Arbeitsmarktlage von EU-Bürger*innen im Ruhrgebiet Arbeit schützt nicht vor Ausgrenzung

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist in Deutschland zwischen 2014 und 2025 stark gewachsen. Ein großer Teil des Anstiegs geht auf Menschen ohne deutschen Pass zurück, darunter Zugewanderte aus Rumänien und Bulgarien. Doch trotz Job werden viele von ihnen an den Rand des Arbeitsmarktes gedrängt. Das zeigt der neue Report von Arbeitsmarktforscher Dr. Thorsten Schlee für das Institut Arbeit und Qualifikation. Für seinen Report wertete er Bevölkerungsdaten aus der Ausländerstatistik und Beschäftigtendaten der Bundesagentur für Arbeit (BA) aus. 

Mitteilung vom 15.09.2026
Marie-Julie Althof, Dorothea Voss, Timothy Rinke, Sybille Stöbe-Blossey, Max Kaufmann, Daniela Böhringer, Martin Brussig, Marina Ruth, Katharina Koch, Nikolett Aszódi (v. l.).

Neues Forschungsprojekt gestartet Sozialpolitik im technologischen Wandel

Gerade erst wurde das neue DIFIS-Sonderforschungzentrum in Berlin feierlich eröffnet. Als eines der ersten Projekte geht „Sozialpolitik im technologischen Wandel: Steuerung, Organisation, Interaktion“ am IAQ an den Start: 

KI-Anwendungen wie Chatbots wird das Potenzial zugeschrieben, positive Effekte auf das Gemeinwohl zu haben. Wir untersuchen diese Potenziale in unterschiedlichen Feldern des Sozialstaats und analysieren die beobachtbaren Entwicklungen aus drei Perspektiven (Technologie, Institutionen, Lebenswelt).  

Zum Projekt

GIRA-Jahrestagung 2026 Arbeitsbeziehungen in unsicheren Zeiten

Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und Zölle verändern globale Wertschöpfungsketten und gefährden Arbeitsplätze. Nicht nur die Vielschichtigkeit des Wandels, sondern auch die damit verbundenen Unsicherheiten stellen die etablierten Systeme der Interessenvertretung vor große Herausforderungen. Die diesjährige GIRA-Jahrestagung, organisiert vom Institut Arbeit und Qualifikation, untersucht daher, wie Betriebsräte, Gewerkschaften und Unternehmen mit den aktuellen Herausforderungen und Umbrüchen umgehen.

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Anmeldung (bis 15. September)

IAQ-Report 2026-08 Erwerbslose ohne Lobby?

Arbeits- und Erwerbslose haben eine schwache Lobby und genießen wenig öffentliche und politische Unterstützung. Für den aktuellen IAQ-Report untersuchten Dr. Fabian Beckmann (IAQ, Abteilung PreRA) und Dr. Florian Spohr (Institut für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart) die vielfältigen Herausforderungen, vor denen Interessenvertretungen für Erwerbslose stehen. Politisch brisant: Rechtpopulistische Parteien stoßen in die entstehende Vertretungslücke. 

Mitteilung vom 17.08.2026

Call for Papers

14. Sozialwissenschaftliche Promotionswerkstatt Rhein-Ruhr

Die sozialwissenschaftliche Promotionswerkstatt Rhein-Ruhr richtet sich an Doktorandinnen und Doktoranden aus sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen sowie angrenzenden Fächern, die an einer Dissertation mit Bezug zu mindestens einem der folgenden Themenfelder arbeiten: Arbeit, Arbeitsmarkt, Arbeitspolitik, Bildung, Ungleichheit, Sozialstaat und Sozialpolitik.

Duisburg, 4. und 5. März 2027

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Neue Veröffentlichungen

Kellmer, Ariana, 2026: Migration als Aufstiegsprojekt? Unwahrscheinliche Süd-Nord-Aufstiege in globalen Ungleichheiten. Frankfurt/New York: Campus Verlag

Die soeben erschienene Dissertationsschrift von Ariana Kellmer untersucht das Zusammenspiel von geographischer und sozialer Mobilität vor dem Hintergrund globaler Ungleichheitsstrukturen. Im Zentrum stehen seltene, migrationsbegleitete Aufstiegsbiographien von Menschen aus dem Globalen Süden, die trotz erheblicher struktureller Barrieren berufliche Positionen der Mittelschicht in Europa erreichen.

Auf Grundlage biographisch-narrativer Interviews und einer praxeologischen Analyseperspektive rekonstruiert Ariana Kellmer, wie sich Migrant*innen in globalen Ungleichheiten orientieren und welche Handlungsstrategien sie im Umgang mit begrenzten Bildungs-, Migrations- und Arbeitsmarktzugängen entwickeln. Die Arbeit verbindet Migrations- und Aufstiegsforschung über nationale Rahmungen hinaus und zeigt, dass auch »erfolgreiche« Aufstiege nicht als Beleg meritokratischer Aufstiegsnarrative zu verstehen sind. 

Im Rahmen des diesjährigen "Dies Academicus" am 10. Oktober wird Ariana Kellmer für ihre herausragende Dissertation besonders geehrt.

Verlagslink

Ruth, Marina. 2026: Schlüssel zur Teilhabe? Intermediäre Unterstützung junger Geflüchteter im Wohlfahrtsstaat. Frankfurt/New York: Campus Verlag

Deutschland ist ein erwerbszentrierter Wohlfahrtsstaat, der Kontinuität im Lebenslauf belohnt. Normalitätsvorstellungen sind durch strukturelle Rahmenbedingungen institutionalisiert und stellen Zielmarken zahlreicher politischer Aktivitäten dar. Die Abweichung von den Normalitätserwartungen geht mit unterschiedlich gelagerten Hürden einher. Am Beispiel der Lebenssituation junger geflüchteter Menschen im Übergang Schule-Ausbildung-Arbeit lassen sich zunächst wohlfahrtsstaatliche Hürden bestehend aus vier Elementen identifizieren, die durch die Heterogenität der Lebenslagen die Breite bildungs-, sozial- und arbeitsmarktpolitischer Unterstützungssysteme ansprechen. Dies ist der Ausgangspunkt der Arbeit von intermediären Akteur*innen. Sie loten Möglichkeiten aus, eine Passung zwischen individueller Biographie der Klient*innen und strukturellen Rahmenbedingungen herzustellen, um Teilhabe zu ermöglichen. Die Auswertung von Interviews mit Akteur*innen der Migrationssozialarbeit gibt Aufschluss über deren Wirkmächtigkeit, die sich aus ihrer Systemkenntnis und vertrauensvollen Vernetzung ergibt.

Open Access Link

Brussig, Martin, Andreas Jansen, Gernot Mühge und Bernd Reissert. 2026: Jobdrehscheibe Industriearbeit. Abschlussbericht. Duisburg, Darmstadt: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) und Hochschule Darmstadt

Wie können Beschäftigungsübergänge in der Transformation gestaltet und damit der Industriestandort gesichert werden? Der Endbericht zu unserem Projekt liefert aktuelle Analysen und ein Umsetzungskonzept für eine regionale Jobdrehscheibe für die Industrie.

Die im Auftrag des ReTraNetz-BB vom Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen und der Hochschule Darmstadt erstellte Studie liefert einerseits aktuelle Daten zur Beschäftigungsentwicklung im Industriesektor in Berlin-Brandenburg und untersucht darauf aufbauend, wie das Instrument einer regionalen Jobdrehscheibe für die Industriearbeit branchenübergreifende Beschäftigungsübergänge wirksam unterstützen und damit einen Beitrag zur Sicherung des Industriestandorts leisten kann. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl die Absicherung der Beschäftigten durch sozialpartnerschaftliche bzw. tarifvertragliche Regelungen als auch Maßnahmen zur gezielten Vermittlung und Qualifizierung von Beschäftigten in zukunftsfähige Branchen.

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