An folgenden Themen und Fragen arbeite ich derzeit, dabei oft begleitet und unterstützt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie studentischen Hilfskräften. Teilnehmer*innen meiner forschungsorientierten Lehrveranstaltungen haben nach Absprache die Möglichkeit, sich an den Projektarbeiten zu beteiligen, unentgeltlich, aber gegen Bescheinigungen, in den BA- und MA-Studiengängen auch gegen Anrechnung von Creditpoints. 
 

Projekte

Handbuch "Wort und Wortschatz", zusammen mit Petra Storjohann IDS, Mannheim), als Bd. 3 der Reihe Handbücher "Sprachwissen" (Hrsg.: E. Felder/A. Gardt), Berlin/Boston: Verlag de Gruyter.

Dieser Band hat zum Ziel, verschiedene Aspekte der Lexik in je einem eigenen Artikel darzustellen und zu erläutern, wie z. B. Elemente des Worts (Wortbildung), feste Syntagmen und Phraseologismen, Zählbarkeit / Abgrenzbarkeit von Wortschätzen, Varietätenwortschatz, das Wort und die Kreativität der Literatur, das Wort im Satz (Flexion), Wortbedeutung, besondere Wörter (Fremd-, Fach-, Schlag-, Mode-, Neuwörter), Beziehungen zwischen Wörtern; Wort in der Sprachkritik, in der Rechtschreibung, in der Etymologie, in der historischen Semantik; Wortschatzerwerb beim Kind und beim Fremd-/Zweitsprachenerwerb, das Wort im Übersetzen, der Erwerb von Fach- und Wissenschaftswortschatz, das Wort in der Sprachtechnologie, Dokumentationen des Wortschatzes (Lexikografie). Als quer dazu liegende Aspekte sollte nach Möglichkeit in jedem Beitrag berücksichtigt werden: Methoden der Wortschatzforschung, Sprachvergleich, Einbeziehung von Mündlichkeit. – Dabei sollen weniger die verschiedenen Forschungsrichtungen oder Disziplinen als vielmehr der eigentliche Untersuchungsgegenstand selbst in den Vordergrund der Darstellung rücken. Die Beiträge sollen interdisziplinär anschlussfähig sein an Fragen und Interessen von: Didaktikern, Historikern, Auslandsgermanisten, Philologen und Linguisten anderer Sprachen, Computerwissenschaftlern, Betriebswirtschaftlern, Juristen usw.

Germanistische Institutspartnerschaft (GIP) mit dem Lehrstuhl für Deutsche Philologie, Universität Vilnius, Litauen.

Seit 2011 existiert diese vom DAAD finanzierte Kooperation. Jedes Jahr, meist im Juni, halten sich zwei bis drei WissenschaftlerInnen aus Vilnius an der UDE auf, um zu lesen, zu diskutieren und zu forschen. Litauische Germanistik-Studierende bereiten sich an der UDE auf ihre BA-Arbeit vor. Umgekehrt reisen MitarbeiterInnen und Studierende aus Essen nach Vilnius, um Workshops und Seminar zu geben oder als DaF-Praktikum. Durch die GIP wurde auch eine Erasmus-Partnerschaft beider Universitäten etabliert, die von deutschen Studierenden leider noch viel zu wenig genutzt wird.

Im September 2014 fand in Vilnius eine durch die GIP unterstützte Tagung zur Wissenschaftssprache Deutsch statt, auf der Ulrike Haß einen Plenarvortrag hielt. (Link: http://www.flf.vu.lt/struktura/katedros/vokieciu-filologijos-katedra/wissenschaftssprache).

Hier finden Sie weitere Hinweise auf Aktivitäten der Vilniuser Partner:

Beteiligung am Internationalen „Linguistischen Kolloquium“ (http://www.linguistisches-kolloquium.de/), das im September 2016 in Vilnius stattfinden soll.

Seit 2014 ist die GIP Essen-Vilnius auch mit anderen GIPs der baltischen Länder vernetzt, um das Interesse an der deutschen Sprache in den drei baltischen Ländern wach und den Zugang zum deutschsprachigen Teil der baltischen Geschichte offen zu halten.

KoGloss 
Das von der Europäischen Union finanzierte Projekt "Konstruktionsglossare im Fachsprachenlernen - Deutsch, Estnisch, Lettisch, Litauisch" (kurz: KoGloss)  wurde im Dezember 2012 erfolgreich abgeschlossen.  Die Glossare können ‚besichtigt‘ werden. Weitere Infos finden Sie auf der Projektwebseite unter kogloss.eu.

Eine detaillierte Beschreibung in Form eines Manuals dokumentiert alle Schritte der KoGloss-Methode. Das Manual ist als Anleitung für den Einsatz der Methode entstanden, die sich an den spezifischen Bedürfnissen ausgewählter Zielgruppen (Sprachwissenschaftler, Sprachdidaktiker, Fremdsprachlehrer in Hochschulen und Weiterbildung, Übersetzer und Terminologen in Weiterbildung und Beruf) orientiert.

Die deutsche und die englische Fassung des KoGloss-Manuals finden Sie hier:
Englische Version
Deutsche Version 

UniDEutsch. Ein Wörterbuch für Erstsemester

  • Schützenbahn?, Modul?, Mittelbau ? Klausurfläche? ESL?  Das kann man so einfach nicht googeln.

Dieses studentische Projekt ist aus einem Seminar hervorgegangen und informiert zielgerichteter als Webseiten über die Bedeutung all   der vielen universitäts- und speziell UDE-typischen Bezeichnungen und Abkürzungen. Es enthält Raum für Notizen und gibt QR-Code für punktgenaue Detailinformationen an.

Ulrike Haß / Honsberg, Daniel/ Mertens, Lea/ Rabenstein, Corvin: UniDEutsch für Studis. Ein Wörterbuch für Studierende der Universität Duisburg-Essen. Duisburg: UVRR, 2012.

Zu erwerben bei:
Mentoring-Koordination GeiWi 
Raum: R12 V03 D95/97 
Preis: 5 Euro

Große Lexika und Wörterbücher Europas 


Sammelband: Ulrike Haß (Hg.) (2011): Große Lexika und Wörterbücher Europas. Europäische Enzyklopädien und Wörterbücher in historischen Porträts. Berlin (de Gruyter). 533 S.

Bekanntlich leben wir in einer ‚Wissensgesellschaft‘. An ihrem Anfang war – das Wörterbuch, und die Enzyklopädie kam bald hinzu. Obwohl es Wörterbücher und Enzyklopädien in vielen verschiedenen Sprachen und auch in Brückenfunktion zwischen vielen Sprachen gibt, bilden sie ein gesamteuropäisches Netz, das die Grenzen der einzelnen Sprache und die einzelnen Kultur immer schon überschritten hat. So konnte bei allen Unterschieden ein großer gemeinsamer Wissensschatz entstehen, ohne den die überbordende Informationsfülle des Internets nicht entstanden wäre.

Der Sammelband versucht, Europa als Wissensraum zu begreifen und in seinen wichtigsten Nachschlagewerken, wahren Meilensteinen der Wissensdokumentation, weiter zu erforschen. An die dreißig Werke aus England, Frankreich, Deutschland, Spanien, den Niederlanden, Dänemark, Schweden und der Ukraine seit dem Beginn der Neuzeit werden in 27 Porträts präsentiert und dabei auch in ihren gesellschaftlichen Kontext eingebettet, sodass man die Texte auch als ein Stück 'spannender Wissensgeschichte' lesen kann.

Das Buch bietet heutigen Leserinnen und Lesern auch ganz praktische Zugänge zum Informationspotenzial der wichtigsten und aktuell interessierenden europäischen Wörterbücher und enzyklopädischen Lexika, von denen die meisten inzwischen auch digital zugänglich sind. Das erleichtert ihre Benutzung aber nur technisch. Erst wenn man die Geschichte hinter dem Lexikon kennt, fangen die Informationen an ‚zu sprechen‘. 

Forschungsaktivitäten im Überblick

Lexikologie und Wortschatzforschung / Korpuslinguistik und Semantik 

Bisheriges Hauptarbeitsgebiet. Siehe Publikationsliste. 

In jüngerer Zeit beschäftige ich mich besonders mit der kulturellen Funktion von Wörterbüchern und Lexika in und für eine Sprache und über den nationalen Rahmen hinaus in Richtung auf den europäischen Kulturraum. Letzterer war und ist auf lexikografisch-enzyklopädischem Gebiet schon immer Realität. Nun müsste die Sprachgeschichts- und Wörterbuchforschung den transnationalen und europäischen Bezügen der Wortschätze wie der lexikografischen Konzepte und Methoden stärker Rechnung tragen.

 

Sprachliche Konstitution von Wissen

Im Zentrum steht die korpuslinguistische Analyse historischer und aktueller Enzyklopädien.  Mich interessieren Form und Funktion der unscheinbaren Formulierungsmuster und Textstrukturen, die nichts mit Fachterminologien zu tun haben, z.B. das Wörtchen eigentlich, die Rolle der Begriffsreflexion und der Begriffskritik in der Sachinformation, die Umformung prozeduralen (anwendungsbezogenen) Wissens in lexikonfähiges Sachwissen u.a.m. (Publikationen erscheinen ab 2015).