Denkort Denkmal

Das Projekt

Denkmäler sind Träger von Geschichte und deuten die Vergangenheit aus einer bestimmten Perspektive. Hierzu bedienen sie sich verschiedener ikonographischer Elemente, deren intendierte Aussage von den Zeitgenossen der Entstehungszeit zumeist verstanden wurde. Heutige Zeitgenossen sind oft nicht mehr in der Lage, das von Denkmälern vermittelte Geschichtsbild zu verstehen. Ihnen fehlen Anknüpfungsmöglichkeiten, der Kontext und der Bezug zu ihrer eigenen Lebenswirklichkeit. Das Projekt bietet Schülern verschiedener Altersstufen und Schulformen die Möglichkeit gemeinsam mit Wissenschaftlern und Lehrern ein Denkmal aus ihrem Umfeld zu analysieren mit dem Ziel, hierdurch zu einem historisch angemessenen Urteil zu gelangen. Durch das systematische Erschließen des Entstehungs- und Bezugskontextes des Denkmals, eignen sich die Schülerinnen und Schüler umfassende Kenntnisse der Geschichte ihres Schulortes an und wenden hierbei historische Methoden wie Heuristik, Recherche, Sichtung und Bearbeitung von Archivmaterial sowie die Analyse verschiedener Texte im Hinblick auf ihre Fragestellung an.

Der Projektablauf sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler nach einer grundlegenden Informationsphase und der Erarbeitung eines methodischen Konzeptes in der zweiten Projektphase ihre erworbenen Kenntnisse praktisch anwenden. Für ihr Fallbeispiel entwickeln sie eigene Fragestellungen, recherchieren in lokalen Archiven und Bibliotheken, werten Quellen und Literatur aus und bereiten ihre Ergebnisse für einen Vortrag auf. Die Schüler müssen sich der Herausforderung stellen, ihre Forschungsergebnisse damit einem größeren Publikum darzulegen. Die Behandlung eines regionalen Beispiels ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zu Quellen und Literatur. Durch die Anwendung wissenschaftlicher Techniken erwerben die Schüler grundlegende Fertigkeiten für die Rekonstruktion des historischen Kontextes und ihnen wird durch die Interpretation des Denkmals und seiner Geschichte der Konstruktcharakter von Geschichte deutlich. So gewinnen sie historische Erkenntnisse und Zugang zu Arbeitstechniken, die sie auf weitere Fragestellungen übertragen können und die ihnen helfen ein differenziertes Geschichtsbewusstsein zu erlangen und ihr Umfeld kritisch zu hinterfragen. Damit werden zentrale Ziele der nordrhein-westfälischen Lehrpläne für Geschichte berührt.


Die Ziele

Das Projekt verfolgt zwei Ziele: erstens die Erarbeitung und Anwendung historischer Forschungsmethoden zur Entschlüsselung eines Denkmals als Geschichtsprodukt und zweitens die inhaltliche Erschließung des Entstehungskontextes des Denkmals sowie der Bezugszeit und die Erforschung der Rezeption des Denkmals.

Um einen Lebensweltbezug für die Schüler herzustellen, wird ein Denkmal ausgewählt, das den Schüler zumindest der Ansicht nach bekannt ist, also in ihrem Schulort/Heimatort liegt. Es stellt ein Element aus der Umwelt der Schülerinnen und Schüler dar, das aber häufig nicht in seiner Aussageabsicht verstanden wurde. Die Möglichkeit, ein Stück Lebenswirklichkeit zu entschlüsseln, motiviert die Schüler zur Erarbeitung der Geschichte des Denkmals.

Da in dem Projekt verschiedene Schulformen vertreten sind und die Schüler unterschiedlichen Altersstufen angehören, ist es notwendig, die Erarbeitung der Methodik und die Auswahl der Materialien an die Lerngruppen, die aus Klassen, Kursen und Arbeitsgemeinschaften bestehen können, anzupassen. Der altersgerechte Zuschnitt soll den Schülerinnen und Schüler in der Forschungsphase eine weitgehend eigenständige Bearbeitung der Materialien unter den von den ihnen erarbeiteten Fragestellungen ermöglichen.

Durch die Auswertung des Denkmals als Forschungsgegenstand werden die Schülerinnen und Schüler für die zeitgebundene Konstruktion von Narrationen zur Vermittlung von historischen Geschehnissen sensibilisiert. Sie lernen das Hinterfragen von Intentionen, ikonographischer Anordnung und Rezeption von geschichtlichen Ereignissen. Die Erfahrung, dass durch die Auswahl, das Schaffen von „historischen Fakten“ und die gezielte Erschaffung von Narrationen Vergangenheit zu Geschichte wird, öffnet den Blick der Schülerinnen und Schüler für den Konstruktcharakter von Geschichte und schärft den dafür, dass es „die Geschichte“ nicht gibt, sondern immer nur eine von bestimmten Personen erzählte.


Projektphasen

  1. Einarbeitung in die Geschichte des Ortes und des Denkmals und erster Besuch des Denkmals.
  2. Methodenworkshop an der UDE und Besuch des Archivs. Entwicklung einer geeigneten Methode zur Erarbeitung des Denkmals und der Forschungsfragen.
  3. Erforschung des ausgewählten Denkmals mittels der erarbeiteten Methodik.
  4. Erarbeitung der Präsentation.


Links

Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen: http://www.uni-due.de/de/presse/meldung.php?id=8187


Projektleiter

Prof. Dr. Markus Bernhardt
Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte
Historisches Institut
Universität Duisburg-Essen
Universitätsstr. 12
45141 Essen
Telefon: [+49] (0)201/183-3595
Fax: [+49] (0)201/183-3508
E-Mail: markus.bernhardt@uni-due.de
WWW: http://www.uni-due.de/geschichte/personal.php?SHOW=abt&ABT=DG


Wissenschaftliche Begleitung

Mareike-Cathrine Wickner M.Ed.
Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte
Historisches Institut
Universität Duisburg-Essen
Universitätsstr. 12
45141 Essen
Telefon: [+49] (0)201/183-6225
Fax: [+49] (0)201/183-3508
E-Mail: mareike-cathrine.wickner@uni-due.de


Koordinatorin

Simone Frank M.A.
Institut für niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung (InKuR)
Universität Duisburg-Essen
Geibelstr. 41
47057 Duisburg
Telefon: [+49] (0)203/379-2497
Fax: [+49] (0)203/379-3084
E-Mail: simone.frank@uni-due.de
WWW: http://www.uni-due.de/inkur/