter war als es ihr Ruf vermuten lässt, was gerade der dezidierten Literarisierung geschuldet und an dieser nachzuvollziehen ist, und zweitens, dass diese ‚aufklärerische Wende‘ wiederum auch für die Geschichte der französischen Literatur von Relevanz ist.

Leiterin

Dr. Nina Preyer

Laufzeit

2013-2017

Geplanter Output

Habilitation – Monographie

Q

R

Prof. Dr. Jo Reichertz

Der Forensische Markt

Seit mehr als einem Jahrzehnt boomen im Fernsehen die Forensik-Formate wie CSI und deren Fast-Kopien. Durch den großen Erfolg dieser Formate geriet auch die Berufspraxis der deutschen Rechtsmediziner/innen bzw. deren idealisierte Repräsentation durch Fernsehproduktionen in den Blick der Öffentlichkeit. Diese Mediatisierung führte auch dazu, dass sich in den letzten Jahren das soziale Feld der Rechtsmedizin geändert hat, dass es um neue Mitspieler erweitert wurde. Diese Markterweiterung durch den Eintritt neuer Akteure hat zur Folge, dass auch völlig neue Produkte, Dienstleistungen und Wissensbestände durch neue Akteure angeboten werden. Sukzessive entsteht ein Markt der Rechtsmedizin (forensischer Markt), auf dem nicht nur die Rechtsmediziner/innen, die Massenmedien und der Staat Akteure sind, sondern auch die User/Prosumenten/Experten und kommerzielle Unternehmen, die sich von dem Markt Gewinne erhoffen und ihn und seine Entwicklung deshalb genau beobachten, weiter vermessen und strategisch beeinflussen.

Leiter

Prof. Dr. Jo Reichertz

Zeitraum

10/2014 - 10/2016

Förderinstitution

DFG - Fortsetzungsantrag im SPP 1505 Mediatisierung (DFG)

Prof. Dr. Jo Reichertz

Identitätsarbeit unter Druck. Mit welchen Praktiken bearbeiten überschuldete Menschen aus der Mittelschicht ihre gefährdete soziale Identität und welche Handlungsoptionen und Handlungsrestriktionen erwachsen daraus?

Das Forschungsvorhaben will untersuchen, welche Art von Identitätsarbeit Menschen erbringen müssen, die aufgrund von nachhaltiger Überschuldung von sozialem Abstieg bedroht sind bzw. diesen Abstieg entweder schon ganz oder teilweise bereits hinnehmen mussten. Deshalb sollen Menschen im Fokus stehen, die aufgrund ihrer Ausbildung und aufgrund ihres Berufs keine grundlegenden Exklusionserfahrungen durch Überschuldung gemacht haben (Angehörige der Mittelschicht). Für die Identitätsarbeit des um Orientierung und um Handlungsfähigkeit bemühten Subjekts ergeben sich aus dem Überschuldungsprozess erhebliche Herausforderungen: Sie müssen das Problem der Überschuldung individuell innerhalb der eigenen Familie und dem eigenen Nahfeld bearbeiten – und zwar mittels Interaktion und Kommunikation. Dabei stehen vor allem die Identität und die Handlungsfähigkeit des Subjekts im Zentrum, das (a) in die Familie und (b) in verschiedene Gruppen (Nachbarschaft, Arbeitskollegen/innen, Vereine etc.) eingebettet ist und dessen Identität ganz wesentlich von der Interaktion mit Angehörigen dieser Gruppen und den Zuschreibungen von staatlichen und/oder privaten Organisationen (Banken, Sozialamt) beeinflusst ist. Einerseits hat das Subjekt vor der Verschuldung aus der Interaktion mit seiner sozialen Gruppe Gewissheit über seine Zugehörigkeit und damit über seinen sozialen Ort erfahren, andererseits muss es jetzt zur Kenntnis nehmen, dass diese Zugehörigkeit durch eben diese Gruppe zur Disposition gestellt ist.

Leiter

Prof. Dr. Jo Reichertz

Zeitraum

Oktober 2012 bis September 2015

Förderinstitution

DFG

Prof. Dr. Jo Reichertz

Die Medien als neue Akteure innergesellschaftlicher Ordnungsbildung (bewilligt im Schwerpunktprogramm Gesellschaftlicher Wandel der Universität Duisburg-Essen)

Schreiben eines DFG-Antrages für eine Studie, die zum Ziel hat zu ermitteln, inwieweit die Medien nicht nur als Übermittler von Wissen, Werten und Normen agieren, sondern auch als deren Anbieter (Reichertz 2010) und damit in Konkurrenz zur Schule, der Kirche und anderen Agenturen der Wertevermittlung treten. Von besonderer Bedeutung sind hier (Scipted) Reality-Formate, die seit Jahren eine enorme Zuschauernachfrage verzeichnen.

Leiter

Prof. Dr. Jo Reichertz

Zeitraum

März 2012 bis Oktober 2014

Förderinstitution

DFG

PD Dr. Roswitha Reinbothe

Mehrsprachigkeit auf internationalen wissenschaftlichen Kongressen

Das Projekt untersucht die Praxis der Mehrsprachigkeit auf internationalen Kongressen natur- und geisteswissenschaftlicher Disziplinen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ausgewählt wurden Kongresse der Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Psychologie, Geschichtswissenschaft und Philosophie. Es geht in dem Projekt um die Sprachenregelungen und die Sprachenpraxis auf den Kongressen, um Vortrags-, Diskussions-, Übersetzungs- und Publikationssprachen, um Verständnis- und Übersetzungsprobleme sowie sprachenpolitische Entscheidungen. Lange Zeit wurden internationale wissenschaftliche Kongresse mehrsprachig durchgeführt, wobei Englisch, Französisch und Deutsch vorherrschend waren. Untersucht wird, wie sich allmählich Englisch als einzige Kongresssprache durchsetzte und welche Vor- und Nachteile für die wissenschaftliche Kommunikation damit verbunden waren. Die Arbeit stützt sich auf Kongresspublikationen und umfangreiches Archivmaterial.

Leiterin

PD Dr. Roswitha Reinbothe

Zeitraum

2008 bis 2014

Förderinstitution

Volkswagen-Stiftung 2008-2010

Geplanter Output

Monographie 2014

Julia Richter

Konstruieren von und Hinweisen auf Reputation: Verweise auf Ferdinand de Saussure in der romanistischen Sprachwissenschaft

In Äußerungen in wissenschaftlicher Literatur zu Ferdinand de Saussure in den Zeiträumen 1910-1930, 1970-1975, 2000-2011 untersucht Julia Richter, mit welchen sprachlichen Strategien de Saussure als für die romanistische Sprachwissenschaft zentrale Person dargestellt wird.

Leiter

Prof. Dr. Dietmar Osthus

Zeitraum

Oktober 2009 bis 2014

Geplanter Output

Dissertation

Geisteswissenschaften / Wissenschaftstheorie

Prenzing, Christian / Podacker, Jan

Methoden der Geisteswissenschaften

Im Rahmen der Projektstelle sollen mehrere Ziele erreicht bzw. vorangebracht werden:

i.) Durch Lehrveranstaltungen im Bereich E2 soll den Studierenden der Geisteswissenschaften die Möglichkeit der eigenständigen Reflexion über die Methoden und den Gegenstandsbereich ihrer jeweiligen Geisteswissenschaft im Speziellen und der Geisteswissenschaften in der Wissenschaftslandschaft im Allgemeinen, gegeben und gefördert werden. In den Lehrveranstaltungen werden die hierzu nötigen Methodenkompetenzen gefördert und eingeübt.

ii.) Durch Workshops und Seminare für Doktorandinnen und Doktoranden in Kooperation mit DokFor werden die entsprechenden Kompetenzen aus i.) gleichfalls in gemeinsamer Diskussion und Arbeit zusammen mit den Promovierenden vertieft. Die Reflexion auf und über das eigene geisteswissenschaftliche Handeln gehört zu den Reflexionskompetenzen, die die Geisteswissenschaften seit je her ausgezeichnet haben. Daher wird hier das Ziel verfolgt auch den wissenschaftlichen Nachwuchs und nicht nur die Studierenden in den gemeinsamen Reflexionsprozess fächerübergreifend und damit fakultätsweit einzubinden.

iii.) Durch gezielte Publikationen zur Rolle, den Methoden und der Geschichte der Geisteswissenschaften soll die Sichtbarkeit der entsprechenden Arbeit erhöht werden und die Resultate der Forschung zugänglich gemacht werden. Hierunter fallen Aufsätze, Sammelrezensionen, Sammelbände u.ä.

iv.) Vortragsreihe für Doktoranden und Studierende der Geisteswissenschaften im Sommersemester 2012 und Wintersemester 2012/13 in dem einschlägige Forscherinnen und Forscher Vorträge mit anschließender Diskussion zur Rolle, Methoden und aktuellen Problemen der Geisteswissenschaften in ihrem Selbstverständnis und ihrer Einbettung in die Wissenschaftslandschaft und Gesellschaft halten. Im Rahmen der Vortragsreihe kooperiert die Projektstelle „Methoden der Geisteswissenschaften“ mit DokFor.

Leiter

Prenzing, Christian

Podacker, Jan

Zeitraum

fortlaufend

mindestens bis Ende 2016

Geplanter Output

Weitere Lehrveranstaltungen (siehe Vorlesungsverzeichnisse)

Veranstaltungsreihe

Publikationen

Workshops für Doktoranden

Erfolgter Output

Sammelband: Dirk Hartmann, Amir Mohseni, Erhard Reckwitz, Tim Rojek, Ulrich Steckmann (Hrsg.): Methoden der Geisteswissenschaften. Eine Selbstverständigung. Velbrück Verlag. Weilerswist 2012.

Lehrveranstaltungen: (u.a. Ernst Cassirer Zur Logik der Kulturwissenschaften im Bereich E 2 [Tim Rojek zusammen mit Athena Panteos/ Institut für Philosophie] SS 2012)

Workshops für Doktoranden

Veranstaltungsreihe zu "Status und Methoden der Geisteswissenschaften - heute" im SS 2012 und WS 2012/13

Weitere Informationen

Zur Homepage des 'Methodenprojekts'

Prof. Dr. Neil Roughley

Wanting and Intending. Elements of a Philosophy of Practical Mind

In Handlungstheorie, Moralpsychologie, Meta-Ethik, Philosophie des Geistes, Emotionstheorien und Theorien der Person wird mit Begriffen des Wünschens gearbeitet, meistens ohne explizit zu thematisieren, worin das Wünschen besteht. Im ersten Teil des Projekts wird ein Begriff des Wünschens für diese verschiedenen Kontexte vorgeschlagen, der Konsequenzen für das Verständnis der betreffenden philosophischen Probleme hat. Im zweiten Teil wird auf dieser Basis eine Analyse des Begriffs der Absicht vorgelegt, der zufolge sich die Standardauffassung der Irreduzibilität des Beabsichtigens als falsch erweist.

Geplanter Output

Monographie: Wanting and Intending. Elements of a Philosophy of Practical Mind, erscheint bei Springer (Dordrecht), 2013

Prof. Dr. Neil Roughley

Menschliche Naturen

Die Überlegungen, die im Nachwort zu Being Humans („'Human Nature'. A Conceptual Matrix“), in „Was heißt 'menschliche Natur'?" (in: K. Bayertz, Hg., Die menschliche Natur, Paderborn: Mentis 2005, S. 133-156) und in „Human Natures“ (in: S. Schleidgen et al, Hg., Human Nature and Self-Design, Paderborn: Mentis 2011, 13-33) entwickelt wurden, sollen zu einer Monographie ausgearbeitet werden. Dabei geht es darum, eine differenzierte Typologie an Begriffen der menschlichen Natur und einen Raster an möglichen Verhältnissen zwischen Behauptungen zu entwickeln, die mit den jeweiligen Begriffen arbeiten. Bis heute leiden die mit dem Terminus geführten Diskussionen systematisch an begrifflichen Konfusionen. Auf der Basis dieser Arbeit zur Strukturierung des Diskussionsfeldes soll schließlich mithilfe der relevanten empirischen Daten geprüft werden, was begründeterweise über „die“ menschliche Natur behauptet werden kann.

Geplanter Output

Monographie

Dominik Rumlich

Promotionsprojekt DNoCS (Development of North Rhine-Westphalian CLIL students ─ „Entwicklung Nordrhein-Westfälischer SchülerInnen in bilingualen Zweigen“)

Im Promotionsprojekt DNoCS (Development of North Rhine-Westphalian CLIL students) beschäftigt Dominik Rumlich sich mit den Auswirkungen des bilingualen Sachfachunterrichts (Erkunde, Geschichte etc. auf Englisch): Er führt eine quasi-experimentelle Longitudinalstudie mit 1150 Schülern (ca. 1000 Gymnasium/150 Realschule) durch. Sie wurden am Ende der 6. Klasse bzgl. ihrer Sprachkompetenz (C-Test und zwei offene Aufgaben) und ihrer affektiv-attitudinalen Disposition (Interesse, Lern-/Leistungsmotivation, fachspez. Selbstkonzept, elterliche Unterstützung, Lernatmosphäre, Vorurteile/Meinung bzgl. bilingualen Unterrichts u.a.) mit einem umfangreichen Fragebogen getestet [Juli 2010]. Diese Ergebnisse stellen den Status quo der Schüler der bilingualen und nicht-bilingualen Zweige vor dem Beginn des bilingualen Unterrichts dar, der (für erstere) in Klasse 7 beginnt. Diese Untersuchung wird mit den gleichen Schülern am Ende der Klasse 7 und 8 noch einmal durchgeführt, um deren Entwicklung auf der Basis der Daten von der ersten Untersuchung analysieren zu können. Dies macht es auch erstmals möglich, den sogenannten creaming effect, der durch die gesteuerte Selektion und Allokation der Schüler (durch ein Elterngespräch zur Aufnahme in den bilingualen Zweig) abzuschätzen, der in vielen Studien die Daten verfälscht und vermutlich zu einer Überschätzung des vielfach beschworenen „CLIL-Effekts“ geführt hat.

Anmerkung: CLIL steht für Content and Language Integrated Learning und ist der in Europa verwendete anglophone Terminus für bilingualen Sachfachunterricht.

Leiter

Prof. Dr. Bernd Rüschoff

Zeitraum

2011-2013 (Erhebungen); Abschluss ca. 2015

Förderinstitution

Zentrum für empirische Bildungsforschung (ZEB)
Deutsche Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF)

Geplanter Output

Dissertation / Monographie
(projektbegleitend) Konferenzbeiträge und Publikationen in Zeitschriften/Sammelbänden etc.

S

Dr. Marta Sánchez Castro

ELE y FLE como recurso económico en Alemania. Análisis del mercado editorial y valoración crítica de manuales para la enseñanza de español y francés

Habilitationsprojekt: Fachdidaktik Spanisch und Französisch als Schulfremdsprachen

Leiterin

Dr. Marta Sánchez Castro

Zeitraum

seit 2009

Geplanter Output

Habilitation

Franziska Schaaf, M.A.

Medienprodukt ‚gute, traditionelle Arbeit‘? Der Faszinationskomplex Handwerk(en) in bundesdeutschen Mediendiskursen seit 1960

Das Dissertationsvorhaben nimmt den Wandel der medialen Darstellung handwerklicher Arbeit von 1960 bis heute in den Blick. Gegenstand sind Fernseh-Dokumentationen, Tageszeitungen, Life-Style-Magazine, Internet-Foren und Online-Tutorials, die sich mit traditionellen handwerklichen Fertigungstechniken und Tätigkeiten beschäftigen. Das Medienprodukt ‚gute, traditionelle Arbeit‘ soll sowohl als eine Form professioneller Erwerbsarbeit in den Blick genommen werden als auch als Freizeitaktivität, da beide vielfach diskursiv verknüpft sind. Beispielsweise können idealisierende Mediendarstellungen, die ‚das Handwerk‘ als sinnstiftende Selbstverwirklichung fassen oder das freizeitliche Heimwerken als ‚Entspannung‘, eine tatsächliche Entwertung der Arbeit erwerbsmäßig tätiger Handwerker_innen bewirken. Ziel der Untersuchung ist es, auf Grundlage einer breiten Materialbasis herauszuarbeiten, wie mediale Diskurse über handwerkliche Arbeit Normen und Wertvorstellungen vermitteln, die sich auf das gesamte Diskurs- und Handlungsfeld ‚Arbeit‘ auswirken. Dabei wird angenommen, dass der Faszinationskomplex Handwerk(en) diskursiv als das erstrebenswerte Andere zu den dominierenden modernen Formen von Arbeit gesetzt wird, etwa als verklärte Alternative zur Industriearbeit oder als kompensatorischer Gegenpol zur Arbeit 4.0.

Betreuung

Prof. Dr. Rolf Parr

Zeitraum

3 Jahre

Förderinstitution

Hans-Böckler-Stiftung

Output

Monografie

Habilitation / Germanistik

Dr. Corinna Schlicht

Identitätsnarrative in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur 1995 bis heute

Das Habilitationsprojekt beschäftigt sich mit Identitätsnarrativen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Analysiert werden solche Texte, die sich nicht nur thematisch, sondern auch auf der Gestaltungsebene mit der Entwicklung und Bildung des Ich, also mit Fragen der Ich-Identität beschäftigen. Ausgehend von einem historisch ausgerichteten Überblick, in dem wesentliche literarische Identitätskonzepte des 18. und 19. Jahrhunderts diskutiert werden, sollen Referenzpunkte (Erzählmodelle, Gestaltungsfragen) für Erzähltexte der Gegenwart entwickelt werden. Zu zeigen sein wird dabei, inwiefern literarische Texte seit 1995 auf traditionelle Narrative der Ich-Rettung (z.B. Entwicklungs- oder Bildungsroman) zurückgreifen und somit auch für nachmoderne Subjektivitäten stabile Ich-Identitäten behaupten oder den radikalen Identitätsverlust des vom Poststrukturalismus verabschiedeten Subjekts affirmieren (wobei alle Zwischenpositionen eingeschlossen sind.

Betreuung

Prof. Dr. Rolf Parr

Zeitraum

2014-2017

Output

Habilitationsschrift

Einzelforschung / Kommunikationswissenschaft

Dr. Claudia Schirrmeister

Das Magische in der rationalen Welt

Die Monographie untersucht, weshalb und mit welchen Erscheinungsformen sich vor dem Hintergrund einer rationalen modernen Welt als magisch bzw. irational betrachtete Verhaltensweisen und Kognitionen ausprägen. Das Prinzip der Rationalität wird dabei ebenso betrachtet wie eine versuchte Definition des Magischen und Irrationalen.

Leiterin

Dr. Claudia Schirrmeister

Zeitraum

vorauss. bis 2019 veröffentlicht

Geplanter Output

Monographie

Prof. Dr. Ulrich Schmitz

Einführung in die Medienlinguistik

Einführung in die Medienlinguistik: Darstellung und Überblick

Leiter

Prof. Dr. Ulrich Schmitz

Zeitraum

2013 bis 2014

Geplanter Output

Monographie (Anfang 2015)

Daniel Schnaithman

Der Punk ist tot! Lang lebe der Punk! Eine diskursanalytische Untersuchung der Berichterstattung über Punk in deutschen Print- und AV-Medien

Punk ist: Dosenbier, Irokesen-Frisur und gefärbte Haare, kaputte Jeans und Lederjacke, musikalisches Genre und Jugendkultur, Mainstream und Underground, Politik und unpolitisch, Ideologie und gegen Dogmen, Aktion und Reaktion, und noch sehr viel mehr.

Punk entwickelte sich in den 1970er Jahren als jugend- und subkulturelle Bewegung in Abgrenzung zu hegemonialen Strukturen und autoritären Machtgefügen. Aber gerade weil er sich von Beginn an als Counterculture gegen das Establishment stellte, war es nur ein Frage der Zeit, bis er vom traditionellen Kulturbetrieb nicht nur wahrgenommen und rezipiert, sondern auch vereinnahmt wurde. Dabei kommt der mediale Darstellung und Aufbereitung des Punks in Print- und AV-Medien eine besonders wichtige Rolle zu. Der Punk selbst reagierte auf solche mal direkteren, mal indirekteren Versuche, ihn in die Mainstreamkultur zu integrieren, damit, sich selbst immer wieder neu und anders zu präsentieren, um so den Anspruch einer Counterculture-Bewegung aufrechterhalten zu können und seine Radikalität zu bewahren.

Das diskursanalytisch angelegte Dissertationsprojekt will dem interaktiven Wechselspiel zwischen medialer Berichterstattung über Punk und seinen Neupositionierungen in medienkulturwissenschaftlicher Perspektive nachgehen und zeigen, wie (verschieden) Punk in den drei letzten Jahrzehnten diskursiviert wurde. Wie wurde in den Medien von Beginn des Punk an über dieses subkulturelle Phänomen berichtet? Wie hat sich die Berichterstattung im Laufe der Jahre gewandelt? Wie reagierte der Punk darauf? Und schließlich: Welche diskursiven Ordnungen mit welchen Machteffekten im Foucault’schen Sinne lassen sich dabei beobachten? Es geht also mit dem hier skizzierten Dissertationsvorhaben nicht um eine Geschichte des Punk im eigentlichen Sinne, sondern um eine Geschichte seiner höchst verschiedenen Diskursivierungen und deren (sub-)kultureller, gesellschaftlicher und medialer Folgen.

Leiter

Prof. Dr. Rolf Parr

Einzelforschung / Geschichte

Prof. Dr. Ute Schneider

Geopolitik des Wissens: Die Internationale Weltkarte (IWK) im Zeitalter der Territorialität (1860-1970)

Ausgangspunkt der geplanten Monographie ist die These, dass Karten von herausragender Bedeutung für politisches Handeln im 20. Jahrhundert sind. Im Zentrum steht die Internationale Weltkarte (IWK), die einerseits zentrale Entwicklungen dieses Jahrhunderts wie die Konzentration auf den Raum, die Globalisierung, die Verwissenschaftlichung und Ausdifferenzierung der Wissenschaft spiegelt, und zugleich ein Instrument der Ordnung und Gestaltung etwa im Hinblick auf den Umgang mit Ressourcen, Bevölkerungspolitik bis hin zu ethnischen Säuberungen aber auch der Entwicklungspolitik darstellt. Demokratisierung und Pluralisierung haben sich in diesem internationalen Weltkartenprojekt gleichermaßen niedergeschlagen wie diktatorische Gestaltungsphantasien und Zugriffe. Und nicht zuletzt ist die Geschichte der Weltkarte eine Geschichte der Spannungen zwischen nationalen Traditionen, Vorstellungen  und Ansprüchen und globalen Zielen und Standards.

Leiterin

Prof. Dr. Ute Schneider

Zeitraum

seit 2009

Förderinstitution

American Geographical Society Library

Geplanter Output

Monographie

Weblink

Prof. Dr. Ute Schneider

Gerhard Mercator: Edition und Übersetzung seines Briefwechsels

Gerhard Mercator: Edition und Übersetzung seines Briefwechsels.

Weit mehr als 200 Briefe schrieb und erhielt der Kartograph Gerhard Mercator im Laufe seines langen Gelehrtenlebens vor 500 Jahren und leistete damit einen wichtigen Beitrag auf dem Weg in die heutige Wissensgesellschaft.

Leiterin

Prof. Dr. Ute Schneider

Bearbeiter

Nils Bennemann

Zeitraum

2013 bis 2016

Förderinstitution

Mercator Stiftung

Geplanter Output

Edition

Weblink

Dr. Andreas Schwarz

Umgang mit Farbe im Kunstunterricht in den Handlungsfeldern Rezeption, Reflexion und Produktion. Qualitativ-empirische Wirkungsforschung als Grundlage für ein neues, aktuelles Grundkonzept einer Didaktik der Farbe im Rahmen ästhetischer Bildung

Das Forschungsvorhaben hat das Ziel, den im schulischen Kunstunterricht initiierten Umgang mit Farbe im Wechselspiel zwischen Theorie und Praxis zu evaluieren und dadurch zu einem exemplarischen Überblick darüber zu gelangen, welche Theorien bezogen auf die Farbe im Unterricht derzeit vermittelt werden; was die Bezugswissenschaften sind; welchem Kenntnisstand bezogen auf aktuelle Ergebnisse der Forschung in den diversen Referenzdisziplinen der Unterricht entspricht; welchen Stellenwert die Farbe in der Bildbetrachtung und -analyse einnimmt und wie sie dort eingesetzt wird; wie sich der Umgang mit dem Phänomen Farbe in der bildnerischen Gestaltung niederschlägt und welche Bewertungskriterien hinsichtlich dieses Aspekts zum Tragen kommen.

Leiter

Dr. Andreas Schwarz

Zeitraum

Februar 2010 bis voraussichtlich Juli 2014

Förderinstitution

Abgeordneter Studienrat zum Zwecke der Habilitation

Geplanter Output

Habilitation als Grundlage für ein neues, aktuelles Grundkonzept einer Didaktik der Farbe im Rahmen ästhetischer Bildung.

Weblink

Maribel Lobo da Silva

Scham als Beispiel für eine Theologie der Gefühle

Im Rahmen des Projekts "Scham und Erlösung. Der humanwissenschaftliche Scham-Diskus in erlösungstheologischer Hinsicht"

Der Schamdiskurs in Psychologie, Soziologie, Politologie und Philosophie ermöglicht die theologische Fragestellung nach schamgenerierenden und schamantagonischen Elementen der christlichen Tradition und deren Interpretation im Rahmen des christlichen Erlösungsglaubens.

Leiter

Prof. Dr. Ralf Miggelbrink

Zeitraum

bis 2015

Geplanter Output

Dissertation

Prof. Dr. Volker Steinkamp

Der Universalismus und die französische Außenpolitik

In seiner langen, bis in das Mittelalter zurückreichenden Geschichte hat der französische Universalismus verschiedene religiöse, kulturelle und politische Formen angenommen. Der Glaube, über eine universelle Mission zu verfügen und diese auch entsprechend in die Welt tragen zu müssen, ist dabei stets ein tragendes Element des französischen Selbstverständnisses gewesen und hat als solcher nicht zuletzt auch die französische Außenpolitik bis in die Gegenwart hinein entscheidend geprägt.
Aufbauend auf bereits geleisteten Vorarbeiten und kleineren Veröffentlichungen bzw. Vorträgen, ist es das Ziel des Projektes, kulturwissenschaftliche und historisch-politische Fragestellungen zu verbinden und kritisch nach den geschichtlich gewachsenen kulturellen Grundlagen und Begründungszusammenhängen französischer Außenpolitik und ihrem Fortwirken in der von der Globalisierung geprägten Welt des 21. Jahrhunderts zu fragen.

Leiter

Prof. Dr. Volker Steinkamp

Zeitraum

fortlaufend

Geplanter Output

kleinere Monographie

T

Prof. Dr. Markus Tiwald

Erstellen der Neuauflage des Standardwerkes Umwelt des Neuen Testaments/Palästina in der Reihe Grundrisse des Neuen Testaments

Die Neuerkenntnisse in der Judaistik zu Theologie und politischer Situation des Frühjudentums haben etliche Forschungsergebnisse früherer Generationen obsolet werden lassen. Standardwerke zu den Ursprüngen des Christentums müssen durch die starke Nähe zum damaligen Frühjudentum neu geschrieben werden. Diese Aufgabe übernimmt Tiwald zu besagtem Band.

Leiter

Prof. Dr. Markus Tiwald

Zeitraum

2012 bis 2017

Förderinstitution

DFG-Antrag in Planung

Geplanter Output

Monographie
eine DFG-geförderte internationale Tagung

Weblink

U

V

W

Dr. Eva Wiegmann

Ästhetische Innovation durch diachrone Interkulturalitätskonstellationen

Die gegenwärtige Interkulturalitätsforschung arbeitet überwiegend gegenwartszentriert und definiert interkulturelle Literatur häufig über Autorenbiographien sowie im Kontext von Migrationsbewegungen und Globalisierungsprozessen. Im Bereich der literarischen Imagination lassen sich allerdings ganz andere Formen von interkulturellen Konstellationen abbilden als erfahrungsweltliche Kulturbegegnungen, die primär synchron – also auf derselben zeitlichen Achse ablaufen. Literatur kann durch Kreation asynchroner Begegnungshorizonte in der zeitübergreifenden Imagination ein spezifisches intermediäres Feld erzeugen, in dem sich in der Interferenz kultureller Deutungsmuster nicht nur neue Wissensräume, sondern auch ästhetische Möglichkeitshorizonte öffnen.
Literarische Interkulturalitätskonstellationen dieser Art werden – so die hier vertretene These – bewusst hergestellt, um angesichts soziokultureller Wandlungsprozesse, die zu einer „Überlastung der alten ‚Sprachen‘ durch die neuen Ereignisse und Verhältnisse“ führen, einen produktiven Dialog der eigenen Gegenwart mit einer fremden Vergangenheit zu inszenieren. Im Kontext von Epochenschwellen dienen sie dazu, einen Ausweg aus der sog. „Krise der Beschreibbarkeit der Welt“ (Sloterdijk) und neue Möglichkeiten zu finden, die veränderte Wirklichkeit literarisch zur Sprache zu bringen. Grundlegend ist dabei die Annahme, dass kultureller Diversität ein prinzipielles Innovations- und Entwicklungspotential zugrunde liegt, welches gezielt für kulturelle und ästhetische Neuerungen produktiv gemacht werden kann.
Dass Projekt fokussiert die Epochenschwellen um 1800 und um 1900 und untersucht, wie diachrone Interkulturalitätskonstellationen insbesondere in literarischen und literaturtheoretischen Texten der Romantik (Schlegel, Novalis, Eichendorff) und der literarischen Avantgarde (George, Einstein) einer Erweiterung der Weltwahrnehmungsmöglichkeiten und der symbolischen Ausdrucksformen dienen.

Betreuung

Prof. Dr. Rolf Parr

Geplanter Output

Monographie – Habilitation

PD Dr. Thomas Wagner

Ursprung und Kontext der Jesaja-Hiskija-Erzählung (Jes 36-39 // 2Kön 18-20)

Gegenstand des Projekts ist die Text- und Redaktionsgeschichte von 2Kön 18-20 // Jes 36-39. Die beiden Textversionen weisen diverse Unterschiede auf und beinhalten in ihrer Erzählfolge einen Anachronismus. Zudem ist ihre Stellung innerhalb der komplexen Redaktionsgeschichte beider Bücher unklar.

Leiter

PD Dr. Thomas Wagner

Zeitraum

01.01.2012 bis 31.12.2017

Geplanter Output

Erläuterung der Genese von Jes 36-39

Prof. Dr. Hans-Werner Wehling

Ruhrgebiet 1812-2012

Die Uneinheitlichkeit des Ruhrgebiets und seine in den letzten 200 Jahren sich wandelnde administrative Zersplitterung haben dazu geführt, dass – abgesehen von der Veröffentlichung von Paul Wiel, Die Wirtschaftsgeschichte des Ruhrgebiets, 1970 – keine verlässliche und erst recht nicht den gesamten Entwicklungszeitraum überspannende Sammlung von statistischem Datenmaterial existiert. Diese Lücke soll in großer Bandbreite des Datenmaterials die geplante Veröffentlichung schließen. Jedem thematischen Abschnitt wird eine textliche Abhandlung vorangestellt, die grundlegende Trends und prozesshafte Raummuster aufzeigen soll.

Leiter

Prof. Dr. Hans-Werner Wehling

Zeitraum

2012 bis 2015

Förderinstitution

Regionalverband Ruhr (RVR)

Geplanter Output

Buchveröffentlichung

PD Dr. Matthias Wille

Die Vernunftidee der Universität

Komplementär zur Universitätsgeschichte und zur Wissenschaftssoziologie der Universität wird ausgehend von den Bedingungen der Möglichkeit von Erfahrung ein transzendentaler Begriff von Universität begründet, der für eine Vielzahl von geltungstheoretischen, historiographischen, aber auch wissenschaftspolitischen Fragen fruchtbar gemacht werden kann. Dies beginnt mit einer kritischen Auseinandersetzung der zeitgenössischen Hochschulpolitik, setzt sich fort über eine kritische Evaluation universitätshistorischer Grundsatzentscheidungen und eröffnet eine neue Perspektive auf die Bildungsgeschichte vor 1300. Das Projekt befördert damit im Besonderen ein Aufklärungsanliegen gegenüber den Universitätswissenschaftlern sowie den universitären Entscheidungsträgern, welche die apriorischen Bestimmungsgründe universitären Daseins in der Regel nicht mehr kennen.

Leiter

PD Dr. Matthias Wille

Zeitraum

2010 bis mindestens 2014

Geplanter Output

fachübergreifende Lehrveranstaltungen
wissenschaftspolitische Vorträge
Aufsätze
Monographie

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