TOSEM-Artikel untersucht Auswirkungen von GenAI auf die Zukunft des Software Engineerings

TOSEM-Artikel untersucht Auswirkungen von GenAI auf die Zukunft des Software Engineerings

Wie wird Generative AI (GenAI) das Software Engineering grundlegend verändern – nicht nur die Art und Weise, wie wir Code schreiben, sondern auch die Funktionsweise ganzer Softwaresysteme?

Mit dieser zentralen Fragestellung hat sich Prof. Dr.-Ing. Andreas Metzger von unserer Fakultät (Abteilung Software Engineering) gemeinsam mit mit Forschenden aus Deutschland und Italien beschäftigt. Die Ergebnisse wurden nun im renommierten Fachjournal ACM Transactions on Software Engineering and Methodology (TOSEM) veröffentlicht.

Die Forschenden klassifizieren GenAI anhand von zwei zentralen Dimensionen:

Fokus der Unterstützung (Prozess vs. Produkt)
Hier wird unterschieden, ob KI primär klassische Software-Engineering-Prozesse unterstützt und optimiert oder ob sie selbst Teil des Softwareprodukts ist, indem traditionell programmierte Funktionen durch integrierte KI-Funktionalitäten ersetzt werden.
Grad der Autonomie (passiv vs. aktiv)
Passive KI reagiert ausschließlich auf explizite Eingaben von Nutzenden. Aktive bzw. agentische KI-Systeme verfügen hingegen über einen eigenen Kontrollstrang, agieren proaktiv und treffen innerhalb eines Systems teilweise autonome Entscheidungen.

Aus der Kombination dieser beiden Dimensionen ergeben sich vier grundlegende Formen der GenAI-Erweiterung. Die untenstehende Grafik visualisiert diese unterschiedlichen Ausprägungen.

Um die langfristigen Dynamiken dieses Wandels besser zu verstehen, wertete die Forschungsgruppe bestehende Literatur mithilfe eines innovativen Ansatzes aus: Unter Verwendung von McLuhans Tetraden wurde systematisch untersucht, welches etablierte Wissen im Software Engineering durch GenAI erweitert, umgekehrt, wiederbelebt oder verdrängt wird.

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen fundierte Prognosen über die Zukunft des Software Engineerings. Der Artikel diskutiert dabei sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Dazu zählen unter anderem:

- fortgeschrittenes Prompt Engineering,

- Verantwortlichkeit und Sicherheit,

- die Zusammenarbeit in hybriden Mensch-KI-Teams,

- die Koordination agentischer Systeme auf Prozess- und Produktebene.

Im veröffentlichten Artikel formulieren die Forschenden zudem zehn strategische Prognosen für die Zukunft des Software Engineerings.

Der TOSEM-Artikel ist unter folgendem Link abrufbar: 
https://doi.org/10.1145/3788879

Die „Journal First“-Präsentation des Beitrags findet auf der FSE Software Engineering Conference 2026 statt, die vom 05. bis 09. Juli 2026 in Montreal veranstaltet wird. Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie hier:
 https://conf.researchr.org/track/fse-2026/fse-2026-journal-first