Publikationen - Kunst und Kunstwissenschaften

Astrid Bahr

Bahr, Astrid (2011): Die Vernunft der Kunst. Über die komplementäre Gestalt des Denkens. Oberhausen. (Dissertation)

 

Gabriele Genge

Genge, Gabriele / Stercken, Angela (2014): Art History and Fetishism Abroad: Global Shiftings in Media and Methods. Bielefeld (=transcript IMAGE).

  • By focusing on the various modes and media of the fetishised object, this anthology shifts the debates on thingness into a new global art historical perspective. The contributors explore the attention given to those material images, in both artistic and cultural practice from the heyday of colonial expansion until today. They show that in becoming vehicles and agents of transculturality, so called »fetishes« take shape in the 17th to 19th century aesthetics, psychology and ethnography – and furthermore inspire a recent discourse on magical practice and its secular meanings requiring altered art historical approaches and methods.

Genge, Gabriele (2012): Black Atlantic. Andere Geographien der KunstDüsseldorf University Press, Düsseldorf.

  • Wie ist eine „globale“ Kunstgeschichte vorstellbar, jenseits westlich geprägter Zeit- und Raummodelle? Welche Geographien werden deren "verflochtene" Geschichte kennzeichnen? Mit der vorliegenden Studie werden einige Aspekte der vergessenen Geschichte des „Black Atlantic“ betrachtet, eines von Paul Gilroy vor 20 Jahren so benannten imaginären Raumgebildes, das durch das Trauma des transatlantischen Sklavenhandels, hybride Identitäten und Verhandlungen politischer Partizipation bis heute bestimmt ist. Als Akteure dieses transnationalen Raumes kommen in der Publikation Dinge und Personen, Kunstwerke und Künstler zur Sprache , die diesseits und jenseits des Atlantiks in Kontakt traten und damit Öffnungen und Grenzziehungen in einer lange abgeschotteten ästhetischen Moderne bewirkten.

Genge, Gabriele (2009): Artefakt Fetisch Skulptur. Aristide Maillol und die Beschreibung des Fremden in der Moderne. München.

  • Die Skulpturen des Bildhauers Aristide Maillol galten bislang meist als Paradefall einer gelungenen Verbindung klassischer und moderner Formlösungen, als Sinnbilder eines überzeitlichen Körperideals. Doch führt Maillols Inszenierung des weiblichen Körpers in ein anderes, politisches Bezugsfeld visueller Kultur der Moderne: Die Entstehungsgeschichte der Ethnographie. Deren Methoden der Beschreibung, psychologischen Einordnung und musealen Inszenierung von Artefakten etablierten sich im engen Austausch mit Künstlern, Kunstkritik und Kunstwissenschaft. Die detaillierte Analyse der Skulpturen Maillols und ihrer Rezeption in Deutschland und Frankreich zwischen 1890 und 1937 macht erkennbar, dass sein Werk in exemplarischer Weise dem modernen ästhetischen Diskurs um das Fremde eingeschrieben war. Zwischen Artefakt, Fetisch und Denkmal lieferten Maillols weibliche Akte fassbare Vorgaben für ein "universal" gedachtes französisches Identitätsmodell.

 

Stefanie Loh

Loh, Stefanie (2012): Foto-Tagebücher. Performative Aufzeichnung als Strategie. Athena, Oberhausen.

 

Andreas Schwarz

Kuehni, Rolf / Schwarz, Andreas (2008): Color Ordered - A Survey of Color Order Systems from Antiquity to the Present. Oxford University Press, New York.

  • Color Ordered stellt das bislang umfassendste und tiefgreifendste Kompendium zur Geschichte und Theorie der Farbenordnung dar. Seit der Antike wurde der Frage nachgegangen, wie viele Farben es gibt, wie sie zu erfassen, zu kennzeichnen zu ordnen und zu handhaben sind. So wurde man sich im Laufe der Jahrhunderte auch über viele Irrwege allmählich immer klarer über den Umfang der Farbengesamtheit. Doch abhängig vom Kenntnisstand, den Absichten und Standpunkten der jeweiligen Urheber sind während dieser Zeit die unterschiedlichsten Farbordnungsmodelle entstanden und bis heute kommen immer noch neue hinzu, die so das kulturelle Feld bereichern.
  • Die beiden Autoren haben nicht nur die aus der gängigen Literatur bekannten Farbsysteme zusammengetragen, sondern auch zahlreiche bislang verschüttete wieder entdeckt. Die insgesamt ca. 170 Farbsysteme sind nicht nur chronologisch aneinandergereiht, sondern soweit möglich kategorisiert, ausführlich beschrieben, zu anderen Systemen in Beziehung gesetzt und ausschliesslich in Originalabbildungen gezeigt, die, wenn erforderlich, von zusätzlichen Schemazeichnungen ergänzt werden.
  • Auf diese Weise ist eine Fundgrube und ein seriöses Nachschlagewerk entstanden, das nicht nur zum ernsthaften und vertieften Studium dient, sondern auch einfach einlädt zum Durchblättern um sich an der Schönheit der Abbildungen zu erfreuen, deren Faszination auch die beiden Autoren über mehrere Jahre und eine grosse Entfernung hinweg mit viel Engagement zu diesem Ergebnis geführt hat.

Schwarz, Andreas / Schmuck, Friedrich (2008): Farbe sehen lernen! Mischkurs, Bildanalyse und kritische Betrachtung der Theorien von Itten und Küppers. BDK, Düsseldorf.

  • Diese ganz auf die Praxis des Kunstunterrichts ausgerichtete Publikation zeigt im ersten Teil, wie das didaktische Farbkörpermodell, das an Stelle von Ittens Kontrastlehre treten soll, durch einen Mischkurs erarbeitet und erfahrbar gemacht werden kann. Im zweiten Teil wird demonstriert, wie das didaktische Farbkörpermodell für die Bildbetrachtung und -analyse sinnvoll und effektiv zur Anwendung kommen kann.
  • In eigenen Anhängen zur Grundfarbenfrage und einer synoptischen Gegenüberstellung der Theorien von Itten und Küppers, sowie in Unterkapiteln zur Bildbetrachtung werden die Defizite der Farbenlehren sowohl von Itten als auch von Küppers, der ebenfalls immer stärker in die Schulen dringt, hinsichtlich ihrer Unterrichtstauglichkeit detailliert dargelegt.
  • Die vorliegende Lektüre enthält u.a. Kopiervorlagen zur Farbenordnung und Farbengebung sowie eine DIN A1 große für die Schulwand geeignete farbige Posterbeilage in hoher Farbqualität.

 

Susanne Weirich

Weirich, Susanne (2008): SEARCHVIEWS. Werkkatalog zur gleichnamigen Einzel-Ausstellung in der Stadtgalerie Saarbrücken, Saarbrücken  26.9.- 16.11.2008. Kehrer Verlag, Heidelberg.

  • Mit Audio-CD.
  • Abstract:
    Susanne Weirich ordnet die Welt neu: Aus einem Computerspiel werden sechs „Realfilme"; existenziell gewichtige Situationen wie eine Trennung mutieren zu beiläufigen Notizen auf Post-It-Zetteln; eine bildhafte Verortung von Gefühlen verändert sich zum scheinbar genauen geographischen Wegweiser; das Weissagen aus Tarot-Karten gerät zum interaktiven Spiel, das die Möglichkeit zu eröffnen scheint, sein Schicksal selbst zu beeinflussen. Da das Leben (leider? zum Glück?) nicht nach einem festen Regelwerk funktioniert, entnimmt ihm die Künstlerin Elemente und gruppiert sie neu in Spielen, für die Regeln ja substanziell sind, und untersucht diese Wirklichkeitsfragmente unter deren Voraussetzungen. Letztlich pointiert und verdeutlicht Susanne Weirich damit das Prinzip jeder Kunst: die Welt zu dekonstruieren und künstlich wieder zusammenzufügen, um ihre Regeln zu erkennen - selbst auf die Gefahr zu entdecken, dass es gar keine gibt. Susanne Weirichs „Spiele" sind erhellend, ästhetisch überzeugend - und unterhaltsam. (Ernest W. Uthemann)

Matzner, Florian / Weirich, Susanne (2010): POOL. Publikation zu Arbeiten im öffentlichen Raum aus 20 Jahren. Hrsg. von büro orange – kunst im arbeitsalltag – Dr. Michael Tacke, Grünwald.  engl/dt. 3. Berlin.

  • Abstract: Die neue Publikation POOL der Künstlerin Susanne Weirich dokumentiert ihre seit 1989 realisierten Auftragsarbeiten im öffentlichen Raum sowie Installationen in Innenräumen. In der großen Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen und Materialien in all diesen mal spielerischen, scheinbar funktionalen oder provokanten Arbeiten, sticht eine Eigenschaft hervor: Die Intervention in das, was allgemein als Realität gilt. Susanne Weirich hält dem trügerischen Bild objektiver Wirklichkeit einen Blick entgegen, der Reales mit Fiktivem, Imaginiertem und Gewünschtem infiziert. Der Kunstwissenschaftler und Ausstellungsmacher Florian Matzner schreibt im begleitenden Katalogtext: „Weirich ist, in und mit ihren Arbeiten, auf der Suche nach dem Unalltäglichen im Alltäglichen“.

Bramkamp, Robert / Weirich, Susanne (2006): Enki100.net (Internet-Erzählprojekt mit 100 Autorinnenpositionen. Hervorgegangen aus dem Spielfilm/Teil des Spielfilms 'Der Bootgott vom Seesportclub' (Regie: Robert Bramkamp). Berlin.

  • Abstract: Zukünftige Arbeitsformen, 100 besondere Fähigkeiten, der Seesportclub Wendisch-Rietz am Scharmützelsee und der Schöpfungsgott Enki verbinden sich als offene Erzählung. Ein multimediales Netzwerkprojekt, das die Möglichkeiten einer neuen Zivilisation durch digital implementierte mythologische Systeme durchspielt und darauf zielt, Perspektiven möglichst unterschiedlicher Art zu kombinieren. Die ‚100 me’ entsprechen einem sumerischen Mythos zufolge speziellen Fähigkeiten und Kräften, die nicht  mit Personen, sondern mit Orten verbunden sind, und die nun im worldwideweb aktiviert werden. Das Projekt macht die Spannung aus Information und Spekulation erlebbar. Es simuliert und erprobt real ihre Rückkopplungseffekte in die soziale Wirklichkeit. Als Exposition dazu ist mit 'arte' der Film ‚Der Bootgott vom Seesportclub’ entstanden, der auf der 'Duisburger Filmwoche' 2005 Premiere hatte.