WEBVTT 00:01.000 --> 00:11.000 Also meine Muttersprache ist Griechisch in jedem Fall, obwohl das Griechische, was mir beigebracht wurde als kleines Kind, was ich so gelernt habe, nicht wirklich richtiges Griechisch war. 00:12.000 --> 00:23.000 Das hat damit zu tun, dass meine Eltern Pontier sind, also griechische Pontier und von daher einen Dialekt sprachen miteinander und logischerweise mit mir als kleines Kind, der nicht so ganz Griechisch ist. 00:24.000 --> 00:32.000 Es ähnelt dem Griechischen, und es ist nah dran, aber es kommt ursprünglich aus dem Schwarzen Meer-Gebiet. Und es wurde im Dorf meiner Eltern, also bevor die nach Deutschand gekommen sind 00:33.000 --> 00:44.000 ausschließlich gesprochen Sie sind mit dem Pontischen groß geworden und haben dann mit mir und mit meinem Bruder versucht, Griechisch zu sprechen, aber da schlich sich natürlich immer wieder Pontisch ein, 00:45.000 --> 00:58.000 weil meine Eltern glaube ich auch nicht wirklich gutes richtiges Griechisch sprechen konnten. Das hat sich dann so ausgewirkt, ich war ja auch auf der griechischen Schule in Deutschland, 00:59.000 --> 01:06.000 dass ich da auch schon besseres Griechisch gelernt habe. Gott sei Dank hatte ich aber Tanten und Onkel um mich herum, die dann nicht Pontisch, sondern auch Griechisch sprachen. 01:07.000 --> 01:16.000 Ich habe dann so ein merkwürdiges Gemisch gesprochen, also Griechisch, immer mal wieder mit pontischen Wörtern drin. 01:17.000 --> 01:28.000 Es gibt tatsächlich Wörter, von denen ich erst vor ein paar Jahren mitbekommen habe, dass sie pontisch sind. Darauf haben mich dann meine Bekannten aufmerksam gemacht. 01:29.000 --> 01:41.000 Das war das, was wir zuhause gesprochen habe, also Griechisch-Pontisch. Und da ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, kamen sehr schnell deutsche Einflüsse dazu. 01:42.000 --> 01:53.000 Ich war nicht im Kindergarten, meine beiden Eltern waren berufstätig und so bin ich in der Nachbarschaft herumgereicht worden. Und da waren dann die unterschiedlichsten Leute aus unterschiedlichen Nationalitäten. 01:54.000 --> 01:59.000 Da war eine griechische Frau, eine aus der Tschechoslowakei, eine aus Hamburg, eine Zugezogene und auch ursprünglich Ruhrgebietler. 02:00.000 --> 02:08.000 Wo ich dann morgens mal bei dem wach wurde und mal dort gefrühstückt habe. Und da kamen dann natürlich die deutschen Spracheinflüsse rein. 02:09.000 --> 02:25.000 Griechisch is also meine Muttersprache, ich lerne immer noch dazu in meiner Muttersprache tatsächlich, weil das Vokabular halt nicht so ausreichend ist, was man in der Familie so gesprochen hat. 02:26.000 --> 02:33.000 Ich weiß, dass ich mich im Deutschen wesentlich besser ausdrücken kann, was sicherlich daran liegt, dass alles, was ich so im ALufe der Zeit gelernt habe, 02:34.000 --> 02:40.000 in der Schule, im privaten und gesellschaftlichen Umfeld, eigentlich immer auf Deutsch auf mich eingeprasselt ist 02:41.000 --> 02:50.000 das heißt, das ganze Vokabular im politischen und philosophischen Bereich, ist deutsch. Also alle Vokabeln, mit denen ich diskutieren kann, sind deutsch. 02:51.000 --> 02:59.000 Und im Griechischen war es bei uns immer beschränkt auf: "Wie war es in der Schule?", "Hast du etwas gegessen?", "Möchtest du etwas essen?", dieses Alltagsgriechisch. 03:00.000 --> 03:11.000 Verbunden mit dem Pontischen sagen wir auch Dorfgriechisch dazu. Das Griechisch, das in Griechanland gesprochen wird, ist nochmal etwas ganz anderes. 03:12.000 --> 03:11.000 Das verstehe ich mittlerweile und beherrsche es ganz gut. Aber die Muttersprache, mit der ich groß geworden bin, war Dorfgriechisch.